Meinestadt.de - Kochel a. See - 24.05.2012
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern | |
| Landkreis: | Bad Tölz-Wolfratshausen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Kochel a.See | |
| Höhe: | 605 m ü. NN | |
| Fläche: | 80,12 km² | |
| Einwohner: | 4143 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 52 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 82431 | |
| Vorwahl: | 08851 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TÖL | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 1 73 133 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Kalmbachstraße 11 82431 Kochel a.See |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Thomas W. Holz (CSU) | |
Kochel am See (amtlich: Kochel a.See) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Sie liegt am Kochelsee und ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kochel am See mit Schlehdorf.
Inhaltsverzeichnis |
Kochel am See liegt ca. 60 km südlich von München im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.
Der Jahresniederschlag beträgt 1770mm. Die Niederschläge sind extrem hoch. Sie liegen im oberen Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. An 99% der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monate ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,3 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die jahreszeitlichen Schwankungen sind extrem groß. An nur 1% der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.
Als erste bekannte Siedlung im Raum um Kochel gilt die befestigte Schutzanlage auf der "Großen und Kleinen Birg", diesen beiden mächtigen Felsblöcken bei Altjoch am Südufer des Kochelsees und am Fußpunkt der Kesselbergstrasse. Sie stammt aus der Urnenfelderzeit und wird in den Zeitraum um 1200 v. Chr. datiert. In der römischen Kaiserzeit gehörte das Gebiet zur Provinz Rätien. Im Jahre 739 wurden die beiden Klöster Benediktbeuern und Kochel am See eingerichtet. Das Kocheler Frauenkloster wurde 908 (spätestens 955) durch die Ungarn zerstört und nicht mehr aufgebaut.
Die Verbindung vom Kochelsee zum Walchensee über den so genannten Kesselberg ließ der Münchner Heinrich Barth von 1492–1495 von einem Saumpfad zur ersten Kesselbergstraße ausbauen. Neben dem florierendem Handel brachte dies jedoch auch Schrecken und Leid, verursacht durch Übergriffe der Tiroler, ins Land. 1893–1897 erbaute man die Kesselbergstraße auf der heutigen Trasse neu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden dort bekannte Rennen mit berühmten Fahrern wie Hans Stuck und Manfred von Brauchitsch statt.
Berühmtheit erlangte der oberbayerische Ort durch ein bedeutendes Geschichtsereignis: Der Oberländer Bauernaufstand von 1705, dessen schwärzester Tag als Sendlinger Mordweihnacht bekannt wurde. Im Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges wurde Bayern von den österreichischen Truppen Kaiser Josephs des I. besetzt. Jene pressten das Land mit Kontributionen und Zwangsrekrutierungen aus. 1705 erhoben sich „Bauern“ (in der Hauptsache aber Knechte, Taglöhner und solche die nicht viel zu verlieren hatten unter der Führung einiger Beamter und Militärs) zunächst im Unterland und kurz darauf auch im Oberland gegen die Besatzer, sie scheiterten jedoch aufgrund taktischer Fehlentscheidungen und ungenügender militärischer Ausbildung und Bewaffnung. Der Überlieferung nach fiel bei dem Massaker auf dem Friedhof der alten Sendlinger Pfarrkirche St. Margaret der „Schmied von Kochel“ (angeblich der „Schmiedbalthes“ genannt, alias Balthasar Riesenberger) als letzter unter den Hieben der kaiserlichen Truppen, mit der Losung der Aufständischen „Lieber bayerisch sterben, als kaiserlich verderben!“ auf den Lippen und ihrer Fahne in der Hand. Im Gegensatz zu Plinganser, dem historisch belegten Anführer der Unterländer, entstanden die Mythen um den Schmied von Kochel allerdings wohl erst im 19. Jahrhundert durch die 1831 veröffentlichte Schrift Der Heldentod der bayerischen Landesverteidiger bei Sendlingen, 1 Stunde von München, in der Christnacht des Jahres 1705 von Hans Ferdinand Maßmann, eine tatsächliche Existenz des legendären Helden ist nicht nachgewiesen. Die in Kochel ansässigen Schmiede der fraglichen Zeit hießen anders und nahmen auch nicht am Aufstand teil, überhaupt scheinen sich die Kochler an der gescheiterten Revolution nicht beteiligt zu haben und beklagten auch keine Opfer.
Kochel war Teil der klösterlichen Herrschaft Benediktbeuern, die 1803 mit dem Kloster Benediktbeuern aufgehoben wurde. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern im Jahre 1818 wurde der Ort am Fuße des Herzogstandes (1731 m) eine selbständige politische Gemeinde.
Anfang des 20. Jahrhunderts inspirierte die grandiose Landschaft des 2-Seen-Landes zahlreiche Künstler. Es entstanden Begriffe wie "Malerwinkel" oder "Blaues Land", die sich in vielen bekannten Werken widerspiegeln. Der Walchensee zog Lovis Corinth in seinen Bann und fand in etwa 60 seiner Bilder, die weltweit zu finden sind, Beachtung. In der Gegend um den Kochelsee fand Franz Marc zusammen mit einigen bekannten Kollegen der Künstlergruppe "Blaue Reiter" unzählige Motive für viele weltbekannte Werke.
Ebenfalls im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts entstand das Walchenseekraftwerk nach Plänen des berühmten Oskar von Miller. Dieses damals sehr umstrittene Projekt sorgt für eine Verbindung der beiden Seen. Das Wasser des Walchensees stürzt durch sechs Rohre 200 Meter in die Tiefe und wird in den Kochelsee geleitet. Unter Anbetracht der damaligen schlechten technischen und wirtschaftlichen Lage ist diese bauliche Leistung besonders zu würdigen.
In der Nähe des Kraftwerkes wurde ab 1920 eine Groß-Funkstation mit einer einzigartigen Bergantenne erbaut. Die Anlagen wurden bis 1946 für die erste deutsche Ionosphärenstation genutzt.
Auch die Zeit des Nationalsozialismus (3. Reich) ging an Kochel nicht spurlos vorüber: Reichsjugendführer Baldur von Schirach wohnte im Schloss Aspenstein, in dessen Nähe auch das NS-Kraftfahrerheim angesiedelt war. Gegen Ende des 2. Weltkriegs wurden Teile der Peenemünder Raketenproduktion hierher in die sogenannte WVA (Wasserbauversuchsanstalt GmbH Kochelsee) ausgelagert. Heute befindet sich auf dem Schloss Aspenstein die Georg-von-Vollmar-Akademie, die nach dem ersten Vorsitzenden der bayerischen SPD – Georg von Vollmar – benannt wurde und politische Erwachsenenbildung im Dienste der sozialen Demokratie am südlichen Seeufer anbietet.
Als Symbol der Ortsgeschichte zeigt die rechte Seite des Gemeindewappens den von Rot und Gold dreimal gespaltenen Schild mit silbernem Ort, der um 1500 erstmals als Nebenwappen des Klosters nachweisbar ist. Die andere Seite zeigt in Silber die das Land beherrschenden Berge vor dem blauen Himmel.
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