Meinestadt.de - Kerpen/Rhein-Erft - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Köln | ||||
| Kreis: | Rhein-Erft-Kreis | ||||
| Höhe: | 95 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 113,94 km² | ||||
| Einwohner: | 64.698 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 568 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 50169, 50170, 50171 | ||||
| Vorwahlen: | 02237, 02273, 02275 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | BM | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 62 032
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| Stadtgliederung: | 12 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Jahnplatz 1 50171 Kerpen |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Marlies Sieburg (SPD) | ||||
| Lage der Stadt Kerpen im Rhein-Erft-Kreis | |||||
Kerpen ist eine große kreisangehörige Stadt im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Die Stadt liegt im rheinischen Braunkohlerevier und in der Kölner Bucht nur wenige Kilometer westlich von Köln.
Inhaltsverzeichnis |
Östlich des Stadtzentrums Kerpen verläuft die Erft (aus der Eifel kommend) mit den Erftauen und teilt die Gemeinde, weiter östlich befindet sich die Ville. Der Neffelbach verläuft von Nörvenich kommend in nordöstliche Richtung und verbindet sich noch auf Kerpener Gemeindegebiet mit der Erft. Südlich von Kerpen ragen noch vereinzelte Ausläufer der Nordeifel in das Flachland. Kerpen liegt ebenfalls in der Zülpicher Börde.
Im Norden grenzt Kerpen an die Kreisstadt Bergheim, im Nordwesten an die Gemeinden Elsdorf, im Westen an Merzenich und im Südwesten an Nörvenich (beide im Kreis Düren). Im Süden grenzt Kerpen an Erftstadt, im Südosten an Hürth und im Osten an Frechen.
Hier sind die Stadtteile aufgelistet. Die Einwohnerzahlen sind vom 31.Dezember 2006. Zu den Stadtteilen kommen teilweise noch vereinzelt Weiler hinzu.
| Ortsteil | Einwohner (Gesamt 63.331) |
|---|---|
| Balkhausen | 2.488 |
| Blatzheim (mit Bergerhausen) | 3.473 |
| Brüggen | 4.619 |
| Buir | 3.989 |
| Horrem (mit Götzenkirchen) | 11.864 |
| Kerpen (Stadtkern) | 14.333 |
| Manheim | 1.659 |
| Mödrath | 513 |
| Neu-Bottenbroich | 974 |
| Sindorf | 15.982 |
| Türnich | 3.437 |
| Langenich | 153 |
Auffällig ist, dass der Stadtteil Sindorf durch die Ausweisung neuer Siedlungsgebiete in den letzten Jahren eine höhere Einwohnerzahl hat als das eigentliche Stadtzentrum Kerpen.
Kerpen wurde erstmals im Jahre 871 unter den Namen „Kerpinna“ urkundlich erwähnt. Nach der Schlacht bei Worringen 1288 wurde Kerpen brabantische Enklave mitten im vom Erzbistum Köln und der Grafschaft Jülich beherrschten Gebiet, was Kerpen zu einer tatsächlichen Eigenständigkeit verhalf. Das Herzogtum Burgund übernahm das brabantische Erbe, das nach dem Tod Karls des Kühnen 1477 an das Haus Habsburg überging. Als Karl V. 1522 das Reich unter seinen Söhnen aufteilte, fiel Kerpen mit den Niederlanden an den König von Spanien. Bis zum Frieden von Utrecht 1712 blieb Kerpen spanisch – noch in den 1970er Jahren erinnerte die heute nicht mehr existierende Gastwirtschaft "König von Spanien" in der heutigen Stiftsstraße daran. Anschließend wurde Kerpen mit dem ihm herrschaftlich verbundenen Lommersum eigenständige Reichsgrafschaft unter dem Grafen von Schaesberg. Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1794 verlor Kerpen seine Unabhängigkeit, wurde aber Kantonssitz. 1815 wurde Kerpen nach dem Wiener Kongress Bestandteil der preußischen Rheinprovinz im Kreis Bergheim. Kerpen erhielt 1941 die Stadtrechte.
Die heutige Stadt Kerpen ist 1975 aus der damaligen Stadt Kerpen und den sieben bis dahin eigenständigen Gemeinden im Rahmen einer Gemeindereform durch das Köln-Gesetz von 1974 entstanden. Die Stadtteile sind überwiegend noch immer durch große freie Flächen voneinander getrennt und haben sich daher eine gewisse Eigenständigkeit erhalten.
Die Stadtteile Mödrath und Bottenbroich wurden aufgrund des Braunkohletagebaus Frechen in den 1950er Jahren umgesiedelt. Die Einwohner des alten Mödrath bekamen ein Baugebiet im Nordosten Kerpens zugewiesen, die Einwohner Bottenbroichs ein Baugebiet im Osten Horrems. Ein Überbleibsel der Umsiedlung ist das Präfix „Neu-“ im Namen Neu-Bottenbroich.
Der Ortsteil Manheim wird etwa bis 2022 dem Tagebau Hambach weichen. Die Einwohner bestimmten in einer Abstimmung Kerpen-Dickbusch als Umsiedlungsstandort. Der neue Standort Dickbusch wird wahrscheinlich ab dem Frühjahr 2012 bebaubar sein. Es ist noch unklar, ob auch „Fremde“ ein Grundstück am neuen Standort erwerben können.
Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004:
Um die Beziehungen durch Vereine, Schulen und Politik kümmert sich der Partnerschaftsverein. Die Partnerschaft mit St. Vith ist aus den Beziehungen der nach dem Versailler Vertrag aus dem Eisenbahnknoten St. Vith zum neuen Knoten Mödrath (an der Bahntrasse zur Ahr) umgesiedelten Bediensteten der Reichsbahn entstanden. Seit 1975 wird die Partnerschaft von der Stadt gepflegt. Die Partnerschaft mit Oświęcim/Auschwitz ging 1993 aus den Beziehungen der jeweiligen Sekundarschulen hervor, die nach der Öffnung Polens zum Westen 1991 aufgenommen wurden.
Kerpen hat auch als Naturlandschaft einiges zu bieten. Mit den Naturschutzgebieten Kerpener Bruch/Parrig und Dickbusch, Lörsfelder Busch, Steinheide liegt es im Naturpark Rheinland. Das neue Informationszentrum für den nördlichen Teil des Naturparks, die Gymnicher Mühle an der Erft, liegt jenseits der Grenze zu Gymnich. Seit wenigen Jahren ist auch das Rekultivierungsgebiet des ehemaligen Braunkohletagebau Frechen zu einer herrlichen Naturlandschaft mit mehreren Seeen etc. geworden, es ist seit dem Papstbesuch zum XX. Weltjugendtag im Jahre 2005 unter dem Namen Marienfeld bekannt. Der größte See hier ist der Boisdorfer See.
Die Kartbahn Erftlandring in Manheim ist als Michael Schumachers Hausbahn über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Für junge Rennsportler gibt es seit 1977 den Seifenkistenverein Flinke Flitzer. Seit seiner Gründung 1977 bis 2008 hat der Verein bereits einen zweiten und einen dritten Platz bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen. Das Vierjahreszeitenbad Erftlagune in Sindorf sowie das Türnicher Freibad sind Stätten für Wassersport.
Kerpen liegt am Autobahnkreuz (Kreuz Kerpen) der Bundesautobahnen A 4 und A 61 sowie am Bahnknoten der Bahnstrecke Köln–Aachen–Brüssel.
Auf dieser Strecke verkehrt neben ICEs und Regionalzügen auch eine S-Bahn, die den Abschnitt Köln–Düren befährt. Im Bahnhof Horrem zweigt zudem die Erftbahn nach Grevenbroich und Düsseldorf über Bergheim und Bedburg ab.
Insgesamt hat die Stadt Kerpen 3 Bahnhöfe; Buir, Horrem und Sindorf. Der Stadtkern von Kerpen hat keinen Bahnanschluss mehr. 1913 wurde die Bergheimer Kreisbahn stillgelegt und kurze Zeit später abgebaut.
In Blatzheim kreuzen sich die Bundesstraßen B 264 und B 477. Innerörtlich und mit den Nachbargemeinden werden die Ortsteile durch Buslinien der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) erschlossen, die durch ein Anrufsammeltaxisystem ergänzt werden. Es gibt insgesamt 3 Autobahnausfahrten auf dem Stadtgebiet sowie 3 in sehr naher Entfernung in direkter Nähe. Die Aachener Straße aus Köln endet direkt zwischen Kerpen-Sindorf und Bergheim-Ahe.
Kerpen und seine Stadtteile sind immer noch geprägt von der im Umkreis liegenden Braunkohleindustrie des Rheinischen Braunkohlereviers mit Tagebauen und Brikett-Fabriken. Der Tagebau Frechen im Osten ist ausgekohlt – dort befindet sich ein Rekultivierungsgebiet mit dem vom Weltjugendtag 2005 bekannten Marienfeld – (kleinere Felder wie das der Grube Louise bei Brüggen/Türnich mit Brikettfabriken I und II waren schon 1952 erschöpft), der neue Tief-Tagebau Hambach rückt an den Ortsteil Manheim heran. An die Sindorfer Glashütte 1911 bis 1978 erinnert nur noch die Hüttenstraße mit den ehemaligen Werkswohnungen. Die Braunkohlekraftwerke auf dem Villerücken sind nicht weit und bieten auch Kerpenern Arbeit. Die Autozubehörfirma Visteon hat ihre Europazentrale in Sindorf. Europäische Bedeutung hat auch der NATO-Militärflugplatz Nörvenich. Die dort stationierten Luftwaffensoldaten sind in den Kerpener Kaserne Boelcke-Kaserne und in der Nörvenicher Kaserne Haus Hardt untergebracht.
In Kerpen existieren zwölf Grundschulen, die sich auf alle Stadtteile verteilen, das Gymnasium der Stadt Kerpen, zwei Realschulen, zwei Berufsschulen, zwei Hauptschulen, eine Gesamtschule sowie eine Sonderschule.
In Kerpen gibt es mehrere Telefonvorwahlen: 02237 für Balkhausen, Brüggen, Kerpen, Langenich und Türnich; 02273 für Horrem und Sindorf; 02275 für Blatzheim, Buir und Manheim.
Kerpen ist in mehrere Postleitzahlenbereiche unterteilt: 50169 für Horrem, Türnich, Brüggen und Balkhausen; 50170 für Sindorf, Buir und Manheim; 50171 für Kerpen-Mitte, Langenich, Mödrath, Blatzheim, Bergerhausen und Niederbolheim.
Balkhausen | Blatzheim mit Niederbolheim | Brüggen | Buir | Horrem | Langenich | Manheim | Mödrath | Neu-Bottenbroich | Sindorf | Türnich
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