Donnerstag, 24.05.2012



Lexikon Suche


Meckesheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Meckesheim
Meckesheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Meckesheim hervorgehoben
49.3213888888898.8152777777778154Koordinaten: 49° 19′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-Kreis
Höhe: 154 m ü. NN
Fläche: 16,33 km²
Einwohner: 5343 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 327 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74909
Vorwahl: 06226
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 049
Adresse der Gemeindeverwaltung: Friedrichstraße 10
74909 Meckesheim
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Jürgen Moos (SPD)
Lage der Gemeinde Meckesheim im Rhein-Neckar-Kreis
Datei:Meckesheim in HD.png

Meckesheim ist eine Gemeinde in Nordbaden (Baden-Württemberg) und gehört zum Rhein-Neckar-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Meckesheim ist Teil der Metropolregion Rhein-Neckar und liegt ca. 20 km südöstlich von Heidelberg im Kraichgau, an der Elsenz. In die Elsenz fließen der Lobbach, der Schwarzbach und das Rohrbächle. Die Gemarkung erstreckt sich über eine Höhe von 135 bis 258 Metern.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn, Mauer, Wiesenbach, Lobbach, Spechbach, Eschelbronn, Zuzenhausen, Dielheim und Wiesloch.

Gemeindegliederung

Neben dem Dorf Meckesheim gehört noch das nordöstlich gelegene Dorf Mönchzell zur Gemeinde Meckesheim. Der Weiler Meckesheimerhof im Westen entstand ab 1964 im Zuge einer Flurbereinigung.[2]

In den Grenzen des Ortsteils Mönchzell ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.

Geschichte

Meckesheim wurde erstmalig 772 und 822 im Lorscher Codex als Meckinesheim erwähnt und ist vermutlich eine fränkische Siedlung, die ihren Namen von einem Stammesfürsten Mekin (o.ä.) erhielt. Die östlich des Dorfes gelegene Ruine der Martinskirche ist eine der ältesten Pfarrkirchen der Gegend, die wahrscheinlich noch aus der Zeit der fränkischen Besiedlung im 6. oder 7. Jahrhundert datiert. Der Ort war 1325 als Reichslehen im Besitz der Herren von Weinsberg und gelangte 1330 an die Kurpfalz. Als Gerichtsplatz der Meckesheimer Zent ist der Ort ab 1295 bezeugt. Die Pfalzgrafen verlegten das Zentgericht bereits 1346 nach Neckargemünd. Die Ortsherrschaftsrechte lagen nach einigen Verpfändungen ab 1369 beim pfälzischen Amt Dilsberg. Im Gegensatz zu den umliegenden grundherrlichen Orten war in Meckesheim weit über die Hälfte des Bodens freies bäuerliches Eigentum.

Im Dreißigjährigen Krieg war der Ort mehrfach umkämpft, so dass gegen Ende des Krieges über 100 Häuser in Trümmern lagen. Am 10. August 1689 wurde der Ort durch Truppen Melacs niedergebrannt. 1722 vernichtete eine Feuersbrunst abermals 92 Gebäude im Ort.

1803 gelangte der Ort zu Baden, wo er zunächst dem Amt Neckargemünd, nach dessen Auflösung 1857 dem Bezirksamt Eberbach und 1863 dem Oberamt Heidelberg zugeordnet wurde.

Politisch waren vor dem Ersten Weltkrieg die Nationalliberalen am stärksten, die zu Beginn der Weimarer Republik von den Sozialisten übertroffen wurden. Ab 1930 erhielt die NSDAP die meisten Stimmen und steigerte sich bis 1933 auf knapp 70 Prozent. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Gemeinde 500 Vertriebene auf.

Ab 1938 gehörte Meckesheim zum Landkreis Heidelberg, der 1973 im Rhein-Neckar-Kreis aufging. Am 31. Dezember 1973 wurde Mönchzell eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1439 1577 1650 1727 1818 1852 1905 1939 1965
Einwohner[3] 320 570 100 329 884 1032 1342 1656 3094

<timeline> Colors =

 id:hellgrau    value:gray(0.7)
 id:dunkelgrau  value:gray(0.9)

ImageSize = width:550 height:auto barincrement:10 # * Größe des Bildes PlotArea = width:500 top:30 left:40 bottom:40 # Plotgröße für Timeline AlignBars = late # Ausrichtung rechts DateFormat = yyyy # * yyyy oder dd/mm/yyyy Period = from:0 till:6000 # * von .. bis .. TimeAxis = orientation:horizontal # * Orientierung der Achse ScaleMajor = gridcolor:hellgrau unit:year increment:1000 start:0 ScaleMinor = gridcolor:dunkelgrau increment:100 start:0

PlotData=

 color:skyblue width:7 shift:(12,-3) fontsize:XS        #   Farbe blau, Breite 10
 bar:1871 from:start till:1746 text:1746
 bar:1880 from:start till:1744 text:1744
 bar:1890 from:start till:1738 text:1738
 bar:1900 from:start till:1890 text:1890
 bar:1910 from:start till:1860 text:1860
 bar:1925 from:start till:2133 text:2133
 bar:1933 from:start till:2211 text:2211
 bar:1939 from:start till:2237 text:2237
 bar:1950 from:start till:3264 text:3264
 bar:1956 from:start till:3307 text:3307
 bar:1961 from:start till:3593 text:3593
 bar:1962 from:start till:3713 text:3713
 bar:1963 from:start till:3731 text:3731
 bar:1964 from:start till:3810 text:3810
 bar:1965 from:start till:3968 text:3968
 bar:1966 from:start till:4111 text:4111
 bar:1967 from:start till:4154 text:4154
 bar:1968 from:start till:4251 text:4251
 bar:1969 from:start till:4310 text:4310
 bar:1970 from:start till:4319 text:4319
 bar:1971 from:start till:4391 text:4391
 bar:1972 from:start till:4417 text:4417
 bar:1973 from:start till:4483 text:4483
 bar:1974 from:start till:4525 text:4525
 bar:1975 from:start till:4509 text:4509
 bar:1976 from:start till:4481 text:4481
 bar:1977 from:start till:4507 text:4507
 bar:1978 from:start till:4512 text:4512
 bar:1979 from:start till:4590 text:4590
 bar:1980 from:start till:4628 text:4628
 bar:1981 from:start till:4749 text:4749
 bar:1982 from:start till:4773 text:4773
 bar:1983 from:start till:4761 text:4761
 bar:1984 from:start till:4794 text:4794
 bar:1985 from:start till:4759 text:4759
 bar:1986 from:start till:4803 text:4803
 bar:1987 from:start till:4775 text:4775
 bar:1988 from:start till:4851 text:4851
 bar:1989 from:start till:4972 text:4972
 bar:1990 from:start till:5116 text:5116
 bar:1991 from:start till:5220 text:5220
 bar:1992 from:start till:5298 text:5298
 bar:1993 from:start till:5416 text:5416
 bar:1994 from:start till:5437 text:5437
 bar:1995 from:start till:5452 text:5452
 bar:1996 from:start till:5443 text:5443
 bar:1997 from:start till:5449 text:5449
 bar:1998 from:start till:5483 text:5483
 bar:1999 from:start till:5407 text:5407
 bar:2000 from:start till:5365 text:5365
 bar:2001 from:start till:5386 text:5386
 bar:2002 from:start till:5402 text:5402
 bar:2003 from:start till:5405 text:5405
 bar:2004 from:start till:5415 text:5415
 bar:2005 from:start till:5386 text:5386
 bar:2006 from:start till:5325 text:5325
 bar:2007 from:start till:5343 text:5343

TextData=

 pos:(10%,20%) fontsize:M text: Einwohner_Meckesheim_und_Mönchzell         #   Position und Text für den Titel 

</timeline>

Religionen

Der katholische Anteil der Bevölkerung in Meckesheim war im Pfälzer Vergleich unterdurchschnittlich und steigerte sich bis 1925 langsam auf 23 Prozent. Durch die Aufnahme von Vertriebenen erhöhte sich der Anteil nach dem Zweiten Weltkrieg auf ein Drittel.

Seit etwa 1700 waren Juden in Meckesheim ansässig. 1875 war ihr Bevölkungsanteil mit 5 Prozent am höchsten. Anschließend setzte eine Abwanderung in die Städte ein. 1940 wurden fünf Juden nach Gurs deportiert.

Politik

Das ehemalige Rathaus von Meckesheim

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 18 Mitglieder, die alle fünf Jahre direkt gewählt werden. Hinzu kommt der Bürgermeister als Gemeinderatsvorsitzender. In Mönchzell gibt es einen Ortschaftsrat.

Bei der Gemeinderatswahl 2004 lag die Wahlbeteiligung bei 62,2 %. Die Mandatsverteilung ist wie folgt:

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird in direkter Wahl für jeweils acht Jahre gewählt. Seit dem Jahr 2000 ist Hans-Jürgen Moos (SPD) Bürgermeister von Meckesheim.

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: Durch eine eingebogene silberne Spitze, worin ein aus einem blauen Wellenbalken, emporkommendes, sechsspeichiges halbes schwarzes Mühlrad; vorn in Schwarz ein linksgewendeter goldener Löwe, hinten von Blau und Silber, schräglinks gerautet.

Das Wappen ist vom Ortssiegel im 18. Jahrhundert abgeleitet und wurde im Jahr 1900 vom Generallandesarchiv verliehen. Der Löwe und die blau-weißen Rauten stammen aus dem Wappen der Kurpfalz, zu der Meckesheim bis 1802 gehörte. Das aus dem Fluss ragende Mühlrad steht für die vielen Wassermühlen die es auf der Gemarkung Meckesheim gab. An der Lobbach und an der Elsenz haben sich noch zwei alte Mühlengebäude erhalten. Eines davon ist das Elektrizitätswerk an der Elsenzbrücke.

Die Flagge ist Blau-Weiß-Blau.[4]

Partnergemeinden

Seit 1971 besteht eine Partnerschaft mit der in der Nähe von Versailles gelegenen Ortschaft Jouy-en-Josas in Frankreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die nur noch als Ruine erhaltene Kirche St. Martin östlich des Ortes wurde vermutlich in der Zeit der fränkischen Besiedlung im 6. oder 7. Jahrhundert auf einem römischen Ruinenplatz errichtet. Von der Kirche sind im Wesentlichen nur die Umfassungsmauern des quadratischen Chores mit einem spitzbogigen Triumphbogen und einem auf 1501 datierten Fenster erhalten. Die Kirche verkam, nachdem die im Ort befindliche Marienkirche im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert Pfarrkirche wurde. Der Friedhof um die Martinskirche wurde noch bis 1817 als Begräbnisstätte benutzt. Im Jahr 1900 wurde im Mauerwerk der Kirche ein römisches Grabrelief gefunden. 1960 wurde die Kirchenruine, 1997 die Einfriedungsmauer gesichert.
  • Die evangelische Pfarrkirche wurde 1847–49 anstelle einer älteren Marienkirche (später auch Galluskirche) erbaut.
  • Die katholische Kirche St. Antonius von Padua wurde 1904 als neoromanischer Bau erbaut. Seit dem Bau einer größeren katholischen Kirche in den 1960er Jahren dient das Gebäude, heute unter dem Namen Wilhelm-Baden-Haus, als kirchliche Begegnungsstätte.
  • Die katholische Kirche St. Martin in der Au wurde ab 1962 erbaut, nachdem die alte katholische Kirche für die Gemeinde zu klein geworden war. Das Gebäude hat ein sich zum Altar hin verjüngendes Trapez als Grundriss und einen 23 Meter hohen, runden Glockenturm, der ursprünglich höher geplant war, aber wegen des unsicheren Baugrunds in den Elsenzauen niedriger ausgeführt wurde.
  • Die neuapostolische Kirche ist ein moderner Zweckbau aus dem Jahr 1958.
  • Das Rathaus ist ein Gebäude von 1729, das nach Zerstörung eines alten Rathauses beim Stadtbrand 1722 im Jahr 1731 von der Gemeinde erworben und später mit einer klassizistischen Fassade versehen wurde.
  • Das Schulhaus des Ortes wurde nach dem Stadtbrand von 1722 errichtet und 1824 durch einen Neubau ersetzt, der 1850 und 1904 auf die heutige Größe erweitert wurde.
  • Das Wachthaus mit den vorgesetzten Sandsteinsäulen wurde 1818 errichtet und diente auch als Ortsgefängnis.
  • Das Elektrizitätswerk an der Elsenz geht auf eine im Jahr 1719 erstmals erbaute Mühle zurück, die nach vorübergehenden industriellen Nutzung 1908 im Stil des Jugendstils zum Elektrizitätswerk umgebaut wurde.
  • Das in der Ortsmitte befindliche Denkmal für Kurfürst Carl Theodor wurde 1782 errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Meckesheim liegt an der Elsenztalbahn (HeidelbergSinsheim). Hier zweigt auch die Schwarzbachtalbahn nach Aglasterhausen ab. Beide Strecken werden bis 2009 elektrifiziert und in das Netz der S-Bahn RheinNeckar aufgenommen, wodurch umsteigefreie Verbindungen nach Heidelberg und Mannheim entstehen. Meckesheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Historisch beachtenswert ist noch die Nebenbahn Wiesloch–Meckesheim/Waldangelloch, die Meckesheim über Schatthausen, Baiertal, Horrenberg, Dielheim und Alt-Wiesloch mit Wiesloch-Stadt und dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf verband. Die Strecke wurde 1901 eröffnet. Bereits 1922 wurde der Abschnitt zwischen Schatthausen und Meckesheim wieder stillgelegt . Durch seine Funktion als Eisenbahnknotenpunkt wandelte sich Meckesheim bereits vor dem Zweiten Weltkrieg von einer bäuerlichen zu einer gewerblichen Siedlung.

Meckesheim liegt an der B 45 (NeckargemündSinsheim), die beim Ausbau 1961/62 aufgrund des zuvor schon starken Durchgangsverkehrs durch den Ort als Umgehungsstraße ausgeführt wurde. Im Süden verläuft die A 6.

Bildung

In Meckesheim gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule und in Mönchzell eine Grundschule. Weiterführende Schulen können in Neckargemünd, Sinsheim und Bammental besucht werden.

Persönlichkeiten

  • Johann Adam Müller (1770–1832), wurde in Meckesheim geboren und als „Bauernprophet“ bekannt.
  • Ferdinand Adolf Kehrer (1837–1914), Direktor der Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg, führte in Meckesheim am 25. September 1881 den ersten konservativen Kaiserschnitt durch.
  • Karl Bühler (1879–1963), Psychologe, wurde in Meckesheim geboren.
  • Albrecht Müller (* 1938), deutscher Politiker, Autor und Unternehmensberater ist hier aufgewachsen.

Einzelnachweise


Literatur

  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
    • Bd 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
    • Bd 2: Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden des Landkreises Heidelberg. Karlsruhe 1968

Weblinks

Commons Commons: Meckesheim – Bilder, Videos und Audiodateien
en:Meckesheim

eo:Meckesheim fr:Meckesheim it:Meckesheim ja:メッケスハイム nl:Meckesheim pl:Meckesheim pt:Meckesheim rm:Meckesheim ro:Meckesheim ru:Меккесхайм vo:Meckesheim