Meinestadt.de - Möckern b. Burg - 25.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen-Anhalt | |
| Landkreis: | Jerichower Land | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Möckern-Loburg-Fläming | |
| Höhe: | 64 m ü. NN | |
| Fläche: | 394,32 km² | |
| Einwohner: | 12.409 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 31 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 39291, 39279 | |
| Vorwahlen: | 039221, 039223, 039225, 039244, 039245 | |
| Kfz-Kennzeichen: | JL | |
| Gemeindeschlüssel: | 15 0 86 140 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Markt 10 39291, 39279 Möckern |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Frank von Holly-Ponienzietz (CDU) | |
| Lage der Stadt Möckern im Landkreis Jerichower Land | ||
| Datei:Möckern in JL.png | ||
Möckern ist eine Kleinstadt im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt. Die Stadt gehört der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Loburg-Fläming an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Möckern hat.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt im Westfläming an der Bundesstraße 246 und der Bahnstrecke Magdeburg–Loburg. Die Landeshauptstadt Magdeburg liegt 23 Kilometer in westlicher Richtung entfernt, die Kreisstadt Burg liegt 15 Kilometer nördlich. Die Bundesautobahn 2 ist über die B 246a, die ebenfalls durch Möckern führt, nach zehn Kilometern erreichbar. Durch die Stadt fließt der Elbe-Nebenfluss Ehle, und im Osten erstreckt sich ein etwa 50 km² großes Kiefernwaldgebiet. Möckern steht auf Platz fünf in der Liste der flächengrößten Städte Deutschlands.
Zu Möckern gehören folgende Ortsteile:
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sowie die Wohnplätze
Die Slawen nannten den Ort, aus dem sich später Möckern entwickelte, „Mokrianici“ - feuchter Ort, denn die Ehle bildete zu dieser Zeit hier ein ausgedehntes Sumpfgebiet. Es wird vermutet, dass die Siedlung schon zum Ende des 9. Jahrhunderts unter deutschem Einfluss stand; sicher ist, dass sie Mitte des 10. Jahrhunderts ein deutscher Burgward war. Als solche wurde sie mit einer Urkunde von König Otto I. aus dem Jahre 948 zur Zehntleistung an das Magdeburger Moritzkloster verpflichtet. Diese Urkunde gilt als Ersterwähnung des Ortes. Zu dieser Zeit wurde auch anstelle der alten slawischen Anlage eine Burg errichtet, deren Bergfried noch heute Teil des Möckeraner Schlosses ist. Sie diente als Vorposten dem Schutz Magdeburgs und sicherte zugleich die wichtigen Straßen nach Brandenburg und Zerbst. 955 soll Otto I. nach seinem Sieg über die Ungarn am 10. August des Jahres (Tag des Heiligen Laurentius) die Pfarrkirche gestiftet haben, die seither den Namen des Heiligen trägt. Im 11. Jahrhundert erhielt Möckern eine Stadtbefestigung (seit dem 12. Jahrhundert aus Feldsteinen), die mit drei Toren ausgestattet wurde. Es ist nachgewiesen, dass Möckern bereits im Jahre 1373 das Stadtrecht besaß.
Die Herrschaftsfolge in Möckern war über mehrere Jahrhunderte hindurch vielfältig und kompliziert. Im 12. Jahrhundert übten die Brandenburger Markgrafen die Herrschaftsrechte aus, doch Markgraf Otto II. überließ sie 1196 dem Erzbistum Magdeburg. Spätestens im 14. Jahrhundert gelangte Möckern in den Besitz des Stifts Quedlinburg, das die Grafen von Arnstein mit der Stadt als Rittergut belehnten. 1376 gab das Stift seine Rechte wieder an Brandenburg ab. Danach wurde Möckern mehrfach verpfändet, u. a. an die Familie von Alvensleben oder das Erzbistum Magdeburg. Nach mehreren Prozessen verzichtete der brandenburgische Kurfürst 1472 zugunsten des Erzbistums auf seine Lehnshoheit. Das Lehen ging an die Grafen von Arnstein-Lindow, das es bis zu ihrem Aussterben 1524 besaß. 1710 ging der Besitz an Christian Wilhelm von Münchhausen über, 1742 an die Familie vom Hagen, die ihre Rechte bis 1945 ausübte.
Infolge der Besetzung durch den Herzog Franz Karl von Lauenburg während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1626 und durch einen Großbrand 1688 wurden schwere Schäden in der Stadt angerichtet. Seit 1680 gehörte die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Jerichower Kreis. 1700 errichtete man ein neues Rathaus. 1715 baute sich von Münchhausen als Ersatz für die alte Burg ein neues Schloss, das sein Nachfolger Wilhelm vom Hagen 1840 nach eigenen Vorstellungen umbaute.
Am 5. April 1813 fanden südlich von Möckern schwere Gefechte zwischen den verbündeten preußisch-russischen Truppen und der französischen Armee statt, die mit einer Niederlage für die Franzosen endeten und den erfolgreichen Auftakt des Befreiungskrieges gegen Napoléon bildete. Das Ereignis ist als das Ehlegefecht bei Möckern in die Geschichte eingegangen.
Nach dem endgültigen Sieg Preußens ordnete das Königreich seine Kreisverwaltung neu. So kam Möckern 1816 in den neu gebildeten Kreis Jerichow I mit der Kreisstadt Burg. Hatte der Ort bisher einen Charakter als Ackerbürgerstadt mit Brauereien und Krammärkten, so wandelte sich die Infrastruktur durch die 1892 eröffnete Bahnstrecke Magdeburg - Loburg mit der Ansiedelung von Sägewerken, einer Dampfmühle und einer Stärkefabrik merklich. 1895 wurde das bisherige Rathaus durch einen dreigeschossigen Neubau im Renaissancestil ersetzt. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Möckern über 1.700 Einwohner.
Der relative Wohlstand der Stadt wurde auch durch die private Bautätigkeit sichtbar, die bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann und bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs andauerte. In dieser Zeit entstanden im Westteil eine Reihe neuer Straßenzüge, die zum Teil mit Häusern im Jugendstil bebaut wurden. Am 5. Mai 1945 wurde Möckern von der Roten Armee besetzt. Daraufhin nahmen sich 42 Einwohner das Leben.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie vom Hagen durch die von der sowjetischen Besatzungsmacht angeordneten Bodenreform enteignet und verlor dadurch auch ihr Möckeraner Schloss. Hier wurde eine Filiale des Staatsarchivs Magdeburg untergebracht. Mit der DDR-Gebietsreform von 1952 kam Möckern zunächst in den Kreis Loburg, am 20. Juni 1957 in den Kreis Burg. In den 1960er Jahren wurde der Geflügelmastbetrieb Kombinat Industrielle Mast (KIM) eingerichtet, der sich zu den größten seiner Art in der DDR entwickelte. 1964 lebten 2.904 Menschen in Möckern.
Das KIM wurde nach der deutschen Wiedervereinigung vom Wiesenhof-Konzern übernommen, der damit 400 Arbeitsplätze für die Stadt sicherte. Als ein weiterer wichtiger Arbeitgeber stellt eine Firma Laminatfußböden her, die in ganz Europa verkauft werden. Arbeitsplätze schuf auch die alte Gutsherrenfamilie vom Hagen, die 1991 in ihre Heimat zurückkehren und ihr ehemaliges Gut zurückkaufen konnte. Im Ortsteil Pabsdorf hat Johann-Christoph vom Hagen das ehemalige Jagdhaus der Familie wieder aufgebaut. Im Schloss, das weiterhin im kommunalen Besitz blieb, wurde nach dem Auszug des Staatsarchivs 1998 die Grundschule von Möckern untergebracht. Seit 1991 ist Möckern Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft, anfangs Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Möckern, dann ab dem 1. Januar 2005 der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Fläming und seit dem 1. Juli 2007 der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Loburg-Fläming. 2005 wurde im Stadtteil Lochow auf dem Gelände eines fünf Hektar großen ehemaligen Armeegrundstücks eine Außenstelle der Maßregelvollzugsanstalt Uchtspringe für 80 therapieunfähige Straftäter trotz massiver Proteste der Bevölkerung eingerichtet.
Der zuletzt am 13. Juni 2004 gewählte Stadtrat umfasst 21 Stadträte, die folgenden Parteien und Gruppen angehören: CDU (13), Linke (2), SPD, FDP und drei Wählergemeinschaften mit je einem Vertreter. Bürgermeister Dr. Udo Rönnecke (CDU) wurde am 6. Mai 2001 als einziger Kandidat von 47,4 Prozent aller Wahlberechtigten gewählt. Die Ortsteile vertreten ihre Interessen durch Ortschaftsräte und jeweils durch einen Ortsbürgermeister.
Blasonierung: „In Gold eine rote Burg mit drei Zinnentürmen mit grünen Spitzdächern und Knäufen und offenem Tore, darin ein gezogenes Fallgitter, seitlich je ein kleiner Erker mit grünem Spitzdach und Knauf.“
Die Symbolik geht auf ein Siegel von 1473 zurück, das die Umschrift „sivitatis * burgesi * van * mockern“ trägt und damit wahrscheinlich Bezug auf die ehemalige Wasserburg nimmt.
Die Blasonierung des zu DDR-Zeiten etablierten Wappens lautete: „In Gold eine fünftürmige rote Burg mit gekehlter Mauer und schwarzer Toröffnung, die Türme - zwei kleine äußere, zwei höhere gezinnte innere sowie ein gezinnter Mittelturm - mit blauen Spitzdächern und goldenen Knäufen.“ Dieses Erscheinungsbild stimmte nicht mit dem durch den Heraldiker Otto Hupp Anfang des vergangenen Jahrhunderts dargestellten Wappen Möckerns überein. Beim neuen Design des Wappens wurde darum die historisch verbürgte Grafik zugrunde gelegt und einem zeitgemäßen Stil der Wappenkunst angepasst.
Im Mai 1995 realisierte der Heraldiker Jörg Mantzsch den Auftrag der Stadtverwaltung, eine Neugestaltung des in Gewohnheitsrecht geführten Wappens durchzuführen, um dieses ins Genehmigungsverfahren zu bringen.
Die Stadt Möckern führt eine dreistreifige Flagge in den Farben Grün/Rot/Gelb mit dem aufgelegten Stadtwappen.
Die evangelische St.-Laurentius-Kirche liegt im südlichen Stadtzentrum. Der Ursprungsbau aus dem 10. Jahrhundert bestand zunächst aus Holz und wurde ab dem 13. Jahrhundert mit Feldsteinmmaterial umgebaut; neben dem quadratischen Turm entstand ein wesentlich breiteres Kirchenschiff aus dem 15. Jahrhundert und ein schmalerer Altarraum. Im Inneren verdient der 1587 angefertigte Altaraufsatz mit seinen Gemälden Beachtung.
Östlich des im Stadtzentrum gelegenen Marktplatzes befindet sich das Schloss Möckern. Ältester Bauteil ist der quadratische Bergfried aus dem Mittelalter. Das heutige Schlossgebäude stammt aus dem Jahr 1840 und wurde von dem Rittergutsbesitzer vom Hagen errichtet. Zum Schloss gehört ein Englischer Landschaftspark.
Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus steht eine mannshohe Stele, auf der ein gekrönter Frauenkopf thront, „Stadtgöttin“ genannt. Sie wurde 1995 von dem Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel geschaffen. In einer Stadtpublikation wird sie wie folgt beschrieben: „Ihre Krone ist eine Stadtmauer mit offenen Toren für Jederfrau und Jedermann, auf deren Zinnen die fleißigen Bürger ihr Handwerk zeigen. Wie der Schalk im Nacken sitzt ihr ein Liebespaar - Darstellung der Jugend und der ständigen Erneuerung des kleinstädtischen Lebens.“
Die Stadt Möckern besitzt drei Schulen. Dies sind:
Biederitz | Brettin | Burg | Demsin | Drewitz | Elbe-Parey | Genthin | Gerwisch | Gladau | Gommern | Grabow | Gübs | Hohenwarthe | Jerichow | Kade | Karow | Klitsche | Königsborn | Körbelitz | Krüssau | Lostau | Magdeburgerforth | Möckern | Möser | Nielebock | Paplitz | Pietzpuhl | Redekin | Reesdorf | Reesen | Rietzel | Roßdorf | Schermen | Schlagenthin | Schopsdorf | Stresow | Tucheim | Woltersdorf | Wulkow | Wüstenjerichow | Zabakuck
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