Donnerstag, 24.05.2012



Lexikon Suche


Hausham

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hausham
Hausham
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hausham hervorgehoben
47.7511.85765Koordinaten: 47° 45′ N, 11° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Miesbach
Höhe: 765 m ü. NN
Fläche: 22,28 km²
Einwohner: 8204 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 368 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83734
Vorwahl: 08026
Kfz-Kennzeichen: MB
Gemeindeschlüssel: 09 1 82 119
Gemeindegliederung: 13 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausstr. 2
83734 Hausham
Webpräsenz:
Erster Bürgermeister: Hugo Schreiber (FW)

Hausham ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Miesbach.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt direkt am Alpenrand im Tal der Schlierach an der B 307 zwischen Miesbach (4 km) und Schliersee (Gemeinde) (3 km). Der Ort befindet sich rund 8 km östlich des Tegernsees, 24 km von Bad Tölz, 32 km von Rosenheim und 50 km von der Landeshauptstadt München entfernt. Zur Bundesautobahn 8 (Ausfahrt Weyarn oder Irschenberg) sind es jeweils 13 km. Hausham besitzt zwei Bahnstationen (davon eine im Ortsteil Agatharied), welche an der Strecke München–HolzkirchenBayrischzell liegen und im Stundentakt von der Bayerischen Oberlandbahn bedient werden.

Hausham liegt direkt am Fuß des Alpenrandes. Der Gebirgszug des Hausberges Huberspitz (1.052 m) über die noch zu Hausham gehörende Gindelalm (1.334 m) bis zur Neureuth bei Tegernsee (1.261 m) grenzt die Alpen scharf von der Alpenvorebene ab. In der Dorfmitte erhebt sich eine vom Gebirgszug getrennte Anhöhe. Sie heißt Haushamer Alm und ist ein ungewöhnlich großer Moränenhügel aus der Eiszeit.

Gemeindegliederung

Die 13 Ortsteile sind:

  • Abwinkl
  • Agatharied
  • Aigner
  • Althausham
  • Haushamer Alm
  • Holz
  • Kasten
  • Moosrain
  • Nagelbach
  • Rain
  • Thal
  • Tiefenbach
  • Tratberg

Geschichte

Hausham (bzw. der Teil der heute „Althausham“ heißt) gehörte ursprünglich kirchlich zur Gemeinde Schliersee, politisch zur Gemeinde Agatharied. Am 27. April 1922 wurde die Gemeinde Agatharied in die Gemeinde Hausham eingemeindet, nachdem Hausham infolge des Bergbaus erheblich angewachsen war.

1860 wurde in Hausham ein Pechkohlebergwerk (47.75362211.8404687) errichtet, auf dessen Vorkommen man durch das ursprüngliche Bergwerk von Miesbach aufmerksam wurde. Das Haushamer Bergwerk wurde 1966 geschlossen, als Erdöl der Braun- und Steinkohle immer mehr den Rang ablief. Der damalige Gemeinderat hat daraufhin Gewerbe und andere Industrien gefördert, um die drohende Arbeitslosigkeit zu kompensieren. Dadurch weist Hausham noch heute eine besonders hohe Dichte von Geschäften auf.

Die Abteilung Historischer Kohleabbau des nachgebauten Bergwerks im Deutschen Museum in München wurde maßgeblich nach dem Vorbild der Haushamer Grube gestaltet.

In der Zeit des Nationalsozialismus bestand von Juli 1942 bis Mai 1945 in Eckart das Außenlager Hausham des Konzentrationslagers Dachau.

Die ehemalige Abraumhalde des Bergwerks hat bei einem Erdrutsch den Tiefenbach versperrt und zur Entstehung des Loidlsees (immer noch auch Loidl-Weiher genannt) geführt. 1968 wurde die Abraumhalde zu einer Mülldeponie umfunktioniert, 1972 wurde sie zur Mülldeponie des gesamten Landkreises Miesbach. Am 28. September 1984 gab es einen schweren Zwischenfall, bei dem ein Damm zu brechen und damit hochgiftiges Sickerwasser in die Schlierach zu gelangen drohte, was durch einen dreitägigen Einsatz der Hilfsdienste abgewendet werden konnte.

Infolgedessen wurde die Deponie zwischen 1984 und 1990 für 54 Millionen Mark erweitert und modernisiert. Am 31. Mai 2005 wurde sie jedoch stillgelegt, da die Endlagerung von unbehandeltem Restmüll inzwischen gesetzwidrig wurde.

Religionen

  • Kath. Pfarramt St. Agatha in Agatharied
  • Kath. Pfarramt St. Anton in Hausham
  • 2. Pfarrstelle des evangelisch-lutherischen Pfarramts Miesbach
  • Krankenhauskapelle St. Barbara - Ökumenische Krankenhausseelsorge

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat aus Hausham setzt sich aus 21 Mitgliedern zusammen, einschließlich des Bürgermeisters.

CSU SPD Freie Wähler Gesamt
2008 7 5 8 20 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen

Das Wappen zeigt einen halben, goldbewhrten roten Falken als Erinnerung an das Waldecker Herrschaftsgebiet. Die Stäbe stehen für die Richterlichkeit („über jemand die Stäbe brechen“).

Städtepartnerschaften

Seit 1959 ist Levico Terme in Italien die Partnergemeinde von Hausham und seit 1990 Seiersberg in Österreich. Jedes Jahr werden Fahrten für Kinder und Jugendliche in diese Orte organisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

An die Zeit des Bergbau erinnert heute das Bergbaumuseum im Kellergeschoss des Haushamer Rathauses. Es ist jeden 1. Samstag im Monat von 14:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Bauwerke

Förderturm:

Ein Wahrzeichen Haushams ist der immer noch stehende Förderturm des ehemaligen Kohlebergwerks. Er sollte eigentlich im Jahr 2004 aus gewerblichen Gründen abgerissen werden. Aufgrund seiner massiven Konstruktion erwies sich dies jedoch als nicht durchführbar.

Pfarrkirche St. Anton:

Der Zwiebelturm der katholischen Pfarrkirche St. Anton markiert den Ortsteil Abwinkl. Das großzügig gestaltete Gotteshaus wurde 1909 unter großen Opfern der Bevölkerung errichtet und ist noch heute Zentrum der weit über 3000 Katholiken umfassenden Pfarrei. Der freundlich und einladend gestaltete Bau zeigt die Stilelemente des Neubarock. Drei Altaraufbauten im Inneren und ihre weiß gefassten Figurengruppen weisen auf den Jugendstil hin. Vom Glockenturm erklingen fünf 1951 angeschaffte Glocken in den Tönen cis, e, fis, a und cis zum festlichen Geläut.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Hausham verfügt über einen direkten Bahnanschluss nach München (Bayerische Oberlandbahn). Mit dem Auto ist Hausham über die Bundesautobahn 8 erreichbar, Ausfahrt Weyarn oder Irschenberg.

Öffentliche Einrichtungen

Wegen der Nähe zum Bergwerk wurde in Hausham auch ein Kraftwerk errichtet, das zuerst mit Braunkohle befeuert wurde. Später wurde ein moderneres Gasturbinenkraftwerk in der Nähe errichtet, das noch heute bei Engpässen mit seinen vier Turbinen á 20 MW die Stromversorgung sicherstellt. Dieses ist das einzige derartig große Kraftwerk im ganzen Landkreis. Das ältere Kraftwerk wurde in den 1980er Jahren abgerissen, wobei dessen hoher Schornstein mittels eines Spezialkrans schrittweise zerlegt werden musste, da eine Sprengung möglicherweise alte Bergwerkstollen in der Tiefe zum Einsturz bringen hätte können.

In Hausham wurde die Dreifachturnhalle des Landkreises Miesbach zusammen mit der Anton-Weilmaier-Sonderschule errichtet. Von 1994 bis 1998 wurde das Kreiskrankenhaus Agatharied gebaut, das die ehemaligen Krankenhäuser in Miesbach, Holzkirchen, Tegernsee und Hausham ersetzte. Außerdem finden sich Hausham eine gemeinsame Grund- und Hauptschule, eine Montessori Grundschule und eine Volkshochschule.

Ehrenbürger

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Commons Commons: Hausham – Bilder, Videos und Audiodateien
da:Hausham

en:Hausham eo:Hausham es:Hausham it:Hausham nl:Hausham pl:Hausham pt:Hausham ro:Hausham ru:Хаусхам vo:Hausham