Donnerstag, 24.05.2012



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Marienhafe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marienhafe
Marienhafe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marienhafe hervorgehoben
53.5230555555567.27361111111110Koordinaten: 53° 31′ N, 7° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Samtgemeinde: Brookmerland
Höhe: 0 m ü. NN
Fläche: 4,06 km²
Einwohner: 2068 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 509 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26529
Vorwahl: 04934
Kfz-Kennzeichen: AUR
Gemeindeschlüssel: 03 4 52 017
Bürgermeister: Heiko Coordes (CDU)
Kirche St. Marien
Klaus-Störtebeker-Denkmal
Das historische Marienhafe

Marienhafe ist eine Gemeinde, zugleich Flecken, und Verwaltungssitz in der Samtgemeinde Brookmerland im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Die Gemeinde liegt ca. 11 km südöstlich von Norddeich. Marienhafe ist eine der kleinsten Gemeinden in Niedersachsen.

Zur Gemeinde gehört der kleine Ortsteil Tjüche nördlich des Ortskerns, der 1973 eingemeindet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Ortschaft Marienhafe wurde 1424 aufgrund eines Bremer Schiedsspruches als Marienhoff gegründet. Die Kirche besteht jedoch schon seit dem 13. Jahrhundert und ist wegen des ursprünglich knapp 80 Meter hohen kastenförmigen Turmes und ihrer ehemaligen drei Schiffe bekannt. Die Wattflächen "Leybucht" und "Kuipersand" (vor Marienhafe in der Emsmündung bzw. in deren Übergang zur Nordsee gelegen) beziehen ihren Namen von der alten dreischiffigen Marienhafer Großkirche. Ihr Turm und alle drei Kirchenschiffe waren auf der Nordseite mit Kupfer ("Kuiper" = friesisch-niederländisch für Kupfer) und auf der Südseite mit Schiefer ("Ley"=altdeutsch für Schiefer) gedeckt, sodass die Kirche von See her durch den wechselnden Blick auf die Kupfer- und die Schieferseite für Eingeweihte einen Hinweis auf die auch bei Niedrigwasser befahrbar bleibenden Priele und sonstigen Wasserflächen gab. Ohne dieses Sonderwissen waren der Ort und sein tideabhängiger Hafen von See her uneinnehmbar.

Die Bedeutung der Kirche als Seezeichen ging nach dem Ende des Mittelalters durch die Verlagerung der Küstenlinie zurück; Marienhafe liegt heute im Binnenland und hat keinen Hafen mehr. Sowohl der Turm als auch die Schiffe der Kirche wurden deshalb im Hinblick auf die hohen Unterhaltungskosten des Bauwerks im Jahr 1829 drastisch verkleinert. Die Kirche St. Jacobi (Hamburg) (ohne deren heutigen spitzen Turmhelm) vermittelt in etwa einen Eindruck der ursprünglichen Größe von Turm und Hauptschiff des Marienhafer Gotteshauses.

Der Seeräuber Klaus Störtebeker soll hier außerdem im ausgehenden 14. Jahrhundert Unterschlupf gefunden haben. Dafür revanchierte er sich beim Kampf der Häuptlinge des Brookmerlandes um die Vorherrschaft in Ostfriesland.

Marienhafe heute

Auf dem Marktplatz südlich der Kirche steht ein Denkmal, das an den Piraten Klaus Störtebeker erinnert. Rund um die Kirche befindet sich der örtliche Friedhof. Marienhafe besteht hauptsächlich aus einem geschlossenen Wohngebiet und im Ortskern gibt es kleinere Geschäfte und Gaststätten. Durch die dichte Bebauung ist Marienhafe nahezu mit den Nachbarorten Osteel und Upgant-Schott zusammengeschmolzen, die ebenfalls zur Samtgemeinde Brookmerland gehören.

Alle drei Jahre im Sommer finden in Marienhafe für dreieinhalb Wochen die sogenannten Störtebeker-Freilichtspiele in plattdeutscher Sprache statt. Hierbei wird der Marktplatz für mehrere Wochen mittelalterlich umgestaltet. Die Spiele werden von der Arbeitsgemeinschaft Ostfriesisches Volkstheater e.V. geleitet. Die inhaltlichen Handlungen verändern sich mit jedem neuen Spieljahr.

Bereits weit über die Grenzen des Brookmerlandes hinaus sind die hummel-Brookmerland-Meisterschaften bekannt. Dabei handelt es sich um ein Handballturnier am Ende eines jeden Jahres bei denen in unterschiedlichen Gruppen aktive und nicht-aktive Handballer/innen gegeneinander um den Gruppensieg spielen. Den Abschluss des Turniers bildet ein Zeltfest am 30.12. vor der Kurt-Knippelmeyer-Halle. In den vergangenen Jahren haben sich jeweils über 75 Mannschaften angemeldet und bis zu 8.000 Besucher feuerten ihre Teams an.

Kirche

Die Marienhafener Kirche war ursprünglich eine dreischiffige Basilika mit Querschiff und sechsgeschossigem Turm. Sie galt früher als größte Kirche Ostfrieslands. 1829 wurde der Bau bis auf Mittelschiff abgerissen, wobei auch ein 250 Meter langer und aus 124 Einzelbildern bestehender Sandsteinfries, der sich unmittelbar unter dem Dach befand, zerstört wurde. Der nunmehr auf vier Stockwerke reduzierte Turm war einst ein bedeutendes Seezeichen. Noch nahezu vollständig erhalten ist die bedeutende Orgel, die Gerhard von Holy 1713 vollendete.

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 72 zwischen der Stadt Norden und Georgsheil; außerdem an der Landesstraße 26 von Osterupgant (im Osten vom Marienhafe) nach Wirdum. Zudem gibt es in Marienhafe einen Bahnhof, der hauptsächlich vom Regionalverkehr der Deutschen Bahn bedient wird.

Bildung

In Marienhafe befindet sich das Schulzentrum Brookmerland mit einer Haupt-, Real- und einer Förderschule. Über die Einrichtung eines gymnasialen Zweigs wird derzeit diskutiert. Das Schulzentrum wird in naher Zukunft zu einer integrierten Gesamtschule umgestaltet.

Politik

Zusammensetzung des Gemeinderates

Der Gemeinderat hat 13 gewählte Mitglieder, sowie den direkt gewählten Bürgermeister. Ihm gehören seit der Kommunalwahl am 10. September 2006 zwei Parteien und eine Wählergruppe an.

SPD-Fraktion 6 Sitze CDU-Fraktion 2 BWG-Fraktion 4 parteilos 1 Zusammen 13


CDU und BWG bilden im Rat eine Gruppe[1].

Die nächsten Kommunalwahlen werden 2011 stattfinden.

Partnerschaften

Persönlichkeiten

  • Hilko Wiardo Schomerus (* 1879 in Marienhafe, † 1945 in Halle/Saale), ev. Theologe, Missions- und Religionswissenschaftler, Indologe.

Literatur

  • Eberhard G. Neumann: Beitrag zur Baugeschichte der Kirche in Marienhafe. In: Die St. Marien-Kirche der Ev.-luth. Gemeinde Marienhafe. Norden, o.J.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zusammensetzung des Rates
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