Meinestadt.de - Hoya - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Nienburg/Weser | |
| Samtgemeinde: | Grafschaft Hoya | |
| Höhe: | 14 m ü. NN | |
| Fläche: | 8,42 km² | |
| Einwohner: | 3811 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 453 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 27318 | |
| Vorwahl: | 04251 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NI | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 56 014 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Schloßplatz 2 /Weser 27318 Hoya |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Edmund Seidel (CDU) | |
Hoya ist eine Stadt im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen. In Hoya befindet sich der Sitz der Samtgemeinde Grafschaft Hoya.
Inhaltsverzeichnis |
Hoya wird zum ersten Mal ca. 1150 in den „Wundern des heiligen Bernward“ als an der Weser gelegenes hoge erwähnt. Der Name wird dabei als Altniederdeutsch für „hoch“ interpretiert, was sich aufgrund der keinesfalls exponierten Lage Hoyas dem Umland oder der Weser gegenüber nur als Anspielung auf die Grafenburg („die hohe Feste“) oder den Weserübergang („die hohe Furt“) verstehen lässt. Da allerdings als Nebenform auch de Hogen überliefert ist, liegt möglicherweise eine heute nicht mehr erschließbare Bedeutung zugrunde, oder es gab in vorgeschichtlicher Zeit tatsächlich ein durch die Auenlehmablagerungen nicht mehr erkennbares Hochufer.
Im weiteren Verlauf des Mittelalters erfolgte dann eine Erweichung des Mittelkonsonanten (-g- zu -j-, ähnlich wie bei Kerckwege zu Kirchweyhe oder Ogenhusen zu Oeynhausen) und eine Latinisierung des Endvokals zu -a, die einer in der kaiserlichen Schreibkanzlei verbreiteten Sprachmarotte zuzuschreiben ist, durch das hohe Prestige der Schriftsprache aber auch in den mündlichen Gebrauch übergegangen ist (ähnlich: Vechte zu Vechta).
Im Niederdeutschen heißt der Ort heute de Haaien, was die „natürliche“ Sprachentwicklung ohne die Fixierung durch die hochdeutsche Schriftsprache anzeigt: de Hogen - de Hoyen - de Haaien. Dies entspricht dem Ort Hajen an der Oberweser bei Bodenwerder, der ebenfalls zuerst als Hogen belegt ist.
Hoya ist seit dem 12. Jahrhundert urkundlich belegt. Das Geschlecht der Grafen von Hoya ging wahrscheinlich auf die Grafen von Stumpenhausen (ehemalige Burg Stumpenhausen bei Wietzen) zurück. Residenz der Grafen von Hoya war zunächst ihre Burg zu Hoya. Nach der Teilung der Grafschaft in eine Nieder- und eine Obergrafschaft wurde auch Nienburg an der Weser Residenz.
Anfang des 16. Jahrhunderts starb die Hoyaer Linie der Grafen von Hoya aus, so daß es zunächst zu einer Wiedervereinigung der Grafschaft kam. Ende des 16. Jahrhunderts starb auch die Nienburger Linie aus, so daß aufgrund eines Lehns- und Erbvertrages die Grafschaft Hoya an die Welfen kam. Das Wappen der Grafschaft Hoya (zwei schwarze Bärentatzen, nicht identisch mit dem Wappen der Stadt Hoya) wurde in das Allianzwappen des Welfenhauses aufgenommen. Der größte Teil der Grafschaft Hoya kam zusammen mit dem Flecken Hoya auf Dauer an das Fürstentum Lüneburg mit der Residenz Celle.
1705 kam Hoya mit Lüneburg nach dem Tod des sog. Heideherzogs Georg Wilhelm an das Kurfürstentum Hannover (ab 1815 Königreich Hannover). Seit der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen 1866 gehörte Hoya zur preußischen Provinz Hannover. Mit der preußischen Verwaltungsreform wurde der Landkreis Grafschaft Hoya mit Sitz zunächst in dem Flecken Hoya eingerichtet. 1929 wurden Hoya die Stadtrechte verliehen. Drei Jahre später wurde Syke Sitz des Landkreises. Mit der Gebietsreform 1974 wurde die Samtgemeinde Hoya mit dem Sitz in der Stadt Hoya gegründet.
Seit 1977 ist die Samtgemeinde mit ihren Mitgliedsgemeinden unter Verwendung der Bezeichnung Grafschaft Hoya Teil des Landkreises Nienburg.
An die Grafentochter Katharina von Hoya, eine Äbtissin des Klosters Wienhausen bei Celle, auf die dort unter anderem das sogenannte Heilige Grab auf dem Nonnenchor zurückgeht, erinnert der Katharinenmarkt, der vor allem aus kommerziellen Gründen Ende des 20. Jahrhunderts gegründet wurde.
Die 15 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006)
In Rot eine stilisierte silberne Burg mit drei blau bedachten Türmen und Erkeranbauten; dem breiten Mittelturm aufgelegt ein gelehntes goldenes Schildchen, darin zwei rotbewehrte, unten miteinander verbundene aufrechte schwarze Bärentatzen.
Zwischen Hoya und Bad Reinerz in der Grafschaft Glatz (ursprünglich - bis 1741 - Teil Böhmens, bis 1945 Teil der preußischen Provinz Schlesien, seit 1945 auf polnisch offiziell Duszniki Zdroj) besteht seit 1997 eine Städtepartnerschaft. Die Stadt Hoya hat nach 1945 die Patenschaft über die Stadt Allenburg im nördlichen Ostpreußen übernommen. Ein Findling neben der Martinskirche erinnert daran.
Im Hoyaer Stadtbild finden sich drei sehr unterschiedliche Skulpturen von Künstlern. Diese Kunst-Objekte sind aus den verschiedensten Materialien gestaltet – aus Kupfer, Messing, Sandstein, Holz, Kunststoff und aus Edelstahl:
Trotz der bedeutenden Lage an der Weser und der Funktion als Zentrum des Nordkreises Nienburg ist Hoya nur bedingt günstig an das Verkehrsnetz angeschlossen. Eine Fernverkehrsstraße geht nicht durch das Stadtgebiet. Hier kreuzen sich die Straßen von Hassel (Weser) nach Bruchhausen-Vilsen und von Hilgermissen nach Bücken.
Hoya liegt an der von den Verkehrsbetrieben Grafschaft Hoya betriebenen Eisenbahnverbindung von Eystrup über Hoya und Bruchhausen-Vilsen nach Syke. Diese Bahnverbindung ging historisch aus zwei unterschiedlichen Eisenbahnstrecken hervor, die Hoya aus zwei verschiedenen Richtungen erreichten und erst nachträglich durch eine Weserbrücke miteinander verbunden wurden. Heute wird diese Verbindung im Personenverkehr nur noch von der Museumseisenbahn „Kaffkieker“ befahren, ansonsten verkehren hier Güterzüge. Früher bestand ferner eine Eisenbahnverbindung von Hoya nach Bücken.
Hoya besitzt eine Anlegestelle an der Weser für die Ausflugsschiffahrt. Vor Hoya liegt der Segelflugplatz des SFV Hoya v. 1931 e.V.
In Hoya befindet sich die THW-Bundesschule Hoya, eine von den zwei Bundesschulen des Technischen Hilfswerks, sowie die niedersächsische Landesreitschule. Das früher bestehende Kreiskrankenhaus wurde, nachdem es von den Rhönkliniken gekauft worden war, geschlossen und abgerissen. Nächstgelegene Krankenhäuser sind die Mittelweserkliniken (Rhön-Klinikum) in Nienburg/Weser und die Aller-Weser-Klinik in Verden (Aller).
Größter Arbeitgeber am Ort mit 300 Beschäftigten ist die Papier- und Kartonfabrik, die zur Smurfit Kappa Group gehört.
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