Freitag, 25.05.2012



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Neuenhagen bei Berlin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin
Neuenhagen bei Berlin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin hervorgehoben
52.53305555555613.68305555555658Koordinaten: 52° 32′ N, 13° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Märkisch-Oderland
Höhe: 58 m ü. NN
Fläche: 19,58 km²
Einwohner: 16.612 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 848 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15366
Vorwahl: 03342
Kfz-Kennzeichen: MOL
Gemeindeschlüssel: 12 0 64 336
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Am Rathaus 1
15366 Neuenhagen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Jürgen Henze (SPD)
Lage der Gemeinde Neuenhagen bei Berlin im Landkreis Märkisch-Oderland
Datei:Neuenhagen bei Berlin in MOL.png

Neuenhagen bei Berlin ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Neuenhagen liegt am östlichen Stadtrand Berlins. Verkehrstechnisch direkt gelegen am Berliner Ring zwischen den Autobahnanschlüssen Hellersdorf und Marzahn (Bundesautobahn 10). Weiterhin führt die Bundesstraße 1 direkt am Ort vorbei.

Gemeindegliederung

Neuenhagen besitzt neben den zwei Siedlungskernen

  • Neuenhagen (Dorfkern)
  • Bollensdorf (Dorfkern)

noch drei weitere peripher gelegene Wohnplätze:

  • Elisenhof
  • Wiesengrund
  • Marienheide

Nach der Hauptsatzung der Gemeinde haben diese aber alle nicht den Status eines Ortsteils.

Geschichte

Neuenhagen wurde um 1230 im Rahmen der Besiedlung des Barnim als deutsches Kolonistendorf gegründet. Das älteste erhaltene Bauwerk aus dieser Zeit ist die aus Feldsteinen errichtete schmale frühgotische Dorfkirche. 1375 wurde Neuenhagen als Nyenhove im Landbuch der Mark Brandenburg erstmals urkundlich erwähnt.

Eingemeindungen

Am 1. April 1929 wurde der Nachbarort Bollensdorf mit etwa 150 Einwohnern nach Neuenhagen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind nach dem jeweiligen Gebietsstand angegeben.

Jahr Einwohner-
zahlen
1624 115
1805 157
1856 299
1898 1.164
1925 4.560
August 1935 9.956
Mai 1962 13.103
1990 11.265
31. Dezember 1999 15.165
31. Dezember 2003 15.859
31. Dezember 2007 16.612

Politik

Rathaus Neuenhagen

Gemeindevertretung

Der Rat der Gemeinde besteht aus 28 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern.

  • Die Linke 9 Sitze
  • CDU 4 Sitze
  • SPD 6 Sitze
  • FDP 2 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen 2 Sitze
  • Neuenhagener Wählergemeinschaft Feuerwehr 1 Sitz
  • Bürgergemeinschaft Neuenhagen 1 Sitz
  • Neue Bürgerallianz 1 Sitz
  • DVU 1 Sitz
  • Pro Zukuft – Wählergruppe MOL 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Bürgermeister

Der hauptamtliche Bürgermeister von Neuenhagen (Jürgen Henze) wurde am 17. März 2002 in einer Stichwahl mit 59,35 % der Stimmen für acht Jahre gewählt.

Wappen

Blasonierung: „In silbernem Schild ein rotes Gebäude mit mehrstöckigem Mittelturm begleitet von zwei silbernen Schilden, von denen der rechte eine schwarze Glocke, der linke eine grüne Zwiebel trägt.“

Das rote Gebäude ist das Rathaus von Neuenhagen. Die zwei Wappenschilde symbolisieren die zwei früheren Ortsteile: Die schwarze Glocke steht für Neuenhagen (historische Ave-Maria-Glocke der Dorfkirche), die grüne Zwiebel für Bollensdorf.

Städtepartnerschaften

Partnerschaften bestehen zur bayerischen Gemeinde Grünwald bei München und zur polnischen Stadt Świebodzin (Schwiebus).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmäler in Neuenhagen bei Berlin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.

Bauwerke

Dorfkirche Neuenhagen

Das Rathaus von Neuenagen wurde 1925 erbaut und am 25. September 1926 eingeweiht. Der Rathausturm wurde als Wasserturm gebaut. In dessen Räumen befindet sich über mehreren Etagen verteilt die Gemeindeverwaltung des Ortes.

Die Dorfkirche wurde um 1250 erbaut. Um 1540 wurde die Kirche mit einem Holzglockenturm auf der Mitte des Kirchendaches als Dachreiter umgebaut. Das Kirchengebäude wurde als länglicher Rechteckbau (Oblongum) aus rohen Feldsteinen mit Fenstern im Rundbogenstil beschrieben. Ab 1856 erfolgte ein Umbau zu einer neugotischen Kirche u. a. mit Turmneubau und Apsis, sowie einer Umgestaltung des Kircheninneren mit neuem Altar, neue Kanzel und Taufstein. Die Kirche wurde 1889 weitgehend umgebaut. Der Gutsherr George Leopold Dotti stiftet 1904 eine Orgel von der Orgelbaufirma Gebr. Dinse Berlin. Von 1939 bis 1941 wurde ein zweistöckiges Gemeindehauses mit Kirchsaal (in Verbindung mit dem Kircheninneren) und Gemeindesaal angebaut. Seit 1951 hat die Kirche fünf farbige Kirchenfenster aus der Werkstatt von Katharina Peschel. Die Innenausstattung wird 1958 bis 1960 generalsaniert und unter anderem mit neuem Gestühl, Kanzel, Altar und Taufstein ausgestattet. Die Kirche verfügt über eine reichhaltige frühbarocke Innenausstattung, von der noch zwei Kanzelbrüstungstafeln von 1621 und ein wertvoller Kelch von 1651 erhalten sind. Der Kunstschmied Fritz Kühn fertigt 1961 ein Bronzekreuz und zwei Leuchter, die seitdem auf dem Altar stehen. Die Ave-Maria-Glocke im Turm stammt aus dem 13. Jahrhundert. Eine zweite Glocke wurde 2005 gegossen und aufgehängt.

Neuenhagener Trainierbahn

Die Neuenhagener Trainierbahn an der Hönower Chaussee ist eine von zwei in Neuenhagen um 1900 angelegten Übungsbahnen für die einstmals zahlreich in Neuenhagen (im Zusammenhang mit der Galopprennbahn Hoppegarten) ansässigen Rennpferde. Eine Besonderheit der ca. 3400 m langen Bahn ist das noch heute erkennbare Bewässerungssystem (sowie die Brunnen) in Form eines Ringkanals, der rund um die Bahn angelegt wurde. Von der dazugehörigen Pumpenanlage, bestehend aus einem Pumpenhaus - in der oberen Etage befand sich die Wohnung des Pumpenwartes - einem Stall und einem Schuppen, sind heute nur noch die Grundmauern des Pumpenhauses erhalten, die Gebäude wurden in den letzten Kriegstagen zerstört, die Pumpen wurden nach Kriegsende als Reparation in die Sowjetunion abtransportiert. Die Bahn selbst verlor nach 1945 ihre eigentliche Bedeutung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Umspannwerk

In Neuenhagen befindet sich eines der größten Umspannwerke der neuen Bundesländer, welches heute zum Vattenfall-Konzern gehört. Besonderheiten des Umspannwerks sind das Vorhandensein aller drei in Europa gebräuchlichen Spannungsebenen des Hochspannungsnetzes (380 kV, 220 kV und 110 kV) und der Einsatz von zwei (ehemals drei) Transformatorbänken. Bei einer Transformatorbank existiert für jeden der drei Leiter des Drehstromnetzes ein eigener Transformator, während in modernen Umspannwerken ein einzelner Transformator die Übersetzung für alle drei Leiter übernimmt. Das Neuenhagener Umspannwerk ist ein Industriebau der 1950er Jahre und nahm am 31. Mai 1956 seinen Betrieb auf. Aufgrund seiner baulichen Besonderheiten wurde es in die Denkmal-Liste des Landes Brandenburg aufgenommen.

Verkehr

Persönlichkeiten

  • Der Schriftsteller Hans Fallada lebte von August 1930 bis November 1932 in einem Haus in der Siedlung Grüner Winkel in Neuenhagen. Zwischen Oktober 1931 und Februar 1932 arbeitete er dort an seinem bekannten Roman Kleiner Mann, was nun?. Anlässlich des 70. Geburtstages Hans Falladas wurde 1963 die Siedlung Grüner Winkel in Falladaring umbenannt. Eine Tafel am Wohnhaus Falladas im Falladaring 10 erinnert heute an den Schriftsteller. Des Weiteren wurde ihm zu Ehren eine Neuenhagener Grundschule Hans-Fallada-Grundschule benannt.
  • Hanna Solf (* 14. November 1887 in Neuenhagen bei Berlin als Johanna Susanne Elisabeth Dotti; 4. November 1954 in Starnberg) war die Witwe des ehemaligen kaiserlichen Gouverneurs von Samoa und deutschen Botschafters in Tokio, Wilhelm Solf und Begründerin des Solf-Kreises, einer Widerstandsgruppe im Nationalsozialismus.

Literatur

  • Lothar Enger: Neuenhagen – Eine chronologische Übersicht. VorOrt – Kunst, Kultur, Kommunikation e. V. - Neuenhagen, Neuenhagen 1996.
  • Erich Siek, Günther Voigt: Streifzüge – Neuenhagen gestern und heute. Findling Buch und Zeitschriftenverlag, Neuenhagen 1998, ISBN 3-933603-00-5.
  • Jutta Skotnicki: 775 Jahre Neuenhagen – Porträt einer märkischen Gartenstadt. Findling Buch und Zeitschriftenverlag, Neuenhagen 2005, ISBN 3-933603-30-7.

Weblinks

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