Meinestadt.de - Grimmen - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | ||
| Landkreis: | Nordvorpommern | ||
| Höhe: | 9 m ü. NN | ||
| Fläche: | 50,29 km² | ||
| Einwohner: | 10.821 (30. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 215 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 18507 | ||
| Vorwahl: | 038326 | ||
| Kfz-Kennzeichen: | NVP | ||
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 57 036
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| Stadtgliederung: | 12 Ortsteile | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 18507 Grimmen |
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| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Benno Rüster (CDU) | ||
| Lage der Kreisstadt Grimmen im Landkreis Nordvorpommern | |||
| Datei:Grimmen in NVP.png | |||
Grimmen ist die Kreisstadt des Landkreises Nordvorpommern im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt besitzt eine reizvolle Altstadt, die Umgebung ist ein Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr. Die Stadt ist eines der 18 Mittelzentren des Landes.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt Grimmen befindet sich im südöstlichen Teil des Landkreises Nordvorpommern und liegt am Fluss Trebel. Grimmen ist knapp 30 km südlich von der Hansestadt Stralsund und 30 km westlich von der Hansestadt Greifswald entfernt. An der Stadt vorbei verlaufen ferner die Eisenbahnstrecke Stralsund–Demmin–Neubrandenburg–Neustrelitz, die Bundesstraße 194 und die Bundesautobahn 20.
Das Gebiet der Kreisstadt wird im Westen vom Amt Franzburg-Richtenberg, im Norden vom Amt Miltzow und im Süden und Osten von der Gemeinde Süderholz begrenzt.
Die Stadt umfasst folgende Ortsteile:
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Im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend:
Wittenhagen, Wilmshagen, Süderholz, Wendisch Baggendorf, Splietsdorf, Papenhagen
Der Name der einst slawischen Stadt lautete um 1220 Grimme und er wandelte sich nur sehr wenig, so 1272 in Grymme, 1279 in Grimmenn, dann schon 1325 in das heutige Grimmen und 1349 auch in Grymmen. In dem altpolabischen Flurnamen steckt das Substantiv grim, was als Fläche umgeben von nassen Wiesen übersetzt werden könnte.
Vom 9. bis zum 10. Jahrhundert wanderten in die Region um Grimmen die slawischen Lutizen ein, nachdem die dort siedelnden Germanische Bevölkerung abgewandert war. Die ersten urkundlichen Hinweise auf slawische (wendische) Siedlungen im Bereich der Stadt Grimmen lassen sich auf das Jahr 1220 datieren.
Vermutlich nach 1250 gründeten zugewanderte Handelsleute und Handwerker aus Niedersachsen, Westfalen und vom Niederrhein den Ort Grimmen und legten planmäßig ein rasterförmiges Straßennetz an. Die erste urkundliche Erwähnung Grimmens gab es im Jahre 1267. Als Gründungsdatum der Stadt gilt jedoch heute die Ansiedlung des Vogts Berthold. Dieser kam als Vertreter der Landesfürsten im Jahre 1287 ins Gebiet der heutigen Stadt Grimmen. Dies beweist, dass Grimmen zu dieser Zeit bereits das Lübische Stadtrecht innehatte. Die tatsächliche Verleihungsurkunde ist heute jedoch nicht mehr vorhanden. Dementsprechend wurde 1987 das 700-jährige Bestehen der Stadt Grimmen gefeiert. 1305 wurde Grimme als stad genannt und 1306 existieren der Rat der Stadt und das Schloss.
1278 gehörte Grimmen noch zum Bistum Schwerin und ein Ritter Arnold gebot über den Ort. Kurz darauf überließ der Bischof Grimmen dem Rügenfürst Wizlaw II. und sein Stadtvogt Berthold führt zusammen mit dem städtischen Rat die Stadt. 1325 - nach dem Tode des letzten Rügenfürsten - kam Grimmen bis 1648 zum Herzogtum Pommern.
Der Bau der Stadtbefestigung erfolgte ab etwa 1264 und hauptsächlich im 14. Jahrhundert von 1320 bis 1340. Die noch vorhanden drei Tortürme stammen aus dem 15. Jahrhundert.
Die Stadtkirche St. Marien ist eine frühgotische Hallenkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (1275). Auch das Rathaus wurde schon ab 1400 erbaut und 1402 wird ein erster Jahrmarkt erwähnt. Die Alte Schule stammt aus dem 15. Jahrhundert.
Die mittelalterlichen Straßen lagen - wie man archäologisch im Jahr 2000 feststellte - etwa 1,20 bis 2,00 m unter dem heutigen Straßenniveau. Nachgewiesen wurden Straßen aus Holzbohlen (13. Jahrhundert) und Feldsteinpflaster (14. Jahrhundert). Auch quer zur Fahrtrichtung liegende Wasserleitungen aus dieser Zeit konnten nachgewiesen werden.
1536 erreichte die Reformation Grimmen und setzte sich in Pommern durch (1534, Landtag von Treptow an der Rega). 1546 stiftete Herzog Philipp I. von Pommern-Wolgast der Stadt drei "Buden" in der Schulstraße für die Versorgung der Armen sowie die Ziegelei, die Schlossmühle und eine Wassermühle.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrfach geplündert u.a. von den Truppen Wallensteins (1627). 1630 und 1632 kam auch noch große Stadtbrände hinzu. 1631 eroberten die Schweden die Stadt. Es schlossen sich 1637 schwedische Plünderungen an. Grimmen gehörte in der Folgezeit und formell ab 1648 (Westfälischer Friede) zum Königreich Schweden. In den Jahren 1695 bis 1697 fanden unter dem damaligen Bürgermeister Johannes Flittner grausame Hexenverfolgungen statt. Dabei wurden mindestens sieben vermeintliche Hexen hingerichtet.
1757 verwüstete wieder ein Stadtbrand den halben Ort. Im selben Jahr wurde bis 1759 Grimmen im Siebenjährigen Krieg von den Preußen besetzt. 1797 wurde nahezu die gesamte Stadt Opfer eines Großfeuers, das in einer Schmiede der Stadt ausbrach. Drei Jahre später, im Jahre 1800 besuchte der schwedische König Gustav Adolf IV. Grimmen und residierte während dieser Zeit im sogenannten Königshaus. 1807 besetzen die Franzosen im Vierten Koalitionskrieg gegen Preußen, Russland und Sachsen die Stadt und zerstörten Bereiche.
In der Schlussakte des Wiener Kongresses von 1815 wurde festgelegt, dass Schwedisch Pommern und somit Grimmen zu Preußen gehört. Ein Jahr später wurde Grimmen durch eine Verwaltungsreform zur Kreisstadt und erhält 1829 das Landratsamt.
1825 wurde die Stadtmauer abgetragen. 1838 nimmt das Amtsgericht in Grimmen in einem Neubau seine Arbeit auf. Im Jahre 1853 wurde die Stadt von der Cholera heimgesucht. 1878 erhält Grimmen einen Eisenbahnanschluss.
Im 19. Jahrhundert wuchs Grimmen über den durch die beseitigte Befestigungsanlagen gekennzeichneten Stadtkern hinaus und es entstanden vor dem Greifswalder Tor die Greifswalder Vorstadt sowie am Ende des 19. Jahrhunderts vor dem Mühlentor in Richtung des Bahnhofs neue Siedlungen. Südlich der Altstadt wurde der Stadtpark angelegt. 1898 war die Einweihung des Postgebäudes.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der kleine Jüdische Friedhof am Rande der Karlstraße beim Novemberpogrom 1938 geschändet, und seit 1945 wurde er überbaut. Kein Zeichen des Gedenkens erinnert an die jüdischen Opfer der Shoa aus Grimmen.
Am Ende des 2. Weltkriegs wurde Grimmen im April 1945 kampflos an die vorrückende Rote Armee übergeben.
Ab Mitte der 1960er Jahre entstanden zahlreiche neue Fabriken und landwirtschaftliche Betriebe, so auch 1962 der Betrieb Erdöl/Erdgas Grimmen. Im Ergebnis wuchs die Stadt beständig und neue Stadtteile wurden gegründet, so zwischen 1968 bis 1985 die Großwohnsiedlung Süd-West mit 2.868 Wohnungen in Plattenbauweise.
Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern und das Rathaus im Rahmen der Städtebauförderung grundlegend saniert; das geschlossene Stadtbild hat sich stark verbessert. 1994 wurde Grimmen Kreisstadt aus den Kreisen Stralsund, Grimmen und Ribnitz-Damgarten gebildet Landkreis Nordvorpommern (NVP). </br>1991 wurden auch die BEKRU-Werke als Hersteller von Fenster, Türen und Bauelemente gegründet. Das bestehende Autohaus Gerds vergrößerte sich 1993. Die e.dis-Energie richtete 1996 ihr Regionalzentrum in Grimmen ein. 2001 siedelte sich die Firma Guts-Gold an und wurde mit 230 Arbeitsplätzen (Stand 2001) zweitgrößter Arbeitgeber im Ort.
Im Zuge der Gebietsreform von 1994 wurde Grimmen zur Kreisstadt des neuen Landkreises Nordvorpommern. Seit dem 1. Januar 2004 gehört Stoltenhagen zur Stadt Grimmen. Damit hat die Stadt Grimmen weitere fünf Ortsteile dazubekommen.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1600 | 1.000 |
| 1712 | 850 |
| 1800 | 1.840 |
| 1900 | 3.616 |
| 1946 | 8.298 |
| 1990 | 14.242 |
| 1993 | 13.376 |
| 2000 | 11.585 |
| 2006 | 11.032 |
In Grimmen gibt es vier christliche Gemeinden, die der Pommerschen Evangelischen Kirchengemeinde St. Marien Grimmen, die Katholische Kirche - Rosenkranzkönigin, die der Neuapostolischen Kirche sowie die Evangelisch-Freikirchliche-Gemeinde (Baptisten).
Bürgermeister ist seit 2001 Benno Rüster (CDU).
Siehe: Liste der Bürgermeister von Grimmen
Das Wappen wurde 1865 vom Magistrat der Stadt festgelegt und unter der Nr. 202 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Silber ein schwebender, vierstufiger roter Mauergiebel aus dem ein schwarzer Greif mit goldener Bewehrung aufwächst.“
Das Wappen wurde 1998 von dem Weimarer Michael Zapfe neu gezeichnet.
Die Flagge der Stadt besteht aus silberem (weißem) Tuch und ist in der Mitte mit den Figuren des Stadtwappens in flaggengerechter Tingierung belegt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.
Die Stadt Grimmen pflegt Partnerschaften mit fünf Städten aus Frankreich, Polen, Niedersachsen und Schweden. Die Partnerstädte sind Chateaulin, Czaplinek (Tempelburg), Kamien Pomorski (Cammin) und Staffanstorp. In Deutschland ist die Partnerstadt Osterholz-Scharmbeck.
Die historische Altstadt mit dem rasterförmigen Straßennetz in einem ovalen Stadtgrundriss ist als ganzes eine bemerkenswerte mittelalterliche Stadtanlage mit 72 Einzeldenkmalen (2001).
Grimmen besitzt einen Tierpark, in dem über 250 Tiere aus 50 verschiedenen Arten besichtigt werden können. Der Park wurde 1957 eröffnet und ist durch die eine große Vielfalt an Pflanzen und Grünflächen gekennzeichnet.
Der Theologe und Übersetzer skandinavischer Literatur Gottlieb Christian Friedrich Mohnike wurde 1781 in Grimmen geboren. Aus Grimmen stammen ebenfalls die Journalistin Heike Götz (* 1964) sowie die Leichtathletin und Olympiateilnehmerin Ines Müller (* 1959).
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