Donnerstag, 24.05.2012



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Lindewerra

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Lindewerra
Lindewerra
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lindewerra hervorgehoben
51.3136111111119.9480555555556150Koordinaten: 51° 19′ N, 9° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Hanstein-Rusteberg
Höhe: 150 m ü. NN
Fläche: 4,4 km²
Einwohner: 257 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37318
Vorwahl: 036087
Kfz-Kennzeichen: EIC
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 066
Adresse der Verbandsverwaltung: Steingraben 49
37318 Hohengandern
Webpräsenz:
Bürgermeister: Manfred Sippel

Lindewerra ist eine Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg im thüringischen Landkreis Eichsfeld.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der wahrscheinlich bereits in der fränkischen Zeit vor 900 entstandene Ort Lindewerra wurde 1299 erstmals als „Lindenewerde“ urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von lindenbestandenem Werder ab, und wurde erst später auf die Werra bezogen. Der Ort gehörte bis zur Säkularisation 1802 zu Kurmainz. Die Gerichtsherrschaft hatte bis 1849 die Familie von Hanstein inne. Von 1815 bis 1945 war der Ort Teil der preußischen Provinz Sachsen. 1830 brachte Wilhelm Ludwig Wagner das Stockmachergewerbe in den Ort. Dieses bestimmte von da an weitgehend das Leben im "Stockmacherdorf" Lindewerra. Der Export von Wander- und Spazier-Stöcken ging in alle Welt. Es entwickelte sich ein lebhaftes Vereinsleben im Ort, bei dem der Männergesangverein eine besondere Rolle spielte. 1900/1901 wurde eine schöne sechsbogige Sandsteinbrücke über die Werra gebaut. Lindewerra -gelegen an der Werra-Schleife, am Fuß von Teufelskanzel und Burg Hanstein- entwickelte sich zur "Sommerfrische" und wurde auch von Göttinger Studenten regelmäßig zu Feiern besucht. Während des Rückzugs der Wehrmacht wurde am 8. April 1945 der Mittelteil der Werra-Brücke gesprengt. Lindewerra wurde zunächst, wie ganz Thüringen, von US-Truppen besetzt und im Juli an die Sowjetische Zone abgegeben. Da der Ort selbst von dem Wanfrieder Abkommen nur dergestalt betroffen war, dass in dessen Folge der Verlauf der Zonengrenze nun in die Flussmitte verlegt wurde, blieb Lindewerra in der Sowjetzone, die Grenze verlief von da an unmittelbar am Dorf vorbei und bildete damit ab 1949 die Staatsgrenze der DDR. Daher wurde auch die Werrabrücke nicht wieder aufgebaut. Bis 1952 durften die Menschen noch auf einer Fähre zu ihren Feldern auf der anderen Flussseite. Dann wurde das Grenzregime verschärft und alteingesessene Familien wurden ausgewiesen. Die 1961 und noch bis 1987 laufend verstärkten Grenzanlagen -auf dem erhaltenen östlichen Brückenkopf stand ein Wachtturm- riegelten den Ort hermetisch ab. Er durfte nur mit Sondergenehmigung von zuverlässigen Personen aus der DDR besucht werden. Die Grenzöffnung im November 1989 war eine Erlösung für die Bevölkerung. Diese begann schon selbst mit dem Abbau der Grenzanlagen, bevor diese im März 1990 durch NVA systematisch beseitigt wurden. 1993 fielen die letzten Reste, der "Wiederaufbau" eines kurzen Stücks Grenzzaun als Denkmal ist geplant. Seit 1990 gehört Lindewerra im Eichsfeldkreis zum Land/Freistaat Thüringen. 1991 begann die dringend notwendige Sanierung der Dorfkirche, der Dorfanger wurde neu gestaltet und die Restaurierung der schönen Fachwerkhäuser gefördert. Viele waren aber den Grenzanlagen oder der Vernachlässigung zum Opfer gefallen. Eine Bürgerinitiative kämpfte für den Wiederaufbau der Werra-Brücke mit Erhalt des historischen Teils. Die restaurierten Brückenköpfe wurden durch ein Stahlsegment verbunden und 1999 konnte anlässlich der 700-Jahr-Feier des Ortes die Werra-Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Lindewerra liegt in einem reizvollen Wandergebiet, am Werra-Radweg und die Werra ist hier für Kanus schiffbar.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 237
  • 1995 - 252
  • 1996 - 253
  • 1997 - 251
  • 1998 - 255
  • 1999 - 253
  • 2000 - 259
  • 2001 - 250
  • 2002 - 270
  • 2003 - 266
  • 2004 - 274
  • 2007 - 257
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Sehenswürdigkeiten

Werrabrücke Lindewerra
  • Barocke evangelische St.-Marien-Kirche von 1738, mit spätgotischem Flügelaltar um 1500
  • Stockmachermuseum von 1980
  • Werrabrücke von 1900/1901, Sprengung 1945, wiedererrichtet 1999

Persönlichkeiten

  • Wilhelm Ludwig Wagner brachte 1830 das Stockmacher-Gewerbe nach Lindewerra, durch das der Ort später weltbekannt wurde

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden

Literatur

Josef Keppler: "Lindewerrsches Bilderbuch (1895 - 1999)". Verlag Mecke Druck, Duderstadt, 1999

Weblinks

Commons Commons: Lindewerra – Bilder, Videos und Audiodateien
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