Donnerstag, 24.05.2012



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Kranenburg (Niederrhein)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kranenburg
Kranenburg (Niederrhein)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kranenburg hervorgehoben
51.7897222222226.007222222222221Koordinaten: 51° 47′ N, 6° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kleve
Höhe: 21 m ü. NN
Fläche: 76,96 km²
Einwohner: 9927 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 129 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47559
Vorwahlen: 02826 und 02821
Kfz-Kennzeichen: KLE
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 040
Gemeindegliederung: 9 Ortschaften
Adresse der Gemeindeverwaltung: Klever Straße 4
47559 Kranenburg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Günter Steins (CDU)
Lage der Gemeinde Kranenburg im Kreis Kleve

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Die Gemeinde Kranenburg liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie liegt an der niederländischen Grenze bei Nimwegen und ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gemeindegebiet

Die Gemeinde Kranenburg hat eine Gemeindefläche von 77 km² mit ungefähr 9.800 Einwohnern.

Sie gliedert sich in folgende Ortsteile (nach Einwohnerzahl):

Große Teile des Gemeindegebietes sind unbesiedelte Naturlandschaft, im Süden der Reichswald, im Norden die Rheinniederung der Düffel.

Nachbargemeinden/-städte

Die Gemeinde Kranenburg grenzt im Osten an die Stadt Kleve, im Südosten an die Stadt Goch, im Südwesten an die Gemeinde Gennep (Provinz Limburg, NL), im Westen an die Gemeinde Groesbeek (Provinz Gelderland, NL), im Nordwesten an die Gemeinde Ubbergen (Provinz Gelderland, NL) und im Nordosten an die Gemeinde Millingen am Rhein (Provinz Gelderland, NL).

Geschichte

Kranenburg im Jahr 1563. Ansicht vom Hochaltar der katholischen Pfarrkirche
Stadtwall und Mühlenturm

Mittelalter

Kranenburg entstand im 13. Jahrhundert als Gründung der Klever Grafen. Eine Burg Kranenburg ist erstmals 1270 belegt; bereits zu Lebzeiten Dietrichs Luf von Kleve († 1277) hat eine Kirche bestanden. 1294 besaß der Ort Stadtrecht. Durch die Auffindung des „Wundertätigen Kreuzes“ 1308 wurde Kranenburg zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. 1370 fiel das Land Kranenburg, das zunächst an Gerhard von Horn († 1330) und später an seinen Sohn Dietrich verpfändet gewesen war, an die Klever Hauptlinie zurück. Zu dieser Zeit besaß die Stadt Kranenburg eine erste Befestigung. Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert wurden eine neue Burg und eine steinerne Befestigungsanlage mit zwei Toren und einer bislang ungeklärten Zahl von Türmen errichtet, der südlichste als Stadtwindmühle. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine Blütezeit, die ihren Ausdruck im Bau einer großen gotischen Kirche fand. 1436 wurde das Zyfflicher Martinsstift nach Kranenburg verlegt, 1445/46 ein Schwesternkonvent als Filiale des Klever Schwesternhauses vom Berg Sion in der Kranenburger Mühlenstraße eingerichtet. 1457 wurde in Kranenburg der Vertrag beschlossen, der die Münsterische Stiftsfehde beendete.

Frühe Neuzeit

Mehrere Stadtbrände und Hochwasserkatastrophen brachten den Ort seit dem Ausgang des Mittelalters um seinen früheren Wohlstand. Mit dem Aussterben des Jülich-Kleve-Bergischen Herzoghauses 1609 fiel Kranenburg mit dem Herzogtum Kleve an Brandenburg-Preußen. Der Große Kurfürst vergab Kranenburg 1675 an seinen Leibarzt Arnold Fey; nach dessen Tod 1678 fiel der Ort an Brandenburg zurück. Um 1650 wurde eine reformierte Gemeinde in Kranenburg gegründet, die 1723 eine kleine Kirche beziehen konnte. 1789 zerstörte ein Stadtbrand das historische Rathaus. Die baufälligen Stadttore wurden um 1800 abgebrochen.

19./20. Jahrhundert

In der Franzosenzeit war Kranenburg Kantonssitz im Département de la Roer und zeitweise nördlichster Punkt des französischen Staates , verlor aber seinen Status als Stadt. Das Martinsstift und der Katharinenkonvent wurden 1802 säkularisiert. Nach dem Wiener Kongress bildeten die Gemeinden Kranenburg, Nütterden und Frasselt-Schottheide die Bürgermeisterei Kranenburg. 1936 wurde Grafwegen, das vorher zu Kessel gehört hatte, Kranenburg zugeschlagen. Kranenburg blieb bis ins 20. Jahrhundert stark von der Landwirtschaft geprägt.

Im Kriegswinter 1944/45 wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zudem fand im nahegelegen Reichswald und im Umfeld des heutigen Ortes die sogenannte Schlacht im Reichswald statt. Nach dieser Schlacht konnten die Alliierten anschließend bei Wesel einen Brückenkopf über den Rhein schlagen und somit das Ruhrgebiet einnehmen.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Gemeinden Wyler und Zyfflich dem Amt Kranenburg hinzugefügt. Die Gemeinde Kranenburg in ihrer heutigen Form entstand am 1. Juli 1969 beim 1. kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Kranenburg (mit Nütterden, Frasselt, Schottheide und Grafwegen), Wyler und Zyfflich des Amtes Kranenburg sowie die Gemeinden Mehr und Niel des Amtes Rindern wurden zur neuen Gemeinde Kranenburg zusammengeschlossen. Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des 2. Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt. Die Grenzgemeinde Kranenburg hat heute eine stark gemischte deutsch-niederländische Bevölkerung und präsentiert sich als Musterbeispiel eines gelebten Europa.

Politik

Seit der letzten Kommunalwahl am 26. September 2004 gehören dem Rat 15 Mitglieder der CDU (55,7 %), 8 Mitglieder der SPD (27,6 %), 2 Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen (7,4 %) sowie 3 Mitglieder der FDP (9,3 %) an. Zwischenzeitlich schied ein Mitglied der CDU-Fraktion aus und ist jetzt fraktionslose Mandatsträgerin.

Bürgermeister ist Günter Steins (CDU), stellvertretender Bürgermeister ist Jürgen Franken (SPD).

Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche St. Peter und Paul in Kranenburg (15. Jahrhundert)
St. Martinskirche in Zyfflich (11. Jahrhundert)
Naturschutzgebiet Kranenburger Bruch
Die Große Straße während der Umgestaltung 2006

Kranenburg

Zyfflich

Niel

  • katholische Pfarrkirche St. Bonifatius

Mehr

  • katholische Kirche St. Martinus
  • Haus Zelhem
  • Windmühle

Frasselt

  • katholische Kirche St. Antonius

Nütterden

  • katholische Pfarrkirche St. Antonius

Wyler

  • alte und neue katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Presse

Örtliche Presseberichterstattung erfolgt in der Rheinischen Post und der Neuen Rhein Zeitung. Kostenlos verteilt werden das Klever Wochenblatt, die Niederrhein Nachrichten, der Kurier am Sonntag und die deutsch-niederländische Zeitung De Rozet.

Naturschutz

Die NABU-Naturschutzstation engagiert sich besonders für den Schutz der Wildgänse, die in großer Zahl in den Feuchtgebieten der Düffel bei Kranenburg leben oder überwintern.

Verkehr

Flugverkehr

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Niederrhein in Weeze und der Flughafen Düsseldorf International.

Busverkehr

Im kommunalen Personennahverkehr verkehrt die Schnellbuslinie SB58 der VGN zwischen Emmerich und Nijmegen, die Linie 55 der VGN zwischen Kleve und Groesbeek sowie die Linie 57 der niederländischen Novio zwischen Kranenburg und Nimwegen.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Bahnverbindung

Bis 1991 bestand eine Eisenbahnverbindung, die Nimwegen über Kranenburg mit Kleve verband. Seit dem Frühjahr 2008 sind auf der Bahntrasse Draisinenfahrten zwischen Kleve und Groesbeek möglich. Der Kranenburger Bahnhof beherbergt heute das „Caféhaus Niederrhein“ sowie das „Besucherzentrum De Gelderse Poort Kranenburg“, eine Informationsstelle der Gemeinde Kranenburg und des NABU.

Der Betrieb auf der 1912 eröffneten Straßenbahnstrecke Kleve-Kranenburg-Wyler war schon 1960 eingestellt worden.

Straßen

Im Fernstraßenbereich ist Kranenburg an die Bundesstraßen 9 und 504 angebunden. Nach der Umgestaltung der "Großen Straße" im Jahr 2006 wurde das Zentrum der Ortschaft als verkehrsberuhigte Zone umgestaltet. Der Verkehr zwischen Kleve und Nimwegen wird nun über eine Umgehungsstraße um den Ort herum geleitet.

Städtepartnerschaft

Kranenburg unterhält seit 2001 gemeinsam mit seinen niederländischen Nachbargemeinden Groesbeek und Ubbergen eine Partnerschaft mit der Stadt Körmend in Ungarn.

Vereine

  • Turn- und Sportverein (TuS) 07 Kranenburg e.V.
  • Kranenburger Jugendreisen e.v.
  • Bürgerschützenverein Schottheide e.V.
  • Bühnenfreunde Mehr e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr LZ Kranenburg
  • Freiwillige Feuerwehr LG Wyler
  • Freiwillige Feuerwehr LZ Nütterden
  • Freiwillige Feuerwehr LG Frasselt
  • Freiwillige Feuerwehr LG Mehr
  • Freiwillige Feuerwehr LG Niel
  • Freiwillige Feuerwehr LG Zyfflich
  • Schützenverein Frasselt e.V.
  • Schützenverein Kranenburg e.V.
  • Stüppkesmarkt e.V.
  • Karate-Verein "Kakunen Musho" Kranenburg e.V.
  • Musikverein Kranenburg e.V.
  • Guck-Mal-Theater Kranenburg
  • Schützenverein Mehr e.V.
  • Kranenburger Tennis-Club Rot-Gelb e.V.
  • Tischtennis-Club (TTC) Kranenburg e.V.
  • Verein für Heimatschutz 1922 e.V. Kranenburg
  • Musikzug der Allgemeinen Schützengesellschaft Nütterden e.V.
  • Förderverein der Alten Schule Nütterden e.V.
  • Allgemeine Schützengesellschaft Nütterden e.V.
  • SV 1927 Nütterden e.V.
  • Reitverein Kranenburg und Umgebung e.V.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise


Literatur

  • Robert Scholten, Cranenburg und sein Stift, Kleve 1902.
  • Kirchbauverein Kranenburg (Hg.), Kranenburg. Ein altes Heiligtum des Niederrheins, Kranenburg 1950.
  • Friedrich Gorissen, Kranenburg. Ein Heiligtum des Niederrheins, Kranenburg 1953.
  • Verein für Heimatschutz (Hg.), Kranenburg. Ein Heimatbuch, Kranenburg 1984.
  • Verein für Heimatschutz (Hg.), Geschichte im Turm. Katalog zur ortsgeschichtlichen Ausstellung im Mühlenturm Kranenburg, Kranenburg 2006.

Weblinks

Commons Commons: Kranenburg – Bilder, Videos und Audiodateien
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