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Neckarbischofsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neckarbischofsheim
Neckarbischofsheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neckarbischofsheim hervorgehoben
49.29258.9605555555555171Koordinaten: 49° 18′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 171 m ü. NN
Fläche: 26,41 km²
Einwohner: 3946 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 149 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 74922–74924
Vorwahl: 07263
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 055
Adresse der Stadtverwaltung: Alexandergasse 2
74924 Neckarbischofsheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Joachim Vogt
Lage der Stadt Neckarbischofsheim im Rhein-Neckar-Kreis
Datei:Neckarbischofsheim in HD.png

Neckarbischofsheim ist eine Stadt im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Neckarbischofsheim liegt im Tal des Krebsbachs kurz vor dessen Einmündung in den Schwarzbach im Übergangsgebiet von Kraichgau zu Kleinem Odenwald im nördlichen Baden-Württemberg, etwa 25 km südöstlich von Heidelberg. Die Gemarkung liegt auf einer Höhe von 166 bis 298 Metern über NN. Die Gemeinde ist Teil der Tourismusregion Brunnenregion.

Stadtgliederung

Zur Stadt Neckarbischofsheim gehört das 1971 eingemeindete Untergimpern.

Auf der Gemarkung der Stadt Neckarbischofsheim in den Grenzen von 1970 liegen auch das 1712 gegründete, und bis 1951 nur teilweise von Neckarbischofsheim, verwaltete Dorf Helmhof, der Weiler Heidäcker, die Orte Helmhofer Forsthäuser, Krixenberghof, Wohnsiedlung am Bundesbahnhof und Wohnsiedlung am Kalkwerk und das Haus Pulvermühle. Darüber hinaus befinden sich dort die Wüstungen Christlingen, Hinter- und Vorderschendlingen.[2]

Geschichte

Frühe Besiedlung und erste Erwähnung 988

Verschiedene Kleinfunde im Krebsbachtal lassen innerhalb der heutigen Stadtgrenzen auf eine fast 2000 Jahre alte Besiedlung vermutlich römischen Ursprungs schließen. Aus fränkischer Siedlungszeit um 500 n. Chr. sind Gräberfelder im benachbarten Bargen erhalten.

Im Jahr 988 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt: König Otto III. verlieh dem Bischof von Worms in der Wildbannurkunde das Fischerei- und Jagdrecht in Biscovesheim. Im Jahr 1223 schenkte König Heinrich VII. den nahegelegenen Großen Forst (heute: Stadtforst) der Stadt Wimpfen, die diesen bis 1952 bewirtschaftete. Die Ortsherren hatten den Ort zu Kaiserlichem oder zu Wormser Lehen.

Reichsritterschafliche Stadt Bischofsheim

Wappen derer von Helmstatt (links) und derer von Neipperg (rechts) am Alten Schloss Neckarbischofsheim

Im Hochmittelalter hatten die Herren von Helmstatt die Ortsherrschaft. Ihr Wappen (Schild mit Rabenfigur bekrönt von einem Helm mit Büffelhörnern) ist an zahlreichen Bauten erhalten. Diether von Helmstatt erhielt die Burg in Neckarbischofsheim von Rudolf von Habsburg als Reichslehen. Raban I. von Helmstatt († 1334) hatte den Ort bereits als Wormser Lehen inne und gilt als Stammvater von Bischofsheim. Die Helmstatt tauschten mit dem Bistum Worms um 1330 das Patronatsrecht der Johanneskirche (heutige Totenkirche) gegen Besitz in Grombach und den Oberbiegelhof ein. Am 24. Juni 1378 erwarb Wiprecht I. (genannt Wiprecht der Alte) von Helmstatt für 5000 Gulden von seinem Bruder Raban III. dessen „Theil an Burg und Stadt zu Bischofsheim“. Im erhaltenen Kaufbrief wurde Bischofsheim erstmals urkundlich als „Stadt“ erwähnt, bei deren Befestigung der Krebsbach umgeleitet worden war und als Stadtgraben die mittelalterliche Stadt mit Johanneskirche (13. Jhd.), Rathaus, Zehntscheune und Backhaus (erwähnt um 1380), Marienkapelle (1386) und Alexanderschloss (nach 1420) umfloss. Durch die Erweiterung der Stadt im späten 15. Jahrhundert, von der noch der Hohe Turm als Wehrturm zeugt, entstand die sogenannte Hinterstadt. Im frühen 15. Jahrhundert wurde von den Ortsherren außerdem ein Rat aus zwölf Bürgern und zwölf Schöffen zugelassen, der die Interessen der Bischofsheimer gegenüber der Ortsherrschaft vertrat.

Der fünfeckige Hohe Turm aus dem Jahr 1448

Im Bauernkrieg 1525 kam es auch zu Unruhen in und um Bischofsheim, obwohl 1524 die Ortsherren Philipp Jakob, Alexander und Philipp den Einwohner bereits vertraglich Zugeständnisse gemacht hatten. Nach der Niederschlagung der Unruhen im Kraichgau wurde in Bischofheim daraufhin am 28. Juni 1525 der Vertrag von 1524 für nichtig erklärt und der bereits über hundert Jahre eingesetzte Rat der Vierundzwanzig aufgelöst.

Bereits 1517 war mit Nikolaus Renneysen ein protestantisch gesinnter Prediger am Ort. 1525 oder 1526 wurde vermutlich durch Alexander und Phlipp von Helmstatt eine neue Kirchenordung erlassen, die die Reformation des Ortes einleitete, etwa zur selben Zeit wurde auch eine Lateinschule in der Stadt gegründet. Förmlich wurde die Reformation dann durch die überarbeitete Kirchenordnung des Philipp von Helmstatt von 1560 vollzogen.

Der Haupterwerb in der Stadt lag im 16. Jahrhundert in der Landwirtschaft, außerdem waren alle wichtigen Handwerker zur Deckung des Bedarfs vorhanden: Maurer, Steinmetze, Schmied, Schreiner, Schneider usw. Am Ort bestanden drei Mühlen, später noch ein Sägewerk. 1561 wird die Ziegelhütte erstmals erwähnt, in der Ziegel gebrannt wurden. Da Bichofsheim auch Fluchtort der umliegenden Dörfer war, sollen in der Zeit vom 15. bis zum 17. Jahrhundert oft über 2000 Personen in Bischofsheim gelebt haben. 1574 und 1575 wütet die Pest in der Stadt. Im 16. und frühen 17. Jahrhundert wurde die Marienkapelle zur Stadtkirche St. Salvator ausgebaut.

Das Alte Schloss (Steinernes Haus) geht auf die mittelalterliche Burg zurück

Während des Dreißigjährigen Kriegs hatte Tilly vom 6. März bis 4. April 1622 sein Hauptquartier im Steinernen Haus und begann hier mit den Vorbereitungen zur Belagerung Heidelbergs. Tilly flüchtete jedoch, als am 3. April 1622 Pfälzer Truppen von Osten nach Bischofsheim vordrangen. 1634 überfielen kaiserliche Reiter, 1638 belagerten die Kroaten und 1645 die Franzosen die Stadt, die auch an Hungersnöten und erneut an der Pest zu leiden hatte. Während des Krieges waren Flüchtlinge aus den umliegenden unbefestigten Dörfern, speziell aus Untergimpern, im Alexanderschloss einquartiert. Aus den letzten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts sind zahlreiche Einquartierungen und Todesfälle im Zusammenhang mit den Franzoseneinfällen bezeugt. Nach der Zerstörung von Sinsheim 1689 fanden auch viele Sinsheimer Zuflucht in Bischofsheim.

Um 1712 entstand die nahe Helmhof-Siedlung zwischen Bischofsheim und Untergimpern im Krebsbachtal, die sich teils auf Bischofsheimer Gemarkung und teils im Wimpfener Forst ausdehnte und deren Siedler auf Bischofsheimer Seite gegen Fronleistungen zwar nicht zu Bürgern, aber zu „Schutzverwandten“ wurden. Im 18. Jahrhundert wuchs Bischofsheim über die Grenzen der mittelalterlichen Befestigung hinaus. Die Stadtgräben versumpften und fielen trocken, die Stadtmauern und zuletzt 1826 auch die bis dahin erhaltenen mittelalterlichen Stadttore wurden abgerissen.

Badische Amtsstadt Neckarbischofsheim nach 1806

Der ehemalige Sitz des Bezirksamts ist heute eine Apotheke

1806 wurden in Folge des Reichsdeputationshauptschlusses nach den napoleonischen Kriegen die reichsritterschaftlichen Verhältnisse aufgehoben und Bischofsheim kam an das Großherzogtum Baden, woraufhin der Name der Stadt in „Neckarbischofsheim“ geändert wurde, weil es innerhalb des Großherzogtums noch zwei weitere Orte mit dem Namen Bischofsheim gegeben hatte: Tauberbischofsheim und Rheinbischofsheim. Neckarbischofsheim führt den Neckar im Namen, obwohl dieser rund 15 km entfernt fließt.

In Baden kam Neckarbischofsheim 1806 zunächst zum Oberamt Waibstadt und wurde 1813 Sitz eines Bezirksamts. Die Stadt wuchs als beliebter Zuzugsort bis 1860 auf rund 2000 Einwohner, wobei im gleichen Zeitraum auch rund 260 Einwohner zumeist nach Amerika auswanderten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Bezirksamtsgebäude (1825), Forsthaus, neues Schloss (1829), neues Rathaus (1843) und Schulgebäude am Marktplatz (1850) errichtet. Das bürgerliche Vereinswesen in Bischofsheim begründete 1830 die Rittergesellschaft, die sich an den Bräuchen studentischer Verbindungen orientierte. Zentrale Bedeutung hatte der gemeinschaftliche Bierkonsum. Entzog man sich den Turnierabenden genannten Pflichtgelagen, wurden zur Strafe die Fensterscheiben eingeworfen. Der ab 23. Februar 1835 Kasinogesellschaft genannte Verein gab später finanzielle Unterstützung für die Gründung von Gesangvereinen und einer Bibliothek.

Das Neue Schloss wurde 1829 erbaut

Nach zwei Missernten 1846 und 1847 nahmen die Badischen Agrarunruhen in Neckarbischofsheim ihren Anfang, die zu den Ursprüngen der Revolution von 1848 gezählt werden. Am 3. März 1848 und an den Folgetagen kam es wiederholt zu Ausschreitungen aufgebrachter Bauern gegen wohlhabende Bischofsheimer Juden, die zu dieser Zeit gerade eine Synagoge in der Stadt errichteten.

Der große Brand von Neckarbischofsheim in der Nacht vom 2. zum 3. November 1859 zerstörte ein Drittel der Stadt (46 Wohnhäuser und 42 Nebengebäude). Durch den Brand wurden über 300 Einwohner vorübergehend obdachlos, der Wiederaufbau schritt rasch voran, hat in Einzelfällen dennoch vermutlich Jahre gedauert.

Bahnhof Neckarbischofsheim 1905

1864 wurde das Bezirksamt Neckarbischofsheim aufgelöst und Neckarbischofsheim kam zum erweiterten Bezirksamt Sinsheim, aus dem 1939 der Landkreis Sinsheim hervorging. Eine gewisse Industrialisierung der Stadt setzte mit dem Bau der nahen, 1862 eröffneten Badischen Odenwaldbahn ein, deren Brunnen von einer Neckarbischofsheimer Firma gewartet wurden. 1879 wurde eine Druckerei gegründet, die Schmiede der Familie Zuck wurde zum Fahrzeugbau-Unternehmen, es gab später auch Kalkwerk, Zigarren- und Goldfabrik. Eine Flurbereinigung schuf 1870–1880 bessere Voraussetzungen für die Landwirtschaft, indem die starke Parzellierung der Felder beseitigt und die etwa 29.000 Parzellen neu auf 9.000 Parzellen verteilt wurden. 1885 wurde auf Veranlassung von Bürgermeister Neuwirth ein Verein zur Hebung der Stadt begründet. Dieser spätere „Verschönerungsverein“ legte Fußwege an, stiftete Parkbänke und pflanzte Bäume, da man sich Hoffnungen auf eine Erhebung zum Kurort machte.

1900–1902 wurde die Nebenbahn Neckarbischofsheim-Hüffenhardt eröffnet und ein Krankenhaus erbaut. 1906 wurde die Sanitätskolonne Neckarbischofsheim gegründet, aus der der heutige Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes hervorging. Die Stadt hatte eine rege wirtschaftliche Entwicklung, es gab zahlreiche mittelständische Firmengründungen. Und die Motorisierung verdrängte rasch traditionelle Berufe.

Zeit des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkriegs

Gedenkstätte Schwarzbachsiedlung

Bei der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge der Stadt zerstört. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten in Neckarbischofsheim lebenden Juden von der Gestapo verhaftet und in das Lager Camp de Gurs deportiert. Ab 1943 war die Produktion von Kronenmuttern für Flugzeugmotoren der Firma Kuntz und Weitbrecht aus Winterbach in Neckarbischofsheim ausgelagert. Ab September 1944 befand sich in Neckarbischofsheim ein Unterkommando des KZ Neckarelz, eines Außenlagers des KZ Natzweiler. Hierzu wurden im Wiesental mehrere Unterkunfts- und Wirtschaftsbaracken errichtet. Ende März 1945 wurde das Lager aufgelöst, die Gefangenen erst nach Neckarelz und weiter nach Dachau verbracht. Der Bahnhof Neckarbischofsheim-Nord wurde wegen seiner kriegswichtigen Bedeutung aufgrund der nahen Heeresmunitionsanstalt in Siegelsbach und Obergimpern wiederholt zum Ziel von Tiefflieger-Angriffen.

1939 wurden 1316 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1916.[3] Mit Ende des Zweiten Weltkrieges kamen fast 900 Heimatvertriebene und Flüchtlinge, die Arbeit und Unterkunft suchten, in die Stadt. Durch die Ansiedlung mehrerer Industriebetriebe und eine intensive Bautätigkeit gelang es im Laufe der Jahre, diese Aufgabe zu bewältigen.

Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts

Blick über die historische Ortsmitte von Neckarbischofsheim

Im Januar 1946 errichtete die Firma Franz Derscheid aus Mannheim in den früheren Wirtschafts- und Verwaltungsbaracke des KZ-Unterkommandos beim Nordbahnhof ein Sägewerk, für das im Jahr 1947 ein Anschlussgleis gebaut wurde. In dem Barackenlager wurden viele der fast 900 Heimatvertriebenen untergebracht und aus ihm entwickelte sich der Waibstadter Ortsteil Bernau und die zu Neckarbischofsheim gehörende Schwarzbachsiedlung.

Weitere Firmengründungen der Nachkriegszeit sind eine Schwingquarz-Fabrik, eine Strumpffabrik und eine Kartonagenfabrik, die bis 1988 zusammen 650 von damals rund 1400 Arbeitsplätzen der Stadt bieten würden. Bis 1967 gab es auch eine Landwirtschaftsschule in Neckarbischofsheim. 1966 starb die Neckarbischofsheimer Linie der Adelsfamilie von Helmstatt aus und viele ihrer Besitztümer wurden in den Folgejahren von der Stadt erworben.

Bei der Auflösung des Landkreises Sinsheim Ende 1972 kam Neckarbischofsheim mit Helmhof und dem am 1. Januar 1971 eingemeindeten Untergimpern zum neu geschaffenen Rhein-Neckar-Kreis. Infolgedessen wurden Amtsgericht, Forstamt und Krankenhaus aufgelöst und der Notariatsbezirk verkleinert.

Von 1976 bis 1998 fand eine umfassende Sanierung des Ortskerns statt. 1994 wurde die Stadt jedoch vom sogenannten Jahrtausendhochwasser heimgesucht, so dass weitere Sanierungsmaßnahmen nötig wurden.

Politik

Das „Alexanderschloss“ ist seit 1997 Rathaus von Neckarbischofsheim

Die Gemeinde gehört dem Gemeindeverwaltungsverband Waibstadt an.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 14 Sitze. Seit der Wahl 2004 gehören acht der SPD/FW an und sechs der CDU/UW.

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Silber auf grünem Boden stehend ein Bischof mit silberner Albe, rotem Mantel mit silbernem Kragen und goldener Schließe, golden bordierter roter Mitra und schwarzen Schuhen, in der Rechten einen schräglinken goldenen Krummstab mit der Krümme nach links haltend, in der Linken ein aufgeschlagenes goldenes Buch haltend.

Das Wappen geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1766, das redend auf den Ortsnamen verwies. Die heutigen Farben wurden erst 1950 festgelegt, zeitgleich mit der Wiederverleihung der Stadtrechte, die in den 30ern entzogen worden waren.

Die Flagge ist Rot-Weiß und wurde 1963 vom Innenministerium verliehen.

Städtepartnerschaften

Neckarbischofsheim unterhält eine Partnerschaft mit der französischen Stadt La Chapelle-Saint-Luc (Département Aube) und mit der russischen Stadt Pereslawl-Salesski.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Das Alte Schloss liegt direkt am Schlossteich

Über die Jahrhunderte hinweg haben sich in Neckarbischofsheim eine Reihe sehenswerter Baudenkmäler und die Überreste einer mittelalterlichen Befestigungsanlage erhalten, die eine reiche geschichtliche Vergangenheit widerspiegeln:

  • Das Alte Schloss (Steinernes Haus) geht auf die 1274 erwähnte Burg zurück und ist das älteste erhaltene Gebäude in Neckarbischofsheim. Es erhielt seine heutige Gestalt durch Umbauten des 16. Jahrhunderts, wobei das Gebäude zunächst noch um ein 1859 abgebranntes viertes Stockwerk höher war und einen Anbau hatte. Besonders schmuckvoll sind das Helmstatt-Neippergsche Allianzwappen über dem Eingang zum Treppenturm sowie der Erker mit historischer Bleiverglasung. 1977 wurden im Rittersaal historische Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert freigelegt. Im Schlosspark ist außerdem ein renaissancezeitliches Prachttor von 1590 erhalten, das den Bildhauern Adam Wagner oder Jakob Müller aus Heilbronn zugeschrieben wird.
  • Neben dem Alten Schloss entstand vermutlich im späten 14. Jahrhundert im Bereich der damaligen Vorburg das Neue Steinhaus, das später um Seitenflügel ergänzt, dann jedoch 1829 abgerissen und durch das heutige Neue Schloss ersetzt wurde, in dem sich seit September 2001 ein Hotel befindet.
  • Das Alexanderschloss wurde 1545 erstmals erwähnt und ist das jüngste der drei Neckarbischofsheimer Schlösser. Das Haus war im 19. und 20. Jahrhundert Amtshaus, Haushalts- und Landwirtschaftsschule, später Niederlassung der Raiffeisengenossenschaft. Seit 1997 ist es das Rathaus der Stadt.
Totenkirche
  • Die Neckarbischofsheimer Totenkirche ist die seit dem 14. Jahrhundert belegte ursprüngliche Pfarrkirche des Ortes, in der sich über 40 historische Grabmäler der Herren von Helmstatt befinden. Auf dem neuen Friedhof befindet sich außerdem eine kleine Helmstatt-Grabkapelle.
  • Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit Mauern, Stadttoren und mehreren Türmen kündet heute im Wesentlichen nur noch der fünfeckige Hohe Turm, der 1448 im Zuge der zweiten Erweiterung der Stadt errichtet und 1726 in seine heutige Form umgebaut wurde. Zeitweilig diente der Turm als Stadtgefängnis.
  • Die Stadtmauer, zwei weitere Türme und einige Stadttore sind noch anhand von Mauerresten nachweisbar. Am Stadtgraben außerhalb der Stadtmauer befand sich am Platz der einstigen Stadtmühle die Synagoge der jüdischen Gemeinde, die 1938 zerstört wurde und an die heute eine Gedenktafel und eine bronzene Menorah erinnern.
Stadtkirche St. Salvator
  • Die evangelische Stadtkirche St. Salvator geht auf eine Marienkapelle von 1386 zurück, wurde 1543 um den Turm erweitert und erhielt ihr Langhaus 1610 bis 1612. Nach dem Neubau des Langhauses wurde die Kirche als templum salvatoris (Erlöserkirche) bezeichnet und zur Pfarrkirche erhoben. Bemerkenswert sind die drei renaissancezeitlichen Schmuckportale und die schmuckvolle Alabasterkanzel im Inneren. Das benachbarte evangelische Pfarrhaus ist das Geburtshaus und die spätere Wirkungsstätte des Heimatdichters Adolf Schmitthenner.
  • Die katholische Kirche Maria-Königin wurde 1955 vollendet. Bis zu ihrem Bau waren katholische Messen in der Totenkirche gelesen worden, diese wurde jedoch für die nach dem Zweiten Weltkrieg angewachsene Gemeinde zu klein.
  • Die Neuapostolische Kirche ist ebenfalls ein Bauwerk jüngeren Datums.
Goldfabrik
  • Die Zehntscheune neben der Stadtkirche wurde 1570 erbaut und ist seit einer Sanierung 1989 evangelisches Gemeindehaus.
  • Das Alte Rathaus aus dem 19. Jahrhundert war Rathaus der Stadt bis 1997.
  • Jakobsbrunnen aus dem 16. Jhd, renoviert 1831
  • Rentamthaus, erbaut 1577, renoviert 1797
  • Gasthaus Zum Löwen, Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert
  • Bezirksamtsgebäude, erbaut 1825, heute Apotheke
  • Die Goldfabrik ist ein Fabrikgebäude im Jugendstil, das 1910/11 von einer Pforzheimer Schmuckwarenfirma erbaut und ab 1937 von einer Bildenleistenfabrik genutzt wurde.

In den Ortsteilen befinden sich auch mehrere Baudenkmäler, darunter in Helmhof eine Kirche aus dem Jahr 1892 und in Untergimpern die dortigen historischen evangelische und katholische Kirche sowie ein von 1807 bis 1883 als Synagoge genutztes Gebäude.

Freizeit

Die ausgedehnten Wälder, die oft bis dicht an die Stadt heranreichen, laden auf gut ausgebauten Wegen zu Spaziergängen ein. Das inmitten des 600 ha großen Forstwaldes gelegene „Forsthaus“ ist ein lohnendes Ziel. Zur weiteren Freizeitgestaltung stehen ein Hallen- und ein vom Turnverein betriebenes Freischwimmbad, zwei Sportanlagen, eine Schieß- und Reitanlage sowie eine Kegelbahn zur Verfügung. Für die jüngsten Besucher gibt es mehrere Spielplätze. Einer davon als Abenteuerspielplatz im „Steinigten Bergwald“ mit Wanderparkplatz und Grillgelegenheit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bereits 1862 entstand die im Zuge der Badischen Odenwaldbahn Heidelberg–Würzburg die heutige Schwarzbachtalbahn nach Aglasterhausen. 1902 wurde eine Zweigstrecke nach Hüffenhardt eröffnet. Die Schwarzbachtalbahn wird bis 2009 elektrifiziert und in das Netz der S-Bahn RheinNeckar aufgenommen, wodurch eine umsteigefreie Verbindung nach Heidelberg und Mannheim entsteht.

Über Sinsheim besteht ein Anschluss an die Bundesautobahn 6.

Bildung

Neben verschiedenen Kindergärten gibt es ein modernes Schulzentrum mit Grund- und Hauptschule, dem Adolf-Schmitthenner-Gymnasium und zwei Turnhallen.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise


Literatur

  • Heinz Hautzinger: Neckarbischofsheim. Eine ehemalige Amtsstadt im nördlichen Kraichgau und ihr Einzugsbereich. ca. 2003 ISBN 3-921214-34-3
  • Villa Biscovesheim Neckarbischofsheim 988-1988, hrsg. vom Verein für Heimatpflege, Neckarbischofsheim 1988

Weblinks

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