Freitag, 25.05.2012



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Neuffen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neuffen
Neuffen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neuffen hervorgehoben
48.5544444444449.3755555555556408Koordinaten: 48° 33′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 408 m ü. NN
Fläche: 17,45 km²
Einwohner: 6195 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 355 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 72637–72639
Vorwahlen: 07025
07123 (Kappishäusern)
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 046
Adresse der Stadtverwaltung: Hauptstraße 19
72639 Neuffen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Schmidt
Neuffen um 1900
Bahnhof Neuffen

Neuffen ist eine kleine Stadt in Baden-Württemberg im Landkreis Esslingen. Die Stadt gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart. Mit den Gemeinden Beuren und Kohlberg hat die Stadt Neuffen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart. Neuffen ist mit seiner gesamten Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Neuffen liegt rund 27 Kilometer südlich von Stuttgart am Fuße des Hohenneuffens am Nordrand der Schwäbischen Alb, dem so genannten Albtrauf. Die Neuffener Altstadt liegt 407 m, die Burgruine Hohenneuffen 743 m über Meereshöhe.

Nachbargemeinden

Die Stadt Neuffen grenzt im Norden an die Gemeinde Frickenhausen (Markungen Linsenhofen und Tischardt), im Nordosten an Beuren, im Osten an Erkenbrechtsweiler, im Süden an Hülben und Dettingen an der Erms, im Westen an die Stadt Metzingen und an Kohlberg.

Stadtgliederung

Zu Neuffen gehören die Stadtteile Kappishäusern und Neuffen. Das Gebiet der Stadtteile ist identisch mit den Gemarkungen der ehemals selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Die beiden Stadtteile bilden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Der Stadtteil Kappishäusern bildet eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher mit dem Namen Neuffen-Kappishäusern.[2] Zum Stadtteil Kappishäusern gehört das Dorf Kappishäusern. Zum Stadtteil Neuffen gehören die Stadt Neuffen, die Höfe Jushof und Pfingstbuckel und die Häuser Hart und Im Hardt. Die Burg Hohenneuffen ist nicht als Wohnplatz genannt. Im Stadtgebiet liegen die abgegangenen Ortschaften Bodelsberg, Winden und Hofstetten, das jedoch möglicherweise mit den beiden Höfen Bodelsberg und Winden identisch ist.[3]

Geschichte

Die erste keltische Besiedlung beginnt um 100 v. Chr. Im ersten Jahrtausend nach der Zeitenwende erobern Alemannen das Gebiet. Um 1100 entsteht die Burg Hohenneuffen. Der Ort, der sich im Tal bildet untersteht wie die Burg den Herren von Nifen. Aufgrund der guten Kontakte der Nifens erhält Neuffen bereits 1232 die Stadtrechte. 1303 verkauft Liutgard von Nifen Neuffen an Württemberg.

Vom 14. Jahrhundert bis 1806 war Neuffen Sitz eines Amtes. Mit der württembergischen Teilung 1442 aufgrund des Nürtinger Vertrages wird Neuffen vorübergehend Verwaltungssitz des östlichen Landesteils. Ab 1543 erfolgt der Ausbau der Burg Hohenneuffen zur Landesfestung. Beim Stadtbrand 1634 wird Neuffen fast vollständig zerstört. Ab 1801 wird die Burg teilweise abgebrochen. Das Amt Neuffen wird 1806 dem neugebildeten Oberamt Nürtingen zugeordnet. 1900 wird mit der Tälesbahn erstmals ein Schienenanschluss der kleinen Stadt realisiert. 1938 kommt Neuffen zum neu gegründeten Landkreis Nürtingen, mit dem die Stadt 1973 im Landkreis Esslingen aufgeht.

Im August 1948 beginnen die Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden (Reinhold Maier), Südwürttemberg-Hohenzollern (Gebhard Müller) und Südbaden (Leo Wohleb) auf dem Hohenneuffen Gespräche zur Gründung eines neuen Südweststaats, dem heutigen Baden-Württemberg.

Eingemeindungen

  • 1. Juli 1972: Kappishäusern

Einwohnerentwicklung

  • 1834: 1789 (Neuffen), 203 (Kappishäusern)
  • 1861: 1840 (Neuffen), 206 (Kappishäusern)
  • 1900: 1707 (Neuffen), 252 (Kappishäusern)
  • 1939: 2184 (Neuffen), 301 (Kappishäusern)
  • 1946: 3083 (Neuffen), 378 (Kappishäusern)
  • 1961: 3801
  • 2005: 6231

Ortsteile

Kappishäusern

Wappen
Kappishäusern wurde erstmals 1396 urkundlich erwähnt. Es gehörte damals den Grafen von Achalm-Urach und kam dann zu Württemberg, wo es in das Amt Neuffen eingegliedert wurde. Kappishäusern hat die geografische Lage einer funktionalen Exklave. Auf dem Straßenweg ist es nur über den Nachbarort Kohlberg zu erreichen.

Politik

Schachtdeckel mit Stadtwappen

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 46,8 % +5,1 10 Sitze +2
CDU 31,1 % −5,1 6 Sitze −1
SPD 22,1 % ±0 4 Sitze ±0

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold übereinander drei mit dem Mundstück nach (heraldisch) links gekehrte schwarze Hifthörner mit goldenen Beschlägen und schwarzen Fesseln.“

Die älteste bekannte farbige Darstellung des Stadtwappens stammt aus dem Jahr 1535 und geht auf das Wappen der Stadtgründer, der Herren von Neuffen, zurück.

Religionen

Die Evangelische Kirchengemeinde ist in das Evangelische Pfarramt Ost und West untergliedert. Sie trifft sich in der gotischen Martinskirche. Dazuhin gibt es die Evangelische Freikirche. In der Lichtensteinstraße steht die katholische Kirche. Außerdem gibt es einen Alevitischen Kulturverein in Neuffen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Zunächst Landwirtschaft (Ackerbau, Weinbau, Obstbäume, Kleinvieh), danach Weber, danach Textilindustrie, danach Schwerpunkt auf Metall-Industrie.

An den Hängen unterhalb der Ruine Hohenneuffen befindet sich eine der höchst gelegenen Weinlagen in Deutschland. Die Großlage Hohenneuffen, zu der neben den Lagen Neuffens auch die in Beuren, Frickenhausen, Kohlberg, Metzingen und Weilheim an der Teck gehören, zählt zum Bereich Remstal-Stuttgart. Sitz der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck.

Verkehr

Die Tälesbahn nach Nürtingen verbindet Neuffen an Werktagen mit dem überregionalen Schienennetz. An Sonn- und Feiertagen im Sommerhalbjahr wird auf der Strecke ein Museumsbahnbetrieb der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen unterhalten.

Bildungseinrichtungen

Neuffen verfügt neben einer Grundschule auch über eine Hauptschule und eine Realschule.

Vereine

Auswahl der Neuffener Vereine und Zusammenschlüsse:

  • VfB Neuffen: Örtlicher Fußballverein mit Unterabteilungen (Boule, …)
  • TB Neuffen: Verschiedene Sportarten: u. a. Handball, Volleyball, Skifahren
  • Musikverein Stadtkapelle Neuffen: Örtlicher Musikverein
  • Liederkranz Neuffen: Örtlicher Gesangverein, Frauenchor und Vokal Total

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Rathaus
Burgruine Hohenneuffen

Dem Besucher fällt von weitem sofort der Hohenneuffen ins Auge, die zweitgrößte Festungsruine Baden-Württembergs. Von ihr aus hat man einen schönen Blick auf die Kleinstadt Neuffen, ihren besonders zur Zeit der Kirschblüte lieblichen Talschluss, den Albrand und die Voralb-Landschaft. Die Neuffener Heide, ein Naturschutzgebiet, ist wegen ihres Orchideen-Reichtums bekannt. Die Wanderung von Metzingen über Jusi, Sattelbogen, Hörnle und Barnberg zum Hohenneuffen gehört – auch wenn nur in Teilstrecken begangen – zu den schönsten Albwanderungen. Neuffen liegt an der Württemberger Weinstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen

Neben dem Stadtmuseum im Großen Haus gibt es auch ein Ordensmuseum.

Bauwerke

  • Burgruine Hohenneuffen
  • Martinskirche mit Ölberg aus dem Jahre 1504
  • Schilling’sches Großes Haus
  • Melchior-Jäger-Haus
  • Rathaus
  • Stadtmauer (nur noch teilweise erhalten)
  • Bahnhof Neuffen

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten, die in Neuffen gelebt oder gewirkt haben

  • Neben der Familie Julius Marx wohnt in den 30er Jahren auch der nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Dichter und Schriftsteller bekannte Leopold Marx in Neuffen. 1938 wird die Gurten- und Bandweberei der Familie Marx „arisiert“.
  • Wilhelm Karl König (*1935), Mundartdichter. Er wuchs im Stadtteil Kappishäusern auf.

Literatur

  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 708–756.
  • Gotthold Hezel: Neuffen und Hohenneuffen, ein Führer durch Landschaft und Stadt Stadtverwaltung Neuffen 1957.
  • Walter Bär: Der Neuffen, Geschichte und Geschichten um den Hohenneuffen. Herausgegeben von der Stadt Neuffen, 1992.
  • Manuel Werner: Cannstatt – Neuffen – New York. Das Schicksal einer jüdischen Familie in Württemberg. Mit den Lebenserinnerungen von Walter Marx. Nürtingen/Frickenhausen 2005, ISBN 3-928812-38-6.

Weblinks

Commons Commons: Neuffen – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Hauptsatzung der Stadt Neuffen vom 31. Januar 1989, zuletzt geändert am 10. Juli 2001
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 213–215.
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