Meinestadt.de - Lilienthal - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Niedersachsen | ||
| Landkreis: | Osterholz | ||
| Höhe: | 0 – 12 m ü. NN | ||
| Fläche: | 72,08 km² | ||
| Einwohner: | 18.217 (30. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 253 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 28865 | ||
| Vorwahl: | 04298 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | OHZ | ||
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 56 005
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| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Klosterstr. 16 28865 Lilienthal |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Willy Hollatz (Grüne) | ||
Die Gemeinde Lilienthal gehört zum Landkreis Osterholz, Niedersachsen und grenzt an Bremen.
Inhaltsverzeichnis |
Lilienthal liegt nordöstlich von Bremen und grenzt im Westen an Ritterhude im Nordwesten an Osterholz-Scharmbeck, im Norden an Worpswede im Osten an Grasberg und Ottersberg mit dem direkt angrenzenden Ort Fischerhude.
Lilienthal liegt an der Wümme mit dem Wümme-Radweg.
Zu Lilienthal gehören heute die früher selbstständigen Ortsteile Butendiek, Falkenberg, Feldhausen, Heidberg, Klostermoor, Lilienthal, Seebergen, St. Jürgen (mit seinen 10 Ortsteilen Frankenburg, Höftdeich, Kleinmoor, Mittelbauer, Moorhausen, Niederende, Oberende, St. Jürgen, Vierhausen, Wührden), Trupe, Truperdeich, Trupermoor und Worphausen (mit seinen Dörfern Lüningsee (1763), Lüninghausen (1764), Westerwede (1764), Moorende (1778), Mooringen (1778), Schrötersdorf (1805) und Neu Mooringen (1808), die vom königlichen Moorkolonisator Jürgen Christian Findorff gegründet wurden).
Unter der Ortschaft befindet sich ein Salzstock, der mit seinem Salz die Quelle der Panlake im Hollerland speist.
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2001 |
Sitze 2001 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 42,45 | 15 | 35,85 | 9 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 26,06 | 9 | 27,86 | 7 |
| Grüne | Bündnis 90/Die Grünen | 6,88 | 2 | 17,53 | 4 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 10,48 | 3 | 14,75 | 3 |
| EW Rossol | Einzelwahlvorschlag Harald Rossol | 4,00 | 1 | ||
| JEZ | Jugend entwickelt Zukunft | 14,13 | 4 | ||
| gesamt | 100,0 | 33 | 100,0 | 25 | |
| Wahlbeteiligung in % | 58,84 | 51,02 | |||
Erster hauptamtlicher und direkt gewählter Bürgermeister ist Willy Hollatz von den Grünen. Bei der Stichwahl zum Bürgermeister 2004 erlangte er 60,77% der Stimmen.
Das Wappen zeigt das Marienbild des Zisterzienserordens mit der Darstellung Marias mit Jesuskind und Lilien, das auch als Steinrelief in der St. Marienkirche zu sehen ist.
Die Gemeinde Lilienthal unterhält eine partnerschaftliche Beziehung zu der niederländischen Gemeinde Stadskanaal (seit 1970), der französischen Gemeinde Émerainville nahe Paris (seit 1993) und der polnischen Stadt Bielsko-Biała.
Der Ort Lilienthal geht auf eine Klostergründung des Bremer Erzbischofs Gerhard II. zurück. Unter dem Namen Sancta Maria in Valle Liliorum (St. Maria im Tal der Lilien) begann 1232 der Bau des Nonnenklosters, das dem Zisterzienserorden angegliedert und 1264 geweiht wurde. Maria mit dem Kind und die Lilien als ihr Symbol erscheinen bis heute im Ortswappen. Um 1400 erlebte das Kloster seine Blütezeit.
Nach der Reformation wurde es ein evangelisches Damenstift, das sich unter kläglichen Bedingungen noch bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges halten konnte. 1650 erfolgte die Säkularisierung; auf dem ehemaligen Grundbesitz des Klosters, der aufgeteilt wurde, entwickelte sich die Ortschaft Lilienthal.
Inzwischen waren nach den Bestimmungen des Friedensvertrages von Münster und Osnabrück (Westfälischer Friede) das ehemalige Erzbistum Bremen und das ehemalige Bistum Verden, das Land zwischen Weser und Elbe, an Schweden gefallen. Königin Christine belehnte einen verdienten schwedischen Heerführer, den Landgrafen Friedrich von Hessen-Eschwege, mit der neu geschaffenen Herrschaft Osterholz, in der die Ämter Lilienthal und Osterholz zusammengeschlossen waren. Nach dem frühen Tod des Landgrafen übernahm 1655 seine Frau Eleonora die Regierung mit Sitz in Osterholz und mühte sich tatkräftig um eine Verbesserung der wirtschaftlichen und sanitären Lage der Landbevölkerung. Nach ihrem Tod 1692 fiel das Lehen an die schwedische Krone zurück. Lilienthal blieb bis 1712 schwedisch – daher die schwedischen Farben des Wappens −, kam dann an Dänemark und 1719 unter die Herrschaft des Königreichs Hannover. Lilienthal wurde Sitz eines hannoverschen Amtes.
1740 wurden die Klosteranlagen abgerissen.
1782 bezog der Amtmann Johann Hieronymus Schröter den Amtshof. Neben der Verwaltungstätigkeit nahm seine Neigung zur Astronomie einen Großteil seiner Zeit in Anspruch. Er errichtete in Lilienthal im Garten seines Amtshauses eine Sternwarte. Die Sternwarte Lilienthal wurde in den folgenden Jahren zu dem am besten ausgerüsteten Observatorium der Welt. Hier befand sich ein u.a. „Riesenteleskop“ mit 50 cm Öffnung und 8,25 m Brennweite. Durch das Teleskop erlangte Lilienthal Berühmtheit und wurde von Astronomen, hohen Staatsbeamten und Militärs aller Armeen besucht. Schröter stand in brieflichem Kontakt zu allen bedeutenden Astronomen seiner Zeit. Zusammen mit Wilhelm Olbers und anderen Gelehrten gründete er 1800 in Lilienthal die Astronomische Gesellschaft. Nach Schröters Tod im Jahre 1816 verfiel die Sternwarte. 1850 wurden die letzten Überbleibsel abgerissen. Ein Großteil der Instrumente war zuvor an die Universität Göttingen gegangen.
Der Befreiungskrieg 1813 traf Lilienthal hart. Nach einem Zwischenfall während des Rückzugs setzte ein französischer Truppenteil den gesamten Ort Lilienthal in Brand. Nur die Kirche, einige wenige Häuser und die Sternwarte blieben von den Flammen verschont. 1866 verlor das Königreich Hannover seine Selbständigkeit. Lilienthal wurde preußisch, das Amt Lilienthal wurde aufgelöst und mit dem Amt Osterholz zum Landkreis Osterholz vereinigt.
Im weiteren Verlauf wuchs die Gemeinde stetig. 1939 hatte sie 3.100 Einwohner, 1974 deren 12.500. Durch die Eingemeindung der Nachbardörfer im gleichen Jahr wuchs die Einwohnerzahl auf nahezu 17.000. Heute ist Lilienthal geprägt durch neue Wohnviertel, deren Bewohner oftmals durch die Nähe zur Großstadt Bremen angezogen werden und ein Haus im Grünen bauen möchten.
Von 1900 bis 1956 war Lilienthal durch die Kleinbahn Jan Reiners an Bremen angebunden.
Im Ortsteil Frankenburg befindet sich die Freilichtbühne Lilienthal.
sowie
Die Konfessionen teil sich auf in 56 % evangelisch, 7 % katholisch und 37 % Religionslose und Sonstige.
Evangelische Kirchengemeinde St. Marien mit einer Filialkirche im Ortsteil Trupe. Die Truper Kapelle findet man, romantisch unter alten Eichen gelegen, in Lilienthals ältestem Ortsteil Trupe. Trupe wurde schon 937 erstmals urkundlich erwähnt, also lange vor Lilienthal (1232).
Errichtet über einem Vorgängerbau aus der Zeit Karls des Großen (um 800) wurde die Truper Kapelle erstmals 1283 urkundlich erwähnt. Erbaut wurde sie wahrscheinlich schon Ende des 12. Jahrhunderts. Auf dem Gelände der Kapelle befinden sich bemerkenswerte Grabsteine aus dem 18. und 19. Jahrhundert. 1813 wurde die Kapelle von den Franzosen niedergebrannt und sechs Jahre später wieder aufgebaut. Sehenswert ist auch die kleine romanische Kirche im Ortsteil St. Jürgen. Ecclesia in terra graminum - Kirche im Grasland.
Römisch-katholische Kirchengemeinde Guter Hirt
Im Jahre 782 wurde das Gebiet der unteren Weserregion vom hl. Willehad, dem späteren Bischof von Bremen, missioniert. In den folgenden Jahrhunderten wurden in der Geest Kirchen und Kapellen errichtet, unter anderem auch in Osterholz und in Scharmbeck sowie im St.Jürgensland und in Trupe (beide Kapellen bestehen noch). 1232 wurde in Lilienthal ein Kloster gestiftet und mit Nonnen des Zisterzienserordens besetzt. Bis zur Reformation, die im Kloster Lilienthal erst 1604 vollzogen wurde, wurde die seelsorgerische Betreuung von dort geleistet. Es folgten 200 schwierige Jahre, erst 1807 konnten Katholiken in Bremen wieder das Bürgerrecht erwerben und 1823 wurde wieder eine katholische Kirche in Bremen eingeweiht (St. Johann). Ab 1862 wurden bis 1945 periodisch Gottesdienste in einer Privatwohnung in Lilienthal abgehalten, „missioniert“ wurde von der Pfarrvikarie Hemelingen (Land). Der eigentliche Beginn der jetzigen Gemeinde Guter Hirt in den heutigen Grenzen datiert aus dem Jahre 1946, als die Pfarrvikarie Worpswede gebildet wurde. In Grasberg, Worpswede und Lilienthal wurden regelmäßig Gottesdienste gefeiert, und am 26. November 1961 wurde die Kirche in Lilienthal vom Bischof von Hildesheim eingesegnet. Seitdem ist Lilienthal das Zentrum der Gemeinde. (nach R. Kipper: Katholische Kirchengemeinde Guter Hirt, Lilienthal 1996)
Evangelisch-Freikirchliche Philippusgemeinde (Baptisten)
Die Wurzeln der Freikirche reichen in die 20er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Noch vor seiner Zeit als Baptist evangelisierte Johann Gerhard Oncken an der Seite des Bremer Erweckungspredigers Friedrich Mallet in Lilienthal und dem angrenzenden Teufelsmoor. Aus dieser Missionsarbeit entwickelten sich freikirchlich geprägte Hauskreise u.a. in Seebergen und Fischerhude. Nachdem 1845 in Bremen die erste Baptistengemeinde gegründet worden war, knüpften die Bremer Prediger dieser Freikirche alsbald an die Onckensche Missionsarbeit an und gründeten im Lilienthaler Umland Zweiggemeinden der Bremer Freikirche. Dies geschah unter zum Teil heftigen Verfolgungen der hannöverschen und kirchlichen Behörden. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die evangelisch-freikirchliche Gemeindearbeit durch den Zuzug von Flüchtlingen aus Ostpreußen einen starken Aufschwung. Von den zahlreichen Tochtergemeinden um Lilienthal überlebte nur die Gemeindestation Fischerhude. In den Jahren 1990 bis 1994 wagte die Bremer Muttergemeinde einen Neuanfang in dieser Region. Eine Gemeindegründungsinitiative entstand. Im Frühjahr 1994 konnte ein älteres Wohnhaus am Konventshof erworben werden, das durch mehrere An- und Umbauten zum Gemeindezentrum umfunktioniert wurde. Die Philippusgemeinde ist heute selbständige Baptistengemeinde im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Sie gehört zum Landesverband Baptisten im Nordwesten. nach: Karl Söhlke, Gregor Helms u.a.: 150 Jahre Baptisten in Bremen und umzu, Bremen 1996
Christus Centrum Oasis Lilienthal e.V. (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) KdöR)
Die Geschichte der Gemeinde begann Ende 1945, als mit dem Flüchtlingsstrom gläubige Familien aus dem Osten nach Lilienthal und Umgebung kamen. Über Hauskreise versuchten sie Nachbarn und Bekannte mit dem Evangelium zu erreichen und wurden dabei als Gesamtgemeinde von verschiedenen Predigern betreut. Nachdem die Zahl der Gläubigen auf ungefähr 40 Personen angewachsen war, begann man mit regelmäßigen Gottesdiensten in Gasthöfen, in der Schule und im sogenannten Badehaus. Um unabhängig zu sein, wurde 1951 eine alte Baracke gekauft, die abgerissen und auf dem Grundstück Am Schulhof 19a wieder aufgebaut wurde. Dort begann das Gemeindeleben und 1954 wurde ein erster vollzeitlicher Pastor eingestellt. Bereits damals gab es Kinder-, Jugend- u. Chorarbeit. 1970 erfolgte der Eintrag der Gemeinde als Freie Christengemeinde Lilienthal e.V. ins Vereinsregister. Die Gemeinde wuchs und wurde auch von der Bevölkerung Lilienthals mehr wahrgenommen. Es fanden mehrere Evangelisationen statt und 1985 wurde das Gemeindehaus durch einen Anbau erweitert. In den Neunziger Jahren wurde die FCG von vielen Christen aus anderen Gemeinden besucht. Die Gemeinde sah darin einen Auftrag, eine geistliche Oase zu sein und änderte 1995 ihren Namen in Christus Centrum OASIS e.V. 1998 erfolgte, aufgrund der beengten Räumlichkeiten, der Kauf eines größeren Gebäudes, nämlich der Immobilie Goebelstrasse 55-57. Die Gemeinde hat zur Zeit 73 Mitglieder, ist Mitglied im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (KdöR) und als Regionalgemeinde Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) in Niedersachsen.
In Lilienthal gibt es eine wachsende Gruppe Angehöriger des Islam. Sie gehören überwiegend zu Familien mit türkischen, iranischen, arabischen, nordafrikanischen, pakistanischen, bosnischen oder albanischen Wurzeln.
Öffentlicher Personennahverkehr besteht durch die Regionalbuslinien VBN Linie 630 und VBN Linie 670 direkt zum Bremer Hauptbahnhof sowie nach Worpswede und Zeven. Durch diese Buslinien sowie durch die Buslinie 30 der BSAG erfolgt ebenfalls eine Anbindung an das Straßenbahnnetz der BSAG in Bremen-Borgfeld. Ein Ausbau des Straßenbahnnetzes nach Lilienthal-Falkenberg ist geplant.
Innerorts und als Zubringer zu den Linienbussen kann ein Anrufsammeltaxi bestellt werden.
Eine innerörtliche Entlastungsstraße befindet sich im Bau, aktuell sind 4 von 5 Bauabschnitten fertiggestellt und für den öffentlichen Verkehr freigegeben (Stand Januar 2009).
(alphabetisch geordnet)
Axstedt | Grasberg | Hambergen | Holste | Lilienthal | Lübberstedt | Osterholz-Scharmbeck | Ritterhude | Schwanewede | Vollersode | Worpswede
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