Meinestadt.de - Lößnitz - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Chemnitz | |
| Landkreis: | Erzgebirgskreis | |
| Höhe: | 422 m ü. NN | |
| Fläche: | 30,53 km² | |
| Einwohner: | 10.035 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 329 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 08294 | |
| Vorwahl: | 03771 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERZ (alt: ASZ, AU) | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 21 370 | |
| Stadtgliederung: | 6 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 1 08294 Lößnitz (Erzgebirge) |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Gotthard Troll (CDU) | |
| Lage der Stadt Lößnitz im Erzgebirgskreis | ||
| Datei:Lößnitz in ERZ.png | ||
Die Bergstadt Lößnitz (von slawisch lesnice für Waldort) im Erzgebirge, auf Grund des Alters auch Muhme genannt, ist eine Stadt im Erzgebirgskreis, Sachsen, Deutschland und gehört zum Städtebund Silberberg.
Inhaltsverzeichnis |
Lößnitz ist eine Kleinstadt im westlichen Teil des Erzgebirges und gehört heute zum Erzgebirgskreis. Sie liegt, eingebettet von bewaldeten Höhenzügen, in einem langgezogenen Tal in ca. 432 m Höhe über NN.
Lößnitz wurde von den Burggrafen zu Meißen 1170 gegründet und in einer Urkunde aus dem Jahr 1284 schon als Civitas bezeichnet. Die erstmalige urkundliche Erwähnung von „Lesnitz, dem Waldort“ gab es allerdings schon 1238.
Die Geschichte von Lößnitz ist in ihrer Anfangszeit etwas spekulativ. Zum Beispiel gab es 1304 die Erwähnung eines Schulmeisters. Daher wird vermutet, dass die Lößnitzer Lateinschule schon zu dieser Zeit bestand. Ebenso wird 1372 vom ersten bekannten Bürgermeister Hermann von Buten gesprochen, woraus wieder geschlussfolgert wird, dass ein Rathaus zu dieser Zeit bestanden haben muss.
1382 wurde Lößnitz Bergstadt und ein Jahr später brannte die Stadt bis auf die Stadtmühle vor den Toren komplett nieder. Im Jahr 1406 erwarb der Graf von Schönburg die Grafschaft Hartenstein und machte Lößnitz zu deren Hauptort.
1542 wird die Reformation eingeführt. 1601 entsteht das Rathausportal und der Rathausumbau wurde 6 Jahre später beendet. Allerdings fiel es wie auch Kirche, Pfarr- und Schulgebäude und weiteren 108 Häusern 1616 der „Roten Ruhr“ (Name eines Stadtbrandes) zum Opfer. In den Folgejahren hatte die Stadt mit Plünderungen, der Pest und wieder einem Stadtbrand zu kämpfen.
1714 wurde die Hospitalkirche (Baustil: Barock) eingeweiht. Für diese Zeit waren Stadtbrände ja nichts Außergewöhnliches und so traf es am 10. Dezember 1806 wieder Rathaus, Pfarr- u. Schulgebäude, die mittelalterliche St. Johanniskirche, Brau- und Malzhaus sowie 182 Häuser und 16 Scheunen. Danach wurde wieder aufgebaut, aber schon 3 Jahre später durch einen Blitzschlag in Brand gesetzt. Von 104 zerstörten Häusern waren 26 der gerade wieder Aufgebauten dabei. Am 29. Oktober 1826 wurde die neue Haupt- und Stadtkirche St. Johannis eingeweiht. Danach kam es in Lößnitz wieder zu Bränden, wobei auch die barocke Hospitalkirche zerstört wurde.
Nachdem die städtische Gerichtsbarkeit an das Haus Schönburg abgetreten wurde, entstand 1861 das „Fürstlich Schönburgische Justizamt Stein“ und im gleichen Jahr wurde auch die neue Hospitalkirche eingeweiht. Durch die Übernahme der schönburgischen Fürstentümer durch das Königreich Sachsen 1878 erhielt Lößnitz ein Königlich Sächsisches Amtsgericht, welches bis 1931 bestand.
1917 wurden die Glocken der St. Johanniskirche und der Hospitalkirche für Kriegszwecke demontiert, aber schon 3 Jahre später erhielt die St. Johanniskirche drei neue Glocken. Im Jahre 1939 installierte man in der Turmlaterne der Kirche ein aus 23 Bronzeglocken bestehendes Glockenspiel.
Am 20. April 1945 wurde der zweite Bürgermeister Rudolf Weber, der die Stadt den Amerikanern kampflos übergeben wollte, von der Waffen-SS erschossen. 1985 bis 1992 entstand am Rande der Stadt ein großes Siedlungsgebiet, in dem heute fast die Hälfte der Bevölkerung lebt. 1999 kam es zur Eingemeindung der Gemeinde Affalter.
Folgende Einwohnerzahlen (ab 1982) beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:
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1546 bis 1939
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1946 bis 1986
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1987 bis 1994
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1995 bis 2002
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2003 bis 2006
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Der heutige Ortsteil Niederlößnitz war ursprünglich ein Bauerndorf unterhalb des Zuflußes des Aubaches in den Lößnitzbach. Aus dem Jahr 1497 stammt die erste bekannte Nennung des Ortes als Niderlesenitzs. Ca. 100 Jahre später zählte der Ort bereits 6 besessene Mann. Eines der Güter war vom Frondienst freigestellt und diente als herrschaftliches Jagdhaus. A. Schuhmann erwähnte 1820 in seinem Lexikon 2 Mahlmühlen, sowie eine Papiermühle. Die Papiermühle, welche zuvor ein Zain- und Waffenhammer gewesen sein soll, brannte jedoch 1808 ab und wurde nicht wieder aufgebaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Bahnlinie zwischen Zwönitz und Aue in Betrieb genommen, an welcher 1885 die Haltestelle Unterer Bahnhof eröffnet wurde. Nach dem Bau des Bahnhofes entstanden Häuserviertel und Industriebauten, dies hatte letztendlich die Eingemeindung des Waldhufendorfes Niederlößnitz zur Stadt Lößnitz im Jahr 1898 zur Folge.
Das Lößnitzer Stadtwappen zeigt im Innenteil ein schwarzes Andreaskreuz (das Wappen der Burggrafen zu Meißen und Gründer der Stadt) auf gelbem Grund. Das Andreaskreuz ist umgeben von drei, auf einer symbolisch dargestellten Mauer gestützten Türmen auf rotem Grund. Mauer und Türme sind Hinweise auf die einstige Wehrhaftigkeit der Stadt, die drei Türme symbolisieren die ehemaligen drei Stadttore.
Seit 1991 besteht eine Städtepartnerschaft mit der westfälischen Stadt Borgholzhausen.
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Datei:Weber commemorative plaque loessnitz.jpg Weber-Gedenktafel
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Lößnitz war über die Jahrhunderte ein regional bedeutendes wirtschaftliches Zentrum mit Marktrecht. Mit der etwa um das Jahr 1850 einsetzenden allgemeinen Industrialisierung wurde Lößnitz eines der wichtigsten Industriezentren des westlichen Erzgebirges. Wichtige Betriebe gehörte zur Schuhindustrie, dem Maschinenbau, der Textilveredelung- u. verarbeitung und der Metallwarenindustrie an. Auch der Abbau von Dachschiefer rund um die Stadt war lange bedeutsam. Mit der deutschen Wiedervereinigung kam es zu tiefgreifenden Veränderungen in der Region und zum Verlust eines großen Teils der heimischen Industrie.
Die Bundesstraße 169 führt durch das Ortsgebiet. Nächste Autobahnabfahrten der A 72 sind Hartenstein oder Stollberg.
Lößnitz liegt an der Bahnstrecke Chemnitz–Aue (Zwönitztalbahn) und besitzt zwei Bahnhöfe (oberer Bahnhof, unterer Bahnhof). Der Bahnverkehr wird durchgeführt von der Erzgebirgsbahn, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn AG. Im Nahverkehr gilt – wie bei den Lößnitz berührenden Buslinien – der Tarif des Verkehrsverbund Mittelsachsen.
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