Freitag, 25.05.2012



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Munster (Örtze)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Munster
Munster (Örtze)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Munster hervorgehoben
52.98861111111110.09111111111173Koordinaten: 52° 59′ N, 10° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Soltau-Fallingbostel
Höhe: 73 m ü. NN
Fläche: 193,42 km²
Einwohner: 16.728 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29633
Vorwahl: 05192
Kfz-Kennzeichen: SFA
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 016
Adresse der Stadtverwaltung: Wilh.-Bockelmannstr. 32
29633 Munster
Webpräsenz:
Bürgermeister: Adolf Köthe (CDU)

Munster ist eine Kleinstadt im Landkreis Soltau-Fallingbostel in Niedersachsen, fast genau zwischen Hamburg und Hannover. Bezogen auf die Zahl der dort stationierten Soldaten ist Munster der größte Standort des deutschen Heeres und der zweitgrößte Standort der Bundeswehr. Die Stadt liegt zwischen den Truppenübungsplätzen Munster-Süd und Munster-Nord. Diese der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Gebiete der Bundeswehr sowie die große Zahl von Soldaten und Zivilbediensteten der Bundeswehr prägen das Gesicht der Stadt. Die Übungsplätze beschränken das Wachstum und sind ein Grund dafür, dass sich Munster trotz seiner mit der ehemaligen Kreisstadt Soltau vergleichbaren Einwohnerzahl seinen ländlichen Charakter bewahrt hat.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Munster liegt in der zentralen Lüneburger Heide am Fluss Örtze zwischen Soltau und Uelzen.

Munster ist die größte Garnison des deutschen Heeres (s. u.). Dies ist bedingt durch die in den 1890er Jahren eingerichteten Truppenübungsplätze Munster-Nord und -Süd. Auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord befindet sich das aufgelassene Dorf Lopau.

Der Ausschluss der Bevölkerung von diesen „Sperrgebieten“ ist dafür verantwortlich, dass sich dort zum Teil in Deutschland einzigartige Biotope gebildet haben und einige Tierarten finden, die man in Deutschland kaum noch antrifft. Es kommt vor, dass im Zuge von Renaturierung andernorts ausgestorbene Arten von den Truppenübungsplätzen in Munster dorthin umgesiedelt werden.

Geschichte

1252 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung in einem Verzeichnis bischöflicher Tafelgüter sowie einzelner weiterer Einkünfte des Bischofs von Verden. Das einzige hierzu erhaltene Dokument ist eine Abschrift von Christoph G. Pfannkuchen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, das in der Historischen Bibliothek des Domgymnasiums zu Verden aufbewahrt wird. 1893 wird der Truppenübungsplatzes Munster Süd erstmals mit Truppen belegt. 1956 wird Munster Garnison der Bundeswehr und entwickelt sich ab 1990 zur größten Garnison im vereinigten Deutschland. Die Stadtrechte wurden am 20. Oktober 1967 verliehen. Durch eine Gebietsreform wurden 1971 die selbstständigen Gemeinden Alvern, Ilster, Oerrel, Töpingen und Trauen in die Stadt Munster eingegliedert. Ein Jahr später folgte die Gemeinde Breloh und aus dem Landkreis Uelzen die Gemeinde Lopau.

Im Zuge der 1. Landesausstellung Natur im Städtebau 1988 wurde die Innenstadt neu gestaltet.

Politik

Die CDU hält in Munster traditionell die Mehrheit.

Stadtrat

(Stand September 2006)

Partnerstädte

Wappen

Der Oberpräsident der Provinz Hannover verlieh der damaligen Gemeinde Munster, mit Erlass vom 4. März 1937, ein Wappen. Das Wappen zeigte auf Gold unter blauem Schildhaupt, das mit einem liegenden, goldgereiften silbernen Schwert belegt ist, einen nach rechts gewendeten, feuerspeienden rotbewehrten blauen Drachen. Auf Antrag des Rates der Gemeinde Munster vom 18. April 1967 verfügte der Regierungspräsident in Lüneburg am 17. Mai 1967 den Schildergrund des 1937 verliehenen Wappens von Gold auf Silber zu ändern und eine Ortsflagge in den Farben Blau-Weiß zu genehmigen.

Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote

St. Urbani-Kirche
Schafstallkirche St.Martin
  • Deutsches Panzermuseum
  • St. Urbani-Kirche (14. Jahrh.)
  • Ollershof
  • Schafstallkirche St. Martin; ein echter alter Schafstall, der in eine Kirche umgebaut wurde
  • Stadtbücherei
  • Ev.-luth. St. Stephanus-Militärkirche; die einzige, nur einer Militärkichengemeinde zugeordnete Kirche Deutschlands und das höchste Gebäude Munsters
  • Allwetterbad Munster
  • Erholungsgebiet Flüggenhofsee
  • Modellautorennbahn 'Hollmoorring'
  • Diskothek K2 (früher Waldkater)

Wirtschaft und Verkehr

Größter Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber in Munster ist die Bundeswehr. Von überregionaler Bedeutung sind die Firmen Meyer Breloh (Baustoffe, Fenster), die 60 Mitarbeiter zählende Entwicklungs- und Anlagenbaufirma Abels Consulting und Technology GmbH
Munster liegt an der Bundesstraße 71 zwischen Soltau und Uelzen in der Nähe der BAB 7. Wichtigste öffentliche Verkehrsanbindung nach Bremen, Hamburg oder Hannover ist der Bahnhof Munster an der alten Bahnstrecke Uelzen–Langwedel, die ursprünglich als Amerikalinie von Berlin über Uelzen nach Bremen und Bremerhaven führte. Heute verkehren hier die Regionalzüge der Strecke BremenSoltauUelzen. Fernzüge (IC) verkehren nur freitags nach und sonntags von Berlin und richten sich vor allem an die pendelnden Bundeswehr-Soldaten. Eine Intercity-Verbindung aus Richtung Magdeburg bestand bis zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Bildung

Munster beherbergt seit dem Schuljahr 2008/2009 zwei Grundschulen, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernhilfe, je eine Haupt- und Realschule sowie ein Gymnasium. Die vorher noch bestehende Grundschule Breloh (Ortsteil der Stadt Munster) wurde wegen der Entwicklung der Schülerzahlen mit der Grundschule Am Süllberg zur Grundschule Munster zusammengefasst und besteht nun nur noch als Außenstelle weiter.

Militär

Munster ist zweitgrößter Standort der Bundeswehr. Infolge der Transformation der Bundeswehr sind seit 2007 in Munster 6.710 Soldaten mit ihren Familienangehörigen stationiert. Zusammen mit Lehrgangsteilnehmern der Truppenschule ergibt sich eine Zahl von ca. 10.000 Soldaten. Im Gegensatz zu vielen anderen Standorten erhöht der größte Heeresstandort der Bundeswehr damit die Zahl der stationierten Soldaten. Aufgrund der Truppenschule, vieler teils öffentlicher Lehrvorführungen und der Erprobung neuen Gerätes und Taktiken wird Munster das „Schaufenster des deutschen Heeres“ genannt.

Seit 2006 ist die Panzertruppenschule zudem Heimat für etwa ein Drittel aller Offizieranwärter des Heeres, die fortan ausgebildet werden. Aufgrund der Transformation des Heeres werden diese nun in 3 OA-Bataillonen, von denen eines in Munster stationiert ist, ausgebildet, was die Zahl der Soldaten nochmals um knappe 500 erhöht.

Altlasten

Bereits während des Ersten Weltkriegs erprobte das deutsche Militär am „Gasplatz Breloh“ chemische Kampfstoffe, die 1915 an der Westfront erstmals zum Einsatz kamen. Bei Abrüstungsarbeiten nach Kriegsende explodierte im Oktober 1919 in Breloh ein mit Kampfmitteln beladener Güterzug. Mit der Einrichtung der Heeresversuchsstelle Raubkammer im Truppenübungsplatz Munster-Nord nahm die Wehrmacht die Kampfstofferprobung ab 1935 wieder auf und betrieb eine Pilotanlage für die Produktion von Tabun und Sarin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Anlagen durch britische Truppen gesprengt, was aber zu Kontaminationen führte.[1] Nach Übernahme des Truppenübungsplatzes Munster-Nord richtete die Bundeswehr eine Erprobungsstelle für ABC-Schutz ein, aus der das Wehrwissenschaftliche Institut für Schutztechnologien - ABC-Schutz (WIS) hervorging. Die WWD betrieb seit Dezember 1982 eine Verbrennungsanlage zur Entsorgung der zahlreichen aus den Arbeiten mit Kampfstoffen resultierenden Altlasten. Seit dem 17. Dezember 1997 sind der Betrieb dieser und einer zweiten Verbrennungsanlage auf die "Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungs-Altlasten (GEKA mbH)", eine privatrechtlich organisierte, zu 100 Prozent im Bundesbesitz befindliche Gesellschaft, übergegangen. Diese Anlagen sind durch internationale Rüstungskontrollverträge zertifiziert.

Persönlichkeiten

  • Clemens Neuhaus (1927-1991), auf Motive der Lüneburger Heide spezialisierter Maler

Quellen

  1. Günther W. Gellermann: Der Krieg, der nicht stattfand. Möglichkeiten, Überlegungen und Entscheidungen der deutschen Obersten Führung zur Verwendung chemischer Kampfstoffe im Zweiten Weltkrieg. Koblenz: Bernard und Graefe 1986

Weblinks

  • lostplaces.de Munster und die Kampfstoffe
  • [1] Betreiber der Kampfstoffvernichtungsanlage
el:Μούνστερ

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