Donnerstag, 24.05.2012



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Litzendorf

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem bayerischen Ort Litzendorf. Die niederösterreichische Katastralgemeinde findet man unter Litzendorf (Gemeinde Maria Laach) am Jauerling.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Litzendorf
Litzendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Litzendorf hervorgehoben
49.911311Koordinaten: 49° 54′ N, 11° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 311 m ü. NN
Fläche: 25,85 km²
Einwohner: 6045 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 234 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96123
Vorwahl: 09505
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 155
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Am Knock 6
96123 Litzendorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Möhrlein (CSU)
Lage der Gemeinde Litzendorf im Landkreis Bamberg
Datei:Litzendorf im Landkreis Bamberg.png

Litzendorf ist auf Grund der Gebietsreform seit 1. Mai 1978 eine Einheitsgemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Litzendorf und die meisten Ortsteile liegen im Ellertal, das umgeben ist von bewaldeten Höhenzügen, mit den beiden höchsten Erhebungen des Landkreises Bamberg:

Die Nachbargemeinden liegen alle im Landkreis Bamberg und sind im Uhrzeigersinn:

Datei:Memmelsdorf im Landkreis Bamberg.png Datei:Schesslitz im Landkreis Bamberg.png Datei:Koeningsfeld im Landkreis Bamberg.png
Memmelsdorf Scheßlitz Königsfeld
Datei:Heiligenstadt im Landkreis Bamberg.png Datei:Strullendorf im Landkreis Bamberg.png Datei:Hauptsmoorwald Bamberg.png
Heiligenstadt Strullendorf Hauptsmoorwald
(gemeindefrei)

Geschichte

Die Herkunft des Namens Litzendorf ist unklar. Mögliche Ableitungen sind vom slawischen lyko (= Bast) oder vom germanischen Wort litzel (= klein).

Zur Zeit der Merowinger und Karolinger, als die Dörfer, die wahrscheinlich fränkischen und slawischen Ursprungs sind, entstanden, war das Ellertal noch stark bewaldet.

Zum ersten Mal erscheint der Name Litzendorf im Jahr 1129 in einer Urkunde des Bamberger Bischofs Otto, in der ein Otgoz von Licindorf erwähnt wird. Otgoz gehörte dem niederen Dienstadel an und war Gerichts- und Verwaltungsbeamter des heiligen Otto, des Bischofs von Bamberg.

Litzendorf gehörte später zum Hochstift Bamberg und kam erst mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zu Bayern.

Einwohnerentwicklung

Die Bevölkerungszahl ist nach einem Anstieg in den 1970er und 1980er Jahren seit etwa 2005 rückläufig. Pödeldorf wurde in diesem Zeitraum durch die Ausweisung von Neubaugebieten zur einwohnerstärksten Ortschaft der Gemeinde. Pödeldorf profitiert dabei von seiner unmittelbaren Nähe zur Stadt Bamberg.

1970 1987 2000 2005 2007
3.507 4.825 5.907 6.179 6.045

Politik

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 2.279.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 206.000 Euro

Gemeindegliederung

Die acht Ortsteile der Gemeinde sind:

Die Kunigundenruh liegt am nächsten an der Stadt Bamberg im Hauptsmoorwald, einem gemeindefreien Gebiet. 2 Einwohner
Litzendorf, das Zentrum der Gemeinde, liegt in der Mitte des Ellertals. 1.492 Einwohner
Lohndorf liegt wenige Kilometer westlich von Litzendorf ebenfalls im Ellertal und bildet eine eigene (katholische) Pfarrei. 385 Einwohner
Melkendorf liegt wenige Kilometer südlich von Litzendorf außerhalb des Ellertals. 757 Einwohner
Naisa liegt nahezu übergangslos zwischen Litzendorf und Pödeldorf. 747 Einwohner
Pödeldorf liegt am Hauptsmoorwald und ist der Ort mit der größten Einwohnerzahl. 1.753 Einwohner
Datei:Schammelsdorf 04.jpg Schammelsdorf liegt wenige Kilometer nördlich von Litzendorf außerhalb des Ellertals. 784 Einwohner
Datei:Ellerntal 02.JPG Tiefenellern ist der östlichste Ort der Gemeinde und liegt am Anstieg zur Fränkischen Schweiz. 210 Einwohner

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2004 Wolfgang Möhrlein (CSU).

Gemeinderat

Partei 2002 2008
CSU 9 Sitze 9 Sitze
SPD 5 Sitze 4 Sitze
Grüne 3 Sitze 4 Sitze
Christliche Wählervereinigung 3 Sitze 3 Sitze
Gesamt 20 Sitze 20 Sitze

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Gold und Blau; vorne ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten ein silberner Helm mit Nasenschutz.

Der Bamberger Löwe steht für die Herrschaft des Hochstifts Bamberg über Litzendorf. Der Helm steht für die Ministerialen von Litzendorf, die im 12. Jahrhundert tätig waren, als es noch keine Wappenschilder gab.

Infrastruktur

Brauereien

Auf dem Gebiet der Gemeinde bestehen heute (2008) fünf Brauereien. Diese sind die Brauereien Hölzlein und Reh in Lohndorf, die Brauerei Knoblach in Schammelsdorf, die Brauerei Hönig in Tiefenellern und die Brauerei Winkler in Melkendorf. Bis 1978 braute zudem die Brauerei Hummel in Litzendorf selbst.

Freiwillige Feuerwehren

In den Ortsteilen Litzendorf, Lohndorf, Melkendorf, Naisa, Pödeldorf, Schammelsdorf und Tiefenellern bestehen jeweils eigene Freiwillige Feuerwehren.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Kirche Litzendorf 04.JPG St. Wenzeslaus Die barocke Pfarrkirche St. Wenzeslaus in Litzendorf wurde von 1715 bis 1718 vom Baumeister Johann Dientzenhofer errichtet. Sie besteht aus leuchtend goldgelben Eisensandsteinquadern und ist schon von Weitem zu sehen.
Datei:Kirche Lohndorf 08.JPG Mariä Geburt Die Pfarrkirche Mariä Geburt in Lohndorf besteht ebenfalls aus goldgelben Eisensandsteinquadern und ist auch von Weitem zu sehen.
Datei:Juraschnecke von Harald Mueller 3.jpg Fränkische Straße der Skulpturen Die Fränkische Straße der Skulpturen zwischen den Dörfern Tiefenellern, Lohndorf und Litzendorf entstand im Jahr 1994 und ist eine Ausstellung von Skulpturen inmitten der Landschaft des Ellertales.
Sängerehrenmal Melkendorf Das Sängerehrenmal Melkendorf für die Toten und Gefallenen des fränkischen Sängerbundes wurde im Jahr 1963 auf einer Anhöhe über Melkendorf errichtet. Das Denkmal besteht aus zwölf kreisrund angeordneten Kalksteinsäulen und einem altarähnlichen Sarkophag. Im Gedenkstein befinden sich Gedenkbücher mit den Namen der Verstorbenen aller Gesangvereine der damals 12, jetzt 13 Sängerkreise.
Jungfernhöhle Die Jungfernhöhle bei Tiefenellern ist eine neolithische Fundstätte. Ausgrabungen erbrachten die Belege der Nutzung der Höhle durch vier jungsteinzeitliche und beinahe alle nachfolgenden Kulturen. Der Name Jungfernhöhle rührt davon her, dass sich hier überwiegend die Überreste von weiblichen Personen fanden.
Datei:Kultur und Besiinnungsweg 01.jpg Kunst- und Besinnungsweg Der Kunst- und Besinnungsweg ist ein 3,3 km langer Skulpturenweg zwischen Litzendorf, Lohndorf und Melkendorf, an dem insgesamt 18 verschiedene Kunstwerke aufgestellt sind.
Datei:Grabhuegelfriedhof04.JPG Grabhügelfriedhof bei Litzendorf An der Straße von Litzendorf nach Geisfeld befinden sich frühkeltische Hügelgräber. Die Hügelgruppe ist vollständig von Wald umgeben. Der Durchmesser der Grabhügel variiert zwischen 8 und 25 Meter. Bei Ausgrabungen im 19. Jahrhundert wurde Material der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit geborgen.

Weblinks

Commons Commons: Litzendorf – Bilder, Videos und Audiodateien
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