Meinestadt.de - Hungen - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Gießen | |
| Landkreis: | Gießen | |
| Höhe: | 144 m ü. NN | |
| Fläche: | 86,75 km² | |
| Einwohner: | 12.759 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 147 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 35410 | |
| Vorwahl: | 06402 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GI | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 5 31 008 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kaiserstraße 7 35410 Hungen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Klaus Peter Weber (SPD) | |
| Lage der Stadt Hungen im Landkreis Gießen | ||
| Datei:Landkreis Gießen Hungen.png | ||
Hungen ist eine Stadt im Landkreis Gießen in Hessen. Sie wird oft als "Schäferstadt" bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
Urkundlich wurde die Kernstadt erstmals am 28. Juli 782 als Schenkung Kaiser Karls des Großen an das Stift Hersfeld erwähnt. Dieses baute die Schenkung zusammen mit den umliegenden Ortschaften und Rodungen zum s.g. "hersfeld'schen Mark" aus. Die Klostervogtei gelangte dann unter die Herrschaft der Münzenberger und fiel später an die Falkensteiner. Im Jahr 1320 wurde die Pfarrkirche in einem Lehensbrief bezeugt. Kaiser Karl IV. verlieh am 20. April 1361 die Stadtrechte. Durch eine Erbschaft kam Hungen am 24. Mai 1419 an die Grafen zu Solms, denen am 24. Mai 1469 durch Kaiser Friedrich III. ein Marktrecht für die Zeit vom 28. Oktober bis zum 11. November verliehen wurde. Hieraus entwickelte sich der traditionelle Allerheiligenmarkt. Zwischen den Jahren 1602 - 1693 war Hungen durch Erbteilung eine selbstständige Grafschaft und gelangt im Jahre 1806 unter die Souveränität des Großherzogtums Hessen. Hungen war unter anderem Sitz eines Landratsbezirkes mit einem eigenen Landkreis. Alle Einrichtungen, wie Finanzamt, Amtsgericht, Katasteramt etc., waren vorhanden.
Die Stadt Hungen liegt im südöstlichen Teil des Landkreises Gießen, Hessen, Bundesrepublik Deutschland. Sie liegt an der Grenze zwischen Wetterau und Vogelsberg.
Hungen grenzt im Norden an die Stadt Laubach, im Osten an die Stadt Nidda (Wetteraukreis), im Süden an die Gemeinde Wölfersheim (Wetteraukreis) und im Westen an die Städte Münzenberg (Wetteraukreis) und Lich.
Durch die Eingliederung der Gemeinden Bellersheim, Inheiden, Rodheim-Horloff, Rabertshausen, Nonnenroth, Langd, Obbornhofen, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, und Villingen in den 1970er Jahren zählt die Stadt Hungen heute rund 13.000 Einwohner.
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Die Kommunalwahl am 26. März 2006 hatte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 28,8 | 11 | 32,9 | 12 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 43,6 | 16 | 41,3 | 15 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 8,1 | 3 | 6,9 | 3 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft Hungen | 19,6 | 7 | – | – |
| ÜWG | Überparteiliche Wählergemeinschaft Hungen | – | – | 18,8 | 7 |
| Gesamt | 100 | 37 | 100 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 51,0 | 56,4 | |||
Amtsinhaber Klaus Peter Weber (SPD) setzte sich am 26. Juni 2005 im ersten Wahlgang mit 60,9 % der Stimmen gegen Manfred Paul ( CDU) durch. Die Wahlbeteiligung betrug 51,9 %.
Südlich von Hungen, nahe Hof Graß, liegt das ca. 1200 Jahre alte Römerkastell. Wenn man der Horloff weiter folgt, trifft man auf den Grabstein des ehemaligen römischen Provinzherrschers Spendus omnus. Unter dem Grabstein soll, der Legende nach, sein immer noch schlagenes Herz versteckt sein.
Nonnenroth wurde erstmals 1271 urkundlich erwähnt. Das Dorf gehörte früher zur Hersfeldschen Mark. Auf einer Bergkuppe wurde das heutige Wahrzeichen, eine Wehrkirche errichtet, deren Glockenturm in den Kirchenneubau integriert wurde. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) brachte dem kleinen Ort viel Not, Leid und Verwüstung, da die alte "Heerstraße", von Hungen über den Galgenberg durch Nonnenroth nach Grünberg führend, stets viele Truppenbewegungen zu verzeichnen hatte
Schlossgasse 6. Der verputzte zweigeschossige Fachwerkbau mit Mansarddach wurde wohl im späten 18. Jahrhundert errichtet.
Innerhalb des durch Neubauten und Abbrüche gestörten Ortskernes haben sich einige ältere Fachwerkhäuser erhalten, von denen etliche jedoch durch Verputz oder Schaufensterdurchbrüche entstellt sind. Erst in jüngster Zeit kam es zur verstärkten Freilegung und fachgerechten Restaurierung einiger Bauten im Zuge der Stadtsanierung. Nennenswert sind:
Das jetzt als Gaststätte genutzte Giebelhaus mit gebogenen Fußstreben wurde wohl um 1500 errichtet. Sein Hintergebäude ist sicherlich jünger. Das gesamte Fachwerkgefüge wurde bei der jüngsten Restaurierung erneuert und zum Teil ergänzt.
Obertorstraße 29. Der dreigeschossige Bau mit beschnitzten Balken ist mit 1661 bezeichnet. 1763 wurde er erneuert.
Von der mittelalterlichen Stadtmauer sind größere Partien vor allem im Südosten erhalten, die zumeist in Häusern verbaut sind. Hier sind auch Reste des Stadtwalls mit Graben sichtbar.
Hungens wirtschaftliche Bedeutung begann schon im frühen Mittelalter durch den günstigen Standort an einer Kreuzung zweier wichtiger Handelswege, der Salzstraße und der Alten Gelnhäusener Poststraße. Ein weiterer wichtiger Faktor war die Erlangung der Stadt- und Marktrechte, wovon noch heute der jährlich am 1. November abgehaltene Allerheiligenmarkt zeugt.
Die bis Ende 2006 durch den Ort führenden Bundesstraßen B 457 und B 489 folgten in etwa diesen alten Handelswegen. Durch die Neue Ortsumgehung liegt deren Kreuzung heute südöstlich außerhalb des Ortes und ist als Kreisverkehr ausgebaut.
Hungen war früher ein Eisenbahnknoten. Davon zeugen noch die Reste des großzügig angelegten Bahnhofs mit eigener Güterabfertigung. Diese Einrichtung sicherte die Existenz vieler kleiner Spediteure für Nah- und Mittelstrecken. Die Horlofftalbahn (Friedberg–Hungen Laubach–Mücke) und die Lahn-Kinzig-Bahn (Gießen–Gelnhausen), beide errichtet von den Großherzoglich Hessischen Staatseisenbahnen, kreuzten sich hier. Die Lahn-Kinzig-Bahn wird noch heute im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) betrieben. Die Strecke Hungen–Laubach wurde 1999 stillgelegt, die Strecke aus Richtung Friedberg zwischen Wölfersheim-Södel und Hungen 2005. Für letztere besteht ein Infrastruktursicherungsvertrag bis Ende 2007, der die Trasse vorläufig sichert. Über eine Wiederinbetriebnahme wird in den Anliegergemeinden diskutiert.
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