Meinestadt.de - Itzehoe - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Schleswig-Holstein | ||||
| Kreis: | Steinburg | ||||
| Höhe: | 22 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 28,03 km² | ||||
| Einwohner: | 32.800 (30. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1170 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 25501 − 25524 | ||||
| Vorwahl: | 04821 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | IZ | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 01 0 61 046
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| Stadtgliederung: | 9 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Reichenstraße 23 25524 Itzehoe |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Rüdiger Blaschke (parteilos) | ||||
| Lage der Stadt Itzehoe im Kreis Steinburg | |||||
| Datei:Itzehoe in IZ.png | |||||
Itzehoe [ɪtsəˈhoː] ist eine Mittelstadt im Südwesten Schleswig-Holsteins. Sie ist die Kreisstadt des Kreises Steinburg.
Inhaltsverzeichnis |
Itzehoe wurde im 12. Jahrhundert erstmals als „Ekeho“ von Saxo Grammaticus erwähnt. 1196 erfolgte eine weitere Nennung als „de Ezeho“. Der Name bedeutet „Weideland an der Flussbiegung“ (mittelniederdeutsch „hô“ für einen flach erhobenen Landvorsprung in einer Ebene oder einen Flussmäander, mittelniederdeutsch „ete“ für Weideland). Bei dem heutigen Bach Itze handelt es sich um den Namen eines Bachlaufs zwischen dem alten Itzehoe und dem heutigen Stadtteil Sude, der erst in den 1930er Jahren umbenannt wurde und vorher Mühlenbach hieß.[1]
Schon um ca. 800 n. Chr. entstand unter Karl dem Großen in einer Störschleife eine erste Wallburg bei „Esseveldoburg“, zum Schutz gegen die von Norden marodierenden dänischen Wikinger. In deren Schutz errichtete Erzbischof Ebo von Reims im Sommer 823 im heutigen Münsterdorf ein kleines Kloster bzw. Bethaus, die „Cella Welana“, als Stützpunkt für die von ihm in die Wege geleitete christliche Mission in Dänemark. Eine um 1000 an gleicher Stelle errichtete größere Wallburg wurde zur Keimzelle einer Siedlung, die sich, begünstigt durch die Verleihung des Stadtrechts (1238) und später des Stapelrechts (1260), zu einer Handelsstadt entwickelte. Auf der anderen Flussseite entstanden weitere Ansiedlungen um den Klosterhof (ca. 1260) und um die Laurentii-Kirche (erste Erwähnung 1196).
Im Jahr 1657 wurde Itzehoe im ersten Nordischen Krieg (1655–1660) von schwedischen Soldaten fast völlig zerstört. Aus diesem Grund ist der Kreuzgang der Laurentii-Kirche das einzige bis heute erhaltene mittelalterliche Gebäude Itzehoes.
1712 brach in Itzehoe die aus Ostpreußen und Polen eingeschleppte asiatische Beulenpest aus und tötete 250 Einwohner (etwa 7 % der damaligen Einwohnerzahl von 3500).
Im 19. und 20. Jahrhundert siedelten sich viele Gewerbe- und Industriebetriebe in und um Itzehoe an, die der Stadt wieder zu größerer Bedeutung verhalfen. 1835–1848 und 1852–1863 tagte in Itzehoe die holsteinische Ständeversammlung.
Während des Ersten Weltkriegs litt Itzehoe genau wie viele deutsche Städte unter der Hungersnot; viele Bürger der Stadt kamen nicht von den Schlachtfeldern Europas wieder und die Einwohnerzahl sank stark.
Am 31. Oktober 1941 fielen 5 Bomben am Brunnenstieg und auf ein Haus im Sandberg, wobei ein Bürger in dem Haus getötet und zwei weitere Menschen verletzt wurden. Im April 1945 brannte der 10000-m³-Gasbehälter des Gaswerkes in der Gasstraße, nachdem er von englischen Fliegern bombardiert wurde, aus. Am 2. Mai 1945 traf ein für den Bahnhof bestimmter Bombenteppich den Südwesten von Sude um eine Mühlenbaufirma, tötete insgesamt 22 Menschen und richtete großen Sachschaden an.
Nach dem Zweiten Weltkrieg verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch Heimatvertriebene aus Ostpreußen und Pommern, was zu erheblicher Wohnungsnot führte. Diese konnte erst allmählich durch Neubauten, v.a. im Stadtteil Tegelhörn, abgebaut werden.
In Itzehoe wurde 1946 auf Mitinitiative von Gyula Trebitsch das erste Mahnmal gegen den Krieg in Norddeutschland errichtet, Fritz Höger übernahm das Design.
In den 1960er und 1970er Jahren entstanden in drei verschiedenen Stadtteilen Itzehoes die ersten Hochhäuser: Das erste am Marienburger Platz in Tegelhörn, die zweiten an der Lindenstraße in Sude, die dritten beiden stehen direkt im Stadtzentrum. Zwischen diesen beiden Hochhäusern steht das Holstein Center. 1972 erbaut, ist es das größte Einkaufszentrum an der Westküste und bietet den zahlreichen Geschäften auf zwei Verkaufsebenen insgesamt über 14.000 m² Ladenfläche. In unregelmäßigen Abständen finden dort auch verschiedene Veranstaltungen statt. 1997 wurden die Gebäude komplett renoviert und 2002 revitalisiert. Der eine Haupteingang zum Holstein-Center befindet sich an der unmittelbar daran grenzenden Fußgängerzone Feldschmiede.
In der Nähe der Feldschmiede befindet sich das neue Theater (erbaut auf einem Teil der ehemaligen Störschleife), in dem die verschiedensten Veranstaltungen besucht werden können. Es wurde 1992 eingeweiht und stieß bei der Bevölkerung anfangs nicht auf Begeisterung. Zu sehr hingen die Itzehoer an ihrem alten Stadttheater, welches einen sehr eigenen, gemütlichen Charme versprühte. Bei einem Unglück brannte es jedoch 1994 bis auf die Grundmauern nieder. Mittlerweile haben sich die Itzehoer allerdings an das neue, ca. 750 Zuschauer fassende, hochmoderne Theater gewöhnt.
Ein weiteres Großfeuer blieb den Einwohnern lange im Gedächtnis. An den Bahnhof grenzend befand sich das 40.000 m² große Gelände einer Holzgroßhandlung, die 1988 den Flammen zum Opfer fiel. Nur den günstigen Windverhältnissen an diesem Tag war es zu verdanken, dass das Feuer nicht auf die Gebäude der Innenstadt und des Bahnhofs übergriff. Fast einen ganzen Tag lang war die Itzehoer Feuerwehr mit den Löscharbeiten beschäftigt.
Bis zu ihrer Zuschüttung mit etwa 110.000 m³ Sand im Jahre 1974 prägte die Störschleife das Bild der Itzehoer Innenstadt entscheidend mit. Die Schleife, genauer: Mäander war der ursprüngliche Flusslauf. Der Stördurchstich (Niederdt. „Delf“, daher der Name Delftor) machte Itzehoes Burganlage zu einer Insel. Es soll in dem Delft Schleusen gegeben haben, die sich bei ablaufendem Wasser schlossen, und so eine Durchströmung und Reinigung der Störschleife erzwangen. Nach deren Entfernung versandete die Störschleife zunehmend und entwickelte sich zu einem faulig riechenden, nahezu stehendem Gewässer. Der alte Stadtkern, die Neustadt, konnte nur über Brücken erreicht werden. Im Zuge der Sanierung der Neustadt, bei welcher nahezu alle auf dieser „Insel“ befindlichen Häuser abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt wurden und neue Straßen angelegt wurde, wich dieses stadtprägende Element. Ein künstlich angelegtes Gewässer zwischen dem neuen Theater und der Saltstraße auf dem ehemals östlichen Teil der Störschleife erinnert an den ursprünglichen Verlauf der Schleife. Auf dem ehemals westlichen Stück verläuft heute die Adenauerallee, eine der Hauptverkehrsstraßen Itzehoes.
(Jeweils zum 31. Dezember)
Itzehoe untergliedert sich in die Stadtteile Edendorf, Klosterforst, Kratt, Neustadt, Pünstorf, Sude, Sude West, Tegelhörn und Wellenkamp.
Blasonierung: „In Rot über blauen Wellen auf einer durchgehenden silbernen Mauer zwei spitzbedachte silberne Zinnentürme mit geschlossenem Tor; zwischen den Turmdächern ein silbernes Nesselblatt.“[2]
Aktuelle Sitzverteilung in der Ratsversammlung: (41 Sitze)
Aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Bürgermeisterwahl 2002 wurde diese im Jahr 2004 wiederholt. Vorläufiges amtliches Endergebnis der Bürgermeisterwahl in der Stadt Itzehoe am 22. Februar 2004:
Somit wurde Rüdiger Blaschke bereits im ersten Wahlgang erneut zum Bürgermeister der Stadt Itzehoe gewählt.
Städtepartnerschaften bestehen seit 1982 mit Cirencester in Großbritannien, seit 1988 mit der französischen Gemeinde La Couronne im Département Charente und seit 1990 mit Pasłęk (Preußisch Holland) in Polen. Mit Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) besteht außerdem seit 1990 eine Städtefreundschaft.
Bis in die ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wirtschaft von Itzehoe durch seine Zementwerke und seinen Binnenhafen geprägt. Heute kennzeichnen Industrie-Ruinen, zum Beispiel die des Planet Alsen dieses ehemalige Gebiet. Derzeit (2006) wird das Gelände saniert, danach sollen Wohn- und Gewerbegebiete dort entstehen. In den 1990er Jahren verlor die Stadt durch die Schließung des Bundeswehrstandortes einen weiteren wichtigen Arbeitgeber. Diese Entwicklung ist auch einer der Gründe für die Abnahme der Zahlen der Bevölkerung und des Überhangs an Wohnraum.
Seit mehreren Jahrzehnten versucht die Stadt, sich als Einkaufszentrum in der Region zu etablieren. Diese Strategie zeigt in den letzten Jahren nur bedingt Erfolg, weil es inzwischen eine starke Konkurrenz zu den (Fach-)Märkten „auf der grünen Wiese“ gibt und Hamburg in weniger als einer Stunde zu erreichen ist. Auch das ansässige Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) und die Gesellschaft für Technologieförderung Itzehoe mbH (IZET Innovationszentrum Itzehoe) konnten die Entwicklung der Wirtschaft von Itzehoe nur beschränkt beeinflussen. Wirtschaftliche Bedeutung kann eher den ansässigen Gerichten und dem Finanzamt beigemessen werden, da sich dadurch Rechtsanwälte, Notare und Steuerberater niedergelassen haben. Des Weiteren sind die zahlreichen Alten- und Pflegeheime sowie das Klinikum Itzehoe zu wichtigen Arbeitgebern geworden. Zu den größten Unternehmen der Stadt gehören heute die Großdruckerei Prinovis Itzehoe der Medienkonzerne arvato AG, Gruner und Jahr und Axel Springer AG, die Itzehoer Versicherungen sowie die Pumpenfabrik Sterling SIHI. Die Andreae-Noris Zahn AG hat ihren nördlichsten Standort in Itzehoe.
Die Trinkwasserversorgung Itzehoes wird durch die Brunnenanlagen der Wasserwerke Tonkuhle und Twietberge sichergestellt, die beide von der Stadtwerke Itzehoe GmbH betrieben werden. Im Jahr 2004 wurden rund 2.100.000 m³ Wasser abgegeben.[3]
Itzehoe ist durch die A 23 an das Bundesautobahnnetz angeschlossen. Allerdings ist das Teilstück von der Ausfahrt Itzehoe-Süd bis Itzehoe-Nord Bundesstraße, welche seit Mai 2006 bis Mitte 2011 ausgebaut wird. Die B 5 verbindet Brunsbüttel und Wilster mit Itzehoe und die B 77 führt in Richtung Schleswig und Rendsburg. Außerdem schafft die B 206 Verbindungen Richtung Osten nach Hohenlockstedt, Kellinghusen, Bad Segeberg und Lübeck.
Der Bahnhof Itzehoe liegt an der Bahnstrecke Hamburg–Westerland (Marschbahn), die bis Itzehoe elektrifiziert ist.
Diesen Bahnhof bedienen sowohl die private Bahngesellschaft Nord-Ostsee-Bahn als auch die Regionalbahn SH. Darüber hinaus halten auch InterCity-Züge der DBAG in Itzehoe.
Siehe auch: Liste der InterCity-Bahnhöfe
Itzehoe ist Sitz des Amtsgerichts Itzehoe, des Landgerichts Itzehoe sowie des Sozialgerichts Itzehoe.
Die in Itzehoe befindliche Justizvollzugsanstalt ist die älteste und kleinste Justizvollzugsanstalt Schleswig-Holsteins.[4]
Itzehoe verfügt über alle in Schleswig-Holstein üblichen Formen schulischer Bildung. Neben fünf Grundschulen, drei Hauptschulen und zwei Realschulen gibt es die drei Gymnasien Kaiser-Karl-Schule, Auguste Viktoria-Schule und das Sophie-Scholl-Gymnasium. Zudem existieren mehrere private Bildungseinrichtungen und die Volkshochschule im Georg-Löck-Haus. Benannt wurde sie nach Georg Löck (1772–1858), einem politischen Reformer und Liberalen, dem vor dem alten Rathaus ein Denkmal gesetzt wurde.
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