Meinestadt.de - Kühlungsborn - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Bad Doberan | |
| Höhe: | 10 m ü. NN | |
| Fläche: | 16,16 km² | |
| Einwohner: | 7262 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 449 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 18225 | |
| Vorwahl: | 038293 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DBR | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 51 042 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Ostseeallee 20 18225 Kühlungsborn |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rainer Karl (CDU) | |
| Lage der Stadt Kühlungsborn im Landkreis Bad Doberan | ||
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Die amtsfreie Stadt Kühlungsborn ist ein Ostseebad im Landkreis Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). In der Nähe der Stadt hat das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) seinen Sitz.
Inhaltsverzeichnis |
Kühlungsborn liegt an der mecklenburgischen Ostseeküste, etwa 25 Kilometer von Rostock entfernt. Unmittelbar südlich der Stadt erhebt sich der Höhenzug der Kühlung mit dem weithin sichtbaren Leuchtturm Bastorf. Kühlungsborn ist der größte Bade- und Erholungsort Mecklenburgs und liegt direkt an der Mecklenburger Bucht. Der Titel „Seebad“ wurde der Stadt am 15. Februar 1996 verliehen. Mit 3150 Metern Länge verfügt Kühlungsborn über die längste Strandpromenade Deutschlands. Am westlichen Ende mündet die Promenade in den Baltic-Platz. Der breite Sandstrand zieht sich über etwa sechs Kilometer hin.
Die Stadt entstand 1938 durch Zusammenschluss der Gemeinden Brunshaupten, Arendsee und Fulgen. Laut Gründungsurkunde ist „Ostseebad“ fester Namensbestandteil. Somit hieße es „Seebad Ostseebad Kühlungsborn“. Zur Vereinfachung einigten sich die Stadtvertreter, den Seebad-Titel nicht anzuführen.
Kühlungsborn ist Sitz des zur Leibniz-Gemeinschaft gehörenden Instituts für Atmosphärenphysik, das in der Nähe das Forschungsradar OSWIN betreibt.
Die Stadt Kühlungsborn entstand am 1. April 1938 durch die Zusammenfassung der drei Orte Fulgen, Brunshaupten und Arendsee. Die Geschichte dieser drei Ursprungsdörfer führt fast 800 Jahre zurück. 1177 wurden in einer Urkunde „Bruno von Cubanze“ und „zwei Dörfer Brunos“ erwähnt. „Cubanze“ heißt möglicherweise Tempelbezirk oder Rodung. 1219 wurde der Name „Brunshövede“ (= Hof oder Hafen des Brunos) in einer Urkunde erwähnt. Das Dorf wurde zu dieser Zeit vom Landesfürsten dem Nonnenkloster Sonnenkamp geschenkt, das seinen Sitz zunächst in Parchow bei Kröpelin, später in Neukloster hatte. Das Dorf Arendsee soll von den Nonnen dieses Klosters seinen Namen erhalten haben, und zwar nach dem gleichnamigen Kloster in der Altmark. Fulgen wurde erst während des Dreißigjährigen Krieges erwähnt, als alle drei Dörfer schwer heimgesucht wurden, besonders aber Fulgen. Brunshaupten war ein Reihendorf, das ungefähr dem Verlauf des Cubanze-Baches folgte. Der älteste Teil von Arendsee ist dort zu finden, wo die Landstraße nach Rerik in scharfem Knick Kühlungsborn verlässt. Fulgen war vor dem Dreißigjährigen Krieg ein großes Dorf östlich von Brunshaupten. Die Bewohner der drei Dörfer lebten ärmlich von Fischfang und Landwirtschaft. Einige durften sich „Erbpächter“ nennen, ihr Pachtland hatte die Größe kleiner Bauernstellen, die meisten wirtschafteten auf Büdnereien und Häuslereien.
Trotz gemeinsamer Interessen arbeiteten die Gemeinden Brunshaupten (mit Fulgen) und Arendsee getrennt, oft sogar in scharfer Konkurrenz gegeneinander. Viele Einrichtungen gab und gibt es deshalb zweifach (z. B. die Konzertgärten Ost und West, zwei Seebrücken). Die Anzahl der Gäste stieg in den Friedensperioden stark an (1913: 28.000 Gäste bei 2600 Einwohnern, 1933–35: 30.000–45.000 Badegäste jährlich, 1970–1981: 130.000–160.000 Badegäste jährlich). 1937 wurden die Gemeinden Arendsee und Brunshaupten mit dem zugehörigen Gut Fulgen zur Gemeinde Brunshaupten-Arendsee zusammengeschlossen. Am 1. April 1938 wurde diese umbenannt in Kühlungsborn und ihr gleichzeitig das Stadtrecht verliehen.
Im Jahre 1945 wurde Kühlungsborn für viele Kriegsflüchtlinge zum zeitweiligen oder endgültigen neuen Zuhause. Eine Anzahl von Hotels und Pensionen wurden im Jahre 1953 während der sogenannten „Aktion Rose“ teilweise willkürlich enteignet und verstaatlicht und in Ferienheime und Anlagen des staatlichen FDGB-Gewerkschaftsbundes umgewandelt (insgesamt wurden in der DDR 440 Hotels und Pensionen sowie 181 Gaststätten, Wohnhäuser und Wirtschaftsbetriebe beschlagnahmt, in 527 Fällen strafrechtliche Ermittlungsverfahren eröffnet, in Kühlungsborn wurden 50 Einrichtungen verstaatlicht). Die Besitzer wurden, falls sie Widerstand leisteten, teilweise in Schauprozessen verurteilt. Viele sahen sich gezwungen, in die Bundesrepublik Deutschland überzusiedeln. Die nunmehr staatlichen Ferieneinrichtungen wurden bis 1989 hauptsächlich für Ferien- und Kuraufenthalte der DDR-Bürger nach strengen Platzvergaberichtlinien und Vergabe von sogenannten FDGB-Ferienschecks genutzt. Individualtourismus war, wie in den meisten Ostseebädern in der DDR bis 1989 nicht, oder nur sehr eingeschränkt möglich (durch Nutzung von Privatwohnungen oder Camping). Die Kosten bei Nutzung des FDGB-Ferienschecks waren sehr gering (60–100 Mark der DDR für 14 Tage Vollpension am Meer). Durch die einheitliche Ferienzeit (Juli/August) in der DDR war Kühlungsborn und insbesondere alle Handelseinrichtungen in dieser Zeit regelmäßig von Urlaubern überflutet. Es kam häufig zu Versorgungsengpässen in den Handelseinrichtungen. In den sogenannten „Ostseewochen“ (meistens die erste Juliwoche), die rund drei Jahrzehnte lang jährlich als Festwochen durchgeführt wurden, versuchte die DDR-Führung sich international Anerkennung zu verschaffen. Es gab ein besseres Warenangebot und zahlreiche hochkarätige Kulturveranstaltungen. Die Teilnehmer aus den Ostseeanliegerstaaten und Norwegens wurden in extra hierfür freigehaltenen Ferienheimen untergebracht.
In Kühlungsborn war war von 1958 bis 1990 die aus etwa 100 Mann bestehende Kampfschwimmer-Einheit KSK 18 der NVA-Volksmarine stationiert.[1]
Für den G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 wurde in Kühlungsborn-Ost das Pressezentrum errichtet. Etwa 5.390 Journalisten, die 1.045 Medien aus 78 Ländern vertraten, waren akkreditiert und wohnten größtenteils auch in Kühlungsborn. Der Molli diente während des Gipfels für die Journalisten als Shuttle zwischen dem Pressezentrum und Heiligendamm.
In Kühlungsborn gibt es drei christliche Gemeinden, die der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St.-Johannis, die Katholische Kirche - Heilige Dreifaltigkeit, sowie die der Neuapostolischen Kirche.
Das Wappen wurde am 2. September 1940 durch den Reichsstatthalter Mecklenburg verliehen und unter der Nr. 20 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Blau drei (2:1) fliegende silberne Möwen mit aufgerichtetem, schwarz-silbern auslaufendem Halbflug.“
Das Wappen wurde von dem Berliner Prof. Hans Schweitzer gestaltet.
Die Flagge zeigt drei nach rechts fliegende silberne Möwen mit aufgerichteten, schwarz auslaufenden Schwingen auf blauem Grund.
Kühlungsborn unterhält Partnerschaften mit dem Nordsee-Heilbad Büsum, dem Ostseebad Grömitz und dem russischen Ostseebad Selenogradsk (ehem. Cranz in Ostpreußen).
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