Meinestadt.de - Heimenkirch - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Lindau (Bodensee) | |
| Höhe: | 668 m ü. NN | |
| Fläche: | 21,23 km² | |
| Einwohner: | 3668 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 173 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 88178 | |
| Vorwahlen: | 08381; teilweise auch 07566 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LI | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 76 114 | |
| Adresse der Marktverwaltung: | Lindauer Str. 88178 Heimenkirch |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Markus Reichart (Freie Wähler) | |
| Lage von Heimenkirch im Landkreis Lindau (Bodensee) | ||
| Datei:Heimenkirch im Landkreis Lindau.png | ||
Heimenkirch ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).
Inhaltsverzeichnis |
Heimenkirch liegt im Westallgäu.
Auf dem Gemeindegebiet gibt es folgende Gemarkungen: Aspach, Berg, Biesenberg, Dreiheiligen, Engenberg, Geigersthal, Hofs, Kappen, Mapprechts, Meckatz, Menzen, Mothen, Oberhäuser, Ober- und Unterried, Riedhirsch, Syrgenstein, Wolfertshofen, Zwiesele.
Heimenkirch soll seinen Namen einem Germanenfürsten namens Heimo verdanken.
Der Markt Heimenkirch gehörte zunächst zu Österreich als ein Teil der Herrschaft Bregenz-Hohenegg. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Preßburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
| Jahr | Einwohner |
| 1970 | 2.845 |
| 1987 | 3.093 |
| 2000 | 3.586 |
Bürgermeister ist Markus Reichart (FW). Seine Stellvertreter sind Albert Lau und Angela Fessler.
Sitzverteilung im 16köpfigen Marktgemeinderat:
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 3.345.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 1.761.000 €.
mit vollständig erhaltener historistischer Ausstattung [1]
Das denkmalgeschützte Paul-Bäck-Haus war Weinwirtschaft und Bäckerei, Nagelschmiede sowie Gesinde- und Handwerkerunterkunft. Das Baudenkmal gehört zu den ältesten Gebäuden des Ortes und prägt mit seiner charakteristischen Gestalt das Erscheinungsbild von in Heimenkirch.
Gebäude: Ein kleines fast quadratisches, mit Holzschindeln verkleidetes Haus in Ortsmitte an einer platzartigen Erweiterung mit einem Brunnen (siehe Ortsplan47.62895123819.903166294) bestehend aus zwei Etagen, 5-achsig gegliedert, mit Dachgeschoss im schindelgedeckten, geschweiften Walmdach. Zwei Ziegelsteinschornsteine, die mit Aufsätzen aus kleinen Ziegelsteinhäuschen verziert sind. Der innere Grundriss ist praktisch unverändert. Auch die Wand- und Deckenverkleidungen, der Dielenbelag und der Steinboden im Hausgang des Erdgeschosses zeigen zum größten Teil noch den ursprünglichen Zustand.
Geschichte: Das heute sichtbare Gebäude stammt aus dem 15ten Jahrhundert und wurde 1633 zum ersten Mal in einer Heiratsurkunde erwähnt. Das mittelalterliche Lehen der Adelsfamilie der Humpis von Waltrams ging Ende des 17ten Jahrhunderts auf die Familie Milz über, die es über 100 Jahre bewirtschaftete. Nach kurzem Zwischenbesitz gelangte das Anwesen durch verganten [2] an die als Bauern, Weinwirte und Bäcker tätige Familie Zwisler. Der nachfolgende Bäcker Schweinsberger übergab das Gut in einem Tauschgeschäft an den nebenan tätigen Brauereibesitzer Salomon Karg. Dieser verpachtete 1890 die Landwirtschaft mit Bäckerei und Weinstube an Colestin Paul, der darin 26 Jahre wirtschaftete und dessen Name in der heutigen Bezeichnung Paul-Bäck-Haus weiterlebt. Anschließend diente das Gebäude den Stallschweizern, Knechten und Mägden, die auf dem Gutshof der Familie Salomon Karg arbeiteten, als Wohnung. [3] Im Dachgeschoss befand sich lange Zeit eine sogenannte Störstube. Hier wohnten Handwerker, die ihre Arbeit direkt beim Kunden verrichteten und − wenn im Ort keine Arbeit mehr vorhanden war − in den nächsten weiterzogen. [4]
Planungen: Die Marktgemeinde erwarb das als Kleinod bezeichnete ortsbildprägendes Gebäude im Winter 2005/06 und bemühte sich seitdem erfolgreich um Zuschusszusagen weiterer Körperschaften (Regierung von Schwaben, Städtebauförderung und Landesdenkmalamt). [5][6]
Nach den Entwürfen des Ravensburger Architekturbüros Elwert&Stottele aus dem Jahr 2006 könnte aus der ehemaligen Störstube im Dachgeschoss ein balkendurchzogener, historischer Raum entstehen, der für kleinere Veranstaltungen, etwa Vorträge, Konzerte, Trauungen, Ausstellungen oder die Volkshochschule, ein schönes Ambiente bietet. Das niedrige Erdgeschoss eignet sich für wechselnde Märkte, etwa Oster- oder Weihnachtsmärkte. Den ersten Stock sollen Heimatstube und Musikraum füllen. Für Treppe und Aufzug entsprechend neuzeitlicher Anforderungen ist ein Glasanbau zum historischen Gebäude vorgesehen, um den gesamten Innenraum des Paul-Bäck-Hauses gleichzeitig original erhalten und optimal nutzen zu können. [7] Der neue Gemeinderat wird nach der Wahl 2008 über die Nutzung entscheiden [8][9] .
Status: Am Tag des offenen Denkmals (14. September 2008) gab Wolf Stottele detaillierte Erläuterungen aus architektonischer Sicht. In der langen Geschichte des Hauses wurden etwa fünf größere Umbauten bzw. Erweiterungen vorgenommen: vom ursprünglichen kleineren hölzernen Blockhaus zum Steinhaus, dem westlichen Anbau, dem Einbau der beiden Kamine, der teilweisen Rokoko-Ausmalung und der großen Fundamentsanierung in den 50er Jahren einschließlich der erst damals angebrachten Schindelverkleidung. Es ist beschlossen, das Gebäude auf dem letzten Entwicklungsstand zu sanieren [10]. Die Grundrisse der unteren beiden statisch gesicherten Geschosse bleiben unverändert. Für die Nutzung dieser Räume wird eine Heimenkirchner Arbeitsgruppe Vorschläge ausarbeiten. Da kein Museum sondern eine lebendige von den Einheimischen genutzte Einrichtung entstehen soll, die nach einem größeren Versammlungsraum verlangt, soll dieser in der ehemaligen Störstube im Dachgeschoss geschaffen werden nachdem ohnehin der Dachstuhl völlig erneuert werden muss.
Nördlich von Heimenkirch befindet sich das einzige erhaltene Schloss des Landkreises Lindau. Es kann leider nicht besichtigt werden, ist jedoch auch zur äußeren Betrachtung durchaus einen Besuch wert. In einer angrenzenden Waldung liegen ca. 15 Gehminuten vom Schloss entfernt die „Englischen Gräber“. Hier wurden ehemalige Bewohner des Schlosses bestattet.
Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 1.456 und im Bereich Handel und Verkehr 31 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 131 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.328. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei und im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 80 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.428 ha, davon waren 29 ha Ackerfläche und 1.399 ha Dauergrünfläche.
Heimenkirch besitzt nur noch ein ehemaliges Bahnhofsgebäude, bemüht sich aber, mit einem Haltepunkt Anschluss an den Bahnreiseverkehr der Allgäubahn (Bayern) von München über Kempten und Immenstadt nach Lindau (Bodensee) zu erhalten.
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