Meinestadt.de - Großbreitenbach - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Ilm-Kreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Großbreitenbach | |
| Höhe: | 630 m ü. NN | |
| Fläche: | 19,62 km² | |
| Einwohner: | 2751 (30. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 140 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 98701 | |
| Vorwahl: | 036781 | |
| Kfz-Kennzeichen: | IK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 70 025 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 11-13 98701 Großbreitenbach |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Petra Enders (Großbreitenbach 2000) | |
Großbreitenbach ist eine Stadt im Ilm-Kreis in Thüringen.
Inhaltsverzeichnis |
Großbreitenbach liegt auf einer Hochfläche im Thüringer Wald. Die Stadt liegt in einer Höhe von 570 bis 660 m und zählt bereits zum Wassereinzugsgebiet der Schwarza. Nördlich von Großbreitenbach erhebt sich der Lange Berg, südöstlich liegt das Schwarzatal und westlich der Thüringer Wald.
Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Gillersdorf - Friedersdorf - Böhlen - Meuselbach-Schwarzmühle - Katzhütte - Altenfeld - Neustadt am Rennsteig - Möhrenbach
Großbreitenbach wurde 1399 erstmals erwähnt. Damals trug der Ort den Namen Breytenbach. Die Deutung des Namens gibt kaum Rätsel auf. Die ersten Siedler siedelten wahrscheinlich in der Nähe des heute gleichnamigen Baches in breiter Fläche. Möglich ist auch die Deutung aus dem mittelhochdeutschen gebreite als Ackerbreite oder Acker. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten, kann dies aber fast gänzlich ausgeschlossen werden.
Es wird von ersten Siedlungen im Jahre 1150 gesprochen, die aber sehr wahrscheinlich als falsch angenommen werden können, denn in einer Urkunde der Schwarzburger Grafen aus dem Jahre 1190 fehlt in diesem Gebiet jede Erwähnung.
Im Jahre 1550 wurden dem Ort dann die Marktrechte verliehen. 1621 wurde Großbreitenbach zum Flecken erhoben und 1855 wurde es schließlich Stadt. 1848 wurde hier im Zuge der Märzrevolution der fünfte Thüringer Volkstag durchgeführt. Der Schützenverein der Stadt wurde bereits 1603 gegründet. Er ist somit der älteste Verein der Stadt. Seit 1645 ist ein Pfarrhaus in Großbreitenbach bekannt. 1664 wurde eine erste Apotheke von Johann-Martin Mylius eröffnet. Seit 1779 gab es auch in Großbreitenbach Porzellanherstellung. Sie existiert jedoch heute nicht mehr. Im Jahr 1868 wurde Großbreitenbach von einem Stadtbrand großteils zerstört.
Die Eisenbahn erreichte die Stadt 1883 durch die Linie Ilmenau-Großbreitenbach. Das neue Großbreitenbacher Schulgebäude wurde 1912 eröffnet. 1915 wurde ein großes Glaswerk für Hohlglas erbaut. Es stand am Katzstein.
Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im Juli 1933 wurden 60 politische Gegner verhört, nochmals am 12. Oktober, wobei sich brutale Prügelszenen abspielten. Insgesamt wurden 46 Bürger Opfer politischer Verfolgung.[2]
Während des Zweiten Weltkrieges mussten 400 Frauen und Männer vorwiegend aus der Sowjetunion Zwangsarbeit verrichten: im Glas- und Metallwerk Carl Lincke, in der Zigarrenfabrik Carl Jul. Klein, im Sägewerk Carl Macholdt, in der Hohlglasindustrie Hermann Bulle, im Glaswerk Wiegand & Schmidt, in der Firma Siemens & Halske und im Forstamt.[3]
Am 11. April 1945 wurde die Stadt kampflos an die Truppen der US Army übergeben und damit Zerstörungen und zu erwartende Todesopfer verhindert. 1959 wurde der Campingplatz der Stadt eröffnet. 1965 eröffnete man ein Trainingszentrum für Biathlon, in dem auch Peter Sendel und die Geschwister Andrea und Manuela Henkel ihre ersten Trainingseinheiten absolvierten. 1984 wurde das Schulgebäude am Markt 13 umgebaut und als Haus 2 des Rathauses genutzt. Hier befindet sich heute die Ortsbibliothek von Großbreitenbach.
Großbreitenbach ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Großbreitenbach.
Der Rat der Stadt Großbreitenbach besteht aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren.
(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)
Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Petra Enders wurde am 28. November 2004 gewählt.
Blasonierung: „In Silber aus einem grünen mit drei goldenen Blumen belegten Dreiberg wachsend ein Wilder Mann mit Laubkranz und Laubschurz, in der Rechten ein blaues Malschloß, in der erhobenen Linken zwei dazugehörige blau Schlüssel.“
Das Wappen entstammt einem Gemeindesiegel aus dem 16.Jh. mit der Umschrift S. DER GEMEIN ZU BREIDENBACH V.D.D.W. (=uff dem Doringer Walde). Das eigenartig gestaltete Mal- und Anwurfschloß wird noch heute im Rathaus aufbewahrt. In einer Jahrmarktspredikt des Pfarrers Holtzhey aus dem Jahre 1702 wird ein Hinweis zu einem ruhmwürdigen Wald-Mal-Schloß gegeben; es sei notwendig gewesen, die Landstraße durch den Thüringer Wald zu verschließen bzw. zu verwahren, damit nicht Jedermann habe durchkommen können. Der Wilde Mann scheint ein Hinweis auf die Fürsten von Schwarzburg zu sein, der Dreiberg deutet auf die Lage der Stadt im Thüringer Wald hin, die Blüten erinnern an das Heilkräutersammeln. [4]
Der Alte Turm (auch Johannisturm) ist der Überrest der 1753 eingestürzten Johanniskirche. Die Barockkirche von 1680/90 ist die größte Holzfachwerkkirche Thüringens und weist spätgotische Altäre und Barockstatuen auf. Sehenswert sind außerdem das Rathaus mit dem Fürstenbrunnen am Markt sowie das Thüringer Kloßpressenmuseum.
Das Großbeitenbacher Schwimmbad zählt mit einer Wasserfläche von 4000 m² zu den größten Freibädern der Region. Unmittelbar angrenzend gibt es auch einen Campingplatz.
Ein Denkmal aus dem Jahr 1965 an der Ecke Süd-/Parkstraße neben der Schule, die zu DDR-Zeiten den Namen Theodor Neubauers trug, erinnert an alle Opfer des Faschismus.
Früher war der VEB Relaistechnik der wichtigste Arbeitgeber in der Stadt. Heute sind in Großbreitenbach vor allem Unternehmen der Metallindustrie, Kunststoffindustrie und Glasindustrie ansässig.
Von Großbreitenbach führen Straßen nach Gehren (Landesstraße 1047), Katzhütte, Böhlen und Altenfeld. Von 1883 bis 1998 hatte die Stadt einen Eisenbahnanschluss an der Ilmenau-Großbreitenbacher Eisenbahn.
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