Freitag, 25.05.2012



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Neudietendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neudietendorf
Neudietendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neudietendorf hervorgehoben
50.912510.913333333333242Koordinaten: 50° 55′ N, 10° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Nesse-Apfelstädt-Gemeinden
Höhe: 242 m ü. NN
Fläche: 6,66 km²
Einwohner: 3021 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 454 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99192
Vorwahl: 036202
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 051
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Zinzendorfstraße 1
99192 Neudietendorf
Bürgermeister: Werner Holbein (CDU)

Neudietendorf ist eine Gemeinde im Städtedreieck Erfurt, Gotha und Arnstadt in der Mitte Thüringens. Neudietendorf ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Nesse-Apfelstädt-Gemeinden.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Neudietendorf liegt am Südrand des Thüringer Beckens im Tal der Apfelstädt (Fluss). Im Ort mündet der aus Mühlberg kommende und durch mehrere Karstquellen gespeiste Waidbach in die Apfelstädt. Der Ortsteil Kornhochheim befindet sich auf einer Anhöhe südlich von Neudietendorf. Wenige Kilometer südwestlich des Ortes befindet sich das Burgensemble Drei Gleichen, dessen Burgen auf den Höhenzügen der Eichenberg–Gotha–Saalfelder Störungszone errichtet wurden.

Nachbargemeinden

An die Gemeinde Neudietendorf grenzen folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend)

Geschichte

Der Ort Dietendorf wurde erstmals im Jahre 1147 in Verbindung mit dem Adelsgeschlecht von Dietendorf urkundlich erwähnt. Günther von Dietendorf und seine Söhne waren Zeugen bei der Bestätigung des Nonnenklosters Ichtershausen durch den Mainzer Erzbischof Heinrich I. Felix von Harburg.

Das Rittergut Altenhof (in der Zinzendorfstraße) kam im Jahr 1306 in den Besitz der Herren von Wittern. Aufständische Bauern zerstörten in den Bauernkriegen diesen Rittersitz. Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) brachten große Not über die Bewohner von Dietendorf. Die Menschen starben vor Hunger, und ihre Wohnhäuser wurden fast alle zerstört. Weitsichtige Ortseinwohner zogen damals (1667) einen wichtigen Schluss. Die mit vielen Holzteilen erbauten Häuser würden im Falle eines Brandes sehr schnell ein Raub der Flammen. Deshalb organisierten sie - wie urkundliche Hinweise belegen - eine Feuerbekämpfung. In dieser Zeit spielte auch der Anbau der Färbepflanze Waid in Dietendorf eine große Rolle. In über 300 Dörfern Thüringens wurde damals diese Pflanze gesät, geerntet und verarbeitet.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann eine für die Musikgeschichte erwähnenswerte Entwicklung mit den beiden Organisten und Komponisten Heinrich Nagel und Johann Peter Kellner. Der bekannte Flügelbauer Carl Bechstein verbrachte zu Beginn des 19. Jahrhunderts hier seine Kindheit und schulische Jugend und erwarb seine musikalische Bildung.

Im Jahre 1734 erwarb Reichsgraf Gustav Adolf von Gotter den Altenhof, worauf die Gründung eines neuen Ortes namens Neu-Gottern, nach der Ansiedlung Gnadenthal der Herrnhuter Brüdergemeine , später erst Neu-Dietendorf nördlich der Apfelstädt erfolgte. Die ersten Familien der Herrnhuter Brüdergemeine aus Böhmen und Mähren siedelten sich im Januar 1743 an, nachdem Graf Balthasar Friedrich von Promnitz 1742 Gut und Siedlung für 20.000 Taler erworben hatte. Nach der Überwindung anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Gothaer Oberkonsistorium erwarb 1752 der Freiherr Günther Urban Anton von Lüdecke die Siedlung, und die „Kolonie der Brüdergemeine“ nahm von diesem Zeitpunkt an eine gute Entwicklung. Das Brüder- und das Schwesternhaus wurde zum Ausgangspunkt der Gewerbetätigkeit. Die beiden Ortsteile Dietendorf und Neu-Dietendorf bildeten sich zu einem interessanten Wirtschaftsgebiet im Herzogtum Gotha heraus. Besonders die Herrnhuter Brüdergemeine trug durch die Gründung von Manufakturen (Aromatique-Fabrikation, Siegellackherstellung, Weberei und Färberei, Brauerei, Tischlerei und Schmiede) zu einem schnellen Aufstieg bei.

1847 wurde der Ort an das Streckennetz der Thüringischen Eisenbahn (1847) angeschlossen. Für Waren aus Süd-, West- und Ostdeutschland stellte sich der Güterbahnhof als wichtiger Rangierplatz dar. Mit dem fortschreitenden Ausbau des Personen- und Güterbahnhofes als Eisenbahnknotenpunkt wandelte sich die soziale Struktur des Ortes. Neudietendorf wurde zu einem Industriestandort, der mit dem deutschen Post- und Telefonnetz (1899) in Verbindung kam.

Bedeutung erlangte Neudietendorf auch als Schulort. Eine höhere Mädchenschule (heute Gymnasium), eine Haushaltsschule und später die erste Thüringer Bauernhochschule prägten das geistig-kulturelle Leben. Neudietendorf zog Persönlichkeiten wie den Schriftsteller Prof. Herman Anders Krüger (1871-1945), die Schriftstellerinnen Frieda von Bülow und Margarethe von Bülow sowie Ärzte und Wissenschaftler an.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten seit 1940 20 Frauen und Männer aus Tschechien, 32 Personen aus der Ukraine und 24 Militärinternierte aus Italien auf dem Güterbahnhof, auf dem Kirchengut, in einer Gärtnerei, bei Bauern und in der Bahnhofsgaststätte Zwangsarbeit leisten.[2]

Am Ende des Krieges hatten am 5. April 1945 Truppen der 3. US-Armee von der Autobahn kommend bereits Neudietendorf erreicht. Sie zogen sich nach Anrücken einer Waffen-SS-Einheit mit fünf Panzern wieder auf Apfelstädt und Rettbach zurück. Am 7. April kam es zu Gefechten zwischen Wehrmacht und Volkssturm sowie US-Truppen zwischen Apfelstädt und Neudietendorf, bei denen es Verluste auf beiden Seiten gab. Danach begann der Beschuss von Neudietendorf durch amerikanische Panzer- und Artillerie-Einheiten, mit Höhepunkt in der Nacht vom 8. zum 9. April 1945. 80 Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Granaten zerstörten auch das Dach des Kirchensaales. Der amerikanische Bodenangriff auf Neudietendorf begann dann am Morgen des 10. April, der hartnäckige deutsche Widerstand wurde bis zum Abend gebrochen. Am 12. April richtete der Stab der 80. US-Division sein Quartier im Hotel und Gasthof der Brüdergemeine ein. Dort kam es am gleichen Tag zu einem Treffen des US-Oberbefehlshabers Eisenhower mit seinen Generalen Patton und Bradley, auf dem wahrscheinlich die weiteren Angriffsoperationen in Thüringen besprochen wurden.[3]

Die heutige Gestalt der Gemeinde Neudietendorf hat sich aus der Zusammenlegung von Dietendorf und Neudietendorf im Jahre 1933 sowie dem Anschluss von Kornhochheim 1974 ergeben.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 2704
  • 1995 - 2805
  • 1996 - 2871
  • 1997 - 2965
  • 1998 - 3097
  • 1999 - 3132
  • 2000 - 3178
  • 2001 - 3128
  • 2002 - 3086
  • 2003 - 3073
  • 2004 - 3077
  • 2005 - 3058
  • 2007 - 3021
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl am 27. Juni 2004 wie folgt zusammen:

  • CDU: 9 Sitze
  • Bürgerinitiative Neudietendorf: 4 Sitze
  • Die Linke: 2 Sitze
  • SPD: 1 Sitz

Bürgermeister

Der Bürgermeister Werner Holbein (CDU) wurde bei der Kommunalwahl 2004 mit einem Stimmenanteil von 56,8 % bei einem Gegenkandidaten gewählt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfmühle Dietendorf

Die Dorfmühle Dietendorf (Unterstraße) wurde vom Waidbach angetrieben. Die Wassergewinnung für die notwendigen Mühlgräben der Dietendorfer Mühlen erfolgte ebenfalls aus dem Waidbach, der von der Karstquelle des Mühlberger Spring gespeist wird. Da diese Quelle nicht gleichbleibend sicher Wasser spendete, erreichte man über ein ausgeklügeltes Grabensystem die dauerhafte Wasserversorgung der Mühlen. Wegen der großen Schwankungen der hier hervorquellenden Wassermengen musste beispielsweise vor der Dorfmühle ein Auffangbecken geschaffen werden. Die Versorgung der Mühlen aus den Apfelstädter Gräben war zwischen den beiden Dörfern vertraglich genau geregelt. Die Unterlagen sprechen von Vereinbarungen, die bis 1484 zurückreichen. Der Waidbach mündet wenige 100 Meter weiter östlich in die Apfelstädt, die den ganzen Ort durchzieht und die Grenze der ehemaligen Ortsteile Dietendorf und Neudietendorf darstellt.

Die „Mühl“ in Dietendorf wurde erstmals im Einkommensregister der wettinischen Landesherren im Jahre 1378 aufgeführt.

Bemerkenswert erscheint, dass ab und zu Frauen im Mittelalter Mühlenbesitzerinnen waren. Bei der Dorfmühle beispielsweise tritt Frau Anna Catharina Koch 1715 als Eigentümerin in Erscheinung. Sie war durchaus dem Geschäft gewachsen und setzte sich bei Differenzen mit den Kollegen der Zunft oder der Gemeinde auseinander. Die Dietendorfer Gemeindeakten erinnern an solche Streitigkeiten.

Ein Großteil der Bevölkerung lebte damals von der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Zur Veredlung waren die Mühlen unabdingbares Zwischen- bzw. Endglied des Produktionsprozesses. Um die Auslastung der Mühlen zu gewährleisten, bestand der so genannte „Mühlenzwang“, der jedem Bauern die zugehörige Mühle vorschrieb. Auch in Orten ohne Mühle gab es eine diesbezügliche Regelung. Selbst nach Aufhebung dieser Verordnungen wurden die Strukturen kaum geändert; die Bauern blieben aus Gewohnheit bei ihren Mahlherren (Müllern).

Fielen Mühlen durch Brand, Hochwasser oder andere Katastrophen aus, traf es die Landbevölkerung doppelt hart. Neben dem Verlust des täglichen Brotes kam der Verlust der Verdienstgrundlagen hinzu. So geschehen bei einem verheerenden Hochwasser im Dezember 1753. Die Dietendorfer Mühlen konnten längere Zeit nicht benutzt werden. Gleichzeitig wurden die eingelagerten Getreidevorräte durch die Wassermassen vernichtet.

Die Mühlgräben und Wehre bedurften regelmäßiger Wartung und Reparaturen. Hierzu waren die Zuständigkeiten zwischen den Mühlenpächtern oder –inhabern und den Gemeinden klar geregelt.

Kirchensaal der Herrnhuter Brüdergemeine (Brüderkirche)

Datei:Neudietendorf-Chorhaus.jpg
ehem. Chorhaus (Ecke Zinzendorf-/Kirchstraße), heute Postfiliale und Altenwohnheim
Brüderkirche

Ab 1743 entstand in der Nähe des Rittergutes „Alter Hof“ im damaligen Dietendorf eine weitere Niederlassung der Böhmischen Brüder nach dem Herrnhuter Vorbild. Der Kirchensaal der Herrnhuter Brüdergemeine wurde im Jahr 1780 in einer Einheit mit dem Pfarrhaus in spätbarockem Stil als Fachwerkbau errichtet. Er ist nicht unterkellert, hat eine Höhe von ca. 7,5 Metern und eine Grundfläche von 26,5 mal 15 Metern. Er ist bis heute in seiner Grundsubstanz erhalten.

Der Saal war seit 1781 mit einer Orgel ausgestattet. Am 30. Juni 1901 wurde sie wegen schwerer Schäden ersetzt. Die Firma Eberhard Friedrich Walcker aus Ludwigsburg lieferte die neue romantische Orgel zum Preis von 9.708 Mark. Aus der alten Orgel wurde lediglich der spätbarocke Prospekt übernommen, der durch Seitenanbauten dezent vergrößert wurde.

Die sichtbaren Pfeifen aus Zinn mussten im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden. Erst 1926 konnten sie ersetzt werden. Im gleichen Jahr wurde der erste Elektromotor installiert, um die Luft für die Pfeifen zu erzeugen. 1940 wurde ein besserer Motor eingebaut.

Die letzte Renovierung der Orgel fand 1973 statt, bei der für 11.670 Mark einige Register erneuert oder umgebaut wurden. Eine Höherstimmung brachte das a' von 432,5 auf 440 Hertz. Die Orgel ist vom Typ pneumatische Kegelladenorgel mit Vorwärtsspieltisch, dieser mit erhöhtem Winddruck. Die Orgel hat drei Manuale (von C bis g³) und ein Pedal (C bis f'), insgesamt 28 Register. Sie wird auch heute noch bei den Gottesdiensten gespielt.

Aus der Mitte des 20. Jahrhunderts stammen die sechs frei hängenden Messing-Leuchter. Sie können zum Anzünden der Kerzen über eine Mechanik nach unten gezogen werden.

Der Kirchbau und die innere Aufteilung entsprechen dem ganzheitlich geordneten Charakter der Herrnhuter Brüdergemeine. Alles was zum Leben gehört, wurde in das Gemeinleben einbezogen und gehörte gleichermaßen in den Lebenskreis. Die Kirche ist ein Teil des Ganzen und kein besonders heiliger oder abgeschlossener sakraler Raum unnahbarer Gottesgegenwart. Weder Kanzel noch Altar, weder Abendmahlstisch noch Bilder, weder eine Apsis noch ein besonderer Schrein mit Reliquien bilden den zentralen Punkt, anders als in Kirchen mit katholischer oder lutherischer Prägung. Vom Liturgustisch aus gesehen sitzt die Gemeinde im Kreis: rechts die Schwestern, links, auf der Seite der Orgel, die Brüder. Auf den „Arbeiterbänken“, die fest an die Holzlamperie eingebaut sind, haben die Geschwister mit besonderen, der Gemeinde dienenden Aufgaben ihren Platz in einer Reihe mit dem Liturgen oder Prediger, der die Versammlung leitet. Aus akustischen Gründen ist der Liturgustisch etwas erhöht.

Der Ortskern

St.-Johannis-Kirche
Zunftzeichen und Jahreszahl 1595 am Westgiebel des Turms der St.-Johannis-Kirche

Auch die Konzeption des brüderischen Ortskerns von Dietendorf spiegelt dies wider: Die Häuser haben durchgehende Fassaden und sind um den zentralen Zinzendorfplatz gebaut. In vielen anderen brüderisch angelegten Orten hat der Platz eine noch zentralere Bedeutung. Sie wird oft durch einen Brunnen in der Mitte des Platzes unterstrichen, als symbolischer Hinweis auf Jesus Christus als die Quelle des Lebens. Im heutigen Neudietendorf steht an der Stelle eines früheren Brunnens ein Zinzendorfgedenkstein des Heimatkünstlers J. Meissel.

Typisch für die brüderische Architektur sind auch die Freitreppen in der Bahnhofstraße, am Kirchsaal und am Zinzendorfhaus sowie die barocke Dachgestaltung als Mansarde. Die Zinzendorfstraße ist die älteste Häuserzeile in Neudietendorf. Am Dachreiter des Hauses der Pension "Alter Hof“ ist heute noch zu erkennen, wo sich der erste Kirchsaal befand. Unmittelbar vor dieser Häuserzeile verlief das Flüsschen Apfelstädt, bevor es begradigt wurde. Neben den Wohnhäusern sind auch die „Chorhäuser“ zu erwähnen, Unterkünfte für die nach sozialen Aspekten eingeteilten Gruppen der Brüdergemeine („Chöre“). So ist das Zinzendorfhaus früher das „Schwesternhaus“ gewesen und dient heute als Sitz der evangelischen Akademie Thüringen. Natürlich gehörten auch Handwerksbetriebe und Geschäfte, ein Gasthof, Schule, Kindergarten und Apotheke zum Gemeinleben. So sieht man in der Kirchstraße den schieferverkleideten Kranaufzug der ehem. Siegellackfabrik. Das heutige Bürgerhaus in der Zinzendorfstraße war das "Hotel und Gasthof der Brüdergemeine" „Drei Rosen“. Das heutige staatliche Gymnasium, das ehem. „Erdmuth-Dorotheen-Haus“ war die frühere Schule. Der heutige Kindergarten in der Trägerschaft der ev.-luth. Kirchgemeinden Neudietendorfs hat sich aus den „Kinderbewahranstalten“ entwickelt, einem Arbeitszweig der im Schwesternhaus lebenden Schwestern. Die Apotheke, die 1772 die herzogliche Konzession für das Betreiben erhielt, befand sich an der Ecke der Kirch- und Bahnhofstraße.

Hinter der Brüderkirche liegt der „Gottesacker“, der Ausdruck der Brüdergemeine für den Friedhof. Auch hier wird wieder die geistige Haltung der Gemeine deutlich: Es gibt keine Familiengräber oder „Stammplätze“. Jeder wird der Reihe nach beerdigt. Das älteste noch erhaltene Grab ist von 1743. Die liegenden Grabsteine sind gleichartig und schlicht. Der Gottesacker steht unter Denkmalschutz. Auf ihm finden sich auch die Gräber von fünf bei den Kämpfen um Neudietendorf im April 1945 gefallene deutsche Soldaten. Zu erwähnen ist ein klassizistisches Teehäuschen an der Ecke zum Pfarrgarten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Neudietendorf liegt an der Landstraße Landesstraße 1044, 2,7 Kilometer von der gleichnamigen Autobahnabfahrt der A 4/E 40 entfernt. Die Landstraße, von Arnstadt über Ichtershausen kommend, führt weiter über Großrettbach und Grabsleben zur B 7 zwischen Erfurt und Gotha.

In Neudietendorf zweigt die Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen von der Thüringer Bahn ab. Zugverbindungen bestehen per Regionalbahn nach Eisenach, Halle, Meiningen und Ilmenau sowie per Regionalexpress nach Würzburg, Saalfeld, Göttingen, Erfurt und Chemnitz/Zwickau. Die Gemeinde gehört zum Gebiet des Verbundtarifs Mittelthüringen.

Öffentliche Einrichtungen

In Neudietendorf haben die Evangelische Akademie Thüringen sowie der Landesverband Thüringen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ihren Sitz.

Bildung

Mit der Grund- und Regelschule „Prof. Herman Anders Krüger“ und dem „von-Buelow-Gymnasium“ bildet Neudietendorf das Zentrum der schulischen Bildung auch für die umliegenden Gemeinden. der Evangelischen Akademie Thüringen und dem „Haus der Parität“

Einzelnachweise und Quellen

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 95, ISBN 3-88864-343-0
  3. Horst Benneckenstein: Im Gasthof der Brüdergemeine Angriff geplant. Thüringische Landeszeitung, 8. Mai 2009
  • Informationstafeln im Ort

Literatur

Weblinks

Commons Commons: Neudietendorf – Bilder, Videos und Audiodateien
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