Donnerstag, 24.05.2012



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Kalchreuth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kalchreuth
Kalchreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kalchreuth hervorgehoben
49.558511.1325413Koordinaten: 49° 34′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Höhe: 413 m ü. NN
Fläche: 10,84 km²
Einwohner: 3033 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90562
Vorwahl: 0911
Kfz-Kennzeichen: ERH
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 137
Adresse der Gemeindeverwaltung: Schulstraße 9
90562 Kalchreuth
Webpräsenz:
Bürgermeister: Herbert Saft (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Kalchreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Datei:Kalchreuth im Landkreis Erlangen-Höchstadt.png

Kalchreuth ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt jeweils ca. zehn Kilometer nordöstlich von Nürnberg und südöstlich von Erlangen auf einem Höhenrücken des Sebalder Reichswalds. Der Ort wird wegen der zahlreichen Kirschbäume auch Kirschendorf genannt. Kalchreuth liegt auf einem langgestreckten Höhenzug des Schwarzen Jura (Lias), der einen Teil des fränkischen Schichtstufenlandes bildet. Der Kalchreuther Forst westlich und südlich der Ortschaft ist ein beliebtes Ausflugsgebiet. Der Ortsname leitet sich von der Beschaffenheit des Untergrundes (Kalch=Kalk) und vom Ursprung als Rodungsinsel im Sebalder Reichswald (Reuth=Rodung) ab.

Die aussichtsreiche Lage und die Nähe zu Nürnberg machen den Ort besonders an Wochenenden und an Sommerabenden zu einem vielbesuchten Ausflugsziel mit Besuch in den zahlreichen Gaststätten.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Dormitz, Kleinsendelbach, Eckental, Heroldsberg

Ortsteile

Die Dörfer Kalchreuth, Röckenhof (seit der Gebietsreform 1978), Käswasser und die Weiler Stettenberg, Minderleinsmühle und Gabermühle (bis 1900 Wolfsfelden)

Geschichte

Die Freiherren Haller von Hallerstein waren von 1342 bis 1850 in Kalchreuth ansässig und hatten bis 1465 die Alleinherrschaft im Ort inne, ehe die Stadt Nürnberg die Hoheit übernahm. Als Teil des Gebietes der Freien Reichsstadt Nürnberg (mit teilweise ansbachischen Rechten), wurde Kalchreuth 1796 von Preußen in Besitz genommen. Im Friede von Tilsit 1807 kam es mit dem preußischen Fürstentum Brandenburg-Bayreuth unter französische Verwaltung. Kalchreuth im heutigen Bezirk Mittelfranken kam dann mit dem Pariser Vertrag von 1810 von Frankreich an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Kalchreuth hat 17 Mitglieder einschließlich des Bürgermeisters.

CSU SPD Grüne Freie Wähler Gemeinschaft Gesamt
2008 7 1 1 8 17 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: Geviert; 1: In Rot ein schräggestürzter, schwarzgefüllter, silberner Sparren; 2: in Silber ein rot gekrönter und bewehrter schwarzer Löwe; 3: in Silber ein schwarzes Andreaskreuz; 4: in Rot eine silberne Kirschblüte mit grünen Kelchblättern.

Dürer, Tal von Kalckreuth (1494/95)

Städtepartnerschaften

Kalchreuth unterhält eine Partnerschaft mit La Chapelle-des-Fougeretz in Frankreich seit 1993.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Ehem. Wasserschloss und Kirche (17. April 2005)

Die Sankt-Andreas-Kirche und das benachbarte Hallerschloss (ein ehemaliges Wasserschloss der Nürnberger Patrizierfamilie Haller) bilden ein bedeutsames Bauensemble.

Weithin berühmt ist die im Wesentlichen spätmittelalterliche Ausstattung der 1472 im gotischen Stil erbauten Kirche mit dem Sakramentshäuschen und den zwölf Tonaposteln. Es wurde vom Bildhauer Adam Kraft geschaffen.

Als neuzeitliches Denkmal steht das holzverschalte Bahnhofsgebäude unter Denkmalschutz (es wird seit 2002 restauriert). Seit Ende 2005 wird es wieder regelmäßig benutzt.

In der Schloss-Gaststätte befindet sich die Rudolf-Schiestl-Gesellschaft.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die Kärwa findet immer am zweiten Wochenende im August statt. Jedes Jahr zu dieser Zeit entbrennt die Rivalität zwischen den Maslas Boum (Burschen) vom Gasthof Meisel und den Metzgersboum vom Roten Ochsen. Eine jahrhundertelange Tradition ist dabei das Fässla ausgrom. Dabei geht es darum, dass die Boum von der einen Seite mehrere Fässla bei den Boum von der anderen Seite vergraben. Ziel ist es, ein oder mehrere Fässer der anderen Partei zu finden. „Die Kirchweih gewonnen“ hat die Mannschaft, welche mehr Fässer gefunden hat. Wird kein Fass gefunden, entscheidet die Anzahl der vergrabenen Fässer. Stichtag ist der Kirchweih-Sonntag, an dem alle Fässer wieder ausgegraben werden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Gewerbe

In der Gemeinde Kalchreuth sind derzeit (Ende 2007) knapp 300 gewerbliche Betriebe (Handwerk, Handel, Industrie und Dienstleistungen) tätig. Die größten Unternehmen sind mittelständisch geprägt. Darunter ist auch die seit 1620 bestehende Minderleinsmühle im gleichnamigen Ortsteil, die als Spezialbäckerei glutenfreie und laktosefreie Produkte für Zöliakiekranke herstellt.

Verkehr

Kalchreuth ist Haltestelle der eingleisigen Gräfenbergbahn (R21). Vor der Generalsanierung der Strecke in den 90er-Jahren gab es einen Bahnhof mit zweitem Gleis für den Begegnungsverkehr.


Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Mitius, Otto: Mit Albrecht Dürer nach Heroldsberg und Kalchreuth. Erlangen: Junge & Sohn, 1924, 15 S., IDN: 356310353
  • Kressel, Hans: Kleinod im Frankenland, die St.-Andreas-Kirche zu Kalchreuth. [Hrsg.: Evang.-Luth. Pfarramt Kalchreuth/Mfr.]. 3. Auflage, Kalchreuth/Erlangen: Evang.-Luth. Pfarramt Kalchreuth/Mfr., 1981. - 15 S., IDN: 870281100

Weblinks

Commons Commons: Kalchreuth – Bilder, Videos und Audiodateien
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