Donnerstag, 24.05.2012



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Meine

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Dieser Artikel behandelt die niedersächsische Gemeinde Meine. Für den Sänger der Scorpions, siehe Klaus Meine.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Meine
Meine
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Meine hervorgehoben
52.38333333333310.53333333333379Koordinaten: 52° 23′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Papenteich
Höhe: 79 m ü. NN
Fläche: 38,73 km²
Einwohner: 8145 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 210 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38525 - 38527
Vorwahl: 05304
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 016
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Abbesbütteler Str. 4
38527 Meine
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Ines Kielhorn (SPD)

Meine ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Das Dorf Meine, das Hauptort dieser Gemeinde ist, wurde erstmals 1007 urkundlich erwähnt, ist aber wahrscheinlich erheblich älter. Meine ist die größte Gemeinde und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Papenteich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Meine liegt im östlichen Niedersachsen auf dem Weg von Braunschweig zur Lüneburger Heide. Quer durch das Gemeindegebiet verläuft der Mittellandkanal. Das Gelände weist kaum Hügel auf, doch bei klarem Wetter kann man Elm und Harz sehen. Außerhalb der Orte liegen Felder, Laubwälder und bei Abbesbüttel ein Sandabbaugebiet.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Meine grenzt im Süden an die Stadt Braunschweig. Weitere benachbarte Gemeinden sind Rötgesbüttel, Vordorf, Isenbüttel, Wasbüttel, Calberlah (alle Landkreis Gifhorn) und Lehre (Landkreis Helmstedt). Die Städte Gifhorn und Wolfsburg sind jeweils rund 10 Kilometer von Meine entfernt.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde umfasst die Ortsteile Meine (Kernort), Abbesbüttel, Bechtsbüttel, Wedelheine, Wedesbüttel, Grassel, Gravenhorst und Ohnhorst sowie die Siedlungen Meinholz und Martinsbüttel. Hinzu kommt eine Windmühle mit eigener Bushaltestelle in der Feldmark zwischen Meine und Abbesbüttel. Die Mühle findet sich auch im Gemeindewappen wieder.

Innerhalb des Kernortes Meine wird der westliche Teil Meinersand genannt und der Nordteil Zellberg. In der Feldmark nördlich des Dorfes liegt die Ortswüstung Smelke und südöstlich die Ortswüstung Stapel oder Stabel. Weit nördlich des Dorfes, kurz vor Rötgesbüttel, liegen der Büchenteich, der im Dorf Beukendiek genannt wird, sowie die Dingbänke. Der Namen Dingbänke weist auf einen alten zentralen Gerichts- und Versammlungsplatz unter freiem Himmel (Ding, Thing) für die historische Gogräfschaft Papenteich hin.

Ein angelegter Lehrpfad entlang eines geteerten Radweges zwischen B 4 und Mittellandkanal führt Interessierte in die lokale Flora mit ihrem Bewuchs und Ausprägungen ein und vermittelt Wissenswertes auf beschilderten Wegstationen.

Bevölkerungsentwicklung

Am 31. Dezember 2006 wohnten in der Gemeinde Meine 8.135 Menschen, davon über die Hälfte im Kernort Meine. Die Bevölkerungsentwicklung in historischer Zeit ist für alle Teilorte getrennt belegt. Im Ortsteil Meine entwickelten sich die Zahlen wie folgt:

Jahr Einwohner [1][2] Jahr Einwohner [3]
1821 338 1950 1712
1848 452 1961 1577
1871 535 1970 1821
1905 1008 1980 2259
1912 1047 1990 2774
1925 921 2000 3510
1939 930

Der große Bevölkerungszuwachs in Folge des Zweiten Weltkrieges beruht vor allem auf dem Zuzug von Vertriebenen und Flüchtlingen. 1950 waren von 1.712 Einwohnern 696 Vertrieben und Zugewanderte.

Geschichte

Entstehung

Meine wurde erstmals im Jahr 1007 als Meynum urkundlich erwähnt. Es wird jedoch angenommen, daß der Ort zu dieser Zeit bereits länger bestand. Nach der Auffassung Meibeyers hängt die Gründung Meines mit der Unterwerfung des Sachsenlandes durch die Franken im 8. Jahrhundert zusammen. Zu dieser Zeit seien mehrere Siedlungen im bis dahin weitgehend unbesiedeltem Nordwald gegründet worden. Oberbeck[4] nimmt dagegen eine Entstehung des Dorfes zu Beginn der älteren Rodeperiode (etwa im 6. oder 7. Jahrhundert) an.

Mittelalter

Ab dem 11. Jahrhundert war der Ort Grenzort zwischen dem Bistum Halberstadt und dem Bistum Hildesheim, deren Grenze westlich des Ortes verlief.[5] Einen bedeutenden Aufschwung in neuerer Zeit erlebte der Ort in Folge der Errichtung der Zuckerrübenfabrik Papenteich zu Meine AG im Jahr 1883.[6]

Zweiter Weltkrieg

In der Endphase des Krieges kam es aufgrund verstärkter Luftangriffe auf die nahe gelegene Industriestadt Braunschweig auch zu Bombenabwürfen in und um den Ort Meine.

In der Nacht vom 13. auf den 14. August 1944 erlebte Meine seinen schwersten Bombenangriff. Ziel des Angriffs waren die Reichsstraße 4 (heute: Bundesstraße 4) sowie die Verbindung der Reichsbahn von Braunschweig nach Gifhorn. In Folge des Angriffes wurden zwei Gebäude an der Hauptstraße durch die Bomben vollständig zerstört. Die Reichsstraße 4 sowie die Eisenbahnverbindung wurden schwer getroffen und waren für mehrere Tage unpassierbar.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sprache

In Meine wurde früher ostfälisches Papenteicher Platt (siehe: Samtgemeinde Papenteich - Sprache) als Alltagssprache sowie Hochdeutsch als Schul- und Kirchensprache gesprochen. Die Meiner wuchsen also zweisprachig auf. Die zwei wichtigsten Verfasser von Texten in Papenteicher Sprache stammen aus Meine: Karl Ahrens (1868-1937) und Karl-Otto Dohrendorf. Inzwischen hört man im Alltag nur noch wenig Plattdeutsch. Das in Meine gesprochene Hochdeutsch enthält aber weiter eine Reihe lokaler und regionaler Wörter und Sprachelemente (siehe wiederum: Samtgemeinde Papenteich - Sprache).

Religion

Gliederung und Gebiete der Meiner Kirchengemeinden weichen von der politischen Gemeinde ab. Zur größten Kirchengemeinde Meines, der evangelisch-lutherischen Stephani-Gemeinde, gehört neben den Orten Meine, Abbesbüttel, Wedelheine, Wedesbüttel, Grassel, Gravenhorst und Ohnhorst sowie Meinholz und Martinsbüttel auch der Ort Vordorf. Kirche und Gemeindehaus stehen im alten Ortskern Meines, außerdem gibt es Kapellen in Vordorf, Wedesbüttel und Abbesbüttel.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bahnhof Meine

Meine hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Braunschweig–Uelzen.

Politik

Gemeinderat

Die letzte Kommunalwahl fand am 10. September 2006 bei einer Wahlbeteiligung von 59,2 % statt. Seitdem setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:

Bürgermeister

  • 16. November 1981 bis 30. November 2006 - Hans-Georg Reinemann (CDU, * 1934).
  • Seit 30. November 2006 Ines Kielhorn (SPD, * 1964), die bei ihrer Wahl auch von den Ratsmitgliedern der FDP, UWG und Bündnis90/Die Grünen unterstützt wurde.

Wappen

Blasonierung: Geteilt durch einen blauen Wellenbalken von Silber und Gold, oben die Windmühle von Meine, rot mit schwarzem Dach, schwarzen Fenstern und schwarzer Tür nebst vier goldenen Flügeln, unten ein nach links springendes Pferd

Erklärung: Zentral in der Gemeinde liegt eine alte Windmühle die noch heute als Wahrzeichen gilt. Sie stellt außerdem eine Verbindung zwischen Ackerbau sowie Handwerk und Industrie her. Das Wellenband besteht aus acht Wellen, welche die acht Ortsteile der Gemeinde symbolisieren. Des weiteren stellt der blaue Wellenbalken den das Gemeindegebiet durchquerenden Mittellandkanal dar. Das schwarze Pferd wurde schon im Wappen des früher hier ansässigen Geschlechtes derer von Grote geführt. Auch symbolisiert das Pferd die lange Tradition der Frachtfuhrleute aus Meine, die bis zum Beginn der Eisenbahn bestand.[7]

Literatur

  • Der Landkreis Gifhorn. Die Landkreise in Niedersachsen, Bd. 26. Hrsg. von Niedersächsischen Landesverwaltungsamt, Bremen 1972, ISBN 3-87172-327-4.)
  • Heinz Klose: Geschichtliches aus dem Papenteich. Meine 1983, ISBN 3-87040-029-3.
  • Stephan Bitter, Hans-Heinrich Gurland (Hrsg.): Unsichtbare Kirche. Rheinbach 1999, ISBN 3-87062-034-X. (S. 100-309: Tagebücher des Meiner evangelischen Gemeindepastors Rudolf Gurland 1930-1939. Der Pastor wurde wegen seiner jüdischen Abstammung im Nationalsozialismus verfolgt).

Weblinks

Commons Commons: Landkreis Gifhorn, Meine – Bilder, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. ab Brand, Renate: Papenteich in alten Ansichten, Eschenbach 1995, ISBN 3-89570-057-6
  2. Verwaltungsgeschichte Gifhorn bis 1939
  3. Papenteicher Nachrichten, Ausgabe 395 - Mai 2007, Seite.5
  4. Gerhard Oberbeck: Die mittelalterliche Kulturlandschaft des Gebietes um Gifhorn. Bremen-Horn 1957, S. 38 (mit bodenkundlicher und ortsnamensgeschichtlicher Argumentation)
  5. Wolfgang Meibeyer: Siedlungskundliches über den Papenteich, Schriftreihe des Landkreises Gifhorn; Gifhorn 1994
  6. Homepage der Gemeinde Meine
  7. Homepage des SV Abbesbütel
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