Freitag, 25.05.2012



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Murr (Gemeinde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Murr
Murr (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Murr hervorgehoben
48.9636111111119.2588888888889203Koordinaten: 48° 58′ N, 9° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Höhe: 203 m ü. NN
Fläche: 7,8 km²
Einwohner: 6202 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 795 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71711
Vorwahl: 07144
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 054
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hindenburgstraße 60
71711 Murr
Webpräsenz:
Bürgermeister: Manfred Hollenbach
Lage der Gemeinde Murr im Landkreis Ludwigsburg

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Ortsansicht

Murr ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Murr liegt in 196 bis 261 Meter Höhe an der Murr, zwei Kilometer vor deren Mündung in den Neckar und etwa 12 km nördlich von der Kreisstadt Ludwigsburg entfernt.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind im Westen Pleidelsheim, Marbach im Süden und Benningen am Neckar im Südwesten, sowie Steinheim an der Murr im Osten, das unmittelbar in das Gemeindegebiet von Murr übergeht.

Gemeindegliederung

Zu Murr gehören der Ort Murr und das Gehöft Sonnenhof.[1]

Geschichte

Das untere Murrtal, und damit auch das Gebiet der Gemeinde Murr, ist schon seit Jahrtausenden besiedelt und kultiviert. Bodenfunde beginnen in der Jungsteinzeit und setzen sich durch die Hallstattzeit bis zu römischen Siedlungen fort. Auch die vordringenden Alemannen besiedelten das Gebiet sofort; auf dem Gemeindegebiet sind mehr als 100 alemannische Gräber bekannt.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 29. Januar 972. Im Mittelalter gehörte Murr zu verschiedenen geistlichen und weltlichen Herrschaften. 1302 machte der damalige Kaiser die Familien Blank und Mäule zu freien Herrenbauern und unterstellte sie dem württembergischen Grafen. Sie bekamen Murr, Steinheim, Höpfigheim und Kleinbottwar als Lehen, wobei Murr immer der Herrschaftssitz blieb.Die Familie Blank residierte auf dem Widdumhof, der bereits um 1000 erwähnt wurde und sich auch heute noch direkt neben der Peterskirche befindet, bis sie schließlich 1933 von dort vertrieben wurde. Die Familie Mäule residierte ab 1604 im "Schlössle", wo sie davor wohnten ist unbekannt.Auch ihnen wurde 1933 ihr Herrschaftssitz genommen.1806 wurden ihnen ihre Lehen von Napoleon genommen.Sie behielten jedoch jeder ca. 20 Hektar auf der murrer Gemarkung. 1938 kam Murr zum Landkreis Ludwigsburg. Da die beiden Familien entschiedene Faschismusgegner waren wurden sie ab 1933 systematisch enteignet. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie unter Anerkennung ihrer Verdienste mit großzügigen Ackerflächen bedacht, wobei sie aber auf ihre alten Herrschaftssitze verzichteten. Heute weiß kaum einer mehr von der großen Vergangenheit dieser Familien, doch ihre Nachkommen leben auch heute noch in Murr. In den siebziger Jahren bewahrte Murr seine Eigenständigkeit und ließ sich nicht von Steinheim eingemeinden. Mittlerweile ist Murr eine der angesehensten Gemeinden im Landkreis Ludwigsburg.

Religionen

Seit Einführung der Reformation in Württemberg ist auch Murr protestantisch geprägt. So gibt es auch heute noch eine evangelische Gemeinde im Ort, während die Katholiken zum Gottesdienst nach Steinheim an der Murr fahren müssen.

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 führte zu folgendem Ergebnis:

  • FWV 42,6 % (−0,3): 6 Sitze (=)
  • CDU 32,6 % (+0,3): 5 Sitze (+1)
  • SPD 24,7 % (−0,7): 3 Sitze (−1)

Wappen und Flagge

Das Gemeindewappen ist unter goldenem Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, von Gold und Rot gespalten, vorne ein roter Kelch, hinten ein aufgerichtetes goldenes Hifthorn mit zur Spaltung weisender grüner Fessel. Die Gemeindeflagge ist rot-gelb und wurde am 18. April 1980 verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Landwirtschaft und Weinbau waren bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Haupterwerbsquellen. Die Lagen gehören zur Großlage Schalkstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg. Heute bewirtschaften nur noch wenige Landwirte etwa 400 ha Fläche. Jedoch hat die Gärtnerei, bedingt durch die Nähe zu den großen Absatzmärkten des mittleren Neckarraums, eine gewisse Bedeutung erlangt.

Waren es in den 1950er Jahren nur wenige Handwerks- und Industriebetriebe die Arbeit am Ort boten, so hat sich deren Zahl stark vergrößert. Heute sind nahezu alle Branchen in einem rund 30 ha großen Industriegebiet in Autobahnnähe vertreten: Vom Fertighausbau bis zum Maschinenbau; etwa 2000 Arbeitsplätze gibt es in Murr.

Datei:BottwarbahnBahnhofMurr.jpg
altes Empfangsgebäude des Bahnhofs in Murr

Verkehr

Murr ist durch die drei Kilometer entfernte Anschlussstelle Pleidelsheim der Bundesautobahn A 81 gut an das überregionale Straßennetz angebunden.

Der nächste Bahnhof (mit der Linie S4 der S-Bahn Stuttgart) befindet sich im vier Kilometer entfernten Marbach, wohin es eine Busverbindung (Linie 460) gibt.

Bis 1968 hatte Murr einen Bahnhof an der schmalspurigen Bottwartalbahn von Marbach nach Heilbronn Süd. Beim Empfangsgebäude handelt es sich um einen nachträglich aufgestockten württembergischen Einheitsbahnhof vom Typ I.[2]


Öffentliche Einrichtungen

Es gibt ein Alten- und Pflegeheim der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.

Bildung

Murr verfügt über eine eigene Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Für die kleinsten Einwohner gibt es drei Kindergärten.

Weblinks

Commons Commons: Murr – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 458–459
  2. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
en:Murr, Baden-Württemberg

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