Meinestadt.de - Kemmern - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Landkreis: | Bamberg | |
| Höhe: | 237 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,27 km² | |
| Einwohner: | 2554 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 309 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 96164 | |
| Vorwahl: | 09544 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 71 150 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstr. 2 96164 Kemmern |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rüdiger Gerst (CSU) | |
| Lage der Gemeinde Kemmern im Landkreis Bamberg | ||
| Datei:Kemmern im Landkreis Bamberg.png | ||
Kemmern ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Bamberg.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde Kemmern liegt bei einer durchschnittlichen Höhenlage von 236 bis 250 Metern etwa sieben Kilometer nördlich von Bamberg, direkt am Main zu Füßen der Ausläufer der Haßberge. Sie gehört zur Region Oberfranken-West im oberen Maintal. Eingebettet ist Kemmern in eine historische Kulturlandschaft mit hochmittelalterlichem Wegesystem und Spitzgewannfluren. Zahlreiche Geh- und Radwege binden Kemmern an touristisch interessante Räume (z. B. Maintal, Haßberge, Steigerwald, Fränkische Schweiz und Weltkulturerbestadt Bamberg) an.
Obwohl unbelastet von Durchgangsverkehr, ist die Wohngemeinde Kemmern an das überregionale Straßennetz (B 4 und A 73) angebunden.
Es existiert nur die Gemarkung und der Gemeindeteil Kemmern.
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Breitengüßbach, Gundelsheim, Hallstadt, Baunach
Die Siedlungsgeschichte Kemmerns ist sehr alt und reicht weit in das erste vorchristliche Jahrtausend zurück. So deuten etwa die Ursprünge der Helenenkapelle auf dem Semberg auf eine Kultstätte bereits zur Zeit der Kelten hin. Im Frühmittelalter verlief im Gebiet des heutigen Kemmern die Grenze zwischen dem germanischen und dem slawischen Siedlungsraum. Von germanisch-fränkischer Siedlungstätigkeit zeugen die germanischen Wüstungen Dertheim und Schiring, slawischen Ursprungs dürfte die frühere Bürg als bedeutende Zufluchts- und Kultstätte der Mainwenden gewesen sein.
Erstmals schriftlich erwähnt wurde Kemmern in einer Urkunde vom 26. Oktober 1017 als Camerin im damaligen Radenzgau. In diesem Dokument bestätigt Kaiser Heinrich II. einen Tauschvertrag, in dem neben Erlangen und Forchheim u. a. auch vier Fischer zu Kemmern durch Bischof Heinrich von Würzburg an Bischof Eberhard von Bamberg übertragen wurden.
In den folgenden Jahrhunderten bis zur Säkularisation 1803 blieb Kemmern im Wesentlichen ein Obleidorf (von mittellat. oblaia, alte Bezeichnung für Abgaben an geistliche Stiftungen, Klöster) des Bamberger Domkapitels, verfügte aber ziemlich früh über eine bedingte Autonomie. So konnte Kemmern seine örtlichen Angelegenheiten in einer Satzung, der Dorfordnung, regeln, welche keiner dorfherrlichen Sanktion bedurfte. Zu seinem Schutz verfügte Kemmern über einen wassergefüllten Graben und drei Torhäuser. Am Bauernkrieg 1525 haben sich die Kemmerner aktiv auf Seiten der Aufständischen beteiligt. Im Winter 1631/1632 wurde Kemmern von schwedischen Truppen heimgesucht. Wie viel Leid der Dreißigjährige Krieg für Kemmern gebracht hat, lässt sich daran ermessen, dass bereits 1638 von den 68 domkapitelischen Herdstätten nur noch 26 bewohnt waren.
Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 wurde Kemmern mehrmals sowohl von Einquartierungen verschiedener Reichstruppen als auch von preußischen Einfällen und Einquartierungen heimgesucht, da der Bamberger Fürstbischof ein Verbündeter Österreichs war.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Für seine derzeit rund 2600 Einwohner verfügt Kemmern über wichtige Einrichtungen der Grundversorgung.
Kemmern ist seit 1710 eigenständige Pfarrei. Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde in den Jahren 1978 bis 1980 erweitert.
Da Kemmern, wie insbesondere die Naturereignisse im Februar 1909 und Dezember 1967 zeigen, durch seine Lage am Main immer wieder vom Hochwasser bedroht war, erhielt es in den Jahren 1978 bis 1980 eine umfangreiche Hochwasserfreilegung. Seit 1995 wird im Rahmen der Städtebauförderung mit staatlicher Hilfe und finanziellen Zuwendungen der Europäischen Union (EU) die Ortskernsanierung durchgeführt.
Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 1923, 1987 dann 2188 und im Jahr 2000 2565 Einwohner gezählt. Zum 31. Dezember 2007 zählte Kemmern 2614 und zum 31. Dezember 2008 2641 Einwohner
Bürgermeister ist Dipl.-Pol. Rüdiger Gerst M. A. (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Alois Förtsch (CSU) und 2008 mit fast 90 % der Stimmen wiedergewählt.
Der Gemeinderat besteht in der Wahlperiode 2008/14 aus dem direkt gewählten Ersten Bürgermeister und 14 Gemeinderatsmitgliedern:
Der Gemeinderat besteht in der Wahlperiode 2002/08 aus dem direkt gewählten Ersten Bürgermeister und 14 Gemeinderatsmitgliedern:
Kemmern ist eine selbständige Einheitsgemeinde ohne weitere Ortsteile.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2005 1.530.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 89.247 Euro.
Das Haushaltsvolumen 2008 beträgt 4 Millionen Euro.
Die aktuellen gemeindesteuerlichen Hebesätze betragen:
Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 65 und im Bereich Handel und Verkehr 33 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 50 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 949. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 19 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 219 ha, davon waren 171 ha Ackerfläche.
Heute besteht in Kemmern noch eine Brauerei und zwar die Brauerei Wagner. Bis 1985 braute zudem die Brauerei Leicht selbst.
Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2008):
Konrad Schrott: Kemmern. Ortsgeschichte eines ehemaligen bambergisch-domkapitelischen Obleidorfes. Kemmern 1986
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