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Montabaur [ˈmɔntabauɐ] ist die Kreisstadt des Westerwaldkreises in Rheinland-Pfalz. Die Stadt ist gleichzeitig Verwaltungszentrum der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der weitere 24 Gemeinden angehören. Überregional bekannt ist die Stadt durch ihr auffällig gelbes Schloss und den ICE-Bahnhof an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Geografie
Stadtteile
Montabaur hat sieben Stadtteile. Nördlich liegt Eschelbach, im Westen liegen die Stadtteile Horressen und Elgendorf. Nach Süden hin, entlang des Gelbachtals, liegt der Wallfahrtsort Wirzenborn, weiter die Orte Reckenthal, Bladernheim und Ettersdorf.
Nachbargemeinden
Im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend: Dernbach, Staudt, Heiligenroth, Großholbach, Girod, Steinefrenz, Heilberscheid, Daubach, Stahlhofen, Untershausen, Holler, Niederelbert, Arzbach, Kadenbach, Neuhäusel und Hillscheid
Stadtbild
Montabaurs Altstadt zeichnet sich durch den neugotischen Rathausbau Roter Löwe, durch zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert und die große spätgotische katholische Pfarrkirche aus. Die mittelalterliche Stadtmauer ist in Resten erhalten, darunter auch der sogenannte Wolfsturm.
Die Stadthalle Montabaur ist für verschiedene Veranstaltungen wie Tagungen, Konferenzen, Konzerte, Theater und Events geeignet. Der historische Wolfsturm steht den Einwohnern der Stadt Montabaur zur Verfügung und kann für eigene Zwecke gemietet werden.
Schloss
→ Hauptartikel: Schloss Montabaur
Das Schloss Montabaur, bis 1945 Sitz des Landratsamtes des Unterwesterwaldkreises, dann Sitz der Bezirksregierung Montabaur, heute im Besitz der Akademie Deutscher Genossenschaften, die es als Tagungshotel und Schulungszentrum der Raiffeisen- und Volksbanken ausgebaut hat. Es liegt gut sichtbar in der Mitte der Stadt auf dem Schlossberg (321 m ü NN).
Geschichte
Schloss Montabaur mit alter Stadtmauer und Sauertalstraße
→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Montabaur
Die Kleinstadt hat eine Geschichte, die sich bis ins Jahr 959 nachweisen lässt, mit dem Kastell Montabaur, castellum Humbacense. Der Trierer Erzbischof Dietrich von Wied, um 1217 von einem Kreuzzug aus dem Heiligen Land zurückgekehrt, ließ die zerstörte Burg humbacense wieder aufbauen und nannte diese, wegen der Ähnlichkeit mit dem Berg Tabor in Israel, der als Ort der Verklärung Christi gilt, Mons Tabor, woraus Montabaur wurde. 1291 verlieh König Rudolf von Habsburg (1218 bis 1291) Montabaur zusammen mit Welschbillig, Mayen, Bernkastel und Saarburg die Stadtrechte.
Montabaur war bis 1968 Verwaltungssitz einer der fünf Regierungsbezirke, die bei Bildung des Landes Rheinland-Pfalz 1946 eingerichtet wurden. Durch die Eingemeindung von sieben Umlandgemeinden 1972 erreichte Montabauer im Wesentlichen seine heutige Größe.
Ab Mitte der 60er Jahre bis Anfang 2004 war Montabaur darüber hinaus mit der Westerwaldkaserne ein Bundeswehrstandort, an dem das Raketenartilleriebataillon 350 und später Instandsetzungseinheiten stationiert waren.
Das RakArtBtl 350 war das RaketenArtillerieBataillon ders III. (GE) Korps und ausgerüstet mit der ballistischen Kurzstreckenrakte Sergeant (Rakete) bzw ab Mitte der 70 er Jahre der Kurzstreckenrakente Lance (Rakete).
Die Sondermunition des RakArtBtl 350 lagerte im Sondermunitionslager Horressen. Die atomare Munition unterstand dem 83rd US Army Missile Detachment
Politik
Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen:
- CDU - 15 Mandate
- SPD - 5 Mandate
- FWG - 3 Mandate
- BfM Bürger für Montabaur - 3 Mandate
- Wählergruppe Hatzmann - 2 Mandate
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
- United Internet
- Volkmann & Rossbach Verkehrssicherheitssysteme
- Deco Glas
- Ursa Chemie
- Klöckner Pentaplast
- Metallwerk Elisenhütte, Hersteller von Kleinkaliber-Munition
- Akademie Deutscher Genossenschaften ADG
- Schmidt Consulting & Vertrieb GmbH & Co KG Solarstromanlagen
- ICE-Werk Montabaur
Verkehr
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das Rathaus im neugotischen Baustil
Altarraum der katholischen Kirche Sankt Peter in Ketten
Ehemaliger Wachturm von Montabaur
Museen und Kulturzentren
- In einem Waldstück bei Montabaur befindet sich in einem ehemaligen Nato-Waffenlager, das zu einem Museum umgebaut wurde, das „b-05 Kunst- und Kulturzentrum“. Die kleinen Bunker werden für Videoinstallationen genutzt, die großen als Bildergalerien. Im Schwerpunkt des Museums steht die zeitgenössische Kunst.
Kulturelle Einrichtungen
- Akademie für Darstellende Kunst Schauspielwerkstatt e. V.
- Akademie-Theater Rheinland-Pfalz
- Amateurtheater „Die Oase“
- Stadtbücherei
- Haus der Jugend
- Katholische öffentliche Bücherei
- Stadtarchiv
- Stadthalle Haus Mons-Tabor
- Kino „Capitol“
- Kulturwerkraum
Historische Gebäude
- Schloss
- Wolfsturm (-> Stadtmauer)
- Teile der Stadtmauer
- neugotisches Rathaus
- erbaut 1866 bis 1868
- zahlreiche, gut erhaltene historische Fachwerkhäuser, darunter u.a. ein Wohnhaus des Freiherrn vom Stein
- historisches Werbhaus
Kirchen
- Älteste Vorgängerin des heute als katholische Pfarrkirche genutzten Gebäudes war eine 940 aus Holz erbaute Kirche. 959 folgte ein weiterer Kirchenbau an dieser Stelle, diesmal mit steinernem Fundament. Die heutige Kirche wurde vom 12. bis zum 14. Jahrhundert errichtet. Die ältesten Bauabschnitte weisen noch romanische Stilelemente auf. In ihrer Gesamtheit ist die Kirche aber frühgotisch geprägt. Besonderheiten der Ausstattung sind ein Weltengericht-Gemälde über dem Chorbogen und eine steinerne Madonna, beides Überbleibsel der ursprünglichen Ausstattung, sowie eine Holzmadonna aus der Zeit um 1450. Die Pfarrkirche wurde zuletzt seit 2003 aufwendig renoviert.
- Brüderkirche (kath.), Gotteshaus des Ordens der "Barmherzigen Brüder Montabaur"
- Pauluskirche (ev.)
- Lutherkirche (ev.)
- Anna- oder Fuhrmannskapelle
- Die ehemalige Totenkapelle des Kirchhofs wurde 1300 erbaut und im 17. und 18. Jahrhundert mit Fachwerkan- und -überbauten versehen, die die Wohnungen der Pfarrvikare aufnahmen. Heute ist sie Teil der Häuserfront südöstlich der Pfarrkirche.
- Marien-Wallfahrtskirche im Stadtteil Wirzenborn im Gelbachtal
Freizeit
- Mons-Tabor-Bad
- Trimm-Dich-Pfad
- Nordic-Walking-Park
- Die Routen sind vom Deutschen Nordic Walking Nordic Inline Verband (DNV) zertifiziert. Die Routen reichen von der mit 2,36 Kilometer kürzesten Trimmpfad-Route bis hin zur mit 11,16 Kilometer längsten Biebrichskopf-Route. Integriert in den Montabaurer Nordic-Walking-Park ist auch die zehn Kilometer lange Joggingstrecke des Münz-Sylvesterlaufs.
- Fahrradwege ab Montabaur durch das romantische Gelbachtal bis zum Lahntal
Hilfsorganisationen
Sportvereine
(alphabetisch nach Sportarten)
- American Football
- Angelsportverein
- Badminton
- Basketball
- Boxen
- BCM Boxclub Montabaur e. V.
- Fußball
- 1. FFC Montabaur/Ww. (Verein für Frauen- und Mädchenfußball)
- TuS Montabaur
- SV Horressen/Elgendorf
- Judo
- Sportfreunde Montabaur e. V.
- Leichtathletik
- Radsport
- Reitsport
- Reitverein Montabaur 1965 e. V.
- Segelflug
- Luftsportclub (L.S.C.) Westerwald e.V.
- Schießsport
- Schützengesellschaft "St. Sebastianus" Montabaur
- Schwimmen
- DLRG Montabaur
- TuS Montabaur
- Skisport
- Skiclub Montabaur-Horressen
- Tauchen
- Tauchsportgruppe Montabaur (TSG)
- Tennis
- TC Schwarz-Weiss Montabaur
- TC Mittelwald Montabaur-Horressen
- Triathlon
- Volleyball, Beachsport
- Beach-Club Dernbach/Montabaur 1995 e. V.
- Wandern
- Schusterjungen Volkssportclub Montabaur
Veranstaltungen
- Schustermarkt
- Jazzwochenende Montabaur
- Kneipenfestival
- MonsTaRock
- Mach1 Festival
- Aktivtage
- Kirmes
Bildung
Schulen
- Große Stadtgrundschule von Montabaur (Im Jahr 2006 370 Schüler, 16 Klassen) mit der Vorschulklasse Schulkindergarten, Freiwillige Ganztagsschule Mo-Do bis 16:00 Uhr incl. Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, betreuter Freizeit und zahlreichen pädagogischen Zusatzangeboten. Integrierte Fremdsprachenarbeit in Englisch und Französisch. Partnerschule École Louis Pasteur in Tonnerre, Burgund.
- Waldschule (Grund- und Hauptschule) im Stadtteil Horressen
- Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz
- Das Peter-Altmeier-Gymnasium Montabaur war bis zum Jahr 1999 Aufbaugymnasium. Ab 1991 kamen die ersten Musikschüler in die fünfte Klasse, dieser erste Jahrgang der Musikschüler machte im Jahr 2000 Abitur.
Erwachsenenbildung
- Berufsfortbildungswerk (bfw)
- Bildungswerk Sport - Außenstelle Westerwald
- Info-Stelle Weiterbildung
- Katholische Erwachsenenbildung
- Kreisvolkshochschule (KVHS)
- Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt
- Volkshochschule der Verbandsgemeinde Montabaur (VHS)
- Institut für Schulung und Beruf (ISB)
Städtepartnerschaften
Montabaur unterhält Partnerschaften zur französischen Stadt Tonnerre, zur britischen Stadt Brackley und zur sächsischen Stadt Sebnitz. Des Weiteren ist die Partnerstadt der Verbandsgemeinde Montabaur das texanische Fredericksburg.
Persönlichkeiten
in Montabaur geboren
- Joseph Christian Leyendecker (1874–1951), Zeichner und Illustrator
- Maximilian Sauerborn (1889–1963), Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker
- Anton Diel (1898–1959), Politiker, 1949–1959 Bundestagsabgeordneter
- August Kunst (1898–1980), Politiker, 1957–1961 Bundestagsabgeordneter
- Heinz König (1927–2002), Ökonom, Rektor der Universität Mannheim, Gründervater des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim
- Frank Decker (* 1964), Politologe, Professor für Politische Wissenschaft der Universität Bonn
mit Montabaur verbunden
- Johann V. von Isenburg (1507–1556), Erzbischof und Kurfürst von Trier, lebte zuletzt im Schloss Montabaur und starb dort
- Ralph Dommermuth (* 1963), Gründer von United Internet und Internet-Unternehmer aus Deutschland
- Joseph Kehrein (1808–1876), Ehrenbürger von Montabaur, Lehrer, Philologe, Historiker und Direktor des Montabaur Lehrerseminars
- Karl Walter (1862–1929), Organist, Pädagoge, Wissenschaftler und Orgel- und Glockensachverständiger, starb in Montabaur und ist hier bestattet
- Heinrich Roth (1889-1955), Bürgermeister von Montabaur, Landrat des Unterwesterwaldkreises, Reichstagsabgeordneter
Literatur
- Georg Hilpisch: Die Genossenschaft der Barmherzigen Brüder von Montabaur. Eine kurze Geschichte ihrer Entstehung und Entwicklung bis zur Gegenwart. Hermann Rauch, Wiesbaden 1926
- Walter Kalb: Alt-Montabaur. Motive aus Montabaur von Walter Kalb. Verlag der Westerwälder Volkszeitung, Montabaur 1926
- 100 Jahre Große Karnevalsgesellschaft Montabaur. Montabaur 1984
- Josef Otto Schneider: Fastnacht in Montabaur. Fröhliche Schuster, alte Gecken. Arfeller, Montabaur 1988. ISBN 3-9801980-0-6
- Dieter Fries: Montabaur. Bilder von gestern und heute. Stadt Montabaur (Hrsg.) 1992
- 25 Jahre Bruderschaft der Exprinzen Montabaur. 1970 - 1995. Montabaur 1995
Weblinks
en:Montabaur
eo:Montabaur
fr:Montabaur
it:Montabaur
la:Mons Tabor (Germania)
nl:Montabaur
pl:Montabaur
ro:Montabaur
ru:Монтабаур
vo:Montabaur