Meinestadt.de - Malsch b. Wiesloch - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | ||
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | ||
| Landkreis: | Rhein-Neckar-Kreis | ||
| Höhe: | 171 m ü. NN | ||
| Fläche: | 6,77 km² | ||
| Einwohner: | 3401 (30. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 502 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 69254 | ||
| Vorwahl: | 07253 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | HD | ||
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 26 046
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| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Kirchberg 10 69254 Malsch |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Werner Knopf | ||
| Lage der Gemeinde Malsch im Rhein-Neckar-Kreis | |||
| Datei:Malsch in HD.png | |||
Malsch ist eine Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Malsch liegt an der nordwestlichen Ecke des Kraichgaus südlich der Städte Wiesloch und Walldorf am Rande der Oberrheinischen Tiefebene in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Gemeinde befindet sich am Fuß des 246 m hohen Letzenbergs.
Angrenzende Gemeinden sind, beginnend im Norden im Uhrzeigersinn: Malschenberg, Rauenberg, Mühlhausen, Rettigheim, Östringen, Bad Schönborn, Kronau und Rot.
Zur Gemeinde Malsch gehören das Dorf Malsch mit der Bahnstation Rot-Malsch und das Tonwerk.[2][3]
Malsch wurde im Jahre 783 in einer Schenkungsurkunde des Lorscher Codex als Malschen erstmals erwähnt. 976 schenkte Kaiser Otto II. die Benediktinerabtei Mosbach mit 23 Ortschaften, zu denen auch Malsch gehörte, dem Bischof von Worms. 1302 kam das Dorf wieder durch Schenkung an das Hochstift Speyer. Dort gehörte es zum Amt Rotenberg und war mit diesem von 1463 bis 1505 an die Kurpfalz verpfändet. Am 20. April 1525 begann mit einer Bauernversammlung auf dem Letzenberg der Bauernkrieg im Hochstift Speyer. Der Haufen forderte die umliegenden Ortschaften auf „innen mit gewappneter handt zuzuziehen und das evangelium und gotlich gerechtigkeit helffen zu retten.“[4] Bei der Niederschlagung des Aufstands wurde Malsch zerstört.
Im Dreißigjährigen Krieg zündete Tilly 1622 den Ort an. Am Ende des Krieges war Malsch entvölkert und die Anzahl der Einwohner betrug nur noch fünf Prozent der ursprünglichen Zahl. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs wurde Malsch, obwohl es nicht zur Kurpfalz gehörte, 1689 und 1693 von französischen Truppen unter Führung des Generals Mélac [5] zerstört.
Nach den Umwälzungen der Französischen Revolution wurde Malsch 1803 badisch, womit die über 500 Jahre dauerende Zugehörigkeit zu Speyer endete. 1824 wurde die Gemarkung von Malschenberg abgetrennt. 1818 war Kaiser Alexander I. von Russland, der Schwager des badischen Großherzogs Karl war, zu Besuch in Malsch.
Von 1870 bis zum Ende der Weimarer Republik 1933 war das Zentrum die stärkste Partei in Malsch. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Gemeinde 350 Heimatvertriebene auf. Malsch wurde Bestandteil des neugebildeten Bundeslandes Baden-Württemberg.
| Jahr | 1530 | 1721 | 1818 | 1852 | 1905 | 1939 | 1965 | 2000 | 2008 [6] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner[7] | 361 | 515 | 1022 | 1327 | 1475 | 1510 | 2444 | 3189 | 3412 |
Entsprechend der langen Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer war die Malscher Bevölkerung überwiegend katholisch. Auch durch die Zuwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg gab es kaum Verschiebungen.
Seit dem frühen 18. Jahrhundert waren Juden in Malsch ansässig. 1875 war ihr Bevölkungsanteil mit 7,5 Prozent am höchsten. Anschließend setzte eine Abwanderung in die Städte ein. Die Synagoge von 1834 wurde 1938 niedergebrannt.
Der Gemeinderat hat 14 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Gemeinderatsvorsitzender. Bei der Kommunalwahl im Jahr 2004 erhielten bei einer Wahlbeteiligung von 67,2 Prozent die CDU acht Mandate und die FWV sechs.
Die Blasonierung des Wappens lautet: In von Blau und Rot gespaltenem Schild vorn ein durchgehendes, geschliffenes, halbes silbernes Kreus am Spalt, hinten das silberne Ortszeichen (Sester).
Das Wappen wurde im Jahr 1900 vom Generallandesarchiv vergeben. Das Ortszeichen, das ein Getreidemaß darstellt, lässt sich bereits seit 1771 auf einem Siegel nachweisen. Hinzugefügt ist das Kreuz des Hochstifts Speyer.
Die Flagge ist Rot-Blau und wurde nachweislich schon vor 1935 geführt.[8]
Die Gemeinde Malsch pflegt seit 2001 partnerschaftliche Beziehungen zu der Gemeinde Zamárdi am Plattensee in Ungarn.
Im Jahr 1972 brannte die Barockkirche St. Juliana nach einem Feuer bis auf die Außenmauern ab. Die Figuren der 14 Nothelfer, die Orgel, die Kanzel, die Seitenaltäre und die barocke Taufszene Jesu wurden zerstört. Einzig die Sakristei blieb unversehrt. Die Kirche wurde bis 1974 wiederaufgebaut.[9]
Zu der 1902 erbauten Wallfahrtskapelle auf dem Letzenberg finden jedes Jahr zwei große Wendelinus-Wallfahrten statt. Die Frühjahrswallfahrt findet im ersten Maien-Sonntag und die Herbstwallfahrt am dritten September-Sonntag statt. Zwischen den beiden Wallfahrten findet Dienstags Abends eine Eucharistiefeier in der Wallfahrtskapelle statt. Am letzten Sonntag im September findet alljährlich die Pferdewallfahrt statt. Sie endet nach einer Andacht mit der Segnung von Mensch und Tier.
Malsch hat:
In dem ehemaligen Bauerndorf ist mit dem Weinbau noch immer ein Zweig der Landwirtschaft stark vertreten. An den Südhängen des 248 Meter hohen Letzenbergs und seinem östlichen Ausläufer liegen 120 Hektar Rebflächen, die vornehmlich mit Müller-Thurgau, Weißburgunder, Ruländer und Spätburgunder bebaut sind.
Als herausragendes Unternehmen ist das Tonwerk am westlichen Rand von Malsch zu nennen. Die Produktion von Tondachziegel und Ziegelsteine mit den Firmenbezeichungen POROTON, TERECA, KAMTEC und KORAMIC sind über die Grenzen von Malsch hinaus bekannt. Es gehörte der Rauenberger Tondachziegel, danach der Wienerberger Ziegelindustrie [10] und trägt nach erneutem Verkauf [11] den neuen Firmennamen Trost-Creaton AG [12] In den Jahren ab 1974 geriet die Giftmülldeponie (Verfüllung der Tongruben) wegen austretender Sickerwässer in die Schlagzeilen [13]
Trotz der Ansiedlung von Industriebetrieben und Gewerbe findet der größere Teil der Erwerbstätigen Arbeit in den nahen Städten Walldorf, Wiesloch, Bad Schönborn und Kronau.
Malsch liegt in der Nähe der Bundesstraße 3. Über sie ist auch innerhalb von drei Kilometern die Bundesautobahn 6 zu erreichen. Über den Bahnhof Rot-Malsch an der Baden-Kurpfalz-Bahn besteht ein Anschluss an die S-Bahn RheinNeckar. Malsch gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.
In Malsch gibt es eine Grundschule und eine Hauptschule mit angeschlossener Werkrealschule. Die Gemeinde betreibt eine Bücherei. Die Volkshochschule Südliche Bergstraße hat in Malsch eine Außenstelle.
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