Meinestadt.de - Loitz - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Demmin | |
| Höhe: | 6 m ü. NN | |
| Fläche: | 62,96 km² | |
| Einwohner: | 4453 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 71 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17121 | |
| Vorwahl: | 039998 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DM | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 52 049 | |
| Stadtgliederung: | 9 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Lange Straße 83 17121 Loitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dr. J. Winter (CDU) | |
| Lage der Stadt Loitz im Landkreis Demmin | ||
| Datei:Loitz in DM.PNG | ||
Loitz [løːts] ist eine Kleinstadt im Landkreis Demmin in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Peenetal/Loitz, dem weitere drei Gemeinden angehören.
Inhaltsverzeichnis |
Loitz im östlichen Teil Mecklenburg-Vorpommerns liegt an der Peene und deren ebene Niedermoorlandschaft. Östlich der Stadt mündet das Tal der Schwinge in das Urstromtal des Ibitzgraben und dann östlich der Stadt in die Peene. In der Nähe des Ortsteiles Drosedow befindet sich das Waldgebiet Drosedower Wald.
Umliegende Städte sind Demmin, Greifswald, Jarmen und Grimmen.
Nachbargemeinden von Loitz sind (im Uhrzeigersinn): Düvier, Süderholz, Sassen-Trantow, Bentzin, Tutow, Siedenbrünzow, Kletzin, Stadt Demmin und Nossendorf.
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Das Wappen wurde unter der Nr. 22 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Rot fünf pfahlweise gestellte silberne Sterne zwischen zwei aufgerichteten goldenen Keulen, die nach außen von je einem gestürzten schwarzen Adlerflügel beseitet sind.“
Das Wappen wurde 1994 neu gezeichnet.
Seit 1170 ist der Name der Landschaft als Losice benannt. Der Name veränderte sich in Lositz (1171 und 1193), Locisse (1194), Losiz (1197), Lozitz (1314) ständig. Burg und Siedlung hießen ab 1236 Lositz, 1248 Losiz, 1275 Loseze, 1294 Losiz und dann verkürzt 1331 Loytze und 1332 Loitze. Der altpolabische Name könnte übersetzt etwa Elch heißen und Loitz also Ort der Elche bedeuten.[1]
Eine erste Siedlung der slawischen Lutizen im heutigen Hafenbereich wurde für das 10. Jahrhundert archäologisch nachgewiesen. In der heutigen Altstadt konnten bisher keine slawischen Vorsiedlungen gefunden werden. 1236 überließ Bischof Brunward von Schwerin dem Fürsten Johann von Mecklenburg den halben Zehnten aus den Ländern Lusyz (Loitz) und Gützkow. Die erste sichere urkundliche Erwähnung der Stadt ist die Verleihung des lübischen Stadtrechts (civitas) durch den Ritter Detlef von Gadebusch im Jahr 1242. Er versuchte im Grenzgebiet zwischen Pommern, Rügen und Mecklenburg eine eigenständige Herrschaft zu etablieren. Im Vertrag zwischen dem Kloster Eldena und Detlefs Sohn Werner von Loitz gab Werner 1249 die dem Kloster entzogenen Dörfer Subzow, Pansow, Griebenow zurück. Doch schon mit seinen Söhnen starb die Familie um 1270 wieder aus und das Land Loitz fiel zunächst an das Fürstentum Rügen und schließlich an das Herzogtum Pommern. 1292 gewährte Rügenfürst Wizlaw II. den Demminern Zollfreiheit in Loitz.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde erstmals das Loitzer Schloss urkundlich erwähnt. Es spielte ebenso wie die Stadt eine Rolle im Rügischen Erbfolgekrieg, in dem letztlich Pommern gegen Mecklenburg siegreich blieb. Barnim III. zog während des Zweiten Rügischen Erbfolgekrieges mit einem Entsatzheer nach Loitz und schlug hier die Mecklenburger 1351 in der Schlacht am Schoppendamm. Seitdem gehörte die Stadt zum Herzogtum Pommern–Wolgast. Zahlreiche Marktprivilegien des 16. Jahrhunderts sprechen für eine gute wirtschaftliche Entwicklung als Nahhandels- und Handwerkszentrum für den umliegenden ländlichen Raum. Die Stadt hatte zu dieser Zeit schätzungsweise 500 Einwohner. Das Schloss war in dieser Zeit Sitz herzoglicher Vögte bzw. Amtshauptleute, wobei es im 14. und 15. Jahrhundert zu häufigen Verpfändungen kam. Der zwischen ca. 1530 und 1540 amtierende Amtmann Henning Kaskow war zugleich Bürgermeister von Loitz und Grundbesitzer des Dorfes Bilow, heute Wüstenbilow, nördlich von Loitz bei Poggendorf.
Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Loitzer Schloss zu einer stattlichen Renaissanceanlage ausgebaut, wie die Stadtansichten des frühen 17. Jahrhunderts (Stralsunder Bilderhandschrift, Lubinsche Karte von Pommern, Merians Topografie von Pommern und Brandenburg) belegen. In der Zeit von 1593 bis 1631 lebte Sophia Hedwig, die Witwe des Herzogs Ernst Ludwig in Loitz, weil sie Schloss und Amt Loitz als Leibgedinge (Wittum) erhalten hatte.
1638 beschlagnahmte Schweden nach dem Tod des letzten pommerschen Herzogs sämtliche landesherrlichen Güter, so auch das Amt Loitz, und vergab sie an schwedische Militärs. Das Amt Loitz erhielt der schwedische General Axel Lillie, der zeitweise auch Gouverneur des vorpommerschen Teils von Pommern war. 1654 musste er das Amt wieder an die schwedische Krone zurückgeben, die es noch im selben Jahr an die abgedankte Königin Christina vergab. Erst nach deren Tod kam das Amt 1689 wieder unter unmittelbare landesherrliche Verwaltung. Von 1648 bis 1815 stand Loitz, wie große Teile Vorpommerns, unter schwedischer Verwaltung. Die verheerenden Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts fügten der Stadt schwere Schäden zu. Zahlreiche Grundstücke lagen wüst, wie die Steuerkataster dieser Zeit belegen, und die Einwohnerzahl sank. Die verbliebenen Einwohner verarmten. In einem großen Stadtbrand von 1701 wurden auch die letzten Reste des Schlosses vernichtet. 1758 - im Siebenjährigen Krieg - beschossen Preußische Truppen die Stadt. Die Schweden kapitulierten und die Preußen zogen nach erhaltenen Geldforderungen wieder ab.
Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erholte sich Loitz wieder von diesen Katastrophen. 1762 hatte Loitz 1015 Einwohner. Von 1785 bis 1787 erfolgte der Bau des heutigen Rathauses. 1800 besuchte der schwedische König Gustav IV. Adolf die Stadt, die 1815 - nach dem Wiener Kongress - mit Vorpommern an Preußen fiel und dem Regierungsbezirk Stralsund angehörte.
Schon 1818 verlor die Stadt das Landratsamt des neugebildeten Kreises an das zentraler gelegene Grimmen, sodass der Kreis fortan Grimmer Kreis hieß. Die Stadt erweiterte sich ab dem 19. Jahrhundert nach Norden und Westen. 1833 errichtete Friedrich Lippert die Loitzer Glashütte als erste Industrieansiedlung. 1836 erhielt Loitz eine neue Stadtverfassung nach der preußischen Städteordnung. 1837 hatte die Schule 8 Klassen. Schulleiter wurde an Stelle eines Geistlichen einen weltlicher Rektor. Die Revolutionen von 1848 bewirkten auch in Loitz Veränderungen.
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich Industriebetriebe in Loitz anzusiedeln (u.a.1833 Glashütte, 1848 Mühlenbau, 1862 Kalkbrennerei, 1888 Stärkefabrik, 1925 Dübelwerk ). 1875 hatte Loitz 3941 Einwohner. 1887 erfolgte die Einweihung der neuen Schule mit 16-17 Klassen. 1887 wurde die Feuerwehr gebildet. 1898 wurde die Stadtsparkasse gegründet. 1906 wurde das Gaswerk gebaut, das bis 1925 im Betrieb war.
1906 erhielt die Stadt mit einer Kleinbahn vom Loitzer Hafen zur Haltestelle Toitz-Rustow Anschluss an die Bahnstrecke Berlin - Neustrelitz - Stralsund. Der Personenverkehr wurde 1967, der Güterverkehr in den 1990er Jahren wieder eingestellt. Beim Bau des Bahndamms und des Bahnhofsgebäudes am Hafen wurden die Reste des Schlossberges abgetragen. Unter dem Bürgermeister Wilhelm Dahlhoff (1923-1933) profitierte die Stadt von der Aufsiedlung großer Güter in der Umgebung, wie dem Gut Rustow. 1926 wurde ein großer Sportplatz angelegt.
In der Zeit des Nationalsozialismus, kurz nach Beginn des Krieges, wurde 1940 ein Barackenlager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter errichtet. Seither trug er den Namen Barackenplatz, seit 1990 Kiewitt. Eine unbekannte große Anzahl Frauen und Männer aus mehreren von Deutschland besetzten Ländern mussten im Ort und in der Umgebung Zwangsarbeit verrichten. Etwa 100 an Krankheiten, Hunger, Misshandlungen und Arbeitsunfällen verstorbene Männer, Frauen und Kinder wurden zwischen 1942 und 1945 auf dem Sankt-Marien-Friedhof beigesetzt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs rief noch am 29. April 1945 Bürgermeister Groch (NSDAP) die Bevölkerung zum Durchhalten auf. Es wurden Panzersperren an den Ortseingängen errichtet. Der Bürgermeister floh aus Loitz. Die Stadt blieb jedoch durch den mutigen Einsatz des Loitzer Superintendenten Carl Winter von massiven Zerstörungen verschont.
Zwischen 1945 und 1990 verfiel vor allem die Bausubstanz der Innenstadt. 1948 erfolgte die Wiedereröffnung des Dübelwerkes. Mit der Verwaltungsreform von 1952 kamen Loitz und Umgebung vom Kreis Grimmen zum Kreis Demmin und damit zum neu gebildeten Bezirk Neubrandenburg. Damit wurden alte gewachsene Verbindungen nach Norden zu Greifswald und Stralsund gekappt. Obgleich die kommunale Selbständigkeit in der DDR nahezu vollständig unterdrückt wurde, behielt die Stadt Loitz insbesondere durch das Engagement des Bürgermeisters Richard Wenzel ihr eigenes Profil. 1968/69 wurde die Parkbühne im Gülzowpark gebaut. Der Bau einer neuen Schule in der Sandfeldstraße fand 1974 statt. Sie wurde 1980 um ein zweites Gebäude und um eine Turnhalle erweitert. 1975 wurde der Gemeindeverband Loitz gegründet, bestehend aus den Gemeinden Sassen, Trantow, Vorbein, Düvier, Görmin und der Stadt Loitz.
Am 25. Oktober 1989 fanden auch in Loitz Friedensgebete statt. Neue politische Kräfte bestimmten nunmehr die Richtung. Nach 1991 begann eine systematische Verbesserung der Infrastruktur und eine Sanierung der historischen Innenstadt und des Rathauses im Rahmen der Städtebauförderung. 1998 schloss die Stärkefabrik. 2002 erfolgte die Einweihung der neuen Mehrzweckhalle. 2006 wurde die Loitzer Hafen- und Sportbootmarina, ein Speicher und das Bahnhofsgebäude weitgehend fertiggestellt und 2008 eingeweiht.
Es gibt zahlreiche Vereine, insbesondere Sportvereine (Handball, Volleyball, Tanzgruppen, Stockcar)
Durch Loitz führt die B 194, die neue A 20 verläuft nordöstlich der Stadt. Durch die Stadt führen die Buslinien Demmin-Greifswald und Demmin-Grimmen. Ein Bahnanschluss existiert über den Bahnhof Toitz Rustow. An der Peene liegt der Hafen Loitz
Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern - Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Sändig Reprint Verlag, Vaduz 1996 (unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1865), ISBN 3253027341, S. 255-260.
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