Donnerstag, 24.05.2012



Lexikon Suche


Hilchenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wikipedia:Hauptseite
Dieser Artikel behandelt die Stadt Hilchenbach. Weitere Bedeutungen siehe unter Hilchenbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hilchenbach
Hilchenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hilchenbach hervorgehoben
50.9983333333338.1094444444444360Koordinaten: 51° 0′ N, 8° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Siegen-Wittgenstein
Höhe: 360 m ü. NN
Fläche: 80,88 km²
Einwohner: 16.109 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 199 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57271
Vorwahl: 02733
Kfz-Kennzeichen: SI
Gemeindeschlüssel: 05 9 70 020
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 13
57271 Hilchenbach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Peter Hasenstab (parteilos)
Lage der Stadt Hilchenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden

Hilchenbach ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie gehört zum Kreis Siegen-Wittgenstein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Stadtgliederung
Fachwerkhäuser in Hilchenbach

Hilchenbach liegt innerhalb des Siegerlands im Südwestteil des Rothaargebirges. Sein Stadtgebiet grenzt im Süden an Netphen, im Westen an Kreuztal, im Norden an Kirchhundem und im Osten an Erndtebrück.

Das größte Fließgewässer der Stadt ist der Ferndorfbach, ein Nebenfluss der Sieg. Die durchschnittliche Höhe des Stadtgebiets beträgt 427 m ü. NN, mit 678 m ü. NN bildet der Berg Riemen die höchste Erhebung im Stadtgebiet und im Siegerland.

Stadtgliederung

Hilchenbach besteht aus diesen Stadtteilen:


Geschichte

Erste urkundliche Erwähnungen von Hilchenbach gehen auf das Jahr 1292 zurück. Hier wird der Ort „Heylichinbach“ in einer Schenkungsurkunde der Gräfin Agnes von Nassau und ihrem ältesten Sohn Heinrich an das Kloster Keppel genannt. Es gibt allerdings Hinweise, dass eine Kirche in diesem Gebiet schon zwischen den Jahren 950 und 1000 vom Kloster Corvey aus gegründet worden ist, was auf eine Siedlung schließen lässt.

In einer Urkunde vom 20. Juli 1365 wird ein Festes Haus (Wilhelmsburg) im Hilchenbach erwähnt, welches von 1489 bis 1622 an die Adeligen Wischen von Langenau belehnt war. Eine Wasserburg wird im Jahr 1623 erwähnt. Sie soll die Residenz Ginsburg des Grafen Wilhelm von Nassau-Siegen-Hilchenbach abgelöst haben.

Im Jahre 1687 wird das Dorf Hilchenbach zu einem Flecken erhoben und erhält 1824 Stadtrecht.

Politik

Rat der Stadt

Die 38 Sitze des Rates der Stadt Hilchenbach verteilen sich nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004 wie folgt:

CDU SPD GRÜNE FDP FW Gesamt
2004 8 10 5 4 11 38

Mehrheitsverhältniss im Stadtrat

Da im Herbst 2005 ein Stadtverordneter von den Freien Wählern (UWG) zur CDU gewechselt ist und zudem im Herbst 2007 ein Mitglied aus der CDU-Fraktion austrat und heute fraktionslos ist, hat die CDU nunmehr nach wie vor acht Sitze und die FW nur noch zehn Sitze. Die Bürgermeister-Koalition aus FDP, FW (UWG) und Grünen hat jetzt nur noch 19 Sitze, statt 20 nach der Wahl 2004. CDU, SPD und das fraktionslose ehemalige Mitglied der CDU-Fraktion haben jetzt auch 19 Sitze, also ein Patt zwischen den beiden Blöcken, die seit 2004 bestehen. Die Entscheidung könnte daher bei strittigen Entscheidungen der Bürgermeister fällen.

Zusammensetzung Rat im Dezember 2007

Die CDU verliert einen Sitz im Stadtparlament durch Austritt eines Stadtverordneten aus der Fraktion. Die CDU hat nunmehr nur noch acht Sitze. Der ehemalige CDU-Stadtverordnete wird dem Rat als fraktionsloses Mitglied weiterhin angehören.

Bürgermeister

Bürgermeisters ist Hans-Peter Hasenstab (parteilos). Er wurde am 10. Oktober 2004 in der Stichwahl gegen die Kandidatin der CDU Renate Gehrmann, damals büroleitende Beamtin im Wyker Rathaus, seit 2007 Amtsdirektorin von Föhr-Amrum, mit 72,9 % der Stimmen zum Bürgermeister gewählt.

Wappen

Das Wappen zeigt in einem blauen Wappenschild einen gelben bzw. goldenen Wolf und wurde in dieser Form letztmalig am 13. April 1970 genehmigt.

Das Wappentier bezieht sich auf einen schreitenden Wolf, der in den erhaltenen Schöffensiegeln von Hilchenbach mit der Umschrift: „S. (= Siegel) der scheffen von helchenbach“ an Urkunden vom 6. Oktober 1477 und 17. November 1485 vorhanden ist.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Hilchenbach pflegt zu folgenden Orten Städtefreundschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Musik

Hilchenbach ist Sitz des Sinfonieorchesters Philharmonie Südwestfalen, das 1957 als „Siegerland-Orchester“ (und deutsches Nachwuchsorchester) ins Leben gerufen wurde. Es trägt im Untertitel den Namen Landesorchester Nordrhein-Westfalen. Chefdirigent ist derzeit Russell N. Harris.

Theater

Im Stadtteil Dahlbruch befindet sich das "Gebrüder Busch Theater", das auch von einem privaten Anbieter als "Viktoriakino" genutzt wird. Das Wirken der Siegerland-Wittgensteiner Künstlerfamilie Busch erfährt durch den "Gebrüder Busch Kreis" eine besondere Würdigung.

Museen

  • Im Bergbaumuseum in Müsen werden die Funde aus dem Ausgrabungsgebiet Altenberg und der mehrhundertjährigen Bergbautradition im "Müsener Revier" ausgestellt. Zudem ist ein Besucherstollen vorhanden.
  • Im Landwirtschaftsmuseum in Hadem hat der Besucher Einblick in alte Siegerländer Landwirtschaftsvorgänge sowie in das harte Leben in Uromas Zeiten (18. Jh.). Zu bewundern sind hier eine Bauernküche und diverse Milchverabeitungsgeräte. Jedes Jahr gibt es das "große Dreschfest".

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Ruine der Ginsburg über Hilchenbach-Grund
Stift Keppel: Ansicht der Wappenhalle mit Seufzerbrücke zum Abteiflügel, des Neuen Hauses und der Stiftskirche

Ginsburg

Die Ginsburg, hoch über dem Stadtteil Grund gelegen, wird im Jahre 1255 als nassauische Grenzbefestigung erwähnt. Geschichtliche Bedeutung erlangt die Burg im Jahre 1568 als Wilhelm I. auf der Burg Pläne für die Befreiung der Niederlande entwirft und dort die letzten Feldzugsvorbereitungen trifft.

Auf der Ginsburger Heide war der Sammelpunkt der dritten Heeresgruppe unter Graf Ludwig von Nassau, was die Ginsburg, und somit Hilchenbach, zu einem Ausgangspunkt des niederländischen Freiheitskampfes macht. Heute ist von der Burg nur noch der Bergfried nach Wiederaufbau in den 1960er Jahren erhalten, die restliche Anlage als Ruine. Nach Veröffentlichungen des "Ginsburg-Vereins" weist der Bergfried heute knapp die Hälfte der ursprünglichen Höhe auf.

Gillerturm

Der Gillerturm ist ein 1892 erbauter Aussichtsturm auf dem Berg Giller, von dem sich Aussicht unter anderem über Rothaargebirge und Siegerland bietet.

Stift Keppel

Das ehemalige Prämonstratenserinnenstift Keppel ist eines der bedeutendsten barocken Kleinode des Siegerlands: Besonders sehenswert sind die romanisch-gotische Stiftkirche mit barocker Innenausstattung, das Neue Haus, der Konventssaal und das kleine Stiftsmuseum.

Keppel wurde vor 1239 von Friedrich vom Hain gestiftet und stand unter dem Protektorat des Grafen- und Fürstenhauses Nasssau-Oranien, später unter dem des preußischen Königshauses. Nach der Reformation wurde Keppel 1547 ein adeliges Damenstift mit einer Mädchenschule, später ein Oberlyzeum und Lehrerinnenseminar. Heute ist Stift Keppel ein Gymnasium mit Tagungs- und Gästehaus und einem kleinen Museum. Bis zur Säkularisierung unterstand das Stift wechselnden konfessionellen Oberinnen. Bis um 1912 gab es getrennte Wirtschaftsgebäude (z.B. die sog. Stiftsökonomie, eines der mächtigsten Fachwerkbauten im Siegerland) mit einem evangelischen und katholischen Teil.

In Hilchenbach befand sich - an anderem Ort - seit 1867 ein Lehrerseminar, welches bis nach dem Ersten Weltkrieg existierte. Später wurde in dem Seminargebäude das Jung-Stilling-Gymnasium untergebracht. Somit ist Hilchenbach neben Siegen die Stadt im Siegerland mit der längsten Tradition im Bildungswesen.

Breitenbachtalsperre

Zwischen den Stadtteilen Dahlbruch und Allenbach befindet sich die Breitenbachtalsperre, die mit ihrem Stausee der Wasserversorgung des Siegerlands dient. Hier bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen.

Naturdenkmäler

Altenberg

Am Altenberg zwischen dem Stadtteil Müsen und dem zu Kreuztal gehörenden Stadtteil Littfeld befinden sich die Reste einer Siedlung aus dem 13. Jahrhundert. Ein Rundwanderweg führt durch diese ehemalige Bergbausiedlung. Funde werden im Bergbaumuseum in Müsen ausgestellt.

Wegen ihrer herausragenden Bedeutung in der Dokumentation der Bergbaugeschichte wurde eine Vielzahl der Funde vom Altenberg in das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum aufgenommen. Dort wird dem Besucher rund um einen kompletten Schachtausbau anhand der Müsener Fundexponate die Lebenssituation mittelalterlicher Bergleute dargestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • KulturPur - internationales Zelttheaterfestival zu Pfingsten am Berg Giller beim Stadtteil Lützel

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bahnhof Hilchenbach

Die Hauptverkehrsanbindung erfolgt in Ost-West-Richtung zum einen über die B 508 und über die Eisenbahnstrecke der Rothaarbahn in Richtung Kreuztal und Erndtebrück, an der Hilchenbach mit den Stationen Dahlbruch, Hillnhütten, Stift Keppel-Allenbach, Hilchenbach, Vormwald Dorf, Vormwald und Lützel liegt.

Die VGWS verbindet die Stadt mit Buslinien mit den Nachbarorten. Zudem ist Hilchenbach über dem in Süden des Kreises gelegen Siegerlandflughafen zu erreichen.

Ansässige Unternehmen

Neurologische Fachklinik

Im Ort befindet sich eine neurologische Fachklinik. Angeboten werden Neuropsychologie, Psychotherapie, Sprachtherapie/Logopädie, Krankengymnastik/Physiotherapie, Ergotherapie, physikalische Therapie, Musik- und Kunsttherapie, Pflegetherapie, Sozialberatung und Ernährungs- und Diätberatung.

Im Ortsteil Dahlbruch ist mit der SMS Demag AG einer der größten Arbeitgeber der Region vertreten. Außerdem befindet sich in den Gebäudeteilen des Unternehmens die BKK der SIEMAG, eine der ältesten Krankenkassen Deutschlands.

Öffentliche Einrichtungen

Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hilchenbach teilt sich auf in fünf Löschzüge, die für einzelne Stadtteile zuständig sind.

Der Löschzug 1 in Hilchenbach verfügt über einen Einsatzleitwagen#Einsatzleitwagen 1, ein Löschgruppenfahrzeug 20/16, einen Rüstwagen 1, einen Gerätewagen Gefahrgut und ein Löschfahrzeug 16-TS. Der Löschzug 2 in Dahlbruch besteht aus einem Einsatzleitwagen 1, einem Löschgruppenfahrzeug 16/12, einem Tragkraftspritzenfahrzeug und einer Drehleiter mit Korb (DLK 23/12). Der Löschzug 3 in Müsen ist mit einem Einsatzleitwagen 1, einem Tanklöschfahrzeug 16/25, einem Löschfahrzeug 16-TS, einem Gerätewagen und einem Feldkochherd ausgestattet.

Die Stadtteile Grund, Oechelhausen und Ruckersfeld gehören zum Einsatzgebiet des Löschzug 4. Dieser verfügt über ein Tragkraftspritzenfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser und ein Löschgruppenfahrzeug 8. Der Löschzug 5 ist für die Stadtteile Helberhausen, Lützel und Vormwald zuständig. Er besteht aus einem Löschgruppenfahrzeug 8/6, einem Tanklöschfahrzeug 8/18, einem Tragkraftspritzenfahrzeug und einem Kleinlöschfahrzeug.


Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Jung-Stilling-Denkmal

weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Joseph Büttner (1898–1978) Bürgermeister 1946–1948, Landrat Kreis Siegen und Landtagsabgeordneter (CDU)

Einzelnachweise


Literatur

  • Rainer S. Elkar: Menschen-Häuser-Schicksale. Hilchenbach zwischen Monarchie, Diktatur und Republik. Kreuztal 1992. ISBN 3-925498-41-9
  • Manfred Lusznat [et al.]: Die Bergbausiedlung Altenberg / Hrsg.: Verein Altenberg e.V., Hilchenbach 1979
  • Gerold Schmidt, Die Familie Claus/Klaus aus Helberhausen im Siegerland, im Sauerland und Münster (Westf.). Stammfolge, Nachfahren und Ahnen. in: Deutsches Familienarchiv, Band 82, Neustadt (Aisch) 1983, S.199-261.
  • Gerhard Bensberg: Berühmte Persönlichkeiten in Hilchenbach. Hilchenbach 2002 (Eigenverlag).

Weblinks

Commons Commons: Hilchenbach – Bilder, Videos und Audiodateien
en:Hilchenbach

eo:Hilchenbach nl:Hilchenbach pt:Hilchenbach ro:Hilchenbach ru:Хильхенбах vo:Hilchenbach