Mittwoch, 23.05.2012



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Göhrde

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Göhrde (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen fehlt
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Göhrde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Göhrde hervorgehoben
53.1510.88333333333377Koordinaten: 53° 9′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüchow-Dannenberg
Samtgemeinde: Elbtalaue
Höhe: 77 m ü. NN
Fläche: 40,71 km²
Einwohner: 673 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29473
Vorwahl: 05862
Kfz-Kennzeichen: DAN
Gemeindeschlüssel: 03 3 54 006
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: An der Bundesstraße 9
-Metzingen
29473 Göhrde
Bürgermeister: Dietmar Harlfinger (FDP)

Göhrde ist eine Gemeinde im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen (Deutschland). Sie hat ca. 700 Einwohner und gehört zur Samtgemeinde Elbtalaue.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde ist Teil des Naturparks Elbufer-Drawehn.

Der an die Gemeinde angrenzende Staatsforst Göhrde ist das größte zusammenhängende Mischwaldgebiet Norddeutschlands.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Göhrde besteht seit der Gemeindegebietsreform von 1972 aus zwölf Ortsteilen. Zusätzlich existieren der Hof Kamerun und vier Forsthäuser. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Metzingen.

  • Bredenbock
  • Dübbekold
  • Göhrde
  • Govelin
  • Kollase
  • Metzingen (Hauptort der Gemeinde)
  • Plumbohm
  • Sarenseck
  • Schmardau
  • Schmessau
  • Tollendorf
  • Wedderien
  • Forsthaus Mailage
  • Forsthaus Nadlitz
  • Forsthaus Schnadlitz
  • Forsthaus Zienitz
  • Hof Kamerun

Die Forsthäuser gehörten, wie auch Kollase, vor 1972 zur Gemeinde Göhrde, Hof Kamerun zur Gemeinde Sarenseck. Dübbekold wurde 1972 aus dem Landkreis Lüneburg in den Landkreis Lüchow-Dannenberg eingegliedert.

Geschichte

Großsteingrab (Leitstade II) in der Göhrde, im Hintergrund die Bahnlinie von 1874

Archäologische Funde lassen auf eine Besiedelung der Göhrde bereits in prähistorischer Zeit schließen. Zu den Bodendenkmälern in der Göhrde gehören vor allem zwei jungsteinzeitliche Großsteingräber bei Grünhagen (bezeichnet als Leitstade I und II), die auf 2500 Jahre v. Chr. datiert werden.

Die Göhrde war seit dem frühen 18. Jahrhundert ein beliebtes Jagdgebiet der Adligen. In den Jahren 1706-09 wurde im heutigen Ortsteil Göhrde nach Plänen von Louis Remy de la Fosse ein großes dreistöckiges Schlossgebäude mit etwa 100 Räumen sowie mehrere Nebengebäude errichtet.

Am 16. September 1813 besiegte die alliierte Nordarmee (v.a. russische und preußische Truppen) etwa 20 Kilometer westlich von Dannenberg (Elbe) bei Lüben (im Landkreis Lüneburg) die französischen Truppen Napoleons I. in der Schlacht an der Göhrde.

Nach 1819 wurden einzelne Gebäude des Jagdschlosses, 1827 auch das Schloss selbst abgebrochen. Erst nach der Errichtung des Königreiches Hannover 1837 renovierte man einige Gebäude, und die Göhrde wurde wieder zum fürstlichen Jagdrevier.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Bau einer Eisenbahnlinie, der Wendlandbahn, durch die Göhrde mit der Station Bahnhof Göhrde (1874 Eröffnung der Linie Buchholz-Lüneburg-Dannenberg-Wittenberge), die heute noch bis Dannenberg führt. Seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts (ab 1995) ist diese Verbindung überregional durch die jährlichen Castor-Transporte in das Atommüll-Zwischenlager Gorleben bekannt geworden, die über diese Strecke zum Verladebahnhof Dannenberg führen. Die Proteste gegen diese Transporte und das massive Aufgebot der Polizei haben die Gemeinde seitdem geprägt. So bieten Anwohner jedes Jahr Hunderten von Atomkraftgegnern ihre Scheunen und Häuser zur Übernachtung an. Die bundesweite Anti-Atom Zeitschrift "anti atom aktuell" hat ihre Redaktion im Ortsteil Tollendorf.

Im Kalten Krieg war Sarenseck Standort einer Dauereinsatzstellung des Tieffliegermelde- u. Leitdienst der Luftwaffe (DEST TMLD), IV. FmRgt/33

Die weiter südlich gelegene Eisenbahnlinie von Uelzen nach Dannenberg wurde 1981 für den Personenverkehr, in den neunziger Jahren ganz stillgelegt.

Die Gemeinde Göhrde wurde im Rahmen der Gemeindegebietsreform von 1972 aus elf bis dahin selbstständigen Gemeinden gebildet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Göhrde hat 9 Mitglieder, die sich seit der Kommunalwahl 2006 auf folgende Parteien und Wählervereinigungen verteilen.

  • FDP - 4 Sitze
  • CDU - 2 Sitze
  • Grüne Liste Wendland - 2 Sitze
  • SPD - 1 Sitz

Bürgermeister

Bürgermeister ist Dietmar Harlfinger (FDP).

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Im ehemaligen Jagdschloss Göhrde ist das Bildungszentrum Jagdschloss Göhrde untergebracht, im ehemaligen Kaiserbahnhof Göhrde die "Bildungsstätte Bahnhof Göhrde". An der Straße zwischen den Ortsteilen Göhrde und Dübbekold befindet sich das Waldmuseum Göhrde des Landkreises Lüchow-Dannenberg.

Der Ortsteil Bredenbock verfügt über einen Kindergarten.

Siehe auch

Weblinks

en:Göhrde

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