Meinestadt.de - Meersburg - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Tübingen | |
| Landkreis: | Bodenseekreis | |
| Gemeindeverwal- tungsverband: |
Meersburg | |
| Höhe: | 444 m ü. NN | |
| Fläche: | 12,08 km² | |
| Einwohner: | 5581 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 462 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88709 | |
| Vorwahl: | 07532 | |
| Kfz-Kennzeichen: | FN | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 4 35 036 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 88709 Meersburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Martin Brütsch (parteilos) | |
| Lage der Stadt Meersburg im Bodenseekreis | ||
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Meersburg ist eine Stadt im baden-württembergischen Bodenseekreis. Sie liegt zwischen Friedrichshafen und Überlingen.
Inhaltsverzeichnis |
Meersburg liegt am nördlichen Ufer des Bodensees, am Übergang vom Obersee zum Überlinger See auf einer Höhe von 400 bis 500 Meter. Allein zwischen Unter- und Oberstadt besteht ein Höhenunterschied von 40 Meter. [2]
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Monatsmittelwerte für Meersburg am Bodensee, 1961 bis 1990
Quelle: DWD Klimadaten Deutschland[3]
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Nach dem Aussterben der Grafen 1210 blieben Burg und Siedlung im unmittelbaren Besitz des Bischofs. Der 1268 in Neapel hingerichtete Stauferkönig Konradin verbrachte seine letzten Lebensjahre hier.
Die Siedlung entwickelte sich vor allem oberhalb der Burg, im Bereich der späteren Oberstadt, die 1233 Marktrecht, vor 1260 eine Mauer und 1299 unter dem Konstanzer Bischof Heinrich von Klingenberg das Stadtrecht nach Ulmer Vorbild erhielt. Im selben Jahr wurde die unterhalb der Burg gelegene Siedlung am Seeufer durch Aufschüttung so erweitert, dass Raum für einen großen Marktplatz und die Erweiterung der Siedlung zur Unterstadt entstand. Im Jahr 1334 wurde die Stadt von Kaiser Ludwig dem Bayer erfolglos belagert.
Auseinandersetzungen der Bürgerschaft mit dem bischöflichen Stadtherren um die Ausgestaltung der Stadtverfassung („Stadtrechtskämpfe“) endeten 1458 mit der Niederlage der Bürger. Der Bürgermeister Simon Weinzürn wurde 1461 ohne richterliches Urteil im Bodensee ertränkt. Ein Konstanzer Chronist schildert die Tötung Weinzürns so: „… Hier musste er sich außerhalb des Schiffs auf ein (über den Bordrand gelegtes) Brett setzen, während der bischöfliche Vogt sich innerhalb setzte. An tiefer Stelle angelangt, stand der letzterer dann auf und der letzte fiel mit dem Brett in den See und ertrank.“ [4] Das Amt des Bürgermeisters wurde abgeschafft. [5]
Im Jahr 1509 wurde das Alte Schloss ausgebaut sowie in der Unterstadt der Getreidespeicher („Gredhaus“) und der Hafen gebaut. [6]
1526 siedelte der bischöfliche Hof des Bischofs Hugo von Hohenlandenberg aus dem evangelisch gewordenen Konstanz hierher über. Erst 1575 wurde das Amt des Bürgermeisters wieder eingeführt.
Die Schweden und Württemberger plünderten Meersburg in den Jahren 1618 bis 1648 des Dreißigjährigen Krieges. Durch die Pest in den Jahren 1635/36 und 1646 schrumpfte die Meersburger Bevölkerung auf ein Sechstel. An diese Zeit erinnert der Fasnachtsbrauch des „Schnabelgiere“ sowie die „Gesellschaft der Hundertein Bürger“ (Gedenkstein an der Ostseite der Stadtkirche). [7]
Die Burg Meersburg war bis zur Fertigstellung des Neuen Schlosses 1750 ständige Wohnung des Bischofs. Vor allem das 18. Jahrhundert prägte mit dem Bau aus Neuem Schloss (nach 1712), Priesterseminar (1732-35) und Reit- oder Stallhof (ab 1751) das barocke Panorama Meersburgs am Steilufer zum Bodensee.
Kardinal Franz Konrad von Rodt und sein Nachfolger (und Bruder) Maximilian Christoph von Rodt residierten bereits im Neuen Schloss. Meersburg blieb Residenz des Bischofs bis zur Aufhebung des Bistums 1803.
Nach dem Übergang des Bistums Konstanz an Baden im Reichsdeputationshauptschluss 1803 war Meersburg bis 1807 Hauptstadt des Oberen Fürstentums am See, 1803 bis 1857 Hauptort des Amtsbezirks Meersburg und 1814 bis 1836 Sitz des Hofgerichts des badischen Seekreises (in der Burg).
Teile der Stadtbefestigung wurden 1820 bis 1845 abgerissen. Das Alte Schloss selber wurde 1838 durch Freiherr Joseph von Laßberg erworben und so vor dem Abriss bewahrt.
Die Burg Meersburg beherbergt heute ein Museum mit spätgotischen und barock stuckierten Innenräumen und einer im 20. Jahrhundert zusammengetragenen Einrichtung und gilt als „älteste, vollständig erhaltene und bewohnte Burg Deutschlands“.
Außerhalb der Stadt befindet sich, wenige Schritte vom Obertor in den Weinbergen, das Fürstenhäusle, ein ehemaliges, um 1600 erbautes Rebhaus, welches Annette von Droste-Hülshoff von 1843 bis 1848 gehörte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde es durch einen rückwärtigen Anbau wesentlich erweitert. Im unverändert erhaltenen Vorderteil befindet sich ein Museum, welches an die Dichterin erinnert.
Der Hafen wurde 1850 für Dampfschiffe umgebaut, 1870 die Seepromenade ausgebaut, 1921 die Altstadt elektrifiziert, 1928 Meersburg als Hafen für die Autofähre nach Konstanz empfohlen und durchgesetzt und 1933 mit dem Bau des Strandbades begonnen. [8]
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Umgehungsstraßen (Töbelestraße, B 31 Ortsumgehung) und Großparkplätze angelegt, die Altstadt unter Denkmalschutz gestellt und saniert, die Infrastruktur verbessert (Kindergarten, Schule, Seglerhafen, Therme) und die kulturelle Ausstrahlung verstärkt (Kulturamt, Knabenmusik, Städtische Galerie, Droste-Preis, internationale Konzerte). [9]
Am 1. Februar 1972 wurde die Gemeinde Baitenhausen in die Stadt Meersburg eingemeindet.
Wappenbeschreibung: In Gold über blauem Wellenschildfuß eine rote Burg mit Zinnenturm, beiderseitigem Pultdach und offenem Tor. Das Wappen ist ein sogenanntes sprechendes Wappen, das die Namensbestandteile „Meer“ und „Burg“ darstellt.
Meersburg war seit 1551 nicht nur Verwaltungssitz des (weltlichen) Fürstbistums Konstanz, sondern bis zur Teilung in die Diözesen Freiburg und Rottenburg 1827 auch des geistlichen Bistums Konstanz. War Meersburg also auch nach der Reformation zunächst katholisch, so finden sich heute auch andere Konfessionen am Ort. Neben einer römisch-katholischen Gemeinde gibt es auch eine evangelische und eine neuapostolische Gemeinde, sowie die Zeugen Jehovas.
Die katholische Stadtkirche befindet sich am höchsten Punkt der Oberstadt. An der Stelle des Turms der katholischen Pfarrkirche befand sich früher ein Turm der Stadtbefestigung. Die Pfarrkirche selber wurde 1827 bis 1829 erbaut.
Die barocke Schlosskapelle befindet sich (vom Schlossplatz aus gesehen) im linken Teil des Neuen Schlosses und ist nur vom Schlossplatz her durch eine Holzpforte zugänglich. Sie wurde unter Fürstbischof Damian Hugo Graf von Schönborn (Regierungszeit von 1740 bis 1743) errichtet und dient seit 1864 als evangelische Stadtpfarrkirche. Interessant ist die "Fürstenloge", von der der Fürstbischof den Gottesdienst verfolgen konnte, ohne das Neue Schloss zu verlassen. In der anfänglichen Planung war der Gebäudeteil als Pferdestall vorgesehen, wurde dann aber für den Bischof und den Hofstaat umgebaut. Der Pferdestall wurde weiter in östlicher Richtung mit dem Reithof gebaut. Die Architektur geht auf Balthasar Neumann zurück. [10]
Meersburg blieb im Zweiten Weltkrieg unzerstört. Die Bevölkerungszahl wurde aber durch die im Krieg gefallenen Einwohner und durch den Zuzug von Flüchtlingen beeinflusst.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdoppelte sich dann die Zahl der Einwohner von 2600 im Jahr 1950 auf 5500 Einwohner im Jahr 2006. [11]
Meersburg hat sich mit den Gemeinden Daisendorf, Hagnau, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen und ist Sitz dieses Verbandes.
Im zweiten Wahlgang der Bürgermeisterwahl am 28. November 2004 wurde Sabine Becker mit absoluter Mehrheit (56%) zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Sie ist die erste Bürgermeisterin im Bodenseekreis und war ab dem 1. Februar 2005 bis 2009 im Amt. Bei der Bürgermeisterwahl 2009 trat Sabine Becker in Meersburg nicht mehr an. Sie ist seit 2009 Bürgermeisterin von Überlingen.
Im zweiten Wahlgang der Bürgermeisterwahl am 1. Februar 2009 wurde mit relativer Mehrheit und 35,36 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen Martin Brütsch (parteilos) gewählt. [12]
Nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| CDU | 38,1 % | -2,9 | 8 Sitze | -1 |
| UMBO | 17,5 % | -1,2 | 3 Sitze | ±0 |
| FWV | 15,4 % | -3,4 | 3 Sitze | ±0 |
| SPD | 12,3 % | -2,7 | 2 Sitze | -1 |
| Umweltgr. | 6,7 % | +6,7 | 1 Sitz | +1 |
| Die Grünen | 6,6 % | +0,1 | 1 Sitz | ±0 |
| Andere | 3,3 % | +3,3 | 0 Sitze | ±0 |
Städtepartnerschaften bestehen mit
Außerdem hat Meersburg die Patenschaft für den Versorger Meersburg (Schiffs-Nr. A 1418) der Bundesmarine und den Lufthansajet Meersburg (Nr. D-ACHB) übernommen.
Meersburg hat Bedeutung als Weinbau- und Tourismusort. Der sonnige Hang ist durch seine Ausrichtung nach Süden und durch das milde Bodenseeklima für den Weinbau geradezu prädestiniert. Im Jahr 2004 war Meersburg der Veranstaltungsort des Ride to the Lake Urban Freeride Events.
Durch die günstige Erreichbarkeit per Schiff und PKW und durch die besonders idyllische Lage zieht Meersburg mit seinen teilweise überregional bekannten Restaurants und Weinstuben in der Urlaubssaison ungefähr eine Million Tagesausflügler an. Den 250000 Übernachtungsgästen pro Saison stehen zahlreiche Hotels, Pensionen, Gasthöfe, Ferienwohnungen und Privatzimmer zur Verfügung. Meersburg besitzt das Prädikat "Erholungsort". [13]
Meersburg gehört zum alemannischen Sprachraum. Es liegt in der Regio D-A-CH.
Die Weinhänge Richtung Unteruhldingen und Hagnau sind vom Schiff und von der Fähre aus gut zu sehen. Dazu kommen Reblagen nördlich der Bundesstraße 33. Die Weinanbaufläche in den Gemarkungen Meersburg und Stetten umfasst ca. 120 Hektar und liefert etwa 1 Million Liter Wein. [14] Die begrenzte Anbaufläche teilt sich auf mehrere Winzer auf. Die Betriebe werden sowohl genossenschaftlich (57 Hektar von der Stadt Meersburg gepachtet)[15], als Stiftung (Konstanz), staatlich, in markgräflicher und fürstlicher Tradition als auch rein privatwirtschaftlich geführt. Ein privater Winzer in Meersburg-Stetten am Höhenweg von Meersburg nach Hagnau wurde sogar vom renommierten Weinführer Gault Millau 2007 mit sehr guten drei Trauben ausgezeichnet. [16]
Der Anbau in den Meersburger Lagen in 444 bis 500 Meter Höhe ist nur durch die Besonderheiten des Seeklimas möglich. Der Bodensee speichert die Wärme der Sonne, wirkt damit mildernd auf das Klima und sorgt für einen langen, milden Herbst. Hinzu sorgt die häufige Föhnwetterlage und die Reflexion der Sonne vom See auf die Uferhänge für gutes Weinbauklima. [17]
Wichtige Rebsorten sind Müller-Thurgau und Spätburgunder, aus dem in Meersburg Rotwein (durch Vergärung von Saft, Fleisch und Haut der Beeren) sowie der goldgelbe bis bernsteinfarbene Weißherbst (Vergärung des Safts ohne Fleisch und Haut der Beeren) ausgebaut wird. Weitere Rebsorten sind Grauer Burgunder, der in der lieblichen Ausbaustufe Ruländer und in der trocken Grauburgunder genannt wird. Rebsorten, die ein besonderes Bukett ergeben, sind der Traminer, Bacchus, Kerner und Sauvignon Blanc. Eine weitere wichtige Rebsorte ist auch der Weißburgunder. [18]
Bekannte Meersburger Weinlagen (Einzellagen) sind von West nach Ost: Chorherrnhalde, Fohrenberg, Rieschen, Jungfernstieg, Sängerhalde, Bengel, Haltnau, Lerchenberg. Allgemein gehört Meersburg zu der Großlage Sonnenufer. [19] Weinbau in Meersburg ist seit 1324 urkundlich belegt. Die besonderen Weinlagen waren bis zur Säkularisation im Besitz der Fürstbischöfe von Konstanz. [20]
Meersburg ist Sitz des Dekanats Linzgau des Erzbistums Freiburg.
Die Stadt Meersburg verfügt über zwei Schulen:
Das Droste-Hülshoff-Gymnasium ist ein staatliches Aufbaugymnasium mit angeschlossenem Internat. Schulleiterin ist Annette Brunke-Kullik, stellvertretender Schulleiter ist Heinz Scholten. Im Gymnasium arbeiten 52 Lehrer; es wird von 629 Schülern in 18 Klassen besucht.[21] Die durchschnittliche Klassengröße war mit 25,4 Schülern im Schuljahr 2006/07 die niedrigste im Bodenseekreis an einem Gymnasium.
Die Sommertalschule ist eine Grund- und Hauptschule mit 24 Lehrern und 335 Schülern in 15 Klassen. Schulleiter ist Jürgen Ritter, stellvertretender Schulleiter ist Wolfgang Fitz.[22] Im Schuljahr 2006/07 waren 26 % der Schulübergänge von der Grundschule an Hauptschulen, 26 % an Realschulen und 48 % an Gymnasien.[23]
In Meersburg gibt es ein Freibad und ein Thermalbad, eine Sporthalle, eine Tennisanlage mit fünf Tennisplätzen, einen Skatepark und eine Minigolfanlage.
Meersburg verfügt über einen großen Sportverein. Der TuS Meersburg umfasst unter anderem die Sportdisziplinen Fußball, Turnen,Volleyball und Leichtathletik. Die Fußballabteilung spielt in der so genannten Sommertalarena, wo gegen Ende 2007 ein neuer Rasenplatz für ungefähr 120.000 Euro fertiggestellt wurde. Die Turner und Volleyballer sind heimisch in der Sommertalhalle, die zu einer der modernsten im ganzen Bodenseekreis gehört.
Knabenmusik, Stadtkapelle und Fanfarenzug vertreten Meersburg musikalisch.
Die Stadt Meersburg vergibt in unregelmäßigen Abständen den Droste-Preis an Schriftstellerinnen zum Gedenken an Annette von Droste-Hülshoff.
Das Zeppelinmuseum in Meersburg und das Zeppelin Museum in Friedrichshafen ergänzen sich. Die Meersburger Museumsstücke des Zeppelinmuseums wurden und werden in Privatinitiative zusammengestellt. Besonders werden Originalbauteile, Uniformen, Inventar und Modelle gezeigt. Insgesamt umfasst die Sammlung 10000 Exponate.[24]
Burgmuseum (Alte Burg Meersburg): Es gibt diverse Ausstellungsstücke aus dem Mittelalter zu sehen. Unter anderem sind auch das Arbeitszimmer und das Schlaf- und Sterbezimmer von Annette von Droste-Hülshoff zu besichtigen. Davon abgesehen ist auch ein Großteil der Burg begehbar, so kann man beispielsweise auch den Rittersaal, den Königssaal, die Waffenkammer, die Folterkammer und den Dagobertsturm besichtigen.
Im Neuen Schloss sind drei Museen untergebracht.
Das Weinbaumuseum wurde in den 1950er Jahren vom Staatsweingut eingerichtet. Es befindet sich im Neubau von 1680 des Heilig-Geist-Spitals in der Vorburggasse. Im Untergeschoss befand sich der Torkel. Im Obergeschoss dieses Hauses starb 1815 der Arzt und Heiler Franz Anton Mesmer.
Im Weinbaumuseum ist der Heilig-Geist-Torkel (Kelter, Weinpresse) von 1607 ausgestellt. Ferner ein Fass mit 50000 l Fassungsvermögen, das „Türkenfass“. Weiter werden gezeigt eine Flaschensammlung, geschnitzte Fassböden, und Küferwerkzeuge.
Stadtmuseum: Dokumentation zu Franz Anton Mesmer
Bibelgalerie: Erlebnisausstellung zur Welt der Bibel
Droste-Museum im Fürstenhäusle: Es liegt mitten in einem Rebberg oberhalb der Oberstadt. Es wird Fürstenhäusle genannt nach dem Konstanzer früheren Domherrn und späteren Fürstbischof Jacob Fugger von Kirchberg und Weißenhorn. Er ließ das Gartenhaus im 16. Jahrhundert als Hort der Zuflucht bauen. Es wurde der Kirche durch die Säkularisation enteignet. Annette von Droste-Hülshoff ersteigerte das Fürstenhäusle im November 1843 von der Meersburger Priesterhausverwaltung. Das Arbeitszimmer mit Aussicht auf den Bodensee nannte sie „Schwalbennest“. [26] In einem Brief an Elise Rüdiger, geborene Hohenhausen von 1843 schreibt sie: „Die Aussicht ist fast zu schön, d. h. mir zu belebt, was die Nah- und zu schrankenlos, was die Fernsicht betrifft.“ [27]
Die mittelalterliche Stadtbefestigung schützte Burg, Ober- und Unterstadt.[28] Gegen feindliche Übergriffe bestand die Kombination aus Burg, Burggraben und Stadtmauern.
Als Überreste der Stadtbefestigung sind in der Unterstadt das Unterstadttor und in der Oberstadt das Obertor erhalten. Die Befestigung in der Oberstadt verlief vermutlich in halbrunder Linienführung vom Turm der katholischen Stadtkirche - Mauerreste und Wehrturm „Am Stadtgraben“ - Obertor (Die Häuser zu beiden Seiten des Obertors sind direkt auf die Stadtmauer gebaut.) - Rückseite der Häuser der „Vorburggasse“ - Gewölbekeller des Staatsweinguts Meersburg. Der Gewölbekeller ist um 1720 in der Vertiefung des Stadtgrabens in der Regierungszeit von Fürstbischof Johann Franz Schenk von Stauffenberg angelegt worden.[29]
Das Obertor wurde um 1300 erbaut als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Das Brückenhaus des Obertors wurde 1838 abgerissen. [30] In der Unterstadt gab es am Hafen das „hintere Seetor“, das 1852 abgebrochen wurde.[31]
Im Mittelalter wurde im Neuweiher bei Daisendorf Wasser gesammelt, um von dort den Stadtgraben von Meersburg mit Wasser zu füllen oder zu fluten.[32] Das Wasser aus dem Neuweiher fließt heute durch den Haselbach in den Siechenweiher [33] am nordöstlichen Stadtrand von Meersburg und von dort in den Bodensee. Die Wasserläufe in der Meersburger Altstadt wurden Mitte des 20. Jahrhunderts überdeckelt und münden in den Bodensee.
Es gab einen Fluchtweg aus der Burg. Dieser entstand während der Burgbelagerung durch die Schweden im 16. Jahrhundert und führt aus einem Haus in der Unterstadt direkt in den Burgstall, wo dessen Einstieg auch heute noch im Rahmen einer Burgbesichtigung zu sehen ist.
Die Burg Meersburg (Altes Schloss) mit Dagobertsturm (langjähriger Wohnort der Droste, siehe insbesondere deren Gedicht „Am Turme“).
Vom See her ergibt sich eine einzigartige Sicht auf Meersburg. Neben dem Alten Schloss sind auch die Gebäude zu sehen, die unter den Konstanzer Fürstbischöfen (u. a. Johann Franz Schenk von Stauffenberg) als Barockensemble in der Oberstadt gebaut wurden: das rote Neue Schloss (1712 - 1762), der gelbe Reit- und Stallhof (1751 - 1760) und das rote ehemalige Priesterseminar (1725 - 1735).
Das Gebäude des ehemaligen Reithofs des Fürstbischofs beherbergte Stallungen und Kutschenremisen und wurde später von der Weinbaudomäne bzw. dem Staatsweingut und dann von der Volksschule bzw. dem Aufbaugymnasium genutzt.
Das Gebäude des Priesterseminars, das oberhalb der Reblage Rüschen und über dem Hafen thront, wurde immer für Ausbildungszwecke genutzt: von 1735 bis 1825 zur Ausbildung katholischer Priester, dann als katholisches Lehrerseminar, Aufbaurealschule (1925 - 1937), Reichsfinanzschule (1937 -1945), Pädagogium für angehende Volksschullehrer (1946 - 1953) und als Aufbaugymnasium (seit 1952). Die Schule heißt heute Droste-Hülshoff-Gymnasium. Durch diese Zweckbestimmungen war die im Priesterseminar gelegene Barockkapelle mit Deckenfresken über die Pestzeit für die Öffentlichkeit nie zugänglich. [34]
Die Fachwerkhäuser in der Oberstadt in der Steigstraße, der Winzer- und Kirchgasse bilden ein romantisches Ensemble. Das Fachwerk war um 1920 noch mit Putz bedeckt. [35] Die Handelsstraße von Konstanz nach Ravensburg verlief über die Steigstraße.[36]
Das Glaserhäusle in Meersburg aus dem 18. Jahrhundert, ein Literaturmuseum, wurde zum „Denkmal des Monats August 2004“ ernannt. Das westlich beim Sommertal am Waldrand über den Rebhängen gelegene Häusle wurde im Jahr 1909 vom Philosophen Fritz Mauthner (1849-1923) und der Schriftstellerin Harriet Straub (1872-1945) gekauft. Mauthner starb 1923, Straub 1945. Sie haben ein gemeinsames Ehrengrab auf dem Meersburger Friedhof. Wilhelm Restle (1884-1980) war seit 1923 Stadtpfarrer von Meersburg und trug in der schwierigen Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zur Erhaltung des Glaserhäusles bei. Auch er hat ein Ehrengrab auf dem Meersburger Friedhof. [37]
Die Alte Schmiede im nordwestlich gelegenen Ortsteil Schiggendorf wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum „Denkmal des Monats Mai 2005“ ernannt.
Die Magische Säule auf der Hafenmole wurde von Peter Lenk geschaffen und setzt damit die Reihe seiner Kunstwerke an den Schiffsanlegestellen des Bodensees fort: nach der Imperia-Figur an der Hafeneinfahrt Konstanz, dem Reiter über den Bodensee bei der Anlegestelle in Überlingen, jetzt (2007) die Magische Säule an der Hafeneinfahrt in Meersburg. In diesem filigranen Werk werden Begebenheiten und Persönlichkeiten mit Bezug zur Meersburger Stadtgeschichte dargestellt. An einem hohen Pfahl sind der Meersburger Amor des Fürstbischofs aus dem 13. Jahrhundert, Freiherr Joseph von Laßberg, Wendelgart von Halten (Haltnau-Sage), Franz Anton Mesmer und Johann Joseph Gassner (Exorzist) dargestellt. Am oberen Ende des Pfahles schwebt, symbolisch als angreifende Möve dargestellt, Annette von Droste-Hülshoff. Das Denkmal ist derartig transparent, dass die Sicht auf die Stadtkulisse nicht gestört wird.
Auf dem städtischen Friedhof Meersburg sind die Gräber von Annette von Droste-Hülshoff, Franz Anton Mesmer und Fritz Mauthner erhalten.
Die kleine vergitterte Kapelle „Zum Frieden“ am Wegesrand des Spazierweges „Am Rosenhag“ beherbergt eine Kopie der Stalingradmadonna in Form eines Gobelins durch die russische Künstlerin Elena Kikopule. Die Kapelle wurde im 17. Jahrhundert unter Fürstbischof Franz Johann von Praßberg gebaut und wegen Straßenbaus hierher, vor die Einmündung in die Töbelestraße, umgesetzt.
Die am äußersten Südosten des Meersburger Gebietes und am südlichen Rand von Stetten gelegene Kriegsgräberstätte Lerchenberg ist auch über den Höhenweg (Fußweg) Meersburg - Hagnau zu erreichen. Auf diesem mit Muschelkalk-Mauern eingefriedeten Gelände oberhalb der Rebhänge sind 69 Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg beigesetzt. Eine Inschrift in schwarzen Lettern weist darauf hin, dass diese Stätte auch den Kriegstoten geweiht ist, „deren Gräber uns unerreichbar sind“ (Volksbund Deutsche Kriegsgräber).
Es ist Bestandteil der schwäbisch-alemannischen Fasnet.
In den 1950er Jahren wurden die Kult-Heimatfilme Briefträger Müller mit Heinz Rühmann sowie Die Fischerin vom Bodensee (1956) mit Marianne Hold und Gerhard Riedmann teilweise in Meersburg gedreht. In Die Fischerin vom Bodensee sind die Trachtenhauben sowie die historischen Gebäude Meersburgs im Erhaltungszustand des Jahres 1956 dokumentiert.
In den 1970er Jahren wurde der Kult-Musikfilm Alter Kahn und junge Liebe, in dem Roy Black heimatliche und besinnliche Lieder singt, teilweise vor den Kulissen des Marktplatzes in Meersburg, des Obertors, der Häfen der Unterstadt sowie vor der Kulisse des Rheins gedreht.
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