Meinestadt.de - Heinsberg - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Köln | ||||
| Kreis: | Heinsberg | ||||
| Höhe: | 76 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 92,14 km² | ||||
| Einwohner: | 41.335 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 449 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 52525 | ||||
| Vorwahl: | 02452 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | HS | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 70 016
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| Stadtgliederung: | 14 Stadtbezirke, 10 Ortsteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Apfelstraße 60 52525 Heinsberg |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Josef Offergeld (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Heinsberg im Kreis Heinsberg | |||||
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Heinsberg liegt in Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln und ist die westlichste Kreisstadt Deutschlands.
siehe: Kreis Heinsberg
Inhaltsverzeichnis |
Heinsberg, die westlichste Kreisstadt Deutschlands, liegt 32 km südwestlich Mönchengladbachs und 35 km nördlich Aachens am südwestlichen Rand des Rurtales, das sich hier trichterförmig Richtung Niederlande erweitert. Die Rur bildet auf mehreren Kilometern die nordöstliche Stadtgrenze zu den Nachbarstädten Hückelhoven und Wassenberg, bevor sie bei Karken in die Niederlande fließt. Das Stadtgebiet wird teilweise von der bei Kempen in die Rur mündende Wurm durchflossen. Der höchste Punkt liegt mit 85 m über NN südlich von Straeten an der Stadtgrenze zu Geilenkirchen, der niedrigste nördlich von Karken an der Staatsgrenze zu den Niederlanden mit 28 m über NN.
Die Region ist hauptsächlich durch Eis- und Jetztzeit landschaftlich geprägt worden. Der Boden besteht vor allem aus Maas- und Rheinschotter, in den oberen Bodenschichten dominieren fast nur Rheingerölle. Später überdeckte Löß das Gebiet und formte eine schwachwellige Decke. Westlich der Wurm wandelte sich der Löß meist in Schotterlehm. Erosion und kleine Flussläufe formten das heutige Bodenrelief. Nahe der westlich gelegenen Grenze zu den Niederlanden verläuft eine Verwerfung. Von dieser Linie aus sind Erdschollen in Staffeln nach Nordosten zur Rur hin abgesunken. Dieser Schollenneigung folgt die Wurm. Das Stadtgebiet hat im Nordosten Anteil am Rurtal, das hier aus Lehm- und Schlickflächen mit darunterliegendem Kies besteht, und südwestlich an der Geilenkirchener Lehmplatte. Der im Tertiär entstandene Rurgraben, der hier das Rurtal bildet ist Teil eine der geologisch und tektonisch aktivsten Regionen Deutschlands mit der Rurrandverwerfung, die die Grenze zwischen den beiden Großschollen Rurscholle im Westen und der Venloer Scholle im Osten bildet. Sie stellt eine der Hauptverwerfungen der Niederrheinischen Bucht dar. Die Bewegung der Erdschollen hat immer wieder Erdbeben zur Folge, deren schwerstes in neuerer Zeit das Beben am 13. April 1992 mit Zentrum in Herkenbosch/Gemeente Roerdalen/Niederlande und einer Stärke von 5,9 auf der Richterskala war. Es war das stärkste Erdbeben in Mitteleuropa seit 1756.
Neben der genannten Rur und Wurm durchfließt der Liecker Bach, auch Stadtbach genannt, Heinsberg. Das Quellgebiet des Baches liegt westlich von Heinsberg bei Oberlieck und wird auch von Quellen nahe dem Klosterhof gespeist. Das Gewässer fließt in nördliche Richtung und mündet zwischen Kempen und Karken in die Rur. Der Vongelaaker Bach hat seinen Ursprung im ehemaligen Bruchgelände zwischen Heinsberg und Schafhausen. Er mündet bei Unterbruch in die Wurm, führt aber durch Grundwasserabsenkungen kaum noch Wasser. Bis zum Zweiten Weltkrieg floss der Mühlenbach, auch Junge Wurm genannt, durch Heinsberg. Es war ein im Mittelalter künstlich angelegter Kanal, der bei Randerath von der Wurm abzweigte, am Rande des Wurm- und Rurtales über Horst, Porselen, Dremmen und Schafhausen verlief und zahlreiche Wassermühlen antrieb. Nach Bombenangriffen im letzten Weltkrieg war das Bachbett im Stadtgebiet zerstört und nicht wieder instand gesetzt worden. Der Teichbach, auch Erlenbach genannt, ein Mühlenteich, fließt entlang des nordöstlichen Randes des Stadtgebietes zur Rur. Er wird bei Linnich aus der Rur abgeleitet und fließt parallel zum Fluss bei Bleckden an der Schanz in die Rur zurück.
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Heinsberg, genannt im Uhrzeigersinn: Wassenberg, Hückelhoven, Geilenkirchen, Gangelt, Waldfeucht, Selfkant (alle Kreis Heinsberg) und Gemeente Roerdalen (Provinz Limburg).
Seit dem 1. Januar 1972 gibt es die Stadt Heinsberg mit den Ortsteilen Aphoven, Baumen, Berg, Bleckden, Boverath, Donselen, Dorath, Dremmen, Erpen, Eschweiler, Grebben, Heinsberg, Herb, Himmerich, Horst, Hülhoven, Karken, Kempen, Kirchhoven, Laffeld, Lieck, Oberlieck, Oberbruch, Porselen, Pütt, Randerath, Schafhausen, Scheifendahl, Schleiden, Straeten, Uetterath, Unterbruch und Waldenrath.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte man etwa 100 cm unter dem heutigen Verlauf der Hochstraße eine Römerstraße fest. Anhand von Münzfunden kann sie um 98–117 n. Chr. datiert werden. Bei Ausgrabungen in der Propsteikirche fand man Gräber aus der vorfränkischen Zeit. Vielleicht markiert dies die Besiedlung Heinsbergs. Diese konzentrierte sich wohl zunächst auf den Bereich des heutigen Burg- und Kirchberges. Das Areal stellt heute die größte noch erhaltene Motte des Rheinlandes dar. Auf diesem Sporn, der sich am Rand des Rurtales erhebt bauten die Heinsberger Herren ihre Burg, die zum Typ der Randhausburgen gehörte. Die Vorburg wurde durch einen künstlich angelegten Graben von der Hauptburg getrennt. Auf diesem Platz errichtete man auch die Pfarr- und spätere Stiftskirche St.Gangolf. Als erster Herr von Heinsberg ist Goswin I. anzusehen, der ab 1085 als solcher erwähnt wird. Daneben hatte er auch die Herrschaft Valkenburg östlich von Maastricht inne. Verheiratet war Goswin mit Oda von Walbeck. Sie gründete das Heinsberger Gangolfus-Stift. Goswin II. – Sohn der o. g. – stiftete das Prämonstratenserkloster zu Heinsberg. Er hatte jahrelang die Reichslehen Gangelt und Richterich in Besitz, die ihm König Konrad III. entzog. Goswin verweigerte jedoch die Herausgabe, woraufhin Herzog Heinrich von Limburg im Jahr 1144 auf Befehl des Königs Heinsberg zerstörte.
Erstmals 1255 wird der Ort in einer Urkunde des Heinrich von Sponheim – Herr von Heinsberg und seiner Ehefrau Agnes von Heinsberg als Stadt erwähnt. Die Herren von Heinsberg konnten ihre Selbständigkeit durch Anlehnung an die jeweilige Vormacht am Niederrhein behaupten: bis 1288 (Schlacht bei Worringen) an Kurköln, nach 1288 an Brabant, nach 1371 (Schlacht bei Baesweiler) an Jülich und seit dem beginnenden 15. Jh. an Brabant/Burgund. Die männliche Linie der Herren von Heinsberg starb mit Johann IV. im Jahr 1448 aus. Über seine Tochter Johanna – die 1456 Johann II. Graf von Nassau-Saarbrücken heiratete – und deren gemeinsame Tochter Elisabeth – 1472 mit Wilhelm III.(IV.) Herzog von Jülich und Berg verheiratet – kam die Herrschaft Heinsberg an das Herzogtum Jülich-Berg. 1484 wurde das Gebiet als eigenes Amt dem Herzogtum einverleibt. Die Burg diente von da ab als Sitz der herzoglichen Verwaltung. 1543 nahmen kaiserlichen Truppen im Dritten Geldrischen Erbfolgekrieg Heinsberg ein und zerstörten die Stadt teilweise. Möglicherweise ist die Burg in den so genannten Raubkriegen Ludwig des XIV. Ende des 17. Jahrhunderts von französischen Truppen zerstört worden. Dafür liegen allerdings keine schriftlichen Beweise vor. Das Amt Heinsberg war gerichtlich in sechs Bezirke eingeteilt, den Dingstühlen oder Schöffengerichten. Für sie war das Stadtgericht Heinsberg die nächst höhere Instanz.
Beim größten Stadtbrand 1683 wurde die gesamte Unterstadt mit dem auf dem Marktplatz gelegenen Rathaus vernichtet. 1794 drangen französischen Revolutionstruppen unter Führung General Jourdans bis an die Rur vor. Die Österreicher hatten zu deren Abwehr auch Posten in Heinsberg stationiert. Am 2. Oktober 1794 vertrieb Brigadegeneral Bernadotte die Besatzung aus der Stadt und führte seine Truppen weiter zwischen Oberbruch und Dremmen auf die Rur zu, wo sie in der Nähe der Schanz eine Brücke errichteten. Heinsberg gelangte wie das gesamte linksrheinische Gebiet unter französische Herrschaft und wurde im Département de la Roer, Arrondissement Aachen, Sitz der Mairie Heinsberg und eines Friedensgerichtes im gleichnamigen Kanton.
Nach der Neuordnung Europas im Rahmen des Wiener Kongresses kam die nunmehrige Bürgermeisterei Heinsberg 1816 zu Preußen und wurde Kreisstadt. Nach dem ersten Weltkrieg war ab 1918 bis 1926 zunächst (bis 1919) französisches, dann belgisches Militär in Heinsberg stationiert. 1932 wurden die damaligen Kreise Heinsberg und Geilenkirchen zusammengelegt. Heinsberg verlor seinen Kreissitz. Am 16. November 1944 wurde die Stadt durch einen alliierten Bombenangriff schwer zerstört.
Im Rahmen der kommunalen Neugliederung erlangte Heinsberg 1972 erneut den Kreissitz.
Nach Ausgrabungsbefunden lässt sich auf eine erste vor- oder frühromanische Kirche schließen. Der Nachfolgebau war eine romanische Basilika, deren Errichtung mit der Gründung des Gangolfusstiftes in der Mitte des 12. Jahrhunderts zusammenfällt. Von dieser Kirche ist noch die Krypta erhalten. Die heutige spätgotische Kirche stammt aus der Zeit zu Anfang bis Mitte des 15. Jahrhunderts. Aus kirchlicher Sicht gehörte die Stadt bis zum Einmarsch der französischen Revolutionstruppen im Dekanat Susteren und dem Archidiakonat Kempenland zum Bistum Lüttich. Mit dem Konkordat zwischen Napoleon und dem Papst gliederte man Heinsberg dem neu errichteten Bistum Aachen an, die Pfarre St. Gangolf wurde Kantonalpfarre. In preußischer Zeit hob man das Bistum Aachen 1821 wieder auf. Fortan gehörte Heinsberg als Hauptort des gleichnamigen Landdekanates zum Erzbistum Köln, bis im Jahr 1930 das Bistum Aachen wiedererrichtet wurde. 1940 erhob der Bischof von Aachen die Pfarrkirche St. Gangolf zur Propsteikirche. Nach schweren Kriegsbeschädigungen begann der Wiederaufbau der Kirche 1951, der bis 1955 andauerte.
Schon ab 1528 kamen Prediger in der Stadt, die teilweise den Wiedertäufern angehörten oder ihnen nahe standen. Eine reformierte Gemeinde bildete sich 1553, die stark von den benachbarten calvinistischen Niederlanden beeinflusst wurde. Ende des 16.Jh. erhielt die Gemeinde durch Schenkung Land außerhalb der Stadt, auf dem der noch heute bestehende Friedhof eingerichtet wurde. Anfang des 17. Jahrhunderts war schätzungsweise jede zweite Familie Heinsbergs reformiert, vor allen auch besonders die wohlhabendsten und angesehensten. Dies war möglich, da die Jülicher Herzöge den neuen Glauben duldeten oder ihm selber zugeneigt waren. Nach Übertritt des Erben des Herzogtums Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg zum Katholizismus im Jahr 1613 folgten schwere Zeiten. Öffentliche Gottesdienste wurden verboten, Predigthaus und Schule geschlossen und enteignet. Erst mit dem Religionsvergleich von 1672 normalisierte sich die Situation. Ihre einstmalige Größe erreichte die Gemeinde für lange Zeit nicht mehr. 1817 gehörten nur noch 12 Familie dem reformierten Glauben an. 1665 erwarb man in der Stadt ein geeignetes Gebäude, um darin wieder ein Predigthaus einzurichten. Diese evangelische Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und konnte erst 1951 als Christuskirche an anderer Stelle durch Pfarrer Artur Fuchs (1913–2005) neu erbaut werden. 1963 errichtete die Gemeinde in Oberbruch die Erlöserkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich die Gemeinde durch Zuzug Vertriebener und Flüchtlingen sowie ab Mitte der 1980er Jahre mit der Ansiedlung von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion. Hierdurch ist die Gemeinde mit ihren über 5000 Mitgliedern heute überwiegend lutherisch geprägt. Sie gehört innerhalb des Kirchenkreises Jülich zur Evangelische Kirche im Rheinland
1642 lebten vier jüdische Familien in der Stadt. 1771 wird erstmals eine Synagoge erwähnt. Der erste jüdische Friedhof wurde 1800 behördlich geschlossen, weil er bereits dreimal belegt worden war. Nach 1808 durchgeführten französischen Erhebungen lebten damals 213 Juden in Heinsberg. 1811 erbaute man die zweite Synagoge. Nach einem Gesetz von 1847 schlossen sich die Gemeinden Erkelenz, Gangelt, Geilenkirchen und Heinsberg zu einem Synagogenverband mit Sitz in Geilenkirchen zusammen. Zu der Zeit hatten auch Dremmen und Randerath ein jüdisches Gotteshaus. 1927 lebten in Heinsberg 65 Juden, in Dremmen 6, in Unterbruch 1 und in Waldenrath 33 (mit eigener Synagoge). Am Stichtag 1. Mai 1933 wohnten 47 Personen jüdischen Glaubens in der Stadt. Die Gemeinde wurde in der Zeit des Dritten Reiches ausgelöscht, ihre Mitglieder 1942 deportiert soweit sie nicht zuvor auswandern konnten, die Synagoge in der Pogromnacht geschändet und geplündert, das Gebäude während des schweren Luftangriffes am 16. November 1944 zerstört.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sich eine Neuapostolische Kirche.
Im Juni 2001 wurde die Gemeinde als Tochtergemeinde von Wassenberg gegründet. Zurzeit hat sie 92 Mitglieder.
In rot ein (heraldisch) rechtsgewendeter, bekrönter, doppelt geschweifter silberner/weißer Löwe. Es ist dem Wappen der ehemaligen Herren von Heinsberg entlehnt. Die Farben der Stadt sind rot und weiß. Der Löwe findet sich unter anderem in den Wappen der Städte und Gemeinden Heinsberg, Übach-Palenberg, Waldfeucht und Wassenberg sowie des Kreises Heinsberg.
Sehenswert ist die spätgotische Stiftskirche St. Gangolf, „Selfkant-Dom“, die im Jahr 2004 einen neuen Turmhelm erhalten hat. Der alte Turmhelm war im Krieg am 16. November 1944 stark beschädigt worden und stürzte am 28. Dezember 1945 durch einen Wintersturm ein. Neben der romanischen Krypta des Vorgängerbaues sind von der Ausstattung unter anderem nennenswert: der im Gelbgussverfahren um 1500 hergestellte gotische Taufkessel, das nach Kriegszerstörungen restaurierte und verkleinert wiederaufgestellte Chorgestühl und das Hochgrab der Herren von Heinsberg aus dem Anfang des 15. Jh. – eine der hervorragendsten Arbeiten dieser Art im Rheinland.
Im Bereich des Kirchberges haben sich Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung mit zwei Wehrtürmen und Stadtmauer erhalten. Dieser Bereich der Stadt wurde Anfang-Mitte des 16. Jahrhunderts stark befestigt. Die Pläne hierzu stammen möglicherweise von dem italienischen Festungsbaumeister Pasqualini, der damals in Diensten von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg stand. Teilweise sind diese Anlagen und Kasematten erhalten und wurden 2005 zusammen mit dem angrenzenden Burgberg restauriert.
Ebenfalls sehenswert sind die Propstei, das sog. Lennartzsche Haus (erbaut im 15. Jahrhundert) und das Torbogenhaus aus dem 16. Jahrhundert, in dem heute das Kreismuseum Heinsberg untergebracht ist. Das Haus Lennartz besitzt einen schönen figurengeschmückten gotischen Fries. Propstei und Torbogenhaus wurden im 18. Jh. im barocken Stil des Aachener Baumeisters Johann Josef Couven umgestaltet. Alle drei Gebäude liegen an der oberen Hochstraße. Westlich der Stadt liegt das im Volksmund so genannte „Schlangenkapellchen“, ein kleiner schlichter Bau, wohl aus dem 17.Jh. stammend.
An der Hochstraße steht eines der wenigen erhaltenen Heinsberger Bürgerhäuser. Nach dem Stadtbrand von 1635 ließ es die Familie von dem Bruch 1636 neu erbauen und zeigt eine barocke Front aus dem 18. Jahrhundert. Daneben dominiert ein auffällig modernes Bankgebäude.
Im Stadtteil Kirchhoven befindet sich eine Turmwindmühle.
In Heinsberg wurde im Jahre 1876 von Eugen Verpoorten der Eierlikör erfunden. Das Haus an der Hochstraße, in dem der Eierlikör erfunden wurde, gehörte zum Komplex des ehemaligen Prämonstratenser-Stifts und wurde während eines Luftangriffes 1944 durch einen Volltreffer zerstört.
Ein Bahnanschluss (nur Güterverkehr für den Industriepark Oberbruch) besteht von Heinsberg-Oberbruch nach Lindern mit dortigem Anschluss an die Hauptstrecke Aachen–Düsseldorf. Heinsberg ist somit eine der wenigen Kreisstädte Deutschlands ohne Bahnanschluss für den Personenverkehr und die einzige Kreisstadt in NRW , die man nicht fahrplanmäßig mit dem Zug erreichen kann.
Allerdings wird die Strecke in den nächsten Jahren durch den Auf- und Ausbau der „Euregiobahn“ mit den Stationen Heinsberg Bf, Heinsberg-Kreishaus, Oberbruch Bf, Dremmen Bf, Porselen, Horst und Randerath wieder in den öffentlichen Nahverkehr integriert.
siehe auch: Eisenbahn im Kreis Heinsberg
Zu den einzelnen Ortsteilen und Nachbarstädten bestehen Busverbindungen.
Heinsberg verfügt über eine Anbindung an die Autobahn A46 in der Nähe des Ortes Dremmen.
Die Bundesstraße 221 führt durch das Stadtgebiet.
Heinsberg hat aufgrund seiner geografischen Lage, ausreichenden Gewerbegebieten, der Verkehrsanbindung und niedriger Gewerbesteuersätze gute wirtschaftliche Voraussetzungen.
Das Städtische Krankenhaus Heinsberg ist ein Krankenhaus der Grundversorgung. Das Krankenhaus verfügt über die Fachabteilungen Chirurgie (Schwerpunkte: Unfallchirurgie, Visceralchirurgie und Gefäßchirurgie), Innere Medizin (Schwerpunkte: Kardiologie, Pneumologie, Gastroenterologie und Diabetologie), Gynäkologie, HNO und Anästhesie sowie ein augenärztliches OP-Zentrum, ein Diabetes-Zentrum und das Brustzentrum Heinsberg.
Am 21. November 1861 wird das St. Josef-Stift als neues Armenhaus eröffnet. Es wird ab 1891 vornehmlich mit kranken Menschen belegt. 1925 nimmt ein erster Chirurg seine Arbeit in dem 50-Betten-Krankenhaus auf, und am 19. März 1929 wird ein Neubau eröffnet.
Ab 1934 wurden auch im Krankenhaus Heinsberg Zwangssterilisationen durchgeführt. Spätere Untersuchungen (vgl. Harry Seipolt, Aachen 1995) haben ergeben, dass routinemäßig zwischen 1934 und 1944 mindestens 239 „rassisch minderwertige“ Menschen und eine unbekannte Zahl von Menschen aus dem regionalen Umkreis der Stadt Heinsberg zwangssterilisiert worden waren. Am heutigen Städtischen Krankenhaus gibt es keine Erinnerung an die Opfer der NS-Zwangssterilisisation.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Krankenhaus in den 1940er und 1950er Jahren wiederaufgebaut und erheblich erweitert. Seit 1981 wird das Städtische Krankenhaus nach dem Rückzug der Ordensschwestern als GmbH mit der Stadt Heinsberg als einzige Gesellschafterin geführt. In den 1990er Jahren folgen weitere Erweiterungsbauten.
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