Meinestadt.de - Hüllhorst - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Detmold | ||||
| Kreis: | Minden-Lübbecke | ||||
| Höhe: | 115 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 44,73 km² | ||||
| Einwohner: | 13.562 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 303 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 32609 | ||||
| Vorwahl: | 05744 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | MI | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 7 70 016
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| Gemeindegliederung: | 8 Ortsteile | ||||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Löhner Straße 1 32609 Hüllhorst |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Wilhelm Henke (SPD) | ||||
| Lage der Gemeinde Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke | |||||
Hüllhorst ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, Deutschland, und gehört zum Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen-Lippe.
Inhaltsverzeichnis |
Das Gemeindegebiet liegt im Nordosten Nordrhein-Westfalens, im Süden des ostwestfälischen Kreises Minden-Lübbecke. Naturräumlich liegt die Gemeinde in der Hügellandschaft der Ravensberger Mulde. Das Gemeindegebiet wird im Norden vom Wiehengebirge begrenzt, auf dessen Kamm überwiegend die Grenzen zur Stadt Lübbecke, im Westen auch zur Stadt Preußisch Oldendorf, im äußersten Südwesten zur Gemeinde Rödinghausen[1] und ganz im Osten zur Gemeinde Hille verlaufen. Mit dem Heidbrink, 320 m ü. NN, besitzt die Gemeinde Hüllhorst zusammen mit Lübbecke den höchsten Gipfel dieses Gebirges. Der 315 Meter hohe Kniebrink liegt komplett auf Hüllhorster Territorium. Insgesamt gehört jedoch nur ein schmaler, zwischen 200 und 500 Meter breiter Streifen des bewaldeten Wiehengebirges zum Gemeindegebiet, da dieses Gebirge ein typisches Pultschollengebirge ist und sanft nach Norden, jedoch schroff nach Süden abfällt. Bedeutendste Übergange im Wiehengebirge sind die Kahlewart sowie die B239 am Reineberg, die jedoch beide keinen wirklichen einschneidenden Pass im Gebirge darstellen.
Der überwiegende Teil des Gemeindegebietes ist Teil der Ravensberger Mulde, einer überwiegend hügeligen und zertalten Beckenlandschaft. Zahlreiche von Menschenhand ausgeformte Täler (Sieke) schneiden in die Landschaft teils unvermittelt ein. Ein bekanntestes Tal ist das Nachtigallental, das im Grenzgebiet der Ortsteile Büttendorf, Hüllhorst und Oberbauerschaft südlich des kleinen Dorfes Hobrink liegt. Das gesamte Gemeindegebiet fällt nach Süden kontinuierlich ab. Daher wird das Gebiet überwiegend nach Süden zur Werre hin entwässert. Wichtigster Zufluss auf dem Gebiet der Gemeinde ist der Rehmerloh-Mennighüffer Mühlenbach, sowie dessen Nebenfluss Tengerner Bach. Im Süden bei Huchzen fällt das das Gemeindegebiet bis auf eine Höhe von rund 65 Metern ab.
Die nächstgelegenen Großstädte sind Bielefeld (30 Kilometer südlich) und Osnabrück (50 Kilometer westlich).
Die Ravensberger Mulde besteht ganz überwiegend Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen des Erdmittelalters (Trias, Jura und Kreide). Die ein bis zwei Kilometer starken Sedimente wurden im Verlauf der Erdgeschichte herausgehoben und durch gebirgsbildende Vorgänge in Sättel, Mulden, Horste und Gräben zerlegt. In diesem Bruchfaltengebirge sind die früher ungestört übereinanderfolgenden Gesteinsschichten heute nebeneinander und zum Teil auch in überkippter Lagerung angeordnet. Im tieferen Untergrund sind die Gesteine des Erdaltertums (Devon, Karbon, Perm) anzutreffen.
Aufgrund des komplizierten geologischen Baus der Gemeinde bestehen große qualitative Unterschiede in den Grundwasservorkommen. Wegen Versalzung des tieferen Untergrunds (Steinsalz und Gips) sind viele Wasservorkommen nicht als Trinkwasser nutzbar.
Das Gemeindegebiet besteht großflächig aus fruchtbaren Ackerböden (Parabraunerden), die aus Löß entstanden sind. Vornehmlich durch Verwitterung sind sandig-lehmige bis lehmig-tonige Braunerden entstanden.
Hüllhorst eignet sich von Süden nach Norden zunehmend mittelmäßig bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).
Die Gemeinde nimmt eine Fläche von 44,73 km² ein. Dabei erstreckt sich das Gebiet recht länglich am Wiehengebirge entlang. Die maximale Ost-West-Ausdehnung beträgt etwa 11 km. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 5 km.
Die fruchtbare Lößlandschaft förderte bereits früh eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. Wälder gibt es daher nur noch in Restbeständen, vorwiegend in den zahlreichen Tälern und im bergigen Wiehengebirge. Im Gegensatz zu den Nadelwäldern des Wiehengebirges handelt es sich bei den Wäldern in den Talungen überwiegend um Laub- und Niederwälder. Von den Einheimischen werden diese auch „Busch“ genannt. In diesen Talungen befindet sich auch der größte Teil des Grünlandes, der meist als Weide genutzt wird und als Siek ausgeprägt ist. Die lößbedeckten Hochflächen werden bis hinauf zum Bergwald des Wiehengebirges genutzt. Die folgende Tabelle zeigt die genaue Flächennutzung.[2]
| Fläche </br>nach Nutzungsart | Siedlungs- und </br>Verkehrsfläche | Landwirt- </br>schaftsfläche | Wald- </br>fläche | sonstige </br>Freiflächen |
|---|---|---|---|---|
| Fläche in Hektar | 872 | 2.963 | 581 | 57 |
| Anteil an Gesamtfläche | 19,5% | 66,2% | 13,0% | 1,2% |
Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn im Westen beginnend Preußisch Oldendorf, Lübbecke, Hille, Bad Oeynhausen (alle Kreis Minden-Lübbecke), Löhne, Kirchlengern, Bünde und Rödinghausen (alle Kreis Herford).
Die Gemeinde Hüllhorst besteht laut Hauptsatzung §1 aus folgenden Ortschaften:
| Ortschaft | Einwohner | Die Ortschaften der Gemeinde Hüllhorst |
|---|---|---|
| Ahlsen-Reineberg | 1.009 | |
| Bröderhausen | 687 | |
| Büttendorf | 794 | |
| Holsen | 1.080 | |
| Hüllhorst | 2.761 | |
| Oberbauerschaft | 2.998 | |
| Schnathorst | 2.850 | |
| Tengern | 2.038 |
Einwohnerzahlen: Stand 31. Dezember 2006. Quelle: Gemeinde Hüllhorst
Diese Ortschaften entsprechen weitestgehend den ehemals selbstständigen Gemeinden, die 1973 nach dem Bielefeld-Gesetz vom 24. Oktober 1972 zum 1. Januar 1973 zur Gemeinde Hüllhorst zusammengefasst wurden. Nur die ehemals kleinste Gemeinde im Land Nordrhein-Westfalen, Huchzen (45 Einwohner zum 31. Dezember 2006), erhielt keinen Status als Ortschaft, sondern wurde der Ortschaft Tengern zugeordnet.
Das Klima in Hüllhorst wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas und durch seine Lage in der Ravensberger Mulde bestimmt. Das Gebiet liegt überwiegend im Bereich des subatlantischen Seeklimas, weist aber temporäre kontinentale Einflüsse auf. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, die Sommer mäßig-warm, die Niederschläge relativ gleichmäßig verteilt. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 8,5 °Celsius, wobei die Höhenlage diese beeinflusst. Die Höhenlagen des Wiehengebirges sind rund 0,5 °C kühler. Die Niederschläge sind maßgeblich durch die geschützte Beckenlage beeinflusst. Der Teutoburger Wald und das Eggegebirge schirmen die Ravensberger Mulde gegen die vom Atlantik kommenden, feuchten Wetterfronten aus Vorzugswindrichtung Süd-West ab. Die mittlere Jahresniederschlagsmenge liegt bei rund 750 mm. [3] Für konkrete monatliche Werte wird insbesondere auf das in vergleichbarer naturräumlicher Lage liegende und benachbarte Rödinghausen verwiesen.
Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe, Klima in Rödinghausen, Klima in Bad Oeynhausen
Die heutige Gemeinde Hüllhorst entstand in einer Gebietsreform nach dem Bielefeld-Gesetz vom 24. Oktober 1972 zum 1. Januar 1973. Die einzelnen Ortsteile sind jedoch bereits länger bezeugt. Die meisten der heutigen Ortschaften werden im 11. und 12. Jahrhundert erstmals erwähnt:
An Stelle der abgerissenen Burg Reineberg entwickelte sich eine Siedlung. Das alte Amt im Reineberger Feld bestand von 1723 bis 1807 und gehörte zum preußischen Fürstentum Minden. 1648 ging das Bistum Minden in ein weltliches Fürstentum über und wurde Teil Preußens. Zwischen 1807 und 1813 war das Gebiet de facto französisch. Zunächst als Teil des Königreich Westphalen (Département du Weser), ab 1811 direkt zu Frankreich (Département de l’Ems-Supérieur) gehörend. Nach Ende der französischen Zeit wurde das Gebiet 1815 zunächst Teil des preußischen Kreis Bünde. Nach dessen Auflösung wurde das Gebiet der heutigen Gemeinde 1832 Teil des Kreis Rahden (gleichzeitig umbenannt in: Kreis Lübbecke). Die Gemeinden im heutigen Gemeindegebiet waren ab 1843 verwaltungstechnisch im Amt Schnathorst (ab 1849 umbenannt in Amt Hüllhorst) zusammengefasst. Rechtlich blieben die neun Mitgliedsgemeinden (Huchzen noch selbstständig) voll selbstständig. Seit der Kommunalreform 1973 gehört die neu gegründete Großgemeinde in den Grenzen des alten Amtes zum Kreis Minden-Lübbecke. Eine Benennung der Gemeinde in Gemeinde Reineberg wurde diskutiert aber abgelehnt.
In früherer Zeit hatte das Gebiet der heutigen Gemeinde Hüllhorst fast ausschließlich bäuerliche Bevölkerung, die im fruchtbaren Ravensberger Hügelland. Als zusätzliche Einnahmequelle entwickelte sich zunächst das Textilhandwerk. In protoindustrialistischer Heimarbeit wurde Flachs zum bekannten Ravensberger Leinen versponnen und verwoben. Mit Aufkommen der mechanischen Webstühle wurde diese Erwerbsform unrentabel. Ab etwa 1860 entwickelte sich im Ravensberger Land und in Hüllhorst eine blühende Zigarrenfabrikation. Diese Industrie erlebte ihren Niedergang nach dem Zweiten Weltkrieg.
Spätestens nach der Säkularisation des Fürstbistums Minden und der gleichzeitig beginnende Zugehörigkeit zum protestantischen Preußen ab dem 17. Jahrhundert ist das Gebiet ganz überwiegend evangelisch-lutherisch. In Schnathorst, Oberbauerschaft und Hüllhorst gibt es eine eigene Kirchengemeinde. Die Ursprünge der Hüllhorster Kirche (Andreaskirche) gehen zurück in das Jahr 1510. Im Umfeld der Kirche wird ein noch älteres Messbuch aus dem Jahre 1310 erwähnt, so dass die Kirchengemeinde Hüllhorst 1960 ihr 650-jähriges Bestehen feierte. Außerdem gibt es in Oberbauerschaft eine Baptisten-Brüdergemeinde.
Ein Indiz für die Verteilung kann die Angabe der konfessionellen Zugehörigkeit der Hüllhorster Schüler sein. Demnach sind rund 70 Prozent der Schüler evangelisch, jeweils vier Prozent katholisch und islamisch. 16 Prozent geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, und sechs Prozent rechnen sich keiner Konfession zu.[4]
Die heutige Gemeinde Hüllhorst entstand in einer Gebietsreform nach dem Bielefeld-Gesetz vom 24. Oktober 1972 zum 1. Januar 1973. Dazu wurden die Gemeinden des Amt Hüllhorst zusammengefasst. Sieben der heutigen acht Ortschaften waren davor eigenständige Gemeinden. Tengern wurden um das ehemals selbstständige Huchzen vergrößert, das keine offizieller Ortsteil der Gemeinde Hüllhorst wurde.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Gemeinde Hüllhorst nach dem jeweiligen Gebietsstand, bei einigen Zahlen zusätzlich nach heutigem Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich von 1818 bis 1970 und für 1987 um Volkszählungsergebnisse[5][6][7][8] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik[9]. Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich ab 1871 sowie für 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurden die Einwohnerzahlen nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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Datei:Hüllhorst - population development.svg Bevölkerungsentwicklung in Hüllhorst von 1818 bis 2007 (obere Linie: heutiger Gebietsstand,
untere Linie: jeweiliger Gebietsstand) |
1 heutiger Gebietsstand; 2 Gemeinden des Amts Hüllhorst[10] (in etwa heutiger Gebietsstand)
Der Gemeinderat besteht zurzeit aus 32 Abgeordneten. Die aktuelle Sitzverteilung und Stimmenanteile der Parteien nach der Kommunalwahl am 26. September 2004 sowie die Sitzverteilungen nach den Kommunalwahlen 1999 und 1994 zeigt die folgende Tabelle:
| Partei | 2004 | 1999 | 1994 |
|---|---|---|---|
| CDU | 15 (48,8 %) | 16 | 14 |
| SPD | 13 (40,3 %) | 14 | 16 |
| FDP | 2 (5,6 %) | 1 | 1 |
| Grüne | 2 (5,2 %) | 1 | 2 |
Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hüllhorst ist Wilhelm Henke (SPD). Er wurde bei der Kommunalwahl vom 26. September 2004 mit 56,5 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtsperiode gewählt.[13] Henke wurde in einer Stichwahl am 26. September 1999 zum ersten Mal mit 52,3 Prozent der Stimmen zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde gewählt.[14] Nach einer Kommunalreform im Jahr 1999 wurde das Amt des Gemeindedirektors abgeschafft. Seitdem ist der Bürgermeister auch für die Verwaltung der Gemeinde zuständig und wird direkt in einer Kommunalwahl gewählt.
Weitere Vorgänger im Bürgermeisteramt (unvollständige Liste):
Der Regierungspräsident hat der Gemeinde am 15. Oktober 1973 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen. Das Wappen ist laut Hauptsatzung § 2 von Gold (Gelb) und Rot geteilt. Das Wappen zeigt oben freischwebend eine rote zweitürmige gezinnte Burg, unten ein von vier goldenen (gelben) Kugeln bewinkeltes liegendes Balkenkreuz. Das Gemeindewappen entspricht damit dem Amtswappen des Amtes Hüllhorst von 1938. Die Burg im Wappen erinnert an die ehemals im nördlichen Teil des Gemeindegebietes gelegene alte Mindener Amtsburg Reineberg, die im 17. Jahrhundert abgerissen wurde. Der untere Teil stellt das Wappen der Familie von Schloen genannt Tribbe dar. Diese Familie war seit dem 14. Jahrhundert auf Gut Husen ansässig.
Die Flagge der Gemeinde ist rot-gelb quergestreift und zeigt zusätzlich das von der Mitte nach vorn verschobene Gemeindewappen.
Seit 1979 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Ingelmunster (Belgien). Im jährlichen Wechsel treffen sich die Gemeinden zu kulturellen und sportlichen Veranstaltungen in der jeweiligen Partnergemeinde.
Es gibt zwei Theatervereinigungen im Gemeindegebiet. Die Freilichtbühne Kahle Wart auf dem Berg Kahlewart (286 m) in der Ortschaft Oberbauerschaft zeigt vornehmlich Theaterstücke auf Plattdeutsch und die Kreativgruppe „Hereinspaziert“ des CVJM Hüllhorst führt jährlich Musicals und Theaterstücke auf.
Das 1910 gegründete Heimatmuseum Hüllhorst zeigt die Geschichte der Gemeinde Hüllhorst sowie archäologische Funde aus dem Gemeindegebiet. Die 1989 als private Sammlung eingerichtete Ausstellung des Heimatmuseums Oberbauerschaft zeigt Exponate aus der Ortschaft Oberbauerschaft. Dazu gehören u.a. Hausrat, bäuerliche Trachten sowie Bilder und Dokumente zur Ortsgeschichte. Schließlich zeigt das 1997 eröffnete Spielzeugmuseum Schnathorst auf 90 m² etwa 500 Puppen, Puppenstuben und Zubehör sowie über 1200 Autos, Blechspielzeug, Dampfmaschinen und Eisenbahnen, Bilderbücher und Spiele aus der Zeit von 1830 bis 1975.
Mitglieder im ChorVerband NRW sind die Crossing Voices Ahlsen-Reineberg, der Gemischte Chor Oberbauerschaft e.V. und der Heimatverein Singkreis Ahlsen- Reineberg.
Daneben haben die Kirchengemeinden teilweise jeweils eigene Posaunenchöre und Kirchenchöre. Außerdem gibt es in der Gemeinde eine Jugendmusikschule.
In der Gemeinde Hüllhorst gibt es als einziger Gemeinde im Mühlenkreis Minden-Lübbecke alle Arten von Naturkraftmühlen (Wind, Wasser, Tiere/Rösser).
Siehe auch: Westfälische Mühlenstraße.
Einziges Naturschutzgebiet der Gemeinde ist das Benkhöfer Bruch. Es ist mit 9,2 ha relativ klein, wurde 1998 ausgewiesen und liegt am Mühlenbach bei Büttendorf. Den Kernbereich stellt ein durch Tonabgrabung entstandenes Stillgewässer mit bruch- und auwaldartigen Vegetationsbeständen am Mühlenbach dar. Im Umfeld werden ferner feuchte Grünlandflächen geschützt. In diesem Biotop befinden sich zahlreiche Amphibien- und Libellenarten sowie Röhrichte und Seggenrieder. Damit sind nur relativ kleine Teile des Gemeindegebiets geschützt. Ferner hat die Gemeinde im Norden Anteil am Naturpark TERRA.vita (ehemals: Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge).
Siehe auch: Naturschutzgebiete in OWL
Die Kreisverwaltung hat insgesamt vier Naturdenkmäler in Hüllhorst ausgewiesen. Diese sind allesamt Bäume (eine Linde, eine Eiche, ein Bergahorn, eine Hainbuche)[16].
Außerdem liegt im Ortsteil Büttendorf das Naturschutzgebiet Benkhöfer Bruch.
Die HSG Hüllhorst (Handballsport-Gemeinschaft) hat die größte Jugendabteilung im Kreis Minden-Lübbecke. Die 1. Herrenmannschaft der HSG spielt in der Verbandsliga, die 1. Damenmannschaft in der Verbandsliga. Weitere Vereine sind der TuS Tengern (1. Mannschaft spielt in der Fußball-Landesliga), der SV Hüllhorst-Oberbauerschaft, der SV Schnathorst, SV Blau-Weiß Oberbauerschaft und der Holsener Sportverein. Tennisclubs sind in Schnathorst und Tengern beheimatet.
Seit 1933 findet das Heimat- und Erntefest in Oberbauerschaft statt, alle fünf Jahre wird ein Festumzug durchgeführt. Die Maifeier Tengern mit Festumzug findet seit 1950 jährlich am 1. Mai statt. Jeweils am ersten Advent gibt es seit 1983 die Bunte Adventstraße Hüllhorst.
Heute besitzt die Gemeinde Hüllhorst keinen Anschluss mehr an das Schienennetz. Früher gab es eine Schmalspurbahn (Wallückebahn) von Kirchlengern über Hüllhorst-Tengern und Hüllhorst-Schnathorst nach Hille. Diese Schmalspurbahn ist mittlerweile stillgelegt und abgebaut worden.
Die Bundesstraße 239 führt am westlichen Rand an Hüllhorst in Nord-Süd-Richtung vorbei. Ab Hüllhorst fahren Regionalbusse nach Löhne, Bad Oeynhausen und Lübbecke. Ein Anrufbus verbindet die einzelnen Ortsteile miteinander. Hüllhorst gehört zum Verkehrsverbund OstWestfalenLippe (Der Sechser).
In Hüllhorst sind die Neue Westfälische und das Westfalenblatt als Regionalzeitungen mit Lokalteilen für Hüllhorst vertreten. Das Lokalradio für den Kreis Minden-Lübbecke ist Radio Westfalica.
Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde hat rund 130 aktive Mitgliedern und gliedert sich in die Löschgruppen Hüllhorst, Oberbauerschaft, Holsen, Schnathorst, Tengern und Bröderhausen. Insgesamt verfügen die Löschgruppen über neun Fahrzeuge.
Die Gemeinde verfügt über vier Dorfgemeinschaftshäuser, davon je eines in Oberbauerschaft, Bröderhausen, Holsen und Schnathorst. In Holsen und Bröderhausen sind die Feuerwehrhäuser im gleichen Gebäudekomplex.
Die Mensa, die Cafeteria und die Aula (die sogenannte „Ilex-Halle“) der örtlichen Gesamtschule kann für Geselligkeits- und Informationsveranstaltungen genutzt werden.
Die Gemeinde bietet fünf Grundschulen (in Ahlsen, Büttendorf, Oberbauerschaft, Schnathorst und Tengern) und eine Gesamtschule in Hüllhorst an. Für weitergehende Angebote müssen Nachbargemeinden genutzt werden.
Im Jahr 2007 wurden an den Hüllhorster Schulen mit 126 Lehrkräften insgesamt 1.868 Schüler unterrichtet, davon 34,5 an den Grundschulen und 65,5 % an der Gesamtschule[17].
Außerdem gibt es eine Jugendmusikschule im Ortsteil Holsen sowie eine Zweigstelle der Volkshochschule Altkreis Lübbecke.
Im Juni 2004 waren in Hüllhorst rund 2.700 Bürger sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Größter Arbeitgeber ist der Computerhersteller Wortmann AG mit rund 300 Mitarbeitern.
Der tonige Boden dient im Gemeindegebiet als Ziegelrohstoff und das Unternehmen Meyer-Holsen produziert bereits seit 145 Jahren Dachziegel aus dem örtlichen Schieferton.
Die Deutsche Wurlitzer GmbH hat ihren Hauptsitz in Hüllhorst. Das Unternehmen fertigt Jukeboxen und andere Verkaufsautomaten und gehört heute zur amerikanischen Gibson Guitar Corporation.
Hüllhorst bezeichnet sich als Ilex-Stadt nach der Europäische Stechpalme (Hülse, Hulstbaum), auf die vermutlich der Name zurückgeht. Ein Ilex-Blatt ist offizielles Kennzeichen und findet sich überall im Stadtbild. Neben der Ilex-Halle gibt es auch ein Jugendcafé Ilex, ein privates Ilex-Haus usw.
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