Meinestadt.de - Hemer - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Arnsberg | ||||
| Kreis: | Märkischer Kreis | ||||
| Höhe: | 208 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 67,56 km² | ||||
| Einwohner: | 37.610 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 557 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 58675 | ||||
| Vorwahl: | 02372 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | MK | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 62 016
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| Adresse der Stadtverwaltung: | Hademareplatz 44 58675 Hemer |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Michael Esken (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Hemer im Märkischen Kreis | |||||
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Hemer ist eine mittlere kreisangehörige Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie liegt im Norden des Sauerlandes und gehört zum Märkischen Kreis.
Inhaltsverzeichnis |
Hemer liegt an der Oese (bzw. am Hemer-Bach) in einer von ausgedehnten Wäldern bestimmten Mittelgebirgslandschaft im Nordwesten des Sauerlandes. Der höchste Punkt im Stadtgebiet ist eine Erhebung des Balver Waldes mit knapp 550 m, wohingegen der niedrigste Punkt nur 160 m über dem Meeresspiegel (in der Nähe des Gutes Edelburg) liegt. Nahe dem Ortsteil Deilinghofen liegt das überregional bekannte Felsenmeer.
Hemer gehört zum Rheinischen Schiefergebirge. Neben dem Schiefer liegen Kalkgesteine vor. Zwischen dem Ortsteil Becke und der Stadt Menden liegt deshalb auch ein Kalksteinbruch.
Die längste Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 11,3 km, von West nach Ost liegt sie bei ungefähr 8,1 km.
Landschaftlich gesehen dehnt sich das Stadtgebiet über das waldreiche Mendener Hügelland im Norden, die dicht besiedelte, weil waldarme Iserlohner Kalksenke und den Balver Wald im Süden aus. Wohngebiete erstrecken sich vor allem über die Südhänge des Hügellandes und die Kalksenke. Der Balver Wald ist weniger dicht besiedelt. Nur in den zwei Haupt-Bachläufen (Heppingser und Ihmerter Bach) haben sich Siedlungen gebildet.
Nachbarstädte sind im Uhrzeigersinn beginnend im Westen Iserlohn, Menden, Balve, Neuenrade und Altena. Die kürzeste direkte Grenze hat Hemer mit Neuenrade, die nicht einmal einen Kilometer lang ist, die längste ist die zu Iserlohn mit knapp 13 km. Die Grenze zu Menden ist etwa 9,5 km, zu Balve etwa 11,5 km und zu Altena knapp 2 km lang.
Offiziell ist Hemer nicht in Ortsteile gegliedert. Allerdings haben sowohl die ehemaligen Gemeinden als auch manche kleinere Siedlungen noch ihre eigene Identität.
Im heutigen Hemeraner Stadtgebiet lebten schon um 1250 v. Chr. Hirten und Bauern. Es wird angenommen, dass schon seit 80.000 v. Chr. Menschen, vor allem Sammler, durch das Gebiet Hemers zogen. Zwischen 600 und 100 v. Chr. war das Gebiet von keltischer Kultur geprägt. Danach siedelten germanische Stämme der Istwäonen im Gebiet des heutigen Hemers. Aus dem Jahre 650 stammen Grabfunde nahe der heutigen Innenstadt. Diese fränkischen Stämme gehörten wahrscheinlich zu den Boruktariern. Da die Sachsen ab 700 n.Chr. auch Hemer eroberten, stand es seitdem unter westfälischer Herrschaft. Doch schon 777 werden die Gebiete in das Frankenland eingegliedert. Durch den Vertrag von Verdun gehörte die Siedlung Hemer ab 843 zum Ostfränkischen Reich. Funde aus dem Felsenmeer zeigen, dass schon gegen Ende des 9. Jahrhunderts Bergbau in Hemer betrieben wurde. Ab 962 gehörte Hemer zum Heiligen Römischen Reich.
Die erste urkundliche Erwähnung Hemers datiert auf das Jahr 1072, als in einer Urkunde des Kloster Grafschaft des Erzbischofs von Köln die Siedlung Hademare (wasserreicher Ort) erwähnt wird. Im selben Jahrhundert wurde auch Landhausen (als Lantensele) erstmals urkundlich erwähnt. Zu dieser Zeit bestand Hemer aus zwei Höfen und einer Kirche, der Vitus-Kirche aus der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts. Ursprünglich gehörte Hemer zwar zur Pfarrei Menden, seit 1124 war es dann eine eigene. 1140 wurde auch Sundwig zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Westigs urkundliche Ersterwähnung erfolgte 1200. Im 14. Jahrhundert, damals gehörte es zur Grafschaft Mark und war Grenzort zum kurkölnischen Territorium, was die Burgen und Rittersitze wie Burg Klusenstein erklärt, hieß die Siedlung Hedemer, aus dem 1538 erstmals Hemer wurde. In dieser Zeit war Hemer vor allem als Schutz für die befestigte Stadt Iserlohn gedacht. 1614 fiel Hemer durch Erbschaft an Brandenburg (Preußen) und damit die Hohenzollern.
Insgesamt viermal wütet die Pest in Hemer: 1616, 1620, 1623 und 1626. Von 1623 bis 1624 waren spanische Truppen in Hemer stationiert. Ab 1647 waren Nieder-, Oberhemer, Landhausen, Westig, Sundwig und Frönsberg im Gericht Hemer zusammengefasst. 1700 wurde an die Stelle der Vitus-Kirche die St. Peter-und-Paul-Kirche gebaut, gestiftet von Jobst von Brabeck. Ab dem folgenden Jahr lag Hemer im Königreich Preußen. Nach einem großen Feuer 1648 brannte Niederhemer 1779 noch einmal ab. Mit dem Sieg Napoleons wurde Hemer 1806 Teil des Großherzogtums Berg. Am 2. Juni 1815 nach dem Sturz Napoleons wurde die von ihm gegründete Mairie Hemer zu einer Bürgermeisterei, der drei Steuergemeinden unterstellt waren (Hemer, Deilinghofen und Evingsen).
1841 wurde das Amt Hemer eingerichtet, das die Gemeinden Becke, Brockhausen, Calle, Deilinghofen, Evingsen, Frönsberg, Ihmert, Kesbern, Landhausen, Lössel, Niederhemer, Oberhemer, Sundwig und Westig umfasste. Schon 1867 wurde die Amtssparkasse Hemer gegründet. 1892 wurde das Krankenhaus eröffnet. Am 1. April 1910 wurden Niederhemer und Oberhemer zur Gemeinde Hemer zusammengefasst, zum 1. August 1929 wurde aus Hemer, Sundwig, Westig und Landhausen sowie den nicht nach Iserlohn eingemeindeten Teilen der Gemeinde Calle eine gemeinsame Großgemeinde. Außerdem wurde Brockhausen mit Deilinghofen zusammengeführt. Am 30. Januar 1936 wurde Hemer das Stadtrecht verliehen. 1935 wurde Hemer Garnisonsstandort.
Während des Zweiten Weltkriegs befand sich das Kriegsgefangenenlager Stalag VI A in Hemer, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, die Zwangsarbeit verrichten mussten. Am 14. April 1945 befreiten Einheiten der 9. US-Armee das Stalag VI A und damit 22.000 Gefangene, 9.000 von ihnen krank. Die Stadt wurde zur Lazarettstadt. Auf zwei Kriegsgefangenenfriedhöfen liegen ungefähr 23.500 (meist sowjetische) Opfer beerdigt. Dabei ist die Kriegsgräberstätte auf dem Duloh mit 20.470 Toten die größere, am Höcklingser Weg liegen ungefähr 3.000 Opfer (die Zahlen sind teilweise geschätzt und werden in den nächsten Jahren durch die jetzt mögliche Forschung in den russischen Archiven präzisiert werden können). Ein Gedenkraum mit einer Ausstellung befindet sich in der Blücher-Kaserne und ist allgemein zugänglich.
In der Nachkriegszeit errichteten die Alliierten im Ortsteil Deilinghofen eine Kaserne, in der zunächst kanadische, später britische Soldaten mit ihren Familien stationiert waren, und die das städtische Leben über mehrere Jahrzehnte mit prägten. So führte die von den Kanadiern gebaute Eishalle 1958 zur Gründung des Eishockey-Club Deilinghofen (ECD), heute Iserlohn Roosters. Es gab ein britisches Kino und einen britischen Supermarkt. Die Kaserne wurde nach der Wiedervereinigung Anfang der 1990er Jahre aufgelöst und fast alle britischen Soldaten verließen die Stadt; ihre Wohnsiedlungen werden heute von der einheimischen Bevölkerung bewohnt. Am 23. Januar 2007 verließen auch die letzten deutschen Soldaten, die seit 1956 in der Blücher-Kaserne stationiert waren, die Stadt.
Ende 2005 hatte Hemer 15.982 evangelische und 11.998 katholische Einwohner. 10.111 gehörten einer sonstigen oder keiner Religionsgemeinschaft an. [2]
Die katholische Kirche unterteilt das Stadtgebiet in fünf Gemeinden - St. Peter und Paul (Niederhemer, Becke), Christ König (Stadtmitte), St. Petrus Canisius (Westig), St. Marien (Bredenbruch, Ihmert) und St. Bonifatius (Sundwig, Deilinghofen). Die fünf Gemeinden arbeiten in einem Pastoralverbund zusammen, welcher zum Dekanat Märkisches Sauerland des Erzbistums Paderborn gehört.
Das Amt Hemer wurde 1974 aufgelöst. Zum 1. Januar 1975 wurden die Gemeinden Becke, Deilinghofen, Frönsberg und Ihmert eingemeindet. Lössel, das bereits 1920 zum Amt Oestrich gewechselt war, wurde 1956 in Letmathe eingemeindet, Evingsen war 1969 in Altena eingemeindet worden. Kesbern wurde am 1. Januar 1975 in Iserlohn eingemeindet, während alle anderen Gemeinden bis auf kleine Gebietsveränderungen in die Stadt Hemer integriert wurden.
Am 1. April 1910 erfolgte der Zusammenschluss von Niederhemer (1.696 Einwohner 1895) und Oberhemer (1.982 Einwohner 1895) zu Hemer. Die Eingemeindung mehrerer Orte in der Umgebung am 1. Januar 1975 brachte einen Zuwachs von 10.787 Personen auf 34.041 Einwohner. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Hemer nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 37.932 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1910 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“.
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¹ Volkszählungsergebnis
Aufgrund von Überhang- und Ausgleichsmandaten erhöhte sich die Mitgliederzahl des Rates der Stadt Hemer nach der Kommunalwahl 2004 von 38 auf 42; davon entfallen auf die
In der Liste[3] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:
| Jahr | CDU | SPD | UWG | FDP | Grüne | GAH |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1975 | 46,7 | 37,7 | 9,9 | 5,7 | ||
| 1979 | 39,9 | 37,2 | 8,5 | 4,5 | ||
| 1984 | 40,2 | 38,4 | 16,3 | 5,1 | ||
| 1989 | 31,5 | 38,9 | 14,7 | 7,7 | 7,3 | |
| 1994 | 37,1 | 34,0 | 14,0 | 3,9 | 8,6 | |
| 1999 | 51,7 | 27,5 | 10,9 | 4,0 | 5,9 | |
| 2004 | 43,1 | 25,0 | 15,2 | 6,1 | 10,5 |
Eine Bürgermeisterwahl fand 2004 nicht statt, weil bereits am 13. Juli 2003 Michael Esken mit 50,8 % der Stimmen gewählt wurde. Diese Wahl war erforderlich, da am 9. März 2003 der seit 1995 amtierende Bürgermeister Heinz Öhmann in Coesfeld zum Bürgermeister gewählt wurde.
Hemers Bürgermeister seit 1910:
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Bis 1999 hatte ein Bürgermeister vor allem repräsentative Aufgaben, Chef der Stadtverwaltung war bis dahin ein Stadtdirektor. Die Reform der Gemeindeordnung in NRW sah vor, unter bestimmten Bedingungen schon vor 1999 einen hauptamtlichen Bürgermeister (dann allerdings durch den Rat) wählen zu lassen. Da der Hemeraner Stadtdirektor Reiner Hermann 1994 kurz nach der Verabschiedung des Gesetzes vom Rat der Stadt Hemer abgewählt wurde, war Hemer die erste Stadt Nordrhein-Westfalens mit hauptamtlichem Bürgermeister.
Die Stadtdirektoren Hemers waren:
Gespalten, vorn in Gelb (Gold) ein dreireihig rot-weißer (silberner) geschachter Balken, hinten in Schwarz drei (2:1) gelbe (goldene) Wolfsangeln.[4]
1936 wurden sowohl der Stadt (untere Abbildung) als auch dem Amt Hemer (obere Abbildung) jeweils ein Wappen verliehen. Beide Wappen enthalten die gleichen heraldischen Elemente: ein rot-weißes Schachbrettmuster als Symbol der historischen Zugehörigkeit zur Grafschaft Mark, sowie drei Wolfsangeln aus dem Familienwappen der Brabecks. Bereits 1926 hatten die Planungen für ein Wappen begonnen, wurden aber wegen der Zusammenlegung Hemers mit Sundwig und Westig und dann wegen der Weltwirtschaftskrise vorerst abgebrochen.[5] Nachdem das Amt 1975 aufgelöst wurde, wählte die vergrößerte Stadt das alte Amtswappen als das neue Stadtwappen; zum einen, weil es als heraldisch und ästhetisch ansprechender angesehen wurde, zum anderen, um die eingemeindeten vormaligen Amtsgemeinden mit zu repräsentieren. Beide Wappen wurden von dem Wappenmaler Waldemar Mallek entworfen.
1939 erhielten auch alle anderen sechs amtsangehörigen Gemeinden Wappen verliehen, die als gemeinsames Kennzeichen alle die drei Wolfsangeln enthielten. In drei Wappen (Becke, Deilinghofen, Frönsberg) wurde auf adlige Familien der jeweiligen Gemeinde Bezug genommen. In den anderen drei (Evingsen, Ihmert, Kesbern) wurden Symbole der lokalen Industrien dargestellt.
Seit 1967 bestehen Städtepartnerschaften mit den beiden französischen Städten Beuvry und Steenwerck, die die Stadt von den Gemeinden Ihmert bzw. Becke übernommen hat. Darüber hinaus gibt es Städtefreundschaften mit Schelkowo in Russland, Obervellach in Österreich, sowie den deutschen Städten Bretten und Doberlug-Kirchhain. Eine Schulpartnerschaft verbindet das Woeste-Gymnasium mit der Bablake School im englischen Coventry.
Ein Theater gibt es in Hemer nicht, nächstgelegene befinden sich in Iserlohn und Menden. Für Theateraufführungen und Konzerte werden die Schulaulen des Gymnasiums und des Schulzentrums Parkstraße (Realschule und Hauptschule II) genutzt. Für Konzerte steht zudem das „Jugend- und Kulturzentrum am Park“ zur Verfügung.
Das Felsenmeermuseum ist in einer Jugendstil-Villa untergebracht, die der Fabrikant Peter Grah zwischen Hemer und Sundwig 1902 errichten ließ. In den 80er Jahren übergab die Stadt das Haus dem Bürger- und Heimatverein Hemer, der es seit 1989 als Heimatmuseum nutzt. Zu sehen sind Ausstellungsstücke zur Erdgeschichte, sowie zur Industrie- und Stadtgeschichte.
Die älteste Kirche Hemers war die Vitus-Kirche in Niederhemer. Diese war bis zur Reformation katholische Pfarrkirche, wurde danach zu einem evangelischen Gotteshaus. Ab 1700 gab es mit der St.-Peter-und-Paul-Kirche wieder eine katholische Kirche in direkter Nachbarschaft zur Vitus-Kirche. Als der fünfjochige Saalbau der Ebbergkirche mit viergeschossigem Turm vom Mühlenbauer Johann Hermann Stindt erbaut wurde, ist die Vitus-Kirche 1818 abgebrochen worden. Die Grundsteinlegung der Ebbergkirche erfolgte am 14. April 1819, die Einweihung fand am 13. August 1820 statt.
Aus dem 14. Jahrhundert stammt die evangelische Stephanuskirche in Deilinghofen. Die katholische Pfarrkirche St. Bonifatius ist das höchste Gebäude der Stadt.
Andere historische Bauwerke:
Im zentrumsnahen Friedenspark liegt ein Altenheim der Hermann-von-der-Becke-Stiftung. Das ehemalige Wohnheim (eine unter Denkmalschutz stehende Villa aus dem späten 19. Jahrhundert) wurde 2005 von einem modernen Bau abgelöst und wird nun lediglich als Lager genutzt.
Bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Felsenmeer, ein 700 m langes und 100 bis 200 m breites Karstgebiet mit eingestürzten Höhlen, welche von einem Buchenwald überwachsen sind. Ein Grund dafür ist unter anderem der im 19. Jahrhundert eingestellte Bergbau in diesem Gebiet. Das Gesamtgebiet erstreckt sich über 13 Hektar.
Die Heinrichshöhle, eine Tropfsteinhöhle, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Felsenmeer in Sundwig. Eine besondere Attraktion ist das vollkommen erhaltene Höhlenbär-Skelett. Den Namen erhielt die Höhle durch ihren Entdecker Heinrich von der Becke.
Der Hemeraner Ortsteil Deilinghofen ist Geburtsort des heutigen DEL-Clubs Iserlohn Roosters, der seit 1971 im Nachbarort Iserlohn spielt.
Die heutigen sportlichen Aushängeschilder sind der Fußballverein SG Hemer, dessen 1. Mannschaft in der Bezirksliga spielt und 2007 nur knapp in der Relegation am Aufstieg in die nächst höhere Klasse scheiterte sowie das Handballteam vom HTV Sundwig-Westig, das in der Landesliga beheimatet ist.
Im Stadtgebiet liegen zwei Schwimmbäder, das „Hademarebad“, städtisches Hallenbad, und das „Freibad am Damm“, städtisches Freibad im Stadtteil Stübecken. In den letzten Jahren wurde öfter über die Schließung des Hallenbades diskutiert, um auf seiner Position mehr Platz für Ladenlokale zu schaffen.
Auch die Leichtathleten des TV Deilinghofen haben schon einige große Erfolge erlebt, wodurch auch die Leichtathletik-Schulmannschaft in den letzten Jahren profitierte und ins Landesfinale einzog.
Die jährliche Oster-Kirmes gehört ebenso zu den Hemeraner Traditionen wie die über den ganzen Sommer verteilt stattfindenden Schützenfeste. Die Hemeraner Herbsttage finden seit 1972 jährlich am letzten September-Wochenende statt. Diese locken nach Angaben der Stadt 100.000 Besucher nach Hemer. Seit zwei Jahren finden ebenso jährlich die Hemeraner Wirtschaftstage, an denen sich die heimische Wirtschaft der Bevölkerung präsentieren kann, statt. Außerdem bekommen die Schüler der weiterführenden Schulen die Möglichkeit sich über das Thema Ausbildung zu informieren.
Das Bachfest am „Grohe-Platz“ mit Entenrennen über die Oese findet in der Regel während der Sommermonate statt.
Eine weitere Veranstaltung ist das jährlich am Fronleichnamswochenende in Frönsberg stattfindende WISPA-Festival, das Freunde der alternativen Musik anzieht. Auf dem Festival, welches von der Stadt Hemer mitveranstaltet wird, treten an vier Tagen über 20 Bands, darunter Newcomer ebenso wie bundesweit bekannte Acts auf. Veranstalter ist der lokal engagierte WISPA-Verein für Alternative Kultur der seit 2005 das Festival ausrichtet[1].
Die Wirtschaft Hemers war schon früh erfolgreich. Durch Bodenschätze wie Erze, viel Brennholz aus den großen Waldgebieten und die Wasserkraft der Bäche entstand in Hemer schon früh die bis heute wichtige Metall verarbeitende Industrie. Schon im 10. Jahrhundert entwickelte sich der Erzabbau und die Eisenverhüttung sehr gut. In den heutigen Ortsteilen Westig und Sundwig wurden zu Beginn der Neuzeit die ersten Papier-, Fingerhutsmühlen und Hochöfen Westfalens errichtet. Heute herrschen kleine und mittelständische Unternehmen vor. Typische Produkte aus Hemer sind oder waren Draht, Armaturen und Badaustattungen, Messingerzeugnisse, Kunststoffteile und Spezialmaschinen.
Bedeutende Hemeraner Unternehmen sind:
In Hemer begannen um 1907 erste Pflasterungsarbeiten auf den Hauptverkehrsstraßen, die bis 1912 vorerst abgeschlossen waren. Bis 1936 war das Straßennetz auf 55 Kilometer angewachsen, es befand sich jedoch größtenteils in recht schlechtem Zustand. Die Stadtverwaltung plante Ausbesserungen mit Priorität im Stadtzentrum, wurde durch den Kriegsausbruch daran allerdings gehindert.[2] Aus dieser Zeit stammten auch die ersten Pläne, die Hauptstraße zu begradigen. In den 1950er-Jahren wurden diese Arbeiten gemeinsam mit einem Ausbau der parallelen Ohlstraße begonnen.
Ende der 1960er-Jahre war etwa ein Drittel der Hemeraner Straßen voll ausgebaut. Die weit auseinanderliegenden Siedlungen und der geringe Anteil an Kreis-, Land- und Bundesstraßen erschwerten die Instandsetzungsarbeiten. Mit dem Bau der A 46 zwischen Hagen und Hemer wurde die Stadt an das überregionale Straßennetz angeschlossen. Da viel Verkehr die bereits auf Iserlohner Stadtgebiet endende A 46 verlässt und auf der B 7 in Hemer weiterfährt, ist seit den 1970er-Jahren ein Weiterbau der Autobahn bis Arnsberg im Gespräch. Die endgültige Trasse ist derzeit noch nicht festgelegt, doch scheint ein Baubeginn bis 2010 immer wahrscheinlicher. Probebohrungen für einen Tunnel unter dem Stübecken fanden bereits statt.[3]
Als wichtige West-Ost-Verbindung dient die L 682 zwischen der B 7 und der kurz hinter der Stadtgrenze im Hönnetal verlaufenden B 515. Die B 7 mit der B 236 im Lennetal verbindet die L 683 durch Westig, Bredenbruch und Ihmert.
Seit Anfang der 1990er-Jahre wird der Bau einer Westtangente diskutiert, die die Autobahn-Ausfahrt mit Westig verbinden soll. Für Kritik sorgte die geplante Streckenführung über das Naturschutzgebiet Duloh.[4] Wegen der Investitionen im Zuge der Landesgartenschau wurde das Straßenprojekt vorerst verschoben. Ein weiteres Verkehrsproblem ist der Verkehr auf der Hauptstraße, der trotz Grüner Welle oft nur stockend läuft. Die Ampelschaltung soll bis zur Landesgartenschau 2010 verbessert werden.[5]
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die Straßenbahn - neben der Eisenbahn (siehe dazu den nachfolgenden Abschnitt) - das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel in Hemer. 1908 wurde die damalige Hemeraner Gemeinde Calle an die Linie zwischen Hohenlimburg und Iserlohn angeschlossen wurde. 1909 folgte der Ausbau über die Gemeinde Westig bis zum Amtshaus, 1911 erhielt auch Niederhemer, 1912 Höcklingsen (Gemeinde Becke) Anschluss. Eine weitere Verlängerung bis auf Mendener Stadtgebiet stand zwar zur Diskussion, wurde aber nie umgesetzt. Über Sundwig führte eine Abzweigung ab 1913 bis nach Deilinghofen, ein Ausbau bis zur Hönnetalbahn wurde entgegen früherer Planungen allerdings nicht realisiert.
Eine Kleinbahnstrecke zwischen Westig und Evingsen komplettierte das Hemeraner Schienennetz Anfang des 20. Jahrhunderts. 1913 wurde der Streckenteil bis Ihmert in Betrieb genommen, 1917 folgte die Verbindung nach Evingsen. Als die Strecke nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bis Altena verlängert wurde, bestand erstmals eine Schienenverbindung zwischen dem Lennetal und Felsenmeerstadt. Besonders die Drahtindustrie im Ihmerter Tal profitierte von der Anbindung an das Schienennetz, denn ihre Transportkosten wurde dadurch wesentlich geringer. 1921 wurde die Straßenbahn Niederhemer-Höcklingsen zu Gunsten der parallel verlaufenden Eisenbahn stillgelegt. Die Kleinbahn war 1933 wieder von gravierenden Veränderungen betroffen, als das nicht profitable Teilstück zwischen Ihmert und Evingsen abgebrochen wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fuhren in Hemer mit Unterbrechungen insgesamt zwei Jahre lang keine Straßenbahnen, da die Brücke zwischen Iserlohn und Westig zerstört war. Stattdessen setzte die betreibende Iserlohner Kreisbahn, die bis 1942 noch Westfälische Kleinbahnen hieß, Busse ein. Ab September 1948 fuhr die Straßenbahn zwar wieder, doch wurden die Strecken nach und nach mit günstigeren und schnelleren Bussen besetzt. Fortan wurden unrentable Strecken stillgelegt. 1955 machte die Abzweigung nach Deilinghofen den Anfang, es folgte die Kleinbahn im Ihmerter Tal für den Personenverkehr. Die Unternehmen konnten die Schienen noch einige Zeit nutzen. Mit dem Jahreswechsel 1959/60 endete das Straßenbahnzeitalter zur Personenbeförderung in Hemer endgültig, die letzten Güterwaggons verließen Westig 1964.
Die erste regelmäßige Buslinie in Hemer wurde 1924 eröffnet, als eine Verbindung nach Fröndenberg in Betrieb genommen wurde. Heute verfügt die Stadt über zwölf lokale und regionale Buslinien (unter anderem nach Iserlohn, Menden, Altena und Balve) und gehört der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe an. Der Busverkehr wird im wesentlichen durch die Märkische Verkehrsgesellschaft als Nachfolgebetrieb der Iserlohner Kreisbahn betrieben. Vier Strecken, die von den MVG-Niederflur-Bussen nicht bedient werden können, fährt seit 1998 der Bürgerbus Hemer an.[6]
Hemer fand in den 1880er-Jahren Anschluss an das Schienennetz, nachdem erste Planungen schon 20 Jahre zuvor begonnen hatten. Das erste Teilstück zwischen Menden und Hemer wurde 1882 fertig gestellt, drei Jahre später wurde die Verbindung nach Iserlohn schließlich komplettiert. Dadurch war Hemer sowohl mit der Oberen Ruhrtalbahn also auch mit der Rhein-Sieg-Bahn verbunden. Neben dem Bahnhof Hemer wurde ein Haltepunkt Oese und ein Bahnhof in Westig eingerichtet. Außerdem erhielten einige Industrieunternehmen eigene Bahnanschlüsse.
1891 wurde eine Verbindung nach Sundwig geschaffen, deren angedachter Ausbau bis nach Neuenrade wieder fallen gelassen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Hemeraner Station als Verladebahnhof für Kriegsgefangene genutzt, da das Stalag VIa nur einige Hundert Meter entfernt lag. Nach dessen Befreiung nutzten auch die Alliierten den Bahnhof für Güter- und Truppenverladung, bis 2007 wurden in erster Linie Lastwagen und Panzer über den Bahnhof Hemer in die Blücher-Kaserne transportiert.
In den 1970er Jahren nahm die Bedeutung der Bahn in Hemer ab, als 1975 die Güterverladung in Sundwig und Westig endete. 1977 verlor der Hemeraner Bahnhof seine Eigenständigkeit und wurde dem Mendener unterstellt. Durch immer weniger Passagiere stand die Stilllegung der Strecke ab 1983 zur Debatte. 1989 fuhr schließlich der letzte Personenzug aus dem Hemeraner Bahnhof aus. Seitdem liegen die nächsten Bahnhöfe in Iserlohn und Menden. Mit dem Abzug der Bundeswehr endete 2007 auch die Panzerverladung. Die zwischenzeitlich vereinbarten Holz-Transporte nach dem Orkan „Kyrill“ liefen im Jahr darauf aus.
Das Westiger Bahnhofsgebäude wurde 1984 als Denkmal unter Schutz gestellt[7] und ist ein Jahr später in Privatbesitz übergegangen. Das Sundwiger Gebäude wurde nach seiner Stilllegung 1976 im darauffolgenden Jahr abgerissen. Das Hemeraner Hauptgebäude wurde 1987 abgebrochen, der restliche Teil des ehemaligen Bahnhofs wird bis zur Landesgartenschau 2010 ebenfalls aus dem Stadtbild verschwinden. An dessen Stelle soll eine Schnellrestaurant eröffnet werden.[8]
Dennoch besteht vielleicht eine Zukunft für die Eisenbahnanbindung Hemers. Zwar ist die Trasse nach Iserlohn inzwischen überbaut, doch eine regelmäßige Zugverbindung nach Menden scheint möglich. Die Rhein-Sieg-Eisenbahn erstellt derzeit eine Machbarkeitsstudie und plant, diese Verbindung bis zur Landesgartenschau 2010 und auch danach zu realisieren. Sollte dies nicht möglich sein, wird ein Radweg gebaut. [9]
Der nächste Flughafen ist in Dortmund. Drei Flugplätze befinden sich in Iserlohn.
Die wichtigsten Tageszeitungen Hemers sind der Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung und die Westfälische Rundschau, die den Lokalteil vom IKZ übernimmt. Lokalzeitungen gibt es in Hemer seit 1886, als die „Hemer-Zeitung“ erstmals erschien. Buchdrucker Ludwig Bechstein begann mit einer Auflage von 400 Exemplaren, musste den Druck aus wirtschaftlichen Gründen ein Jahr später aber wieder aufgeben. Am 22. März 1893 erschien die Erstausgabe der „Hemerschen Zeitung“, die erst zweimal, aber Oktober 1893 dreimal wöchentlich herausgegeben wurde. Nachdem die Bevölkerungszahl um die Jahrhundertwende stark zugenommen hatte, erschien die Zeitung ab 1905 täglich.
Vier Jahre später nahmen die Herausgeber den Untertitel „Märkischer Landbote“ hinzu, der ab 1917 als Haupttitel fungierte. Nach eigenen Angaben vertrat die Hemersche Zeitung einen unparteiischen Standpunkt, wird aber dennoch dem nationalliberalen und antisozialistischen Bereich zugeordnet.[10] Über zehn Jahre lang war der Landbote „Amtliches Bekanntmachungsorgan“ des Kreises und des Amtes, bis die Amtsversammlung nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten entschied, die Bekanntmachungen künftig in der Westfälischen Landeszeitung – Rote Erde zu veröffentlichen. Den Hemeraner Herausgebern fiel damit eine wichtige Einnahmequelle weg, so dass sie noch im gleichen Jahr die Verlagsrechte an den Iserlohner Kreisanzeiger verkauften. Die Auflage war von 600 gedruckten Exemplaren 1895 bis 1914 auf das Sechsfache gestiegen. Kurz vor Einstellung wurde täglich knapp 2.700 Exemplare produziert. Als „Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung“ mit den Untertiteln „Hemersche Zeitung“ und „Märkischer Landbote“ erschien das Blatt bis zum 12. April 1945
Bereits 1930 war ein neuer Titel im Hemeraner Zeitungsmarkt erschienen. „Der Volltreffer“ war ein KPD-Parteiblatt, das ab Herbst 1931 als Flugblatt behandelt wurde und dementsprechenden Zensurregelungen unterstand. Daraufhin änderten die Sundwiger Herausgeber den Titel in „Die Einheitsfront“, im Sommer 1932 in „Sprachrohr der deutschen Einheitsfront“. Von Dezember 1932 bis zum Verbot nach der NS-Machtergreifung firmierte das Blatt, das vor allem von Kritik an den Sundwiger Industrieunternehmen geprägt war, dann wieder als „Volltreffer“. Als Gegenpart wurde seit 1932 eine Hemeraner Ausgabe der nationalsozialistischen Zeitung „Der Arbeiter“ veröffentlicht.
Nach Kriegsende wurden amtliche Bekanntmachungen in offiziellen Blättern der britischen Besatzungsmacht veröffentlicht. 1946 genehmigten die Alliierten die Gründung des CDU-Lizenzblattes Westfalenpost, die im Laufe der Zeit auch ein Redaktionsbüro in Hemer eröffnete. Als der SPD nahe stehend wurde die Westfälische Rundschau ab 1947 in Hemer veröffentlicht. Die Iserlohner Redaktion übernahm dabei auch die Berichterstattung aus Hemer. Der Iserlohner Kreisanzeiger erschien nach Gründung der Bundesrepublik wieder, im November 1949 wurde die erste Ausgabe gedruckt. Der Marktanteil in Hemer wuchs bis in die 1980er-Jahre auf etwa zwei Drittel.
Als Wochenzeitung war die „Felsenmeer-Zeitung“ konzipiert, die 1955 an den Start ging und Ende der 1950er-Jahre wieder eingestellt wurde. Der „Hemer-Kurier“ erschien ab 1980 in vierzehntägigem Rhythmus, später ebenfalls als wöchentlich. Insgesamt 1.600 verkaufte Exemplare genügten aber nicht zum wirtschaftlichen Betrieb, weshalb er die Zeitung in ein Anzeigenblatt umwandelte. Als auch dieses Prinzip nicht realisierbar wurde, wurde der Titel 1988 an den Wichelhoven-Verlag verkauft, der auch den IKZ herausgibt. Als „Märkischer Anzeiger“ lief das Blatt noch bis zu Einstellung bis 1993.
Zweimal wöchentlich (mittwochs und sonntags) erscheint seit Oktober 1978 das kostenlose Anzeigenblatt „Stadtspiegel“, dessen Iserlohner Redaktion auch den Hemeraner Titel erstellt. Seit 1990 wird der „Wochenkurier“, dessen Redaktion Iserlohn-Letmathe-Hemer ebenfalls in Iserlohn sitzt, jeden Samstag verteilt.
Ende der 1980er-Jahre kam es zu größeren Veränderungen in der Hemeraner Presse. Die WAZ-Gruppe, die bereits die Westfalenpost in Hemer herausgab, übernahm eine Beteiligung am Iserlohner Kreisanzeiger. In diesem Zusammenhang wurde die WP-Redaktion in Hemer geschlossen und die Leser an den IKZ übergeben. Der Kreisanzeiger übernahm im Gegenzug den überregionalen WP-Mantel und beendete damit die Zusammenarbeit mit der Verlagsgruppe von Dirk Ippen. Dieser reagierte 1990 und gründete die „Neue Hemeraner Presse“, die nach zehn Monaten im Dezember 1990 wieder eingestellt wurde. Erfolgreicher verlief die Gründung einer Hemeraner WR-Redaktion. Wenngleich zuvor nur wenige Hemeraner die in Iserlohn erstellten Lokalseiten lasen, konnte sich die Rundschau in der Felsenmeerstadt etablieren. Im Herbst 2000 wurde auch dieses Lokalbüro geschlossen. Die WR erscheint weiterhin, übernimmt den Lokalteil aber seitdem vom IKZ.
Der lokale Hörfunk für NRW erfolgt im Bereich Hemer durch Radio MK, dem durch die Landesanstalt für Medien der Sendestandort Nr. 69 Frequenz 92,5 (Iserlohn) zugewiesen ist.
Seit 1892 gibt es in Hemer ein allgemeines Krankenhaus in Trägerschaft des Amtes. Die geringe Bettenzahl und das Bevölkerungswachstum machten Erweiterungen 1902 und 1908 erforderlich. Als das Krankenhaus nach dem Ersten Weltkrieg erneut zu klein geworden war, wurde das Haus bis ins Jahr 1931 erneut vergrößert. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise wurde die Erweiterung von Kritikern als überdimensioniert bezeichnet, so dass die Unterhaltung des Hauses für das Amt schnell zum Problem wurde.[11] Im Dezember 1934 erwarb die Wehrmacht das Gebäude der heutigen Hemer und wandelte es in ein Standortlazarett um. Das Amt ließ daraufhin ein neues Krankenhaus errichten, das 1936 mit 80 Betten eröffnet wurde und auch heute noch als Paracelsus-Klinik die medizinische Versorgung der Stadt zur Verfügung stellt. Während des Zweiten Weltkriegs fungierte das Krankenhaus als Lazarett und pflegte nach dessen Befreiung ehemalige Gefangene des Stalag VIa. Bis 1972 wuchs das Haus auf 161 Betten, mit der kommunalen Neuordnung 1975 ging es in die Trägerschaft der neu geschaffenen Stadt ein und hieß fortan Stadtkrankenhaus.
Bereits 1904 eröffnete die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul das St.-Marien-Hospital in der Geitbecke. Beginnend mit 30 Betten wurde die Klinik auf 112 Betten im Jahr 1972 vergrößert. 1978 wurde das Haus wegen finanzieller Schwierigkeiten der Gemeinde an die Stadt Hemer verkauft und firmierte daraufhin als Stadtkrankenhaus II, das die Abteilung der Inneren Medizin übernahm. Chirurgie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Augenheilkunde und die Anästhesie blieben im Stadtkrankenhaus I. Nachdem das Hospital 1984 in Trägerschaft der Paracelsus-Kliniken übergegangen und entsprechend umbenannt worden war, änderte es 1992 als erstes Krankenhaus in Deutschland das Abrechnungssystem. Anstelle der Verweildauer wurden nun Pauschalen für bestimmte Behandlungen ausgezahlt.[12] Um die Kosten zu senken, wurde das ehemalige Marien-Hospital im Jahr 2000 geschlossen. Seitdem konzentrieren sich die Abteilungen in der ehemaligen Paracelsus-Klink I, die erneut ausgebaut wurde. Das Zweitgebäude wurde abgerissen und an dessen Stelle ein Wohngebiet errichtet. Heute verfügt die Paracelsus-Klinik über 125 Betten.[13]
Aus dem ersten Amtskrankenhaus und Standortlazarett entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg die überregional bekannte Lungenklinik. Sie verfügt über die vier Fachabteilungen Pneumologie, Thoraxchirurgie, Radiologie und Anästhesie. Außerdem ist ein Forschungs-Institut integriert. Aufsehen erregte der erste SARS-Fall in Deutschland im Jahr 2002. Damals infizierte sich ein Hattinger mit dem Virus und konnte in der Lungenklinik geheilt werden. Das Dortmunder Fußball-Idol Lothar Emmerich verstarb nach Krankheit in Hemer.
Im Ortsteil Frönsberg befindet sich die nach Hans Prinzhorn benannte Westfälische Klinik Hemer. 1914 kaufte die AOK Dortmund das Gelände und nahm den Betrieb des „Genesungsheimes Frönspert“ für Bergleute kurz darauf auf. Nach der Machtergreifung wurde das Gebäude beschlagnahmt und in das „NSBO-Genesungsheim Westfalen-Süd“ umgewandelt. Während des Krieges war es Teil des Hemeraner Standortlazaretts mit Schwerpunkt für lungenkranke Soldaten. 1950 übernahm die AOK wieder die Trägerschaft, die es 1964 an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe verkaufte. Seitdem wird das Gebäude als psychiatrische Klinik verwendet.
1975 begann man mit dem Bau eines neuen Gebäudes, das drei Jahre später mit 494 Betten eröffnet wurde. Die Klinik erhielt den Märkischen Kreis und damit 455.000 Menschen als Pflichtversorgungsgebiet. Dieses Gebiet wurde 1981 noch um die Stadt Hagen, 1984 um den Ennepe-Ruhr-Kreis erweitert. Bis 1987 allerdings wurde das Pflichtversorgungsgebiet um Teile des Märkischen und des Ennepe-Ruhr-Kreises verkleinert. Seitdem trägt die Klinik auch ihren heutigen Namen. Zu Beginn der 1990er Jahre ging man Kooperationen mit Kliniken in der ehemaligen DDR und in Polen ein, 2000 auch mit einer ukrainischen Fachklinik. Heute unterhält die Klinik mehrere Abteilungen: Psychotherapie/Depressionsbehandlung, Psychiatrie, Suchtkrankenbehandlung und Gerontopsychiatrie. Daneben existieren eine Tagesklinik und eine Institutsambulanz. Im Westfälischen Wohnverbund können Menschen mit psychischen Behinderungen betreut werden.
Zudem gibt es in Hemer eine Stadtbücherei und das „Jugend- und Kulturzentrum am Park“.
Hemer war zwischen 1956 und 2007 Bundeswehrstandort. In den letzten Jahren war die Blücher-Kaserne die einzige Kaserne im Märkischen Kreis und beherbergte ein Panzerbataillon, zwei Sanitäts-, eine Panzerpionierkompanie und ein Kraftfahrausbildungszentrum. Die Kaserne wurde nach dem preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher benannt. Am 2. November 2004 gab der damalige Verteidigungsminister Peter Struck bekannt, dass im Rahmen der Bundeswehrreform der Standort Hemer komplett aufgegeben wird. Am 23. Januar 2007 verließ das Panzerbataillon 203 als letztes Hemer und wurde nach Augustdorf verlegt. Damit wird ein 28 ha großes, an die Innenstadt angrenzenden Kasernengelände und ein 346 ha großes Übungsgelände frei. Auf einem Teil der Flächen wird 2010 die Landesgartenschau ausgetragen, ein Großteil wird dauerhaft unter Naturschutz gestellt.
Seit diesem Schuljahr bieten fünf der acht Hemeraner Grundschulen ein Ganztagsangebot an: Brabeckschule (Stübecken, Landhausen), Freiherr-vom-Stein-Schule (Sundwig), Woesteschule (nördliche Stadtmitte), Diesterwegschule (Westig) und Ihmerter Schule (Dorfpark). Die anderen drei Grundschulen (ohne Ganztagsangebot) sind die Deilinghofer Schule, die Oesetalschule (Becke) und die Wulfertschule (südliche Stadtmitte).
In Hemer liegen zwei Hauptschulen, eine in der Urbecke (Hauptschule I Urbecker Straße), eine am Stadtpark (Hauptschule II Parkstraße).
Die einzige Realschule der Stadt ist nach einem berühmten Sohn der Stadt, Hans Prinzhorn, benannt und liegt in einem Schulzentrum zusammen mit der Hauptschule II Parkstraße.
In Nachbarschaft zum Schulzentrum Parkstraße liegt das Friedrich-Leopold-Woeste-Gymnasium, die höchste Schule der Stadt. Der heutige Namensgeber gab im 19. Jahrhundert Sprachunterricht in Hemer und damit den ersten höheren Unterricht. Die Schule wurde 1924 gegründet, seit 1999 gibt es einen bilingualen Zweig. Eine Höhere Schule gibt es in Hemer mit der Gründung der „Privatschule für höheren Unterricht“ schon seit 1829.
Hemer ist Standort insgesamt dreier Sonderschulen. Für Lernbehinderte besteht die Pestalozzischule, die Felsenmeerschule ist eine Westfälische Schule für Körperbehinderte und die Wilhelm-Busch-Schule ist eine Schule für Erziehungshilfe des Märkischen Kreises.
Am 27. Februar 2007 beschloss der Rat der Stadt einstimmig, sich um die Austragung der Landesgartenschau 2010 zu bewerben. Laut der Machbarkeitsstudie soll das 28 ha große an die Innenstadt grenzende ehemalige Gelände der Blücherkaserne den Schwerpunkt der Landesgartenschau bilden. Das anschließende 346 ha große Übungsgelände soll teilweise in die Veranstaltung mit eingebunden werden, ebenso wie das Felsenmeer und die Heinrichshöhle.
Am 2. Mai 2007 gab der Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, Eckhard Uhlenberg, bekannt, dass Hemer den Zuschlag für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2010 erhält. Mitbewerber war die Stadt Zülpich.
Seit der kommunalen Neuordnung wurde die Ehrenbürgerschaft nicht mehr verliehen. Stattdessen werden verdiente Bürger seit 1988 mit sogenannten „Ehrenbriefen“ ausgezeichnet. Bisher ausgezeichnet wurden
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