Donnerstag, 24.05.2012



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Grünhainichen

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Grünhainichen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Grünhainichen hervorgehoben
50.767513.153888888889421Koordinaten: 50° 46′ N, 13° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Erzgebirgskreis
Verwaltungsverband: Wildenstein
Höhe: 421 m ü. NN
Fläche: 5,31 km²
Einwohner: 2475 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 466 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 09579, 09437
Vorwahlen: 037294, 03725
Kfz-Kennzeichen: ERZ
Gemeindeschlüssel: 14 1 81 150
Adresse der Gemeindeverwaltung: Chemnitzer Str. 41
09579, 09437 Grünhainichen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Amtsverweser Gunther Kaden (parteilos)
Lage der Gemeinde Grünhainichen im Erzgebirgskreis
Datei:Grünhainichen in ERZ.png
Haltepunkt Grünhainichen-Borstendorf an der Flöhatalbahn

Grünhainichen ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen (Deutschland). Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Grünhainichen und Waldkirchen und gehört dem Verwaltungsverband Wildenstein an. Die Gemeinde ist neben Seiffen/Erzgeb. das zweitwichtigste Zentrum der Holzspielwarenherstellung im Erzgebirge.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das Waldhufendorf Grünhainichen liegt westlich der Flöha. Es erstreckt sich in west-östlicher Richtung. Der höchste Punkt des Ortes ist der Wildenstein mit 541 m, der tiefste Punkt ist an der Flöha bei 328 m. Der Ortsteil Waldkirchen, ebenfalls ein Waldhufendorf, liegt westlich von Grünhainichen in einem Seitental der Zschopau.

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt Leubsdorf mit dem Ortsteil Marbach, im Osten, am anderen Ufer der Flöha, Borstendorf, im Süden Lengefeld mit dem Ortstteil Wünschendorf, im Südwesten Börnichen/Erzgeb. an die Gemeinde. Im Westen grenzen Gornau/Erzgeb. und Zschopau an.

Geschichte

Grünhainichen wird 1349 im Lehnbuch Friedrich III. des Strengen zum ersten Mal urkundlich als „Heinchin“ erwähnt. Mit der Reformation 1539 kommt der Ort zur Parochie Waldkirchen. der Löffelmacher hanse Oehmen wird 1579 im Kirchenbuch erwähnt. Es ist der wahrscheinlich älteste Nachweis von Holzwarenherstellung im Erzgebirge. Bereits um 1650 werden Tischler, Kästelmacher, Brettschneider, Geigenmacher, Trommelmacher und Röhrbohrer genannt. Die Spanziehmühle wird in diesem Jahr ebenfalls erstmals erwähnt. Durch die Handwerker und Händler des Ortes werden in der Folgezeit die Waren auf Messen in Frankfurt (Oder), Lüneburg, Dresden, Leipzig und Braunschweig angeboten. Der Ort wird „Klein-Leipzig“ genannt.

1711 wird der erste Lehrer erwähnt. Um 1750 wird eine steinerne Brücke über die Flöha gebaut. Das erste Schulgebäude wird 1787 erbaut im gleichen Jahr wird der erste Arzt im Ort tätig. Die Holzwarenherstellung nimmt in dieser Zeit immer mehr Aufschwung, in den 70 Häusern des Ortes sind nur noch 18 Bauern ansässig. Im 19. Jahrhunderte entstehen weitere Spielwarenhersteller. 1848 wird Grünhainichen eigenständige Parochie und Borstendorf wird Filialkirche. Die Kirche wird am 14. Oktober 1850 eingeweiht.

Am 24. Mai 1875 erfolgt der Anschluss ans Bahnnetz. Die Freiwillige Feuerwehr wird am 13. Juni 1875 gegründet. Im Jahr 1879 wird durch die sächsischen Regierung eine Staatliche Spielwaren- und Gewerbeschule eingerichtet. Am 1. August 1881 beginnt die Papierfabrik Siegel & Hasse ihre Produktion. Durch den Spielwaren Verleger Oswald Wagner wird 1888 eine Stiftung zur Hilf für unschuldig in Not Geratene eingerichtet. Um 1900 sind sieben Spielwarenbetriebe und über 1000 Hausindustrielle im Ort tätig. Das Rathaus wird 1907 errichtet. Das Freibad wird 1926 errichtet. Der Spielzeugmacherberuf wird 1936 offiziell anerkannt. Die Madonna mit dem Engelberg von Grete Wendt erhält auf der Weltausstellung 1937 in Paris einen Grand Prix und eine Goldmedaille. 1954 erfolgt die Schließung der Spielwarenfach- und Gewerbeschule. In den Jahren 1970 bis 1972 werden die letzten privaten Spielwarenhersteller und kunstgewerblichen Betriebe verstaatlicht. Am 1. Advent 1979 wird eine große Freilandspieldose eingeweiht. Nach der Wende werden ab 1990 viele Betriebe wieder reprivatisiert. Seit 1992 besteht in Grünhainichen nur noch eine Grundschule. Grünhainichen wird 1994 Mitglied des Verwaltungsverbandes Wildenstein. 1999 wird durch die Fa. Wendt & Kühn eine Freilandspieldose eingeweiht.

Am 1. März 2009 haben sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Grünhainichen und Waldkirchen zur neuen Gemeinde Grünhainichen zusammengeschlossen. Die Wahl des Bürgermeisters der fusionierten Gemeinde Grünhainichen ist für 7. Juni 2009 angesetzt, bis dahin verwaltet ein Amtsverweser die Gemeinde.[2]

Einwohnerentwicklung

Folgende Einwohnerzahlen des Ortsteils Grünhainichen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 − 1809
  • 1983 − 1790
  • 1984 − 1753
  • 1985 − 1718
  • 1986 − 1705
  • 1987 − 1688
  • 1988 − 1632

1989 bis 1995

  • 1989 − 1585
  • 1990 − 1520
  • 1991 − 1500
  • 1992 − 1529
  • 1993 − 1513
  • 1994 − 1462
  • 1995 − 1437

1996 bis 2002

  • 1996 − 1412
  • 1997 − 1451
  • 1998 − 1457
  • 1999 − 1454
  • 2000 − 1446
  • 2001 − 1417
  • 2002 − 1382

2003 bis 2007

  • 2003 − 1383
  • 2004 − 1382
  • 2005 − 1362
  • 2006 − 1329
  • 2007 − 1302
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Gedenkstätten

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat setzt sich bis zur nächsten Wahl am 7. Juni 2009 aus den bisherigen zwölf Mitgliedern des Grünhainicher und den zehn Mitgliedern des Waldkirchener Gemeinderats zusammen. Danach soll der Gemeinderat 16 Mitglieder umfassen.

Bürgermeister

  • 1983–1994: Helmut Wagner (CDU)
  • 1994–2009: Klaus Höppe (CDU)

Seit dem 1. März 2009 leitet Gunther Kaden (parteilos) die Einheitsgemeinde Grünhainichen als Amtsverweser.

Wappen

Wappen von Grünhainichen bis zum 28. Februar 2009

Bis zum 28. Februar 2009 verwendete Grünhainichen ein Wappen mit der Darstellung eines erzgebirgischen Lichterengels und zwei Tannenbäumen. Damit wird die Bedeutung des erzgebirgischen Kunsthandwerkes für den Ort verdeutlicht.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

  • Spanziehmühle
  • Museum erzgebirgischer Volkskunst
Freiland-Spieldose (Wintervariante) im Ortszentrum
Freiland-Spieldose (Sommervariante)

Bauwerke

  • Fuchsturm (Ruine)
  • Große Freiland-Spieldose

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

  • Wendt & Kühn KG
  • Druckerei Emil Gutermuth
  • Zabag Anlagentechnik GmbH
  • Grünperga Papier GmbH
  • Kartonagenfabrik K. Emil Nebel
  • Kunsthandwerk Christine Blank
  • Erzi Qualitätsprodukte aus Holz GmbH

Verkehr

  • Flöhatalbahn
  • Busverbindung nach Eppendorf, Zschopau, Flöha, Augustusburg

Persönlichkeiten

  • Hans Wendt (1930–2008), langjähriger Geschäftsführer von Wendt & Kühn

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
  2. Freie Presse, Lokalausgabe Zschopau vom 28. Februar 2009: Um Mitternacht wird die Ehe geschlossen – Grünhainichen und Waldkirchen sind ab morgen vereint
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