Meinestadt.de - Gunzenhausen - 24.05.2012
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Mittelfranken | |
| Landkreis: | Weißenburg-Gunzenhausen | |
| Höhe: | 416 m ü. NN | |
| Fläche: | 82,73 km² | |
| Einwohner: | 16.308 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 197 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 91710 | |
| Vorwahl: | 09831 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WUG (alt: GUN) | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 5 77 136 | |
| Stadtgliederung: | 14 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktplatz 23 91710 Gunzenhausen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Joachim Federschmidt (SPD) | |
Gunzenhausen ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt am Altmühlsee. Gunzenhausen wurde 823 erstmals erwähnt. Nachdem in den 1970er Jahren 18 Gemeinden eingegliedert worden waren, wuchs die Stadt bis heute auf etwa 16.500 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
Gunzenhausen liegt mitten im Fränkischen Seenland.
Die Nachbargemeinden sind:
(Aufzählung: Im Norden beginnend im Uhrzeigersinn.)
Zwischen Arberg und Gunzenhausen liegt das gemeindefreie Gebiet Unterer Wald.
Gunzenhausen gliedert sich in die Ortsteile:
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Zahlreiche Ausgrabungsfunde im Bereich der Stadt belegen die Besiedlung bereits zu vorgeschichtlicher Zeit.
Um 90 n. Chr. besetzten die Römer die bis dahin von den Kelten bewohnten Gebiete nördlich der Donau und drangen bis in die Gegend um Gunzenhausen vor. Zur Kontrolle und Sicherung der Grenze der in das Römische Reich eingegliederten Gebiete wurde hier ein Numeruskastell am Limes errichtet. Allerdings zerstörten die von Nordwesten einfallenden Alemannen um ca. 241 n. Chr. die Anlagen.
Eine Urkunde aus dem Jahr 823 liefert den ersten verlässlichen schriftlichen Hinweis auf Gunzenhausen: Kaiser Ludwig der Fromme übereignete das Kloster Gunzinhusir dem Reichskloster Ellwangen. Im Mittelalter belehnten die Ellwanger Äbte zunächst die Adelsfamilien der Truhendinger und Oettinger mit Gunzenhausen, bis die Herrschaft 1349 schließlich an Burkhard von Seckendorff überging. 1368 erwarb Burggraf Friedrich von Nürnberg die Stadt, die dadurch in den Besitz der Hohenzollern wechselte. Die Stadt erhielt nun erstmals das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten, die Erlaubnis zum Bau umfangreicher Befestigungsanlagen mit Stadtmauer, Türmen und Graben sowie der großen Stadtkirche und gelangte somit gleich in den ersten Jahrzehnten der Hohenzollern-Herrschaft zu einer ersten Blütezeit.
Es war die Hohenzollern-Nebenlinie der Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach, die die Territorien um Gunzenhausen besaß und regierte. Architektonisch prägte der absolutistische Fürst Karl Wilhelm Friedrich (1712-1757), genannt auch der Wilde Markgraf, der Gunzenhausen zu seiner persönlichen Residenz ausbaute, das barocke Bild der Stadt im 18. Jahrhundert.
Am Ende des Alten Reiches fiel Gunzenhausen 1806 an Bayern.
Als eine der ersten im Reichsgebiet tat sich die damaligen Kreisstadt und ihre Umgebung mit der Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung hervor, und die NSDAP erzielte dort überdurchschnittliche Ergebnisse: 1930 waren es bereits 35 % (gegenüber knapp 19 im Reichsdurchschnitt), 1932 66 Prozent der Stimmen. Bürgermeister Heinrich Münch, 1927 noch als Parteifreier gewählt, hatte sich zunächst durch einige regionale Projekte positiv profiliert, trat 1932 der NSDAP bei und wurde ein engagierter Repräsentant des Regimes. Unter seiner Führung wurde in Gunzenhausen im April 1933 das erste Hitler-Denkmal des Deutschen Reiches errichtet, und der Völkische Beobachter bezeichnete Gunzenhausen als den „besten Bezirk"[1].
Auch das Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe suchte nicht nur mit seinem Engagement für die NSDAP-nahen Christen die Nähe zum Regime[2]. Man pflegte auch eine enge Beziehung zum Gauleiter von Franken Julius Streicher, dem Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes Der Stürmer, der dort häufiger und gern bewirteter Gast war.
Streicher war auch in der Stadt, als es am Palmsonntag, dem 25. März 1934, zum ersten Juden-Pogrom in ganz Bayern, wahrscheinlich im ganzen Reich, kam. Der Übergriff brachte Gunzenhausen weltweit negativ in die Presse: New York Times, Manchester Garden und das Neue Wiener Journal berichteten über die von mehreren hundert Gunzenhausenern begleiteten Gewaltakte der SA, welche die Ansbacher Richter im folgenden Prozess als „reinigendes Gewitter“ verharmlosten[3].
Einen Tag vor der Reichspogromnacht 1938 kaufte die Stadt der israelitischen Kultusgemeinde die Synagoge ab, so blieb sie auf Intervention des Feuerwehrleiters als städtischer Besitz von einer Brandschatzung verschont. Symbolisch stürzte man eine Woche später die Kuppeln herab. Auch der Jüdische Friedhof an der Leonhardsruhstraße wurde geschändet und weitgehend zerstört, die Reste wurden 1948 instand gesetzt, woran ein Gedenkstein erinnert.[4]Anfang November 1938 sollen noch 64 jüdische Bürger in Gunzenhausen gelebt haben. Im Januar 1939 folgte die Erklärung zur judenfreien Stadt. Die Synagoge wurde bis zu ihrem Abriss 1981 gewerblich genutzt[5].
Der Stadtrat der Stadt Gunzenhausen besteht derzeit (Stand Kommunalwahl 2008) aus dem 1. Bürgermeister Joachim Federschmidt (SPD), 24 gewählten Stadträten (9 CSU, 7 SPD, 4 FW/UWG, 3 Bündnis 90 / Die Grünen, 1 FDP) und 7 Ortssprecher(inne)n.
Als Vertreter des 1. Bürgermeisters fungieren die Stadträte Karl-Heinz Fitz (CSU) als 2. Bürgermeister und Thomas Engelhardt (FW/UWG) als 3. Bürgermeister.
Gunzenhausen unterhält Partnerschaften mit dem französischen Isle im Limousin (seit 1985) und mit dem amerikanischen Frankenmuth in Michigan (seit 1962).
1954 wurde die Patenschaft für die heimatvertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Weipert im Erzgebirge übernommen, 1996 für die Gemeinde Auschowitz im Kreis Marienbad.
Gunzenhausen liegt an den Bahnstrecken Treuchtlingen–Würzburg, Gunzenhausen–Pleinfeld und Nördlingen–Gunzenhausen. Auf der letztgenannten verkehren nur Museumsbahnen und Güterzüge. Weiterhin liegt Gunzenhausen an den Bundesstraßen B 13 und B 466. Durch die Stadt Gunzenhausen verläuft der Altmühlradweg. In Gunzenhausen gibt es einen kleinen Flugplatz, den Flugplatz Gunzenhausen-Reutberg mit einer geteerten Landebahn. Von hier aus sind auch Rundflüge über das Fränkische Seenland für Touristen möglich.
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