Meinestadt.de - Neckarzimmern - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | ||
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | ||
| Landkreis: | Neckar-Odenwald-Kreis | ||
| Höhe: | 160 m ü. NN | ||
| Fläche: | 8,18 km² | ||
| Einwohner: | 1504 (30. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 184 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 74865 | ||
| Vorwahl: | 06261 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | MOS | ||
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 25 067
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| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 4 74865 Neckarzimmern |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Christian Stuber | ||
| Lage der Gemeinde Neckarzimmern im Neckar-Odenwald-Kreis | |||
| Datei:Neckarzimmern in MOS.png | |||
Neckarzimmern ist eine zum Neckar-Odenwald-Kreis gehörige Gemeinde in Baden-Württemberg (Nordbaden).
Inhaltsverzeichnis |
Neckarzimmern liegt im Neckartal an der Burgenstraße zwischen Heidelberg und Heilbronn zwischen 138 und 347 Meter Höhe. Das Gemeindegebiet liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald überwiegend entlang vom Neckar. Nach Norden zieht es sich den rechten Uferhang hinauf. Im Talgrund zerschneidet die B 27 zwischen Gundelsheim und Neckarelz und etwas oberhalb auf einem Damm die Eisenbahnlinie Heilbronn-Heidelberg die Gemarkung in Ost-West-Richtung. Nachbargemeinden sind Mosbach, Billigheim, Gundelsheim und Haßmersheim.
Zur Gemeinde Neckarzimmern gehören das Dorf Neckarzimmern, die Weiler Steinbach und Stockbronn, der Ort Luttenbachtal, Burgruine und Schloss Hornberg und die Häuser Haus Hubert, Lüfterhaus, Evang. Jugendheim, Steige und Vorm. Neubauamt.[2]
Der ursprüngliche Name „Cimbren“ leitet sich von der „zimmer“männischen Bauweise des historischen Ortes ab, wird jedoch gerne fälschlicherweise mit den Kimbern in Verbindung gebracht. Es sollen stattliche nichtbäuerliche Holzbauten in der Nähe kirchlicher oder dynastischer Steinbauten vorhanden gewesen sein. Nach Jänischen [3] waren dies Wehrbauten aus der Merowingerzeit vor 650, die von der königlichen Güterverwaltung geschaffen wurden. Die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Neckarzimmern gelegenen ehemaligen fränkischen Königsgüter unterstreichen dies.
Die frühesten Besiedlungsspuren weisen in die Jungsteinzeit ab etwa 3000 vor der Zeitwende und sind durch Bodenfunde belegt. Ein Steinbeil wurde 1933 im Neckar gefunden (Landesmuseum Karlsruhe). Beim Bau der Neckarzimmerer Staustufe 1935 wurde eine bandkeramische Pflugschar gefunden, welche sich heute im Heimatmuseum Mosbach befindet. Aus die Bronzezeit ab etwa 1800 vor der Zeitwende datiert eine 1933 gefundene Lanzenspitze (Heimatmusem Mosbach).
In die La-Tène-Zeit um etwa 400 vor der Zeitwende datiert ein Keltengrab in einem gemauerten Gewölbe, welches 1829 bei Arbeiten im Weinberg knapp unterhalb der Burg Hornberg gefunden wurde. Es beinhaltete die Überreste mehrerer Personen sowie Schmuckbeigaben.
Auf dem Gebiet der „Unteren Au“ und des zur Burg Hornberg gehörenden Stockbronner Hofes, etwa 800 Meter vom ehemaligen Limes (Mümlinglinie) entfernt, wurden 1893 zwei römische Villae Rusticae ausgegraben, untersucht und wieder zugeschüttet. Die Raumaufteilung war teils deutlich zu erkennen und eine Vielzahl von Gegenständen (Münzen, Fiebeln, Nägel, Messer, Beschläge etc.) aus römischer Zeit wurden gefunden. Auffallend viele Scherben von teils großen Keramikgefäßen lassen eine Verbindung mit dem vermuteten frühen Weinbau in Neckzimmern zu und ermöglichten eine Datierung ins 2. Jahrhundert. Auch wird von einer dritten, noch unerforschten, Villa Rustica in der Nähe des oben erwähnten Keltengrabes berichtet und von nicht näher definierten römischen Bauwerken auf dem Areal der Burg Hornberg, wofür jedoch jeglicher archäologische Hinweis bis heute fehlt.
Hier ist leider nicht viel greifbar. Der Hinweis aus dem Ortsnamen Cimbern weist auf Wehrbauten in der Merowingerzeit. Hierzu passt evtl. auch die Sage der Notburga, wonach um 632/633 König Dagobert I. auf Burg Hornberg residierte und Krieg sowie Friedensverhandlungen mit Wendenkönig Samo führte. Die erste Erwähnung von Cimbren erfolgt in einer Schenkungsurkunde des Kloster Lorsch 773. Neckarzimmern gehörte zum „Wingarteibagau“ (Weingartengau), was vermuten lässt, dass der Weinbau möglicherweise seit der Römerzeit ohne, oder nur kurzer Unterbrechung fortgefüht wurde. Hierfür spricht, dass die Klöster sehr früh den Weinbau förderten und das ehemalige Kloster Billigheim als Mitbesitzer an den Neckarzimmeren Weinbergen in Erscheinung trat.
1123 werden die Herren von Hornberg erstmals erwähnt und 1184 die Burg Hornberg, mit der Neckarzimmern durch die Grundherrschaft lange verbunden war. Zwischen 1260 und 1464 gab es auf Burg Hornberg rund zwei Dutzend Besitzer darunter auch die Herren von Ehrenberg und die Herren von Helmstatt. 1464 kaufte dann Lutz Schott von Schottenstein die Burg, verlor sie jedoch kurz darauf an die Pfalzgrafen. Sein Sohn, der berüchtigte Raubritter Conz Schott von Schottenstein, konnte sie jedoch 1504 wieder zurückerobern, baute sie kräftig aus, und verkaufte sie an seinen Weggefährten Götz von Berlichingen, der sich seitdem von Berlichingen zu Hornberg nannte und eine neue Linie der Familie von Berlichingen begründete. Wegen des Frondienstes der Neckarzimmerer für die Grundherren zum Ausbau der Burg und zur Unterhaltung der Weinbergmauern kam es immer wieder zu Streitereien. Mehrfach gab es Aufstände, Anruf von Gerichten, auch ein schriftlicher Hilferuf an den Kaiser in dieser Sache ist überliefert. Götzens Söhne trieben den Aus- und Umbau der Burg schließlich fort, ebenso seine Enkel, die jedoch wegen finanzieller Probleme und dem Ärger mit den Neckarzimmeren wegen des Frondienstes die Burg 1594 an Hans Heinrich von Heußenstamm verkauften. Dieser verkaufte sie dann 1612 an die Freiherren von Gemmingen, welche sie noch heute besitzen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurden der Ort und die Burg mehrfach durch die Kaiserlichen geplündert und verwüstet. 1635 wütete die Pest in Neckarzimmern.
1879 erfolgte der Anschluss an das Bahnnetz. 1939 wurden 624 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 650.[4]
Seit dem frühen 19. Jahrhundert gibt es einen Gipsstollen in Neckarzimmern, dessen Gips während des Ersten Weltkrieges besonders intensiv abgebaut wurde (bis zu 500 Eisenbahnwaggons am Tag), da aus dem Gips im benachbarten Reichsschwefelwerk in Haßmersheim das kriegswichtige Schwefel für die Munitionsproduktion gewonnen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schweinfurther Kugellagerfabrikation in den Gipsstollen ausgelagert und seit 1958 nutzt ihn die Bundeswehr.
Seit der Durchführung der Reformation im 16. Jahrhundert war Neckarzimmern evangelisch geprägt. Erst durch die nach dem Zweiten Weltkrieg zugezogenen Flüchtlinge stieg der Anteil der Katholiken auf heute ca. 38 % an. So gibt es heute neben der evangelischen auch eine römisch-katholische Gemeinde.
Am Ort gab es lange eine kleine jüdische Gemeinde. Ein Betsaal (Synagoge) war bereits im 18. Jahrhundert in einem von der Grundherrschaft gemieteten Haus untergebracht. 1873 wurde auf dessen Grundmauern eine neues, einstöckiges Gebäude mit einem rituellem Bad erstellt. Am 10. November 1938 wurde das Gebäude weitgehend zerstört und schließlich angezündet. Bei den Judenverfolgungen in der NS-Zeit kamen von den 1933 in Neckarzimmern wohnhaften 29 jüdischen Personen mindestens zwölf ums Leben.
Es besteht eine vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Mosbach mit den Gemeinden Elztal, Neckarzimmern und Obrigheim.
Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:
| SPD/UB | 51,4 % (-1,9) | 5 Sitze (=) |
| CDU/BL | 48,6 % (+1,9) | 5 Sitze (=) |
In schwarz ein linksgewendeter, widersehender goldener (gelber) Greif, mit den Vorderpranken ein fünfspeichiges silbernes (weißes) Rad haltend. - Das Wappenbild ist in den Siegeln der Gemeinde seit dem 19.Jh. belegt und dürfte mit dem Greif auf die Schildhalter des badischen Wappens und mit dem fünfspeichigen Rad auf das berlichingische Wappen anspielen.
Die Bundeswehr betreibt unter dem Hornberg ein Depot für Heer und Luftwaffe. Das Weingut Burg Hornberg ist das älteste in Baden-Württemberg. Neckarzimmern gehört heute zum Anbaugebiet Württemberg, früher zählte es zu Baden.
Die Straßenanbindung von Neckarzimmern erfolgt die zwischen Neckarelz und Stuttgart durch das Neckartal und durch den Ort führende Bundesstraße 27. Die Neckartalbahn (Heidelberg–Bad Friedrichshall-Jagstfeld) bindet Neckarzimmern mit einem örtlichen Haltepunkt an das Schienennetz an.
Neckarzimmern verfügt über eine Grundschule und einen evangelischen Kindergarten.
Bleikristallglas aus Neckarzimmern ist weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Besucher können hautnah dem Glasbläser und Glasschleifer bei seiner traditionsreichen Arbeit über die Schulter sehen.
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