Mittwoch, 23.05.2012



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Großolbersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Großolbersdorf
Großolbersdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Großolbersdorf hervorgehoben
50.69444444444413.088888888889480Koordinaten: 50° 42′ N, 13° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Erzgebirgskreis
Höhe: 480 m ü. NN
Fläche: 22,61 km²
Einwohner: 3112 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 09432 09434 09429
Vorwahlen: 037369 (03725 im OT Hohndorf)
Kfz-Kennzeichen: ERZ
Gemeindeschlüssel: 14 5 21 240
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Am Rathaus 8
09432 Großolbersdorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Henry Freund (Einzelbewerber)
Lage der Gemeinde Großolbersdorf im Erzgebirgskreis
Datei:Großolbersdorf in ERZ.png

Großolbersdorf ist eine Gemeinde im Erzgebirgskreis in Sachsen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Großolbersdorf ist ein Waldhufendorf im mittleren Teil des Erzgebirges, mit einer groben Ost-West-Ausrichtung. Im Osten grenzt es an den Bornwald und reicht im Westen bis zum Zschopautal. Im Norden grenzt die Stadt Zschopau an den Ort und im Süden die Stadt Wolkenstein.

Höchster Punkt des Ortes ist der Zeisighübel mit 642 m Höhe, tiefster Punkt ist die Zschopau mit 358 m.

Zur Gemeinde gehören auch die beiden Ortsteile Hohndorf und Hopfgarten. Hohndorf liegt als aus einem Vorwerk entstandene Siedlung auf einer Höhenlage von 500–550 m.

Hopfgarten gruppiert sich zu beiden Seiten des Zschopautals.

Geschichte

Großolbersdorf

  • 1386: erste urkundliche Erwähnung
  • 1536: Reformation
  • 1575: Großolbersdorf wird eigenständige Parochie mit den Orten Grünau, Hohndorf, Hopfgarten und Scharfenstein
  • 1643: im Dreißigjährigen Krieg wird die Kapelle durch die Schweden zerstört
  • 1877: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
  • 1888: Zentralschule wird eingeweiht
  • 14. Februar 1945: Bombenangriff mit 10 Toten, 34 Wohn- und Wirtschaftsgebäude werden zerstört
  • April 1945: Zwei KZ-Häftlinge eines Todesmarsches wurden von SS-Männern bei Großolbersdorf erschossen
  • 13. August 2002: Jahrhundertflut, Brücke und Ufermauer in Hopfgarten werden zerstört

Hohndorf

  • um 1385: Errichtung eines Vorwerkes
  • 1486: erste urkundliche Erwähnung
  • 1700: Anlegung der Poststraße ChemnitzMarienberg
  • 1898: Bau des Schulgebäudes
  • 14. Februar 1945: Bombenangriff mit 5 Toten, 5 Wohn- und Wirtschaftsgebäude werden zerstört</br>
  • 1. Januar 1994: Eingemeindung nach Großolbersdorf

Hopfgarten

  • 1386: erste urkundliche Erwähnung
  • 1862: Bau einer Straßenverbindung zwischen Scharfenstein und Hopfgarten
  • 1865: Bau der Zschopautalbahn (heute KBS 517), Gemeinderat lehnt die Errichtung einer Haltestelle ab
  • 1913: Einweihung der steinernen Zschopaubrücke
  • 1. Oktober 1998: Eingemeindung nach Großolbersdorf

Einwohnerentwicklung

Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:

1982 bis 1988

  • 1982 − 3775
  • 1983 − 3758
  • 1984 − 3693
  • 1985 − 3648
  • 1986 − 3614
  • 1987 − 3558
  • 1988 − 3454

1989 bis 1995

  • 1989 − 3394
  • 1990 − 3357
  • 1991 − 3314
  • 1992 − 3279
  • 1993 − 3244
  • 1994 − 3270
  • 1995 − 3260

1996 bis 2002

  • 1996 − 3254
  • 1997 − 3288
  • 1998 − 3328
  • 1999 − 3363
  • 2000 − 3343
  • 2001 − 3318
  • 2002 − 3312

2003 bis 2007

  • 2003 − 3273
  • 2004 − 3226
  • 2005 − 3178
  • 2006 − 3149
  • 2007 − 3112
Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen

Gedenkstätten

Auf dem Friedhof befindet sich eine Grabstätte mit Gedenkstein für zwei unbekannte KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Flöha des KZ Flossenbürg, die in einem Todesmarsch durch den Ort getrieben und erschossen wurden.

Auf dem Kirchhof befindet sich ein Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkrieges, auf dem Friedhof ein Denkmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges, die Bombardierung des Ortes 1945 und der kommunistischen Gewaltherrschaft. In Hohndorf und in Hopfgarten befinden sich ebenfalls Denkmale für die Opfer der beiden Weltkriege.

Religionen

Die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Großolbersdorf umfasst den Ort mit allen Ortsteilen sowie den Ortsteil Scharfenstein der Gemeinde Drebach. Kirchweih ist am Sonntag nach dem 16. Oktober.

In der Gemeinde befindet sich außerdem eine Kapelle der Siebenten-Tags-Adventisten sowie ein Versammlungsraum der Gemeinschaft in Christo Jesu.

Pfarrer in Großolbersdorf

Seit der Einrichtung des selbstständigen Kirchspieles am 18. April 1575 amtierten bisher 21 Pfarrer in Großolbersdorf.

  1. 1575–1602: Johann Pufendorf kam aus Glaucha und starb in Großolbersdorf.
  2. 1602–1617: Simon Ammon kam aus Annaberg und starb in Großolbersdorf.
  3. 27. Mai 1618–1. Oktober 1630: Balthasar Frischmann aus Freiberg. Frischmann war vorher 12 Jahre Pfarrer in Tuttendorf, er verstarb in Großolbersdorf
  4. 1630–29. September 1633: Johann Kapfenberger stammte aus Nördlingen. Kapfenberger war vor er Diakon in Wolkenstein und ab 1628 Gehilfe in Großolbersdorf, wo er auch verstarb.
  5. 1634–1636: George Wenzel aus Lauenstein. Wenzel war vor seiner Versetzung Pfarrer in Bärenstein bei Altenberg. Er verscholl im 30jährigen Krieg.
  6. 1636–30. November 1687: Christian Köhler wurde 1604 in Schneeberg geboren. Köhler war vorher Pfarrer von Wild- und Langenbach bei Schneeberg. Er starb in Großolbersdorf.
  7. 1688–1. Juni 1693: Johann Schmeer kam aus der Mark Brandenburg und starb in Großolbersdorf.
  8. 5. November 1693–23. November 1735: Christoph Weise aus Weißenfels. Weise wurde in der Kirche bestattet und mit einer geschnitzten Tafel gewürdigt. Während seiner Amtszeit erfolgte der Wiederaufbau der von den Schweden zerstörten Kirche.
  9. 1736–6. Februar 1749: Michael Caspari kam aus Waldau in der Oberlausitz und starb in Großolbersdorf
  10. 20. Juli 1749–6. September 1779: Gotthold Ehrenfried Portius (* 12. Mai 1720) kam aus Wolperndorf (Sachsen-Altenburg) und starb in Großolbersdorf.
  11. 8. März 1780–19. Februar 1820: Friedrich Salomon Eberhard Schreiber kam aus Unter-Oppurg und starb in Großolbersdorf.
  12. 1820–1866: Maximilian Lindner stammte aus Nossen. Lindner war seit 1818 Diakon in Wolkenstein und starb als Emeritus am 31. März 1867 in Dresden
  13. 1866–1892: Maximilian Linder war der Sohn des vorherigen Pfarrers. Er starb 1900 emeritiert in Dresden.
  14. 6. November 1892–1907: Karl August Häselbarth stammte aus Trünzig.
  15. 1908–1911: Paul Johannes Hoffmann stammte aus Hohenstein-Ernstthal.
  16. 1911–1926: Karl Moritz Ranig stammte aus Bautzen.
  17. 1927–1934: Johannes Franz Leberecht Reetz stammte aus Stettin. 1900 bis 1906 war er Pfarrer in Siedkow. Während seiner Zeit in Großolbersdorf verfasste er im Selbstverlag das Büchlein „Geschichte und Geschehen in der Kirchgemeinde Großolbersdorf“
  18. 30. April 1935–31. August 1946. Johannes Arno Everth (* 1. November 1888) war von 1912 bis 1917 als Missionar der Leipziger Mission in Tansania und von 1917 bis 1919 in britischer Kriegsgefangenschaft. Anschließend war er Pfarrer in Gleisberg und Marienberg. Er starb 1954.
  19. 1946–1976: Karl Mißbach ging 1976 in den Ruhestand und starb 1998.
  20. 1. September 1976–4. September 1995: Herbert Filz starb in Großolbersdorf
  21. seit Februar 1997: Winfried Gröschel war vorher Pfarrer in Dittmannsdorf.

Politik

Gemeinderat

Seit der Wahl 2004 besteht der Gemeinderat aus 14 Gemeinderäten. 7 werden von der CDU, 3 von der SPD, 3 vom Handels- und Gewerbeverband Großolbersdorf sowie einer von den Freien Wählern Hopfgarten gestellt.

Bürgermeister

  • 1990–2001 Ursula Staritz (CDU)
  • seit 2001 Henry Freund (Freie Wähler Hopfgarten)

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Großolbersdorf wurde am 21. März 1997 genehmigt. Es entstand aus den Wappen der beiden vorherigen Gemeinden Großolbersdorf und Hohndorf. Das Großolbersdorfer Wappen ist erstmals 1810 auf einem Siegelabdruck nachweisbar. Der Baum (Eiche) steht für Leben, Lebensfreude, Eigenständigkeit und Bodenständigkeit. Der Pflug steht für die Landwirtschaft. Mit dem Zackenrad am unterem Rad wird an das Handwerk und die Industrie im Ort erinnert.</br>

Das Symbol des Hohndorfer Wappens ist auf die ehemalige Pferdeabspanne „Schwarzes Ross“ an der ehemaligen Salzstraße zurückzuführen.

Partnerschaft

Großolbersdorf unterhält eine Partnerschaft mit der Gemeinde Rainau in Baden-Württemberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche in Großolbersdorf mit Altar von Johann Böhme von 1653

Museen

Im Dorfmuseum „Sättlerhaus“ wird das Leben in einem Strumpfwirkerhaus im 19. Jahrunhdert dargestellt. Weiterhin können eine Innungslade der Strumpfwirkerinnung sowie weitere Dokumente der Handwerkerinnungen des Ortes besichtigt werden.</br> Auch eine Ausstellung mit Weihnachtsdekoration (Pyramide, Weihnachtsberg) ist zu sehen.

Im Schnitzerheim kann ein 1936–1938 geschaffener Berg mit geschnitzten Szenen aus dem Leben von Karl Stülpner besichtigt werden.

Im weltweit einzigartigen Museum für Nummernschilder, Verkehrs- und Zulassungsgeschichte (Nummernschildermuseum) wird nicht nur die Geschichte und Entwicklung von Nummernschilder gezeigt, auch die Geschichte des Zulassungswesen wird thematisiert.

Es werden mehr als 3000 Nummernschilder ständig ausgestellt. Zu sehen sind außerdem weitere Informationen und Kuriositäten zu den Themen „Historische Fahrschule“, „alte Führerscheine und Kraftfahrzeugpapiere“, „alte Strafzettel“ und „Automobilclubs“.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Ort wird durch die B 174 sowie die Staatsstraße 228 erschlossen. Weiterhin erfolgt eine Anbindung durch die Kreisstraßen 8170: ScharfensteinHeinzebank und 8150: B 174Warmbad

Ansässige Unternehmen

Bildung

Im Ort befindet sich die Grundschule „Ewald Mende“.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Rolf Haase (* 30. Dezember 1929; † 14. Dezember 2002), seit dem 27. Januar 1991, für seine Beratertätigkeit nach der politischen Wende und dem Aufbau des Natur- und Heimatvereines
  • Gottfried Werner (* 2. Dezember 1910; † 11. Mai 2007), seit dem 27. Januar 1991, für sein volkskünstlerisches Schaffen
  • Kurt Seidel (* 23. März 1907; † 9. Januar 2002), seit dem 22. Januar 1994, für sein volkskünstlerisches Schaffen

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Johann Pufendorf ( -1602), erster Pfarrer des Kirchspieles Großolbersdorf, Großvater von Esaias und Samuel von Pufendorf
  • Karl Stülpner (1762–1841), Wildschütz, Rebell, Deserteur, auf dem Friedhof befindet sich seine Grabstätte
  • Ewald Mende (1883–1949), wurde nach Großolbersdorf zwangsversetzt, später Kreisratsvorsitzender
  • Johannes Pietzonka (1904–1989), Lehrer, Stülpner- und Heimatforscher, Übersetzer
  • Werner Spickenreuther (* 1930), Lehrer und Heimatforscher
  • Karl Sewart (* 1933), Schriftsteller, wuchs hier auf

Literatur

  • Johannes Reetz: Geschichte und Geschehen in der Kirchgemeinde Großolbersdorf. Selbstverlag, Großolbersdorf 1930

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks

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