Donnerstag, 24.05.2012



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Hüffenhardt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hüffenhardt
Hüffenhardt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hüffenhardt hervorgehoben
49.2908333333339.0813888888889292Koordinaten: 49° 17′ N, 9° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Neckar-Odenwald-Kreis
Höhe: 292 m ü. NN
Fläche: 17,62 km²
Einwohner: 2035 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74928
Vorwahl: 06268
Kfz-Kennzeichen: MOS
Gemeindeschlüssel: 08 2 25 042
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Reisengasse 1
74928 Hüffenhardt
Webpräsenz:
Bürgermeister: Bruno Herberich
Lage der Gemeinde Hüffenhardt im Neckar-Odenwald-Kreis
Datei:Hueffenhardt in MOS.png

Hüffenhardt ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg. Die Gemeinde liegt im Südwesten des Neckar-Odenwald-Kreises auf einer Anhöhe nur wenige Kilometer westlich des Neckars zwischen Odenwald und Kraichgau - rund 30 km südöstlich der Stadt Heidelberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde besteht aus zwei Ortsteilen: Kälbertshausen im Norden und Hüffenhardt im Süden. Die Nachbarorte sind im Norden Obrigheim und Hochhausen, im Osten Haßmersheim und Neckarmühlbach. Im Süden grenzen das zum Landkreis Heilbronn gehörige Siegelsbach und der Bad Rappenauer Ortsteil Wollenberg, und im Westen Helmstadt-Bargen, das zum Rhein-Neckar-Kreis gehört, an das Gemeindegebiet.

Das Gemeindegebiet liegt teilweise im Naturpark Neckartal-Odenwald zwischen 219 und 338 Meter Höhe. Ein Teil der Gemarkung wird nicht zum wenige Kilometer im Osten liegenden Neckar entwässert, sondern mit dem Wollenbach nach Westen. Im Wollenbachtal liegt die zu Hüffenhardt zählende Hüttigsmühle.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Hüffenhardt gehört die ehemalige Gemeinde Kälbertshausen. Zur Gemeinde Hüffenhardt in den Grenzen vom 31. Dezember 1974 (1545 Einwohner im Juni 2007[2]) gehören das Dorf Hüffenhardt, das Gehöft Wüsthausen und die Häuser Hüttigsmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Kälbertshausen (528 Einwohner) gehören das Dorf Kälbertshausen. In der Gemeinde Hüffenhardt im Gebietsstand vom 31. Dezember 1974 liegt die Wüstung Hofsteden.[3]

In der ehemaligen Gemeinde Kälbertshausen ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.

Geschichte

Hüffenhardt

Die frühesten Besiedlungsspuren in Hüffenhardt, 1844 im Gewann Langherd entdeckte Grabhügel, datieren auf die Jungsteinzeit (3. Jahrtausend v. Chr.). Auch die Römer hinterließen Spuren. Eine durchgängige Besiedlung bis in heutige Zeit kann jedoch nicht nachgewiesen werden. Das heutige Hüffenhardt entstand vermutlich erst im 10. Jahrhundert und wurde erstmals anlässlich einer Schenkung von Gütern des Erchenbert von Röttingen im Jahr 1083 an das Kloster Hirsau erwähnt. Das Schenkungsbuch des Klosters Reichenbach im Schwarzwald besagt, dass ein Gut Hufelinhart um 1150 in den Besitz der Reichenbacher Mönche überging.

Im Hochmittelalter waren die Lehnsherren des unter Oberhoheit des Bistum Worms stehenden Ortes die Herren von Burg Guttenberg, also ab 1417 die Herren von Weinsberg, ab 1449 die Herren von Gemmingen. Die von Gemmingen hatten ab 1497 auch die hohe Gerichtsbarkeit (Blutbann) über den Ort. Darüber hinaus hatten das Ritterstift in Wimpfen, die Guttenberger Eucharius-Kaplanei, Wimpfener Bürger, ein Veit von Helmstatt und andere hier Besitztümer. Um 1525 wurde der Ort durch die Herren von Gemmingen reformiert.

Im Flurgebiet "Bargen" befand sich die abgegangene Burg Hüffenhardt von der 1900 Mauerreste ausgegraben wurden.

Um das Jahr 1600 hatte Hüffenhardt rund 400 Einwohner, doch der nachfolgende Dreißigjährige Krieg dezimierte die Bevölkerung auf sechs Haushalte. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden daher von den von Gemmingen auch Schutzjuden angesiedelt. 1806 kam Hüffenhardt als selbstständige Gemeinde zum neu geschaffenen Großherzogtum Baden. Dort gehörte es zunächst zum Bezirksamt Neckarbischofsheim. Als dieses 1864 aufgelöst wurde, kam Hüffenhardt zum Bezirksamt Mosbach, aus dem 1938 der gleichnamige Landkreis wurde. 1939 wurden 891 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 1130.[4] Im Zuge der Kreisreform Baden-Württemberg 1973 kam Hüffenhardt zum neuen Neckar-Odenwald-Kreis.

Religionen

Die Bevölkerung war von der Reformation bis nach dem 2. Weltkrieg fast rein evangelisch geprägt. Durch die nach dem Krieg zuströmenden katholischen Flüchtlinge erhöhte sich der Anteil der Katholiken auf heute ca. 27 %. In Hüffenhardt und Kälbertshausen besteht eine eigene evangelische Pfarrei. Hüffenhardt und Kälbertshausen sind Filialen der römisch-katholischen Pfarrei Siegelsbach.

Eingemeindungen

Kälbertshausen wurde am 1. Januar 1975 nach Hüffenhardt eingemeindet.

Politik

Rathaus Hüffenhardt

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. FWG 71,0% (-5,1) - 9 (-2)
  2. Zukunft mit Frauen 29,0% (+5,1) - 2 (=)

Wappen

In gespaltenem Schild vorn in Rot eine gestürzte goldene (gelbe) Pflugschar, hinten in Blau zwei goldene (gelbe) Balken. Die Pflugschar im vorderen, in den badischen Farben tingierten Feld des Wappens ist das Fleckenzeichen Hüffenhardts, das auch auf Grenzsteinen und in den Gemeindesiegeln seit dem 18. Jahrhundert vorkommt. Das linke Feld zeigt das gemmingische Wappen in Anspielung auf die frühere Ortsherrschaft von 1449 bis 1805, die Herren von Gemmingen.

Wappen von Hüffenhardt

Die Gemeinde Hüffenhardt führte in reichsritterschaftlicher Zeit ein Wappen mit einer Pflugschar, zwei Löwen als Schildhaltern sowie einer Krone. Die Regierung des Großherzogtums Baden hat 1895 Schildhalter und Kronen in Wappen von Landgemeinden beanstandet und auf die Änderung der betroffenen Gemeindewappen gedrängt. Ein Wappenvorschlag von 1904 mit einer einzelnen goldenen Pflugschar auf rotem Grund wurde zunächst vom Gemeinderat abgelehnt. Das heutige Wappen wurde von der Landesarchivdirektion 1960 festgelegt.

Gemeindepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Kirche von 1738

Bauwerke und Denkmäler

Die barocke evangelische Kirche stammt in ihrer heutigen Gestalt von 1738, damals wurde das Kirchenschiff neu erbaut. Im Inneren der von einem historischen Tonnengewölbe überspannten Kirche befindet sich auf einer zweigeschossigen hölzernen Empore eine historische Overmann-Orgel. Die Brüstung der Empore ist im ersten Emporengeschoss umlaufend mit in Öl gemalten Bibelszenen verziert. Der Altar ist aus Holz mit Furnier- und Intarsienarbeiten, was im Kraichgau und Kleinem Odenwald eher selten anzutreffen ist. Hinter dem Altar befindet sich eine barock verzierte historische Kanzel. Der Taufstein wurde im späten 18. Jahrhundert gestiftet. In der Kirche befindet sich außerdem ein historisches Helmstatt-Epitaph mit einer nahezu lebensgroßen Sandsteinplastik.

Vor der evangelischen Kirche befinden sich ein Ehrenmal für die Kriegsteilnehmer 1870/71 und ein Kriegerdenkmal von 1927 für die Gefallenen 1914-18 (nach dem Krieg erweitert um die Namen der Toten 1939-45). Das historische evangelische Pfarramt und ein moderner Brunnen runden das Ensemble um die evangelische Kirche ab.

Die katholische Kirche ist ein moderner Zweckbau des 20. Jahrhunderts.

Volksschule
  • Das Rathaus ist ein schmucker Fachwerkbau aus dem Jahr 1559, der in der heutigen Form seit einer Renovierung von 1861 besteht. Vor dem Rathaus befindet sich ein neuzeitlicher Ortsbrunnen mit einer Mädchengestalt. Im gesamten Ortskern von Hüffenhardt sind weitere historische Fachwerkgebäude und weitere Brunnen erhalten.
  • Neben dem klassizistischen Schulhaus der Volksschule von 1895/96 mit seiner Backsteinfassade besteht auch noch das 1848 erbaute evangelische Schulhaus.
Wasserturm
  • Am Geburtshaus von Karl Schramm erinnert eine Gedenktafel an den Heimatdichter.
  • Längs der Landstraße nach Siegelsbach befinden sich mehrere historische Wegmarken, darunter neben Wegkreuzen die außergewöhnliche Ruhbank mit Stundenstein und der Franzosenstein genannte Sühnestein für einen 1799 getöteten französischen Soldaten.
  • Auf einer Anhöhe am Ortsrand in Richtung Kälbertshausen befindet sich ein weithin sichtbarer Wasserturm.

Kultur

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hüffenhardt der Heimatort des Kunstmalers Edgar John, nach dem hier inzwischen eine Straße benannt ist. Im Ort befindet sich außerdem das Geburtshaus des Heimatdichters Karl Schramm, nach dem ebenfalls eine Straße benannt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hüffenhardt ist Endpunkt der Krebsbachtalbahn nach Neckarbischofsheim.

Bildungseinrichtungen

In Hüffenhardt gibt es eine Grundschule. Außerdem besteht in beiden Ortsteilen je ein Kindergarten.

Energie

Östlich von Hüffenhardt betreibt die EnBW AG ein großes Umspannwerk, zu dem auch ein 116 Meter hoher als freistehende Stahlfachwerkkonstruktion ausgeführter Richtfunkturm gehört.

Einzelnachweise


Weblinks

Commons Commons: Hüffenhardt – Bilder, Videos und Audiodateien
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