Meinestadt.de - Hüffenhardt - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | ||
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | ||
| Landkreis: | Neckar-Odenwald-Kreis | ||
| Höhe: | 292 m ü. NN | ||
| Fläche: | 17,62 km² | ||
| Einwohner: | 2035 (30. Dez. 2007)[1] | ||
| Bevölkerungsdichte: | 115 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 74928 | ||
| Vorwahl: | 06268 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | MOS | ||
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 25 042
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| Gemeindegliederung: | 2 Gemeindeteile | ||
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Reisengasse 1 74928 Hüffenhardt |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Bruno Herberich | ||
| Lage der Gemeinde Hüffenhardt im Neckar-Odenwald-Kreis | |||
| Datei:Hueffenhardt in MOS.png | |||
Hüffenhardt ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Die Gemeinde liegt im Südwesten des Neckar-Odenwald-Kreises auf einer Anhöhe nur wenige Kilometer westlich des Neckars zwischen Odenwald und Kraichgau - rund 30 km südöstlich der Stadt Heidelberg.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde besteht aus zwei Ortsteilen: Kälbertshausen im Norden und Hüffenhardt im Süden. Die Nachbarorte sind im Norden Obrigheim und Hochhausen, im Osten Haßmersheim und Neckarmühlbach. Im Süden grenzen das zum Landkreis Heilbronn gehörige Siegelsbach und der Bad Rappenauer Ortsteil Wollenberg, und im Westen Helmstadt-Bargen, das zum Rhein-Neckar-Kreis gehört, an das Gemeindegebiet.
Das Gemeindegebiet liegt teilweise im Naturpark Neckartal-Odenwald zwischen 219 und 338 Meter Höhe. Ein Teil der Gemarkung wird nicht zum wenige Kilometer im Osten liegenden Neckar entwässert, sondern mit dem Wollenbach nach Westen. Im Wollenbachtal liegt die zu Hüffenhardt zählende Hüttigsmühle.
Zur Gemeinde Hüffenhardt gehört die ehemalige Gemeinde Kälbertshausen. Zur Gemeinde Hüffenhardt in den Grenzen vom 31. Dezember 1974 (1545 Einwohner im Juni 2007[2]) gehören das Dorf Hüffenhardt, das Gehöft Wüsthausen und die Häuser Hüttigsmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Kälbertshausen (528 Einwohner) gehören das Dorf Kälbertshausen. In der Gemeinde Hüffenhardt im Gebietsstand vom 31. Dezember 1974 liegt die Wüstung Hofsteden.[3]
In der ehemaligen Gemeinde Kälbertshausen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.
Die frühesten Besiedlungsspuren in Hüffenhardt, 1844 im Gewann Langherd entdeckte Grabhügel, datieren auf die Jungsteinzeit (3. Jahrtausend v. Chr.). Auch die Römer hinterließen Spuren. Eine durchgängige Besiedlung bis in heutige Zeit kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Das heutige Hüffenhardt entstand vermutlich erst im 10. Jahrhundert und wurde erstmals anlässlich einer Schenkung von Gütern des Erchenbert von Röttingen im Jahr 1083 an das Kloster Hirsau erwähnt. Das Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach im Schwarzwald besagt, dass ein Gut Hufelinhart um 1150 in den Besitz der Reichenbacher Mönche überging.
Im Hochmittelalter waren die Lehnsherren des unter Oberhoheit des Bistum Worms stehenden Ortes die Herren von Burg Guttenberg, also ab 1417 die Herren von Weinsberg, ab 1449 die Herren von Gemmingen. Die von Gemmingen hatten ab 1497 auch die hohe Gerichtsbarkeit (Blutbann) über den Ort. Darüber hinaus hatten das Ritterstift in Wimpfen, die Guttenberger Eucharius-Kaplanei, Wimpfener Bürger, ein Veit von Helmstatt und andere hier Besitztümer. Um 1525 wurde der Ort durch die Herren von Gemmingen reformiert.
Im Flurgebiet "Bargen" befand sich die abgegangene Burg Hüffenhardt von der 1900 Mauerreste ausgegraben wurden.
Um das Jahr 1600 hatte Hüffenhardt rund 400 Einwohner, doch der nachfolgende Dreißigjährige Krieg dezimierte die Bevölkerung auf sechs Haushalte. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden daher von den von Gemmingen auch Schutzjuden angesiedelt. 1806 kam Hüffenhardt als selbstständige Gemeinde zum neu geschaffenen Großherzogtum Baden. Dort gehörte es zunächst zum Bezirksamt Neckarbischofsheim. Als dieses 1864 aufgelöst wurde, kam Hüffenhardt zum Bezirksamt Mosbach, aus dem 1938 der gleichnamige Landkreis wurde. 1939 wurden 891 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1130.[4] Im Zuge der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 kam Hüffenhardt zum neuen Neckar-Odenwald-Kreis.
Die Bevölkerung war von der Reformation bis nach dem 2. Weltkrieg fast rein evangelisch geprägt. Durch die nach dem Krieg zuströmenden katholischen Flüchtlinge erhöhte sich der Anteil der Katholiken auf heute ca. 27 %. In Hüffenhardt und Kälbertshausen besteht eine eigene evangelische Pfarrei. Hüffenhardt und Kälbertshausen sind Filialen der römisch-katholischen Pfarrei Siegelsbach.
Kälbertshausen wurde am 1. Januar 1975 nach Hüffenhardt eingemeindet.
Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:
In gespaltenem Schild vorn in Rot eine gestürzte goldene (gelbe) Pflugschar, hinten in Blau zwei goldene (gelbe) Balken. Die Pflugschar im vorderen, in den badischen Farben tingierten Feld des Wappens ist das Fleckenzeichen Hüffenhardts, das auch auf Grenzsteinen und in den Gemeindesiegeln seit dem 18. Jahrhundert vorkommt. Das linke Feld zeigt das gemmingische Wappen in Anspielung auf die frühere Ortsherrschaft von 1449 bis 1805, die Herren von Gemmingen.
Die Gemeinde Hüffenhardt führte in reichsritterschaftlicher Zeit ein Wappen mit einer Pflugschar, zwei Löwen als Schildhaltern sowie einer Krone. Die Regierung des Großherzogtums Baden hat 1895 Schildhalter und Kronen in Wappen von Landgemeinden beanstandet und auf die Änderung der betroffenen Gemeindewappen gedrängt. Ein Wappenvorschlag von 1904 mit einer einzelnen goldenen Pflugschar auf rotem Grund wurde zunächst vom Gemeinderat abgelehnt. Das heutige Wappen wurde von der Landesarchivdirektion 1960 festgelegt.
Die barocke evangelische Kirche stammt in ihrer heutigen Gestalt von 1738, damals wurde das Kirchenschiff neu erbaut. Im Inneren der von einem historischen Tonnengewölbe überspannten Kirche befindet sich auf einer zweigeschossigen hölzernen Empore eine historische Overmann-Orgel. Die Brüstung der Empore ist im ersten Emporengeschoss umlaufend mit in Öl gemalten Bibelszenen verziert. Der Altar ist aus Holz mit Furnier- und Intarsienarbeiten, was im Kraichgau und Kleinem Odenwald eher selten anzutreffen ist. Hinter dem Altar befindet sich eine barock verzierte historische Kanzel. Der Taufstein wurde im späten 18. Jahrhundert gestiftet. In der Kirche befindet sich außerdem ein historisches Helmstatt-Epitaph mit einer nahezu lebensgroßen Sandsteinplastik.
Vor der evangelischen Kirche befinden sich ein Ehrenmal für die Kriegsteilnehmer 1870/71 und ein Kriegerdenkmal von 1927 für die Gefallenen 1914-18 (nach dem Krieg erweitert um die Namen der Toten 1939-45). Das historische evangelische Pfarramt und ein moderner Brunnen runden das Ensemble um die evangelische Kirche ab.
Die katholische Kirche ist ein moderner Zweckbau des 20. Jahrhunderts.
Hueffenhardt-ruhbank1.jpg
Stundenstein der Ruhbank |
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hüffenhardt der Heimatort des Kunstmalers Edgar John, nach dem hier inzwischen eine Straße benannt ist. Im Ort befindet sich außerdem das Geburtshaus des Heimatdichters Karl Schramm, nach dem ebenfalls eine Straße benannt ist.
Hüffenhardt ist Endpunkt der Krebsbachtalbahn nach Neckarbischofsheim.
In Hüffenhardt gibt es eine Grundschule. Außerdem besteht in beiden Ortsteilen je ein Kindergarten.
Östlich von Hüffenhardt betreibt die EnBW AG ein großes Umspannwerk, zu dem auch ein 116 Meter hoher als freistehende Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführter Richtfunkturm gehört.
Schienenbus im Endbahnhof Hüffenhardt der Krebsbachtalbahn |
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