Meinestadt.de - Heiligenstadt i. Oberfranken - 24.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Landkreis: | Bamberg | |
| Höhe: | 304 m ü. NN | |
| Fläche: | 76,71 km² | |
| Einwohner: | 3642 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 47 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91332 | |
| Vorwahl: | 09198 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 71 142 | |
| Adresse der Marktverwaltung: | Marktplatz 20 91332 Heiligenstadt i.OFr. |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Helmut Krämer (Einigkeit) | |
| Lage des Marktes Heiligenstadt i.OFr. im Landkreis Bamberg | ||
| Datei:Heiligenstadt im Landkreis Bamberg.png | ||
Heiligenstadt in Oberfranken (amtlich: Heiligenstadt i.OFr.) ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Bamberg und liegt in der Fränkischen Schweiz.
Zur Förderung des Fremdenverkehrs wurde die alte Schule zum heutigen Rathaus umgebaut und der historische Marktplatz neu gestaltet. Außerdem wurde die alte Örtelscheune zum Haus der Bürger umfunktioniert.
Der Markt mit seinen denkmalgeschützten Häusern und seiner historisch interessanten Kirche ist ein bekanntes Ausflugsziel.
Vor allem in der Osterzeit wird er von vielen Touristen angesteuert, die die Osterbrunnen der Fränkischen Schweiz besichtigen.
Die evangelische St.-Veit- und St.-Michaels-Kirche geht auf eine frühere Zehntscheune zurück. Der frei stehende Glockenturm steht auf den Resten einer früheren Burg. Für eine evangelische Kirche ungewöhnlich ist die reichhaltige Barockmalerei der hölzernen Emporen und der Felderdecke.
Inhaltsverzeichnis |
Heiligenstadt ist ein bedeutender Ort im Leinleitertal im Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst.
Der Markt Heiligenstadt liegt in der südöstlichen Ecke des Landkreises Bamberg.
Die 24 Gemeindeteile liegen entlang dem Tal der Leinleiter und auf der angrenzenden Jura-Hochfläche. Veilbronn liegt 329 Meter über dem Meeresspiegel. Höchste Erhebung ist der Altenberg hinter Zoggendorf mit 583 Metern über dem Meer.
Die Dörfer auf den Anhöhen von Volkmannsreuth bis Teuchatz gehören zur Langen Meile. Mit dem Seigelstein schließt sich bei Lindach der Nordjura an.
Die Bergdörfer östlich der Leinleiter zählen zum Aufseßer Gebirge.
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn):
| Datei:Koeningsfeld im Landkreis Bamberg.png | |
Datei:Wiesenttal im Landkreis Forchheim.png | Datei:Unterleinleiter im Landkreis Forchheim.png | Datei:Eggolsheim im Landkreis Forchheim.png | Datei:Buttenheim im Landkreis Bamberg.png | Datei:Strullendorf im Landkreis Bamberg.png | Datei:Litzendorf im Landkreis Bamberg.png |
| Königsfeld | Aufseß | Wiesenttal | Unterleinleiter | Eggolsheim | Buttenheim | Strullendorf | Litzendorf |
| Landkreis Bamberg | Landkreis Bayreuth | Landkreis Forchheim | Landkreis Forchheim | Landkreis Forchheim | Landkreis Bamberg | Landkreis Bamberg | Landkreis Bamberg |
Heiligenstadt ist ein Kleinzentrum mit 24 Gemeindeteilen.
Der Markt Heiligenstadt ist mit 77 Quadratkilometern flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde des Landkreises Bamberg, gehört aber auch zu den dünn besiedelten Gebieten.
In den Dörfern und im Markt Heiligenstadt leben insgesamt um die 3.700 Einwohner.
Vorgeschichtliche Funde belegen, dass das Gebiet der Marktgemeinde schon vor Jahrtausenden zumindest zeitweise bewohnt war. Aber erst zur Zeit der Völkerwanderung, um das Jahr 500, entstanden vereinzelt erste feste Ansiedlungen. Urkundliche Nennung setzte jedoch erst viel später ein.
Die Dörfer der Gemeinde entstanden vor etwa 1000 Jahren. Heiligenstadt selbst existierte bereits vor Gründung des Bistums Bamberg (1007 n. Chr.).
Im Leinleitertal gab es Herrensitze der Ritter von Streitberg. 1525 verursachten aufständische Bauern schwere Schäden an den Schlössern. 1541 erhielt Heiligenstadt vom Kaiser das Marktprivileg bestätigt.
Im Jahr 1580 wurde die Reformation in Heiligenstadt und Unterleinleiter eingeführt. 1690 erwarb der Bamberger Fürstbischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg die Rittergüter Greifenstein und Burggrub samt Patronat über Heiligenstadt. Die Grafen Schenk von Stauffenberg bewohnen heute noch die Burg Greifenstein und das Schlossgut Burggrub. Die Ortschaften des nördlichen Gemeindebereiches entstammen den ehemaligen bambergischen Ämtern. Hier gab es keine konfessionelle Änderung. Durch den Reichsdeputationshauptschluss kam der Ort im Jahr 1803 dann zu Bayern.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern schlossen sich 1971 die Gemeinden Brunn, Burggrub, Hohenpölz, Oberleinleiter, Siegritz, Stücht, Traindorf und Zoggendorf dem Markt Heiligenstadt an.
Der erste größere Krieg, über den man Genaueres weiß, war der Hussitenkrieg im Jahr 1430. Die Heiligenstadter Pfarrbeschreibung berichtet, dass 1429 einzelne böhmische Haufen Teile von Heiligenstadt, ganz Burggrub und Zoggendorf zerstörten. Dem von Bamberg zur Hilfe gerufenen Markgrafen Friedrich gelang es, durch Zahlung einer immensen Summe Geld den Hussitenführer Prokop zur Umkehr zu bewegen. Das Geld mussten die Untertanen durch Sondersteuern aufbringen.
Während des Bauernaufstands von 1525 plünderten und brannten Bauern aus dem Bamberger Grund das Schloss Burggrub, ein Ebermannstadter Haufen plünderte das Schloss in Veilbronn. Als der Bauernaufstand durch den Schwäbischen Bund niedergeschlagen war, wurden auf dem Markt von Hollfeld fünf ihrer Anführer geköpft.
Der Markgräflerkrieg wurde im Jahr 1552 vom Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach ausgelöst. Im April 1553 verwüsteten markgräfliche Reiter das Dorf Herzogenreuth. Hohenpölz sollte durch Zahlung eines Schutzgeldes einen Schutzbrief, erhalten, um dem Schlimmsten zu entgehen.
Der Dreißigjährige Krieg verursachte von allen Kriegen die größten Schäden. Am 10. September 1632 vermeldete der Mistendorfer Pfarrer die Plünderung der von ihm versehenen Dörfer Teuchatz und Tiefenpölz. Nicht Schweden, sondern die für die katholische Seite kämpfenden Kaiserlichen waren die Täter. Der Kastner der Streitburg schrieb 1633 an den Markgrafen in Kulmbach, dass den Untertanen all ihr Vieh und Getreide hinweggeführt und viele gräulich ermördert wurden. In manchen Dörfern seien über die Hälfte der Untertanen elendiglich gestorben. „Abgang“ von öden Gütern gab es in Volkmannsreuth, [[Brunn (Heiligenstadt in Oberfranken)<Brunn]], Oberleinleiter, Burggrub und Stücht. Mittlerweile waren die Zeiten so unsicher geworden, dass kaum mehr Aufzeichnungen geführt wurden. Außerdem wusste man nicht mehr, wer für oder gegen wen kämpfte. Am 12. Juni 1634 plünderten Weimarische Reiter die Dörfer und nahmen den Bauern das Vieh weg. Ein Augenzeuge schrieb:
In diesem Zusammenhang dürfte auch Heiligenstadt heimgesucht worden sein.
Beim Siebenjährigen Krieg zwischen Preußen und Österreich ging es um die Vormacht in Mitteleuropa. Die Preußen zogen über Fürth nach Norden und hielten im Sommer 1757 in Ebermannstadt Quartier. Sie plünderten die Stadt, ehe sie die Leinleiter aufwärts zogen. Unterwegs erpressten sie alles, was zu haben war: Geld, Vieh, Lebensmittel. Unter dem durchziehenden Soldatenvolk litten Veilbronn und Traindorf. Knapp ein Jahr danach folgte der nächste Einfall der Preußen. Ein Jahr darauf folgte der dritte Preußeneinfall und im November 1762 lagen noch einmal preußische Truppen drei Wochen lang in der Gegend um Heiligenstadt.
In den napoleonischen Kriegen überflutete ein Armeekorps unter General Jean-Baptiste Jourdan auf dem Rückzug die Fränkische Schweiz. Französische Feldjäger ritten durch die Ortschaften und erpressten von den Bauern Schutzgelder – manchmal mehrmals hintereinander.
Mit der Annexion von Elsass-Lothringen wurden viele Wehrpflichtige in der Garnison Metz stationiert, von denen einige für immer dort blieben und heirateten, wie etwa Jean Puff aus der Heroldsmühle.
Zwar fand der Erste Weltkrieg fern der Heimat statt, doch waren die Verluste an Menschen ähnlich hoch wie im Dreißigjährigen Krieg.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs versteckten sich die Dorfbewohner mit ihrem Vieh, während die Dorfältesten den US-amerikanischen Soldaten mit einer weißen Fahne entgegengingen, um ihr Dorf zu übergeben. Dann setzten diese eine Militärregierung ein und befahlen bei Todesstrafe die Ablieferung sämtlicher Schusswaffen. Bei Teuchatz wurde dann ein Sprengplatz eingerichtet, auf dem die Wehrmachtsmunition vernichtet wurde.
Der Ortsname Heiligenstadt hat nichts mit dem Wort „heilig“ zu tun. Er ist vielmehr ein Beispiel dafür, wie sich Namen im Lauf der Zeit verändern können. Der Ort wird erstmals Im Jahr 1365 erwähnt als „Haldenstat“ (= Stadt an der Halde, am Hang).
In einem Bericht aus der Zeit der Entdeckung der Fränkischen Schweiz beschreibt Dr. Gottlieb Zimmermann im Jahr 1840 eine Wanderroute entlang der Leinleiter, wobei er mit der Erwähnung des alten Namens von Heiligenstadt zeigt, dass der Ortsname nichts mit Heiligen zu tun hat, sondern mit dem Wort Halde:
Lutherisches Hallstadt wurde der Ort genannt, um ihn von Hallstadt bei Bamberg zu unterscheiden, das mehrheitlich katholisch war (und ist).
Auf dem Gebiet der Marktgemeinde Heiligenstadt liegen die katholischsten und evangelischsten Dörfer im Bereich der Erzdiözese Bamberg: In Leidingshof gibt es keinen einzigen Katholiken, in den Dörfern der Pfarrei Tiefenpölz ist fast niemand evangelisch. Im Marktkern leben hauptsächlich Lutheraner, in den Neubaugebieten mehrheitlich Katholiken. In den Dörfern rings um Heiligenstadt sind die evangelischen Christen in der Mehrheit. Insgesamt liegt das Verhältnis der Konfessionen zueinander bei etwa 50:50.
Heiligenstadt-Burggrub ist Patronatspfarrei mit Präsentationsrecht der Schenken von Stauffenberg, Greifenstein und nennt sich St. Paul Heiligenstadt-Burggrub.
Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde hat ihr Zentrum in der St.-Veit- und St.-Michaels-Kirche.
Weiter gibt es in Heiligenstadt eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde/Baptisten. Sie hat ihren Sitz im Familienzentrum (in Trägerschaft des Familienzentrums der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden in Nordbayern e. V.).
Schon um das Jahr 1430 gab es Juden aus den umliegenden Städten, die mit Bauern in Heiligenstadt Handel trieben. In Heiligenstadt selbst gab es vermutlich damals noch keine Juden.
Nach den Lehensunterlagen wohnten im Jahr 1605 mindestens drei jüdische Familien in Heiligenstadt. Im Jahr 1617 lassen sich schon sieben Familien nachweisen. Nach einem Verzeichnis der Pfarrers Knab aus Heiligenstadt von 1758 wohnten insgesamt 1627 Seelen in seiner Pfarrei, davon 239 Katholiken und 58 Juden.
1692 erging eine Schächt- und Schlachtordnung. 1734 wurde der Judenschaft erlaubt, ihre Bücher öffentlich mit Begleitung von Musikanten in ihre Synagoge tragen zu dürfen.
Der Geschäftssinn der Juden führte nicht selten zu Neid. 1699 rotteten sich Bauern aus der Scheßlitzer Gegend gegen die Juden zusammen. Zunächst wollten sich die Heiligenstadter dagegen stellen. Als sie erfuhren, dass nur die Juden geschädigt werden sollten, gaben sie ihren Widerstand auf. Einige beteiligten sich sogar an dem Pogrom. Im Jahr 1716 erbat die Judenschaft den Schutz der Herrschaft, als nach Heiligenstadt die Kunde kam, dass in Pretzfeld ein „Christen-Mägdlein“ umgebracht worden sei. Die Juden fürchteten sofort einen Rachefeldzug gegen sie als Verdächtigte.
Letztes Relikt aus der Judenzeit ist der Judenfriedhof auf dem Berg Kuhlich, der bereits im Jahr 1608 genannt wird. Die letzte Beerdigung in diesem Friedhof fand um das Jahr 1900 statt. Ein unbekannter Zeitzeuge notierte in den 1950er Jahren:
Bürgermeister der Marktgemeinde ist Helmut Krämer (Einigkeit), der 2008 mit 55,88 % der Stimmen wiedergewählt wurde.
| CSU | Hartmut Klein | 656 Stimmen |
| Einigkeit | Helmut Krämer | 1.307 Stimmen |
| Zukunft Jura | Heinz Stöcklein | 376 Stimmen |
| Partei/Wählergruppe | 2002 | 2008 | Stimmen[2] |
|---|---|---|---|
| CSU | 7 Sitze | 6 Sitze | 12.360 |
| SPD-ÜW (Überparteiliche Wählergemeinschaft) | 4 Sitze | 3 Sitze | 6.150 |
| WG (Wählergemeinschaft) | 3 Sitze | 2 Sitze | 5.986 |
| ZJ (Zukunft Jura) | 2 Sitze | 2 Sitze | 4.024 |
| BN (Bürgernähe) | – | 3 Sitze | 6.590 |
| Gesamt | 16 Sitze | 16 Sitze | 35.110 |
Die Zahl der Personen, die 2008 gewählt haben, lag bei 2.373. Die hohe Stimmenzahl ergibt sich durch das Panaschieren und Kumulieren.
Das Wappen der Marktgemeinde zeigt auf einer silbernen Wolken stehend den Erzengel Michael mit goldenen Flügeln, rotem Mantel und blauem Untergewand, goldenem Helm mit rotem Federbusch auf dem Haupt, in der rechten Hand das blaue Flammenschwert, in der Linken einen grünen Ölzweig.
Im Rahmen der Gebietsreform schlossen sich 1971 die Gemeinden Brunn, Burggrub, Hohenpölz, Oberleinleiter, Siegritz, Stücht, Traindorf, Zoggendorf und der Markt Heiligenstadt zusammen. Die neue Gemeinde übernahm das Wappen des Marktes Heiligenstadt, das bei der Wappenrevision 1819 als „längst geführtes Wappen“ bezeichnet wurde. Ältere Siegel sind jedoch nicht überliefert.
Der Erzengel Michael ist neben dem heiligen Veit Schutzheiliger der jetzt evangelischen St.-Veit- und St.-Michaels-Kirche in Heiligenstadt.
Die in den umliegenden Städten einsetzende Industrialisierung trug zur Abwanderung der Kleinhandwerker und der Jugend bei. Auch die Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg änderten diese Landflucht nicht entscheidend. Nicht alle blieben auf Dauer. Ein Aufschwung setzte erst in den 1970er Jahren ein, als Bürgermeister Daum alles daran setzte, Heiligenstadt für Arbeitnehmer attraktiver zu machen. Zu diesem Zweck wurden Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten geschaffen. Dazu kamen staatliche Fördermittel, die eine Sanierung des Ortskerns ermöglichten.
Heute gibt es auf dem Stadtgebiet noch zwei Brauereien: Die Brauerei Aichinger in Heiligenstadt direkt und die Brauerei Ott in Oberleinleiter.
Von 1915 bis 1968 war Heiligenstadt Endstation der Nebenbahnstrecke Heiligenstadt–Ebermannstadt und weiter nach Forchheim. Bis es zum Bau dieser Strecke kam, war von den Heiligenstädtern noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Als Argumente wurde das Basalt-Vorkommen bei Oberleinleiter, Eisenerz-Funde bei Königsfeld, das Holz der stauffenbergischen und aufseßischen Wälder, den Umschlag an Getreide und Vieh sowie der aufkommende Fremdenverkehr in der Fränkischen Schweiz angeführt.
Für die Anrainer bedeutete der Bahnbau eine finanzielle Belastung, denn die Bahn forderte die Abtretung der benötigten Flächen und tangierende Baumaßnahmen wie Zufahrtswege. Doch auch entferntere Gemeinden waren bereit, ihren Anteil beizutragen, denn sie hofften zum Teil auch darauf, dass es später eine Verlängerung nach Hollfeld oder Scheßlitz geben würde. Schwierigkeiten bereiteten allerdings die Gasseldorfer. Sie wollten ihre Grundstücke nicht abtreten, sodass Zwangsmaßnahmen vollstreckt werden mussten.
Im Juni 1913 begannen die Bauarbeiten. 117.000 Kubikmeter Erde waren zu bewegen, elf Brücken zu bauen, das Bett der Leinleiter musste an fünf Stellen verlegt werden. Dabei fanden über 100 Arbeiter sowie viele Ortsansässige Arbeit.
1915 konnte das Projekt seiner Bestimmung übergeben werden. Am 4. Oktober 1915 wurde die Lokalbahn Ebermannstadt-Heiligenstadt in Betrieb genommen. Der Lehrer Hans Spörl schreibt dazu:
Weiter heißt es:
Der Stolz währte nicht lange, denn schon im Juni 1960 wurde der Personenverkehr eingestellt und 1968 wurde auch der Güterverkehr eingestellt.
Bereits 1912 wurde signalisiert, dass eine Automobilpost von Bamberg nach Heiligenstadt geplant sei. 1930 verkehrte der Postbus nach Bedarf. Es handelte sich dabei wohl hauptsächlich um Ausflugsfahrten in die Fränkische Schweiz. Die Post begründete ihr mangelndes Engagement vor allem mit den schlechten Straßenverhältnissen. Die Kraftpostlinie nach Hollfeld wurde im Herbst 1931 wieder eingestellt, weil sich die Anrainergemeinden Zoggendorf und Stücht nicht im geforderten Umfang beteiligten. Nun fuhr wieder der Postillon mit seiner Pferdekutsche.
Autogerechte Straßen gibt es auf dem Gebiet der Marktgemeinde erst seit dem Ausbau durch den Reichsarbeitsdienst in den 1930er Jahren. Diese Baumaßnahmen waren vorwiegend Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. In diesem Zusammenhang wurden die Straßen von Veilbronn nach Siegritz und von Hohenpölz nach Reckendorf gebaut.
Das größte Projekt der Nachkriegszeit war der Bau der Veilbronner Talbrücke in den 1950er Jahren.
Der älteste Vermerk über das Postwesen in Heiligenstadt stammt aus dem Jahr 1733 als der angehende katholische Pfarrer Josef Rösch in Bamberg angab, sein Vater sei seit vielen Jahren Postverwalter in Heiligenstadt gewesen. Im Jahr 1853 wurde die Briefniederlage durch eine Brief- und Fahrpostexpedition ersetzt. Wechselte der Posthalter, so wechselte mit ihm auch das Lokal für die Postexpedition. Im Jahr 1892 erhielt Heiligenstadt einen Poststall für eine so genannte Cariolpostlinie nach Aufseß und Hollfeld. Eine solche Pferdepost-Linie verkehrte auch zum Bahnhof in Ebermannstadt. 1898 folgte die Etablierung einer planmäßigen Postagentur, deren Posthalter über den anstrengenden Dienst klagten, weil die Postfahrzeuge stets nachts oder in den frühen Morgenstunden den Ort passierten und sie dann immer zur Stelle sein mussten.
Die Brief- und Paketpost wurde mit Fahrzeugen befördert. Den Postzustelldienst versahen bis in die 1960er Jahre Postboten zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Schon am 1. Oktober 1874 erhielt Heiligenstadt eine Telegrafenstation mit Morsebetrieb, die bis zum Jahr 1926 genutzt wurde. Im Jahr 1907 wurde eine Fernsprech-Vermittlungsstelle eingerichtet. Die ersten Telefonanschlüsse erhielten der Gasthof Hösch in Heiligenstadt und Schloss Greifenstein sowie die Gemeinden Burggrub und Hohenpölz.
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