Donnerstag, 24.05.2012



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Haiger

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Haiger
Haiger
Deutschlandkarte, Position der Stadt Haiger hervorgehoben
50.7422222222228.2038888888889272Koordinaten: 50° 45′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 272 m ü. NN
Fläche: 106,67 km²
Einwohner: 19.750 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 185 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35708
Vorwahlen: 02771 / 02773 / 02774
Kfz-Kennzeichen: LDK
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 011
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 7
35708 Haiger
Webpräsenz:
Bürgermeister: Gerhard Zoubek (SPD)
Lage der Stadt Haiger im Lahn-Dill-Kreis
Datei:Lahn-Dill-Kreis Haiger.png

Haiger ist eine Stadt im Lahn-Dill-Kreis (Hessen). Die nächstgelegene Großstadt ist Siegen ca. 17 km nördlich von Haiger.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Haiger liegt am östlichen Rand des Westerwalds bzw. an den südlichen Ausläufern des Rothaargebirges (Kalteiche) etwa 9 km nordöstlich des Dreiländerecks Hessen–Nordrhein-Westfalen–Rheinland-Pfalz und ist zugleich die flächenmäßig größte, aber nach Einwohnerzahlen viertgrößte nach Wetzlar, Dillenburg, Herborn und nördlichste Stadt im Lahn-Dill-Kreis. Nördlich des Ortsteils Offdilln entspringt die Dill, nördlich des Gewerbe- und Industriegebiets „Haiger-Kalteiche“ entspringt die Heller.

Nachbargemeinden

Haiger grenzt im Norden an die Stadt Netphen (Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen) und die Gemeinde Dietzhölztal, im Osten an die Gemeinde Eschenburg und die Stadt Dillenburg, im Süden an die Gemeinde Breitscheid (alle im Lahn-Dill-Kreis), sowie im Westen an die Gemeinden Burbach und Wilnsdorf (beide im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen).

Stadtgliederung

Zur Stadt gehören neben der Kernstadt Haiger die Stadtteile Sechshelden, Langenaubach, Flammersbach, Allendorf, Seelbach, Steinbach, Rodenbach, Fellerdilln, Dillbrecht, Offdilln, Weidelbach, Oberroßbach und Niederroßbach.

Geschichte

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Haiger - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Die erste urkundliche Erwähnung Haigers stammt aus dem Jahr 778 n.Chr. Haiger ist damit die älteste der drei Städte an der Dill, vor Dillenburg und Herborn. Haiger war bis zum 10. Jahrhundert der Mittelpunkt des Haigergaus, einem möglichen Untergau des Lahngau.

Der Haigergau ging mit dem Ende der konradinischen Familie an die Pfalzgrafen über. Diese gaben ihn als Lehen an die Herren von Molsberg. Diese übertrugen die Herrschaft an die Niederadligen "von Haiger". Ab dem 13. Jahrhundert drangen die Grafen von Nassau verstärkt in das Gebiet des Haigergaus und der zugehörigen Herborner Mark vor. Es kam zur Dernbacher Fehde zwischen Nassau und den Landgrafen von Hessen. Die nassauischen Grafen konnten sich an der Dill durchsetzen. Im frühen 14. Jahrhundert gelangten die Gerichtsrechte über Haiger endgültig an die Grafen aus dem Haus Nassau.

Während der Nassauischen Herrschaft nahm Haiger eine städtische Entwicklung, ohne dass eine Stadtrechteverleihung erfolgte. Die drei Täler Haigerbachtal, Aubachtal und Dilltal, in Mitten denen Haiger liegt, verhalfen der Stadt zu einer verkehrsgünstigen Lage in der Nähe der Fernhandelstraße von Köln nach Leipzig („Brabanter Straße“).

Am 8. Mai 1729 wurde die gesamte Innenstadt Haigers durch eine Feuersbrunst zerstört. In wenigen Stunden brannten innerhalb der Stadtmauern beinahe sämtliche Gebäude. Auch die Kirche brannte bis auf die Grundmauern ab. Die schnelle finanzielle Hilfe aus den umliegenden Fürstentümern, Städten und Ländern, sowie eine großzügige Spende der Fürstin Isaballa (ein "Legat von 400 Floren Capitäl!") halfen zu Linderung der großen Not.

Die Stadtmauer wurde erst 1824 niedergelegt. Dieses ermöglichte der Stadt eine Neuordnung und eine planmäßige Erweiterung.

Namensgebung

Der Stadtname Haiger kommt aus dem althessischen: Die große Anzahl von Fischreihern am Haigerbach, Aubach und der Dill verhalfen zum Namen „Reiherbach“, bzw. auf althessisch „Heigerahe“. Dieser Name besteht aus den Begriffen „Heiger“, also Reiher, und „Ahe“, also Bach oder Gewässer. Im Laufe der Geschichte wandelte sich diese Schreibweise über die Worte → „Heigrahe“ → „Heigera“ → „Heigere“ → „Heigerin“ → „Heigre“ → „Heigeren“ → „Hegere“ → „Hegera“ → „Heygere“ → „Heyger“ → „Heiger“ → „Häger“ → und „Häyer“ hin zum Namen Haiger. Der Vogel im Haigerer Wappen könnte sich ebenfalls auf den Fischreiher beziehen, ebenso kann es sich um eine Veränderung des Nassauer Löwen handeln.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 44,5 16 36,8 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,4 10 34,2 13
FDP Freie Demokratische Partei 4,3 2 3,7 1
REP Die Republikaner 7,7 3 9,0 3
NLA Natürlich Leben und Arbeiten 6,2 2 8,6 3
FWG-Haiger Freie Wählergemeinschaft Haiger 9,9 4
BL-FWG Bürgerliste-Freie Wählergemeinschaft 7,7 3
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 35,2 40,5

Städtepartnerschaften

  • Haiger - Montville (Frankreich)

Die Partnerschaft entstand auf Initiative der Johann-Textor-Schule Haiger, die mit dem Collège Noel in Montville seit rd. 20 Jahren einen Schüleraustausch pflegt. Diese Freundschaft wurde offiziell 1991 in Montville und 1992 in Haiger durch Unterzeichnung einer Urkunde der Bürgermeister aus Montville und Haiger besiegelt. Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Gruppen halten regen Kontakt.

1964 besiegelten die Ortschaft Plombières-les-Dijon und die damals noch selbstständige Gemeinde Sechshelden offiziell diese Partnerschaft, deren Ursprung auf die fürsorgliche Aufnahme eines ehemaligen französischen Kriegsgefangenen bei Sechsheldener Familien zurückgeht. Durch freundschaftliche Beziehungen weiterer Bürgerinnen und Bürger beider Gemeinden weitete sich der Kreis aus.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Stadtbildprägende evangelische Kirche, deren älteste Teile aus dem 11. Jahrhundert stammen
Das historische Pfarrhaus unterhalb der Kirche
Das Heimatmuseum am Marktplatz
Haupteingang zum Rathaus am Marktplatz
Die katholische Kirche, ein Bauwerk aus dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhundert
Die historische Aubachbrücke (erbaut 1801)

Museen

  • Heimatmuseum Haiger
    Anlässlich der Feiern zur 1200. Wiederkehr der Ersterwähnung Haigers wurde 1978 das Heimatmuseum am Marktplatz in einem der schönsten Fachwerkbauten aus dem Jahr 1724/25 eingerichtet. Dargestellt sind die natürlichen, geschichtlichen, wirtschaftlichen und volkskundlichen Gegebenheiten der Stadt Haiger und des ihr zugeordneten Raumes.
  • Leinenmuseum Seelbach
  • Heimatstube Sechshelden

Bauwerke

Baulicher Mittelpunkt der Altstadt von Haiger ist die evangelische Pfarrkirche, bei der es sich im Kern um ein romanisches Bauwerk handelt. In der Altstadt haben sich zahlreiche Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert erhalten, die jedoch häufig verputzt sind. Zu den besonders sehenswerten gehört das Pfarrhaus und das Haus Fischbach in dem heute das Heimatmuseum untergebracht ist.

Mit dem 19. Jahrhundert setzte die Erweiterung der Stadt ein. Aus dieser Epoche sind die Aubachbrücke (erbaut 1801), die Alte Wache (um 1824) und mehrere Villen erhalten. Weitere Kulturdenkmäler sind die katholische Kirche (spätes 19. Jahrhundert) und der Bahnhof im Jugendstil (erbaut 1910)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Altstadtfest
  • Lukasmarkt (Oktober)
  • Pfingstmarkt
  • Weihnachtsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

  • Carl Cloos Schweisstechnik GmbH
  • Format Küchen GmbH & Co. KG - Fertigung von hochwertigen Einbauküchen
  • Hailo - Fertigung von Leitern, Dampfbügelsystemen, etc.
  • Klingspor Schleifsysteme GmbH & Co. KG
  • Kühne + Nagel AG & Co. KG, NL Haiger
  • Loh Services GmbH & Co. KG (Service-/Verwaltungsgesellschaft der Friedhelm-Loh-Group)
  • Rittal GmbH & Co. KG, NL Haiger
  • RITTO GmbH & Co. KG
  • Schenker Deutschland AG, NL Haiger
  • Weiss Chemie + Technik GmbH & Co.KG
  • Samen-Schneider GmbH

Medien

  • Haigerer Zeitung
  • Haigerer Kurier

Bildung

Sport

  • SKC Blau - Weiss Haiger
  • Eintracht Haiger
  • TV 1885 Haiger
  • Schützengesellschaft 1890 Haiger e.V.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Heinz Wionski; Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Baudenkmale in Hessen Lahn-Dill-Kreis I. 1986, ISBN 3-528-06234-7 (Ehemaliger Dillkreis).

Weblinks

Commons Commons: Haiger – Bilder, Videos und Audiodateien
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