Donnerstag, 24.05.2012



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Lüdinghausen

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Lüdinghausen. Zu weiteren Bedeutungen des Namens siehe Lüdinghausen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lüdinghausen
Lüdinghausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lüdinghausen hervorgehoben
51.7680555555567.4444444444445Höhenangabe falsch oder mehr als zwei NachkommastellenKoordinaten: 51° 46′ N, 7° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Coesfeld
Höhe: 52 – 110 m ü. NN
Fläche: 140,31 km²
Einwohner: 24.200 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 172 Einwohner je km²
Postleitzahl: 59348
Vorwahl: 02591
Kfz-Kennzeichen: COE
Gemeindeschlüssel: 05 5 58 024
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Webpräsenz:
Bürgermeister: Richard Borgmann (CDU)
Lage der Stadt Lüdinghausen im Kreis Coesfeld

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Lüdinghausen ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen südwestlich von Münster im Kreis Coesfeld.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Lüdinghausen liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Dortmund, am Dortmund-Ems-Kanal und an der Stever.

Nachbargemeinden

Lüdinghausens Nachbargemeinden sind (im Südwesten beginnend) im Uhrzeigersinn Olfen (Kreis Coesfeld), Haltern am See (Kreis Recklinghausen), Dülmen, Senden, Ascheberg, Nordkirchen (alle: Kreis Coesfeld) und Selm (Kreis Unna).

Stadtgliederung

Sie besteht aus der Kernstadt Lüdinghausen und aus dem Stadtteil Seppenrade.

Einwohner

Wasserburg Lüdinghausen
Evangelische Pfarrkirche
Die Wassermühle an der Stever in Lüdinghausen
  • 1998: 22.290
  • 1999: 22.469
  • 2000: 22.765
  • 2001: 23.227
  • 2002: 23.504
  • 2003: 23.745
  • 2004: 23.945
  • 2005: 24.097
  • 2006: 24.200


Geschichte

Die erste Erwähnung Lüdinghausens als „Ludinchusen“ erfolgte im Jahr 800 anlässlich der Übereignung eines Hofes an den Hl. Liudger durch Snelhard. Im Jahre 974 erhielt die Siedlung um die zur Abtei Werden gehörende Kirche das Markt- und Münzrecht.

Im Jahre 1309 wurden Lüdinghausen eigenmächtig die Stadtrechte durch die Herren von Lüdinghausen bzw. Lüdinghausen-Wolff verliehen. 1443 gelangte Lüdinghausen an das Hochstift Münster. Im Jahre 1499 verkaufte dieses Stadt und Amt an das Domkapitel Münster.

1507 wurde mit der Grundsteinlegung der Bau der Felizitaskirche begonnen, die auch heute noch als größte Ortskirche die dicksten massiven Sandsteinsäulen Europas besitzt.

1803 wurde Lüdinghausen Kreisstadt im neu gebildeten Kreis Lüdinghausen und entwickelte sich zu einem Mittelzentrum der umliegenden Orte mit einem Einzugsbereich von über 100 000 Einwohnern. Nach mehreren kleinen Teilausgliederungen wurde die Landgemeinde Lüdinghausen am 1. Juli 1969 aufgelöst und in die Stadt eingegliedert. Am 1. Januar 1975 wurde schließlich Seppenrade eingemeindet. Da der Kreis Lüdinghausen zum gleichen Termin aufgelöst wurde, verlor die Stadt den Sitz der Kreisverwaltung. Lüdinghausen wurde in den Kreis Coesfeld eingegliedert.

Religionen

Der Großteil der ortsansässigen Bevölkerung ist katholisch. Es gibt je zwei katholische, eine evangelische und eine neuapostolische Kirche sowie eine Gemeinde der Zeugen Jehovas in Lüdinghausen. Die katholischen Kirchengemeinden St. Felizitas und St. Ludger haben beim Pfingstfest 2007 zur Kirchengemeinde St. Felizitas fusioniert. Ferner hat Lüdinghausen auch eine Moschee für die Anhänger der islamischen Glaubensrichtungen.

Eingemeindungen

Bei der kommunalen Neugliederung, die in zwei Schritten durchgeführt wurde, vergrößerte sich die Stadt Lüdinghausen mit Wirkung vom 1. Juli 1969 um das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Lüdinghausen-Land und am 1. Januar 1975 um die ehemalige Gemeinde Seppenrade.

Politik

Stadtrat

Bei der Kommunalwahl 2004 wurden folgende Stimmenanteile / Sitze im Stadtrat erzielt:

Zusätzlich hat Bürgermeister Richard Borgmann einen Sitz im Stadtrat.

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste [1] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr CDU SPD FDP Grüne
1975 70,3 26,5 3,2
1979 65,9 31,1 3,0
1984 60,9 25,6 3,6 9,9
1989 54,7 25,9 7,6 11,8
1994 55,5 27,1 3,7 13,6
1999 62,9 23,4 4,6 9,1
2004 55,3 21,4 9,5 13,9

Wappen

Blasonierung: „In Gold eine rote Glocke, links oben begleitet von einem roten Ammoniten.“

Im neuen, seit 1982 gültigen Wappen sind Symbole der alten genehmigten Wappen von Lüdinghausen und Seppenrade aufgenommen und zu einer sinnvollen Symbiose vereinigt.

Die Glocke als Wappenzeichen geht über viele Jahrhunderte zurück. Sie findet sich z. B. auf mehreren Münzen aus der Münzstätte Lüdinghausen um 1308 im Schilde des letzten Ritters von Lüdinghausen, Ludolf, und im Siegel der Stadtrichter von1441.

Über die Herkunft der Glocke in dem Wappen wird angenommen, die Glocke sei schon vor der Stadtgründung das Wappen der Ritter von Lüdinghausen gewesen; Ludolf als Oberherr des Ortes habe das Stadtzeichen mit in sein Wappen aufgenommen; die Sagen vom Glockenkolk und vom Selbstläuten der Glocken bei der Ankunft der Leiche des hl. Liudgerus in Lüdinghausen hätten die Veranlassung für das Symbol der Glocke gegeben; mit dem Namen "Lüdinghausen" habe die Glocke nichts zu tun. Die Darstellung des Ammoniten führt zurück auf die 1877 und 1895 in Seppenrade gefundenen Versteinerungen von Riesenammoniten, einer mit einem Durchmesser von ca. 1,80 m; er gilt bis heute als der größte.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Lüdinghausen pflegt Partnerschaften mit den Städten

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Säule in der Kath. Pfarrkirche St. Felizitas mit Stadtchronik

Lüdinghausen ist als die Dreiburgenstadt bekannt. Sehenswert sind insbesondere die Wasserburg Burg Lüdinghausen und die Burg Vischering. Die dritte Burg innerhalb der Stadt Lüdinghausen ist die Burg Wolfsberg. Daneben gibt es im Umland noch sechs weitere Burgen, die nach der Kreisreform zum Stadtgebiet gehören, die bekannteste ist die Burg Kakesbeck.

  • Katholische Pfarrkirche St. Felizitas (benannt nach der heiligen Felicitas).
  • Evangelische Pfarrkirche, neugotischer Bau mit Westturm, 1859 geweiht.
  • Rathaus (sogenannte Borg), klassizistischer Backsteinbau mit Mittelrisalit, 1844–45 als Stadt-, Landgericht und Rathaus erbaut.
  • Hakehaus, ehemaliges Armenhaus, Wolfsberger Straße. Fachwerkbau von 1648, in den 1930er Jahren umgebaut, heute Schülercafé, Blaupause und Jugendgruppenräume.

Parks

In Seppenrade lohnt sich ein Besuch des Rosengartens. Außerdem sollte der Besucher sich die Parkanlagen rund um die drei Wasserburgen in Lüdinghausen und Umland nicht entgehen lassen.

Sonstiges

In Seppenrade wurde 1895 in einem Steinbruch der damals weltgrößte Ammonit gefunden (70 Zentner schwer, 0,4 m dick, 1,95 m Durchmesser). Davor wurde bereits ein etwas kleinerer, aber auch beachtlicher, Ammonit aus dem gleichen Steinbruch geholt. Beide Originale sind im LWL-Museum für Naturkunde in Münster aufgestellt. Die Art wurde mit dem Namen ihres Fundortes bedacht: Pachydiscus seppenradensis.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Stadt ist Kreuzungspunkt der Bundesstraßen B 58, B 235 und B 474, und hat dadurch Anschluss an die Autobahnen A 1, A 2 und A 43.

Eine direkte Bahnverbindung existiert über die Dortmund-Gronau-Enscheder Eisenbahn nach Lünen / Dortmund sowie Dülmen / Coesfeld / Gronau / Enschede (NL); direkte Busverbindungen existieren unter anderem nach Münster, Selm, Lünen, Nordkirchen, Olfen und Senden.

In den Borkenbergen liegt der zu Lüdinghausen gehörende Flugplatz Borkenberge.

Ansässige Unternehmen

Hier sind vor allem das Maggi-Werk (Nestlé Deutschland AG) und das Versandhandelsunternehmen Askari Sport GmbH zu erwähnen. Ferner befindet sich hier eine Niederlassung der Deutschen Kornbranntwein- Verwaltung.

Bildung

Neben dem Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, der Astrid-Lindgren-Schule (Förderschule für soziale und emotionale Entwicklung), der Gemeinschaftshauptschule Lüdinghausen und der Realschule Lüdinghausen befinden sich zwei Gymnasien in Lüdinghausen: das Canisianum (in privater Trägerschaft) und das St.-Antonius-Gymnasium. In Lüdinghausen gibt es mit der Ludgerischule (Tüllinghofer Str.) und der Ostwallschule (Ostwall) zwei Grundschulen. Zudem hat Seppenrade eine eigene Grundschule (Marienschule) Das große Angebot an Kindergärten beinhaltet auch einen Waldorfkindergarten in freier Trägerschaft.

Lüdinghausen ist der Sitz des Musikschulkreises Lüdinghausen. Das Jugendsinfonieorchester des Musikschulkreises unternimmt als dessen Aushängeschild zahlreiche Konzertreisen. So spielten sie schon in den Partnergemeinden Taverny und Neisse und bei mehreren Ausgaben des Europäischen Jugendmusikfestivals in Norwegen, Dänemark und Ungarn. In den Jahren 2004 und 2008 war das Orchester für jeweils zwei Wochen in Salem (USA) um mit dem dortigen Chor zusammenzuarbeiten. Im Gegenzug kam der Chor 2005 nach Deutschland. Das Orchester hat zurzeit ca. 75 Mitglieder zwischen 12 und 21 Jahren. Großen Zuspruch finden auch die traditionellen Neujahrskonzerte des Orchesters in den ersten Januarwochen.

Sport und Freizeit

Lüdinghausen bietet eine Vielzahl an Sportvereinen für verschiedenste Interessengruppen. Besonders herauszuheben ist der Großsportverein SC Union 08 Lüdinghausen mit einer großen Bandbreite an Sportabteilungen (Fußball, Volleyball, Tischtennis, Basketball uvm.). Die 1. Badmintonmannschaft des SC Union spielt in der 1. Bundesliga. Daneben existiert in Seppenrade der SV Fortuna 26 mit ca. 1.100 Mitgliedern. Neben einem Breitensportangebot wird dort hauptsächlich Fußball gespielt. Aber auch andere Sportarten sind in Lüdinghausen vertreten, so beheimatet man zwei Tennisvereine den TC 77 Seppenrade und den Traditionsverein TC Blau- Gold e.V Lüdinghausen, sowie den Judo-Club Lüdinghausen. Des Weiteren sind auch noch mehrere Reitsportvereine wie der LZRFV Seppenrade und der RV Lüdinghausen zu erwähnen.

Für den Motorsport befindet sich im Südosten der „Westfalen-Ring“, das Stadion für den Bahnsport. Jährlich am Himmelfahrtstag findet das traditionelle Grasbahnrennen des AMSC Lüdinghausen unter der Mithilfe des ADAC statt. Lokalmatadore sind hier die Lüdinghausener Christian "Hülse" Hülshorst und Jens Klein, die auf ihren metanolbefeuerten, 500er-Bahnsport-Motorrädern, im Drift das Lüdinghauser Publikum zum jubeln bringen.

Lüdinghausen bietet Jugendlichen diverse Gruppierungen kirchlicher Jugendarbeit an, bei denen sie sich selbst engagieren und aktiv mitgestalten können, besonders erwähnenswert ist die Jugendarbeit der Pfarrjugend und Messdiener St.Felizitas.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Liane Schmitz: 800-2000 - Zur Geschichte von Lüdinghausen und Seppenrade. Lüdinghausen 2000. ISBN 3-00-006847-3
  • Westfälischer Städteatlas; Band: IV; 2 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Lüdinghausen, Bearbeiter: Heinz-K. Junk. ISBN 3-89115-133-0; Dortmund-Altenbeken 1994.
  • Christine Schedensack: Handwerksbetriebe in der Stadt Lüdinghausen (1840-1891). Geschichtsblätter des Kreises Lüdinghausen 29 (2004) S. 103-226

Quellen

  1. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004

Weblinks

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