Meinestadt.de - Lehrensteinsfeld - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Heilbronn | |
| Gemeindeverwal- tungsverband: |
„Raum Weinsberg“ | |
| Höhe: | 220 m ü. NN | |
| Fläche: | 6,22 km² | |
| Einwohner: | 2130 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 342 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 74251 | |
| Vorwahl: | 07134 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HN | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 25 057 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Ellhofener Straße 2 74251 Lehrensteinsfeld |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Björn Steinbach | |
| Lage der Gemeinde Lehrensteinsfeld im Landkreis Heilbronn | ||
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Lehrensteinsfeld ist eine Gemeinde im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg.
Inhaltsverzeichnis |
Lehrensteinsfeld liegt im Osten des Landkreises Heilbronn im Ellbachtal, einem Seitental des Sulmtales.
Nachbarstädte und -gemeinden Lehrensteinsfelds sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Südwesten): Heilbronn (Stadtkreis), Weinsberg, Ellhofen, Obersulm, Löwenstein und Untergruppenbach. Bis auf die Stadt Heilbronn gehören alle zum Landkreis Heilbronn. Zusammen mit Eberstadt, Ellhofen und Weinsberg bildet Lehrensteinsfeld den Gemeindeverwaltungsverband „Raum Weinsberg“ mit Sitz in Weinsberg.
Lehrensteinsfeld besteht aus den beiden Ortsteilen Lehren und Steinsfeld, die zusammengewachsen sind und schon seit Jahrhunderten eine gemeinsame Gemarkung haben.[1]
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsteils Lehren entstammt dem Jahre 1257; Steinsfeld wurde zum ersten Mal im Jahre 1384 erwähnt. Beide Dörfer haben bereits in dieser Zeit eine gemeinsame Gemeinde gebildet. Im 14. Jahrhundert waren sie im Besitz der Herren von Weinsberg, die einen Teil der Güter und Rechte der Adelsfamilie von Weiler zum Lehen gaben. Auch andere benachbarte Adelige wurden mit Rechten belehnt, darunter die Herren von Michelfeld und die Herren von Gemmingen.[2] 1384 baute ein Siegfried von Michelfeld auf dem Areal einer alten Burg ein Haus. 1465 verkaufte ein Dietrich von Weiler ein Viertel von Vogtei und Gericht an den pfalzgräflichen Türhüter Hans Heil. Nach dem Ende der Herren von Weinsberg um 1500 gelangte der Ort an die Kurpfalz, wobei die Lehensverhältnisse zunächst bestehen blieben. Im 16. Jahrhundert kam Lehrensteinsfeld an Württemberg, wobei die Gemmingenschen Rechte ebenfalls weiterbestanden.
Zumindest ein Teil des Ortes war 1535 im Besitz von Philipp von Gemmingen, welcher auch 1540 das heutige Schloss erbauen ließ. 1591 kam durch die Heirat von Philipp Dietrich von Gemmingen mit Barbara von Mentzingen ein weiterer Teil des Ortes zu den Gemmingen. Die Gemmingen konnten ihren Besitz und ihre Rechte am Ort durch Zukäufe außerdem vergrößern, jedoch wurde der Besitz infolge Zersplitterung durch Erbteilung unrentabel, so dass die Ganerben Johann Leonhard von Mentzingen, Weiprecht von Gemmingen und Johann Schertel von Burtenbach das Schloss samt Dorf im Jahr 1649 an den im Dreißigjährigen Krieg vermögend gewordenen französischen Feldmarschall Ludwig von Schmidberg verkauften. Anlässlich des Verkaufs wurden Schloss und Dorf als „freiadelig“ bezeichnet.
Ludwig von Schmidberg versuchte, Lehrensteinsfeld zu einem selbstständigen ritterschaftlichen Besitz auszubauen. Vermutlich siedelte er auch Neubürger an, da der Ort wie alle umliegenden Orte nach dem Dreißigjährigen Krieg durch Kriegseinwirkungen und die Pest stark entvölkert war. Schmidbergs hohe Gerichtsbarkeit über den Ort wurde 1650 und 1659 von den Kaisern Ferdinand II. bzw. Leopold bestätigt. Ein erstes Dorfrecht wurde 1652 niedergeschrieben und hatte 1731 seine endgültige Fassung. Nach Ludwig von Schmidbergs Tod 1657 spaltete sich der Besitz wieder unter seinen Nachkommen und Verwandten auf. Mit dem Aussterben der von Schmidbergs im Mannesstamm 1777 ging der Besitz an die Erben von Hygle, von Waldfells und von Kechler, die ihn um 1788 an Weiprecht von Gemmingen verkauften. Weiprechts Frau war Charlotte Ernestine, geb. von Schmidberg. Sie vererbte Gut und Schloss Lehrensteinsfeld an ihre Nichte Luise Freiin von Gemmingen, Gemahlin des Freiherrn Franz Göler von Ravensburg. Deren Söhne Ferdinand und Karl Göler von Ravensburg verkauften es jedoch bereits 1856 für 90.000 Gulden an den Fürsten Karl von Hohenlohe-Bartenstein. 1887 kaufte Julius Dietzsch aus Stuttgart das Schloss mit seinen Besitzungen.
1805 fiel der Ort an Württemberg und wurde dem Oberamt Weinsberg zugeschlagen, wobei die ritterschaftlichen Rechte aufgehoben wurden. Die Ablösung von den Feudallasten gelang der Gemeinde von 1831 bis 1846. Nach der Auflösung des Oberamts Weinsberg 1926 kam Lehrensteinsfeld zum Oberamt und späteren Landkreis Heilbronn. 1939 wurden 755 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 919.[3]
Lehrensteinsfeld ist seit der Reformation überwiegend evangelisch geprägt. Der Ort war zunächst Filialgemeinde von Sülzbach und wurde 1571 zur selbstständigen Pfarrgemeinde. Die evangelische Kirchengemeinde Lehrensteinsfelds mit der 1903 erbauten Christuskirche umfasst etwa 1200 Mitglieder (Stand: 2002). Für die etwa 400 (Stand: 2002) katholischen Christen in Lehrensteinsfeld ist die katholische Kirchengemeinde in Wimmental zuständig. 1979 wurde die katholische Sankt-Laurentius-Kirche in Lehrensteinsfeld eingeweiht.
Vereinzelte Juden sind in Lehrensteinsfeld bereits im 16. Jahrhundert belegt, die Jüdische Gemeinde Lehrensteinsfeld bildete sich dann insbesondere im Ortsteil Lehren ab dem 18. Jahrhundert aus. Der Ort war von 1832 bis 1867 Sitz eines Rabbinats. Die Gemeinde erlebte wie viele jüdische Landgemeinden durch Ab- und Auswanderung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen allmählichen Niedergang und erlosch im Zuge der Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus.
Der Gemeinderat Lehrensteinsfelds umfasst nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 zehn Mitglieder. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.
Die Blasonierung des Lehrensteinsfelder Wappens lautet: In Blau über zwei goldenen Wellenbalken ein goldenes Hufeisen. Die Flagge der Gemeinde ist Gelb-Blau.
Das Hufeisen als ländliches Symbol war das Lehrensteinsfelder Fleckenzeichen. Es war auf alten Gemarkungssteinen abgebildet und fand sich seit spätestens dem 19. Jahrhundert im Gemeindesiegel. Das heutige Wappen wurde 1959 angenommen und der Gemeinde zusammen mit der Flagge am 18. August 1959 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehen. Die Wellenbalken erinnern an die Familie von Schmidberg, in deren Besitz Lehrensteinsfeld von 1649 bis 1778 war.[4]
Lehrensteinsfeld ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Salzberg im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebiet Württemberg gehören. 1977 stellte der Ort mit Rita Ostholt zum ersten und bisher einzigen Mal eine Württembergische Weinkönigin.
Die Gemeinde liegt an der A 81, die Anschlussstelle Weinsberg/Ellhofen ist etwa 3 km entfernt und über eine Stichstraße vom Ort direkt erreichbar. Der nächste Bahnhof liegt an der Hohenlohebahn in der Nachbargemeinde Ellhofen.
Zu den Grundlagen der wirtschaftlichen Existenz der Gemeinde gehört der Weinbau, der von einer 1904 gegründeten Weingärtnergenossenschaft und von einigen kleinen Weingütern betrieben wird. Angebaut wird vor allem Riesling, aber auch Müller-Thurgau, Spätburgunder, Schwarzriesling und andere Rebsorten. Das größte ortsansässige Unternehmen mit 140 Mitarbeitern (Stand August 2007), davon 110 in Lehrensteinsfeld und 30 in Obersulm-Willsbach, ist die 1949 gegründete Hermann Schweikert GmbH, ein Automobil- und Landmaschinen-Zulieferer, der sich unter anderem im Werkzeugbau und in der Blechumformung betätigt.[1]
Über das Geschehen in Lehrensteinsfeld berichtet die Tageszeitung Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe für das Weinsberger Tal (WT).
Lehrensteinsfeld verfügt über eine Grundschule und zwei Kindergärten.
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