Meinestadt.de - Geseke - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Arnsberg | ||||
| Kreis: | Soest | ||||
| Höhe: | 90-220 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 97,48 km² | ||||
| Einwohner: | 20.810 (30. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 213 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 59590 | ||||
| Vorwahlen: | 02942, 02954 (Eringerfeld), 02941 (Ermsinghausen) | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | SO | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 9 74 020
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| Stadtgliederung: | 8 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | An der Abtei 1 59590 Geseke |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Franz Holtgrewe (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Geseke im Kreis Soest | |||||
Geseke (
Geseke?/i) ist eine Mittelstadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Soest.
Geseke liegt am Hellweg, der heutigen B1 und grenzt im Süden an das Sauerland und im Osten an das Paderborner Land. Geseke ist eine Stadt im Kreis Soest.
Geseke liegt landschaftlich in der Geseker Börde, welche Teil der Hellwegbörde in der Westfälischen Bucht ist. Kleinräumig kann zwischen der nach Süden ansteigenden Abdachung der Haar sowie der flacheren Hellwegtalung nördlich des Hellweges unterschieden werden. Letztere geht nach Norden zu in die Obere Lippetalung über, die bereits zum Ostmünsterland zu rechnen ist. Im Südosten des Stadtgebietes reichen Ausläufer der Paderborner Hochfläche heran.
Die Entwicklung der Stadt Geseke wurde wesentlich durch die Kalksteinvorkommen und die Karstquellen am Hellweg beeinflusst.
Die längs der südöstlichen Umrandung des Münsterländer Kreide-Beckens im Bereich des Hellweges ausstreichenden Plänerkalksteine der Oberkreide bilden die Grundlage für eine ausgedehnte Zementindustrie im Raum Geseke. Seit ihrer Gründung gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat sie sich unter wechselnden Besitzverhältnissen fortentwickelt und bis heute ihre große Bedeutung in diesem Raum behalten. Durch den Abbau der Kalksteine sind im Süden der Stadt zahlreiche Steinbrüche entstanden, die das Landschaftsbild prägen.
Die Gewässer im Stadtgebiet (Geseker Bach und die Zuflüsse Völmeder und Störmeder Bach) werden sämtlich aus den für den Hellweg typischen Karstquellen gespeist und empfangen damit das austretende Karstgrundwasser des Haarstranges und der Paderborner Hochfläche. Eine Besonderheit sind die zahlreichen Trockentäler oder „Schledden“ im Verbreitungsgebiet der Kreide-Kalksteine südlich des Hellweges. Diese Täler führen nur zeitweise Wasser. Sie nehmen in der Hauptsache das Oberflächenwasser auf, das während der Schneeschmelze, bei Dauerregen oder starken Gewittern anfällt[1].
Innerhalb des Kreises Soest liegen westlich die Städte Erwitte und Lippstadt. Im Süden grenzt Geseke an Rüthen. Im Kreis Paderborn grenzt Geseke im Nordosten an die Stadt Salzkotten und im Süden an die Stadt Büren.
Bei der Gebietsreform zum 1. Januar 1975 werden Geseke und das damalige Amt Störmede auf Grundlage des „Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Münster/Hamm“[4] vom 9. Juli 1974 zur neuen Stadt Geseke zusammengelegt. Damit kommen mit dem ehemaligen Amt Störmede die Stadtteile Störmede, Ehringhausen, Mönninghausen, Bönninghausen, Eringerfeld und Ermsinghausen zur Kernstadt hinzu. Die Dörfer Esbeck, Rixbeck, Bökenförde und Dedinghausen, die ebenfalls zum Amt Störmede gehören, werden in die Stadt Lippstadt eingegliedert.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes[5]. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Ab 1975 umfasst die Einwohnerzahl das ehemalige Amt Geseke und das ehemalige Amt Störmede in der durch die Gebietsreform entstandenen Stadt Geseke.
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Zum 31. Dezember 2005 sind dabei 22,1% der Einwohner zwischen 0-18 Jahre, 13,0% zwischen 18-30, 47,7% zwischen 30-65 und 17,2% über 60 Jahre. Der Anteil ausländischer Einwohner beträgt 4,9%. Die Arbeitslosenquote liegt bei 10,2%[6].
Dem Stadtrat gehören aktuell die CDU mit 19 Sitzen, die SPD mit 10 Sitzen, die FDP mit 5 Sitzen und die Bürgergemeinschaft mit 4 Sitzen an. Die Grünen waren lange Zeit ebenfalls im Stadtrat vertreten, traten aber bei der letzten Kommunalwahl in Geseke nicht an.
seit Mai 1995 hauptamtlicher Bürgermeister: Franz Holtgrewe (CDU)
Das aktuelle Wappen der Stadt Geseke wurde am 17. August 1977 genehmigt. Vorher hatte die Stadt ein Wappen mit einem silbernen Kreuz, welches am 16. November 1902 genehmigt wurde. Das silberne Kreuz wird bereits seit dem frühen Mittelalter auf Siegeln verwendet. Älteste bekannte Benutzung datiert auf das Jahr 1237. Das Kreuz ist vom Wappen Kurkölns, dem Kurkölnischen Kreuz, abgeleitet, einem schwarzen Kreuz auf silbernen Grund. Das Kreuz wurde um 1700 erstmals als offizielles Stadtwappen genutzt[7].
Das Wagenrad wurde als Zeichen des Amtes Störmede in das Wappen aufgenommen, welches im Rahmen der Gebietsreform mit der Stadt Geseke vereint wurde.
Die Stadt Geseke unterhält seit dem 5. Mai 1978 eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Loos in Frankreich. Loos liegt in Nordfrankreich in unmittelbarer Nähe zu Lille.
Im Jahre 1983 war Geseke einer der Mitbegründer des neuen Westfälischen Hansebundes.
Im sechsten/siebten Jahrhundert befindet sich auf dem Gebiet des heutigen Gesekes eine frühmittelalterliche Siedlung. Bei Ausgrabungsarbeiten wird 1973 ein fränkischer Töpferofen auf dem Stiftsgelände in der Innenstadt entdeckt, welche zu dieser Zeit von (Land-)Adeligen betrieben werden. Der Ofen gilt daher als Zeichen dafür, dass die fränkische Siedlung im sächsischen Gebiet bereits lange vor den „offiziellen“ Karolingischen Eroberungen, deren weitgehender Abschluss im Jahr 799 (Treffen von Kaiser und Papst in Paderborn) gesehen wird, existierte.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Geseke findet sich in einer Schenkungsurkunde Ludwigs des Frommen aus dem Jahre 833. Damit wird zugleich ein karolingisches Königsgut in Geseke nachgewiesen.
Im Jahre 946 gründet die Familie der Haolde zu Ehren der Hl. Jungfrau und des Hl. Cyriakus ein Damenstift in Geseke. Sechs Jahre später bestätigt König Otto I. die Gründung und nimmt das Damenstift unter seinen Schutz. Erste Äbtissin wurde Wichburg aus dem Geschlecht der Haolde. Die Bezeichnung Gesekes als „civitas“ und die Erwähnung einer Befestigung, sind Zeichen für die Bedeutung des Ortes.
Im Jahre 1011 erfolgt die Schenkung der umfangreichen Grafschaft Haolds II. an Bischof Meinwerk von Paderborn durch Kaiser Heinrich II.. Damit wird auch das Geseker Gebiet den Bischöfen von Paderborn unterstellt. Drei Jahre später wird das Kanonissenstift an den Erzbischof von Köln übertragen.
1180 wird der Sachsenherzog Heinrich der Löwe durch Kaiser Friedrich Barbarossa gestürzt. Der Kölner Erzbischof wird mit dem Herzogtum Westfalen belehnt, zu dem auch die stadtähnliche Siedlung Geseke gehört. Geseke ist der wichtigste östliche Grenzort gegenüber dem Bistum Paderborn.
| um 1217 | Der Kölner Erzbischof Engelbert I. erhebt Geseke zur Stadt. Als Stadtverfassung wird das ursprünglich aus dem Soester Recht entwickelte Rüthener Stadtrecht übernommen. Wegen seiner Grenzfunktion gegenüber Paderborn und den damit verbundenen ständigen Unruhen, Übergriffen und Plünderungen wird Geseke nach der Stadterhebung zu einer imposanten Festung ausgebaut. Auf den alten Befestigungsanlagen wird eine 3 km lange Mauer (2,50 bis 3,00 m hoch und 1,20 - 1,50 m breit) mit 6 Toren und 9 Türmen errichtet. Nach außen dienen ein 5 - 6 m tiefer Wallgraben und ein Hagen als Schutzvorrichtung. |
| 1286 | Erste Erwähnung eines Gografen mit Sitz in Geseke: Zum Gerichtsbezirk Geseke gehörten die Ortschaften Störmede, Langeneicke, Ermsinghausen, Mönninghausen, Ehringhausen, Bönninghausen, Dedinghausen, Rixbeck und Esbeck. |
| 1294 | Die bisherige konfliktreiche gemeinsame Herrschaft von Köln und Paderborn wird durch einen Schiedsspruch beendet. Geseke wird endgültig dem Kölner Territorium eingegliedert. |
| 1317 | Pfarrteilung in Geseke: Die Stadtkirche und die Stiftskirche erhalten jeweils einen eigenen Pfarrbezirk. |
| 1348 | Der schwarze Tod wütet in Europa und macht auch vor Geseke nicht halt. In diesem Jahr gibt es eine Pest-Epidemie in Geseke, der zahlreiche Bürger zum Opfer fallen. |
| 1360 | Einteilung der Stadt in 4 Quartale oder Hoven: Osthove, Westhove, Nordhove und Mittelhove. Die Hoven haben wichtige Funktionen wahrzunehmen, vor allem bei der Stadtverteidigung und bei der Wahl von Bürgermeister und Rat. |
| 1374 | Stiftung des Hospitals zum Hl. Geist. |
| 1380 | Erster schriftlicher Beleg für die Mitgliedschaft Gesekes in der 1356 gegründeten Städtehanse. [8] |
| 1412 | Die noch heute bestehende Geseker Schützenbruderschaft zu Ehren der Heiligen Fabian und Sebastian wird erstmalig erwähnt. Die Schützenbruderschaft trägt heute den Namen St. Sebastianus Schützenbruderschaft Geseke 1412 e.V.. |
| 1444-1449 | Soester Fehde: Während Geseke auf der Seite des Kölner Kurfürsten Dietrich II. von Moers steht, halten Lippstadt und Paderborn zu Soest. 1445 überfallen Soester und Lippstädter die Stadt Geseke. Es sind 8 Gefallene zu beklagen, unter ihnen auch der Bürgermeister Friedrich von der Borg. Als Folge dieses Überfalls schließen Geseke, Rüthen, Büren und Salzkotten 1446 ein Städtebündnis. |
| um 1465 | Der Maler Gert van Lon wird in Geseke geboren. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören u. a. die Fresken der Kirche in Verne, Weltgerichtsaltar im Dom zu Paderborn, der Hörster Kreuzigungsaltar und der Kreuzigungsaltar im Mindener Dom. |
| 1469-1480 | Der Geseker Johann Ymmink ist Weihbischof von Paderborn. 1476 - 1480 bekleidet er zudem das Amt des Generalvikars. |
| 1564 | Die lutherische Lehre wird in Geseke verbreitet. |
| 1584 | Unter dem neugewählten Kölner Kurfürsten Ernst von Bayern wird in Geseke ein Landtag abgehalten. |
| 1591 | Im Zuge der Truchsessischen Wirren wird die Stadt durch staatliche Truppen unter dem Befehl des Grafen von Oberstein besetzt und muss hohes Kontributionsgeld zahlen. |
| 1608 | Bau der Stiftsschule (sog. Trivialschule) durch das Damenstift. |
| 1613 | Die Pest wütet in Geseke. Viele Opfer sind zu beklagen. |
| 1622 |
Geseke kämpft unter Dietrich Othmar von Erwitte erfolgreich gegen Herzog Christian von Braunschweig und bleibt damit in Westfalen die einzige vom „tollen Christian“ nicht eroberte Stadt. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) eroberte Herzog Christian von Braunschweig, der „tolle Christian“, die Städte Paderborn, Soest und Lippstadt. Am 6. und 9. April 1622 greift er Geseke erfolglos an, das unter der Führung des Obersten Dietrich Othmar von Erwitte erbitterten Widerstand leistet. Geseke bleibt damals die einzige nicht eroberte Stadt Westfalens. Aus Dankbarkeit und als Erinnerung an dieses Ereignis findet noch heute an jedem 3. Sonntag nach Ostern eine Lobetagsprozession statt. Sie führt über die Wälle der Stadt zu den Stationen am Steintor, Lüdischen Tor und Viehtor. |
| 1633 | Ernennung des Johann von Crane zu Geseke zum Kaiserlichen Reichshofrat in Wien. 1648 ist Crane als Bevollmächtigter des Kaisers entscheidend an den Verhandlungen zum „Westfälischen Frieden“ in Münster beteiligt.
Geseke fällt nach achttägiger Belagerung in die Hände des Landgrafen Wilhelm von Hessen. |
| 1635-1636 | Abermals wütet die Pest, dabei wird die Bevölkerung Gesekes stark dezimiert. |
| 1637 | Gründung des Franziskanerklosters in Geseke. |
| 1664 | Bau des Handelshauses Dickmann. |
| 1687 | Eröffnung des durch die Franziskaner geleiteten Gymnasium Antonianum. Am 19. August 1686 genehmigte Kurfürst Maximilian Heinrich, dass die Franziskaner in Geseke ein Gymnasium von fünf Klassen übernahmen. Erbauung und Unterhaltung des Schulgebäudes waren Sache der Stadt Geseke. Die Stadt veranlasste daraufhin die Errichtung eines Gymnasiums. Namensgeber der Schule ist Antonius von Padua. |
| 1689 | 30. August: Großer Stadtbrand in Geseke, fast ein Viertel der Stadt wird vernichtet. |
| 1699 | Die Rote Ruhr wütet in Geseke. In zwei Monaten sind insgesamt 130 Todesfälle zu beklagen. |
| 17.-18. Jhd. | In dieser Zeit finden zahlreiche Hexenprozesse in Geseke statt. Der Volksmund prägt dabei den Begriff „Hexen-Geseke“. Ein kulturhistorisch wertvolles Zeugnis aus der Zeit der Hexenprozesse ist der Pulverturm in der Ostmauer der Wallanlagen, auch „Hexenturm“ genannt. Dort werden der Überlieferung nach die Hexen gefangen gehalten. Einen Hinweis, dass es in Geseke in dieser Zeit übermäßig viele Hexenprozesse durchgeführt werden, gibt es indes nicht. [9] |
| 1705 | Weihe der Maria-Hilf-Kapelle. |
| 1733 | Der Abt des Klosters Abdinghof, der gebürtige Geseker Meinwerk Kaup wird Weihbischof von Paderborn. Dieses Amt hat er bis 1745 inne. |
| 1802 | Nach Aufhebung des Kurfürstentums Köln untersteht mit dem Herzogtum Westfalen auch Geseke dem Landgrafen von Hessen-Darmstadt. |
| 1806 | Geseke hat 447 Häuser mit 2.741 Einwohnern. Davon waren 2.593 Einwohner katholischen, 14 Personen lutherischen und 134 Einwohner jüdischen Glaubens. |
| 1816 | Geseke wird preußisch und dem neugeschaffenen Kreis Lippstadt eingegliedert. |
| 1821 | Durch päpstliche Bulle wird das kölnische Westfalen dem Bistum Paderborn überwiesen, damit wird Geseke dem Paderborner Bischof unterstellt. |
| 1823 | Aufhebung des Damenstiftes St. Cyriakus. |
| 1834 | Aufhebung des Franziskanerklosters. |
| 1841 | In den Räumen des ehemaligen Franziskanerklosters wird die Provinzial-Pflegeanstalt, das spätere Landeskrankenhaus, eingerichtet. Mittlerweile ist das Landeskrankenhaus den Westfälischen Kliniken in Lippstadt-Benninghausen angegliedert.
Das Amt Störmede wird gebildet. Es besteht aus den Dörfern Störmede, Langeneicke, Ehringhausen, Ermsinghausen, Eringerfeld, Esbeck, Rixbeck, Bökenförde, Dedinghausen, Bönninghausen und Mönninghausen. Die Verwaltung sitzt zunächst in Ehringhausen und zieht später nach Störmede um. |
| 1850 | Inbetriebnahme der Bahnstation Geseke und der Eisenbahnlinie Hamm-Soest-Paderborn der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft. |
| 1854 | Gründung der städtischen Sparkasse Geseke. |
| 1868 | Unter dem Titel „westfälischer Volksfreund“ erscheint die erste Geseker Zeitung. Die erste städtische Straßenbeleuchtung - noch sind es Petroleumlampen - wird installiert. |
| 1870 | Aus dem 1811 eingerichteten Viehmarkt, später auch Krammarkt, wird der Gösselmarkt (Gössel=Gans) der 1933 mit einer Kirmes verbunden und zu einem großen Volksfest wird. |
Im Jahr 1892 erscheint die bis heute bestehende „Geseker Zeitung“ zum ersten Mal. Zwei Jahre später wird die Freiwillige Feuerwehr Geseke gegründet. 1899 wird die Bachstraße in der Innenstadt kanalisiert. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Straße ein offener Wassergraben. Daran erinnert noch heute die Quelle vor dem Krankenhaus, der sogenannte „Geseker Spring“.
Im Jahre 1900 wird die Bahnstrecke Geseke–Büren als Verbindungsstrecke zwischen der Bahnstrecke Hamm–Warburg und der Almetalbahn in Betrieb genommen und damit die Entwicklung der Zementindustrie gefördert, die für Geseke lange Zeit der wichtigste Wirtschaftszweig ist. Das Städtische Elektrizitätswerk beginnt in diesem Jahr mit der Stromerzeugung, die Straßenbeleuchtung wird elektrifiziert. Ein Jahr später folgt der Anschluss an das Fernsprechnetz.
Im Jahr 1914 wird nach zweijähriger Bauzeit das städtische Wasserwerk fertig gestellt und in Betrieb genommen. Zum Ende des ersten Weltkrieges im Jahr 1918 zählt Geseke 6.031 Einwohner.
War Geseke bisher streng katholisch wird 1933 die erste evangelische Kirche gebaut.
Bereits 1933, kurz nach der Machtergreifung Hitlers gibt es erste Anfeindungen gegenüber den jüdischen Mitbürgern in Geseke. So werden Flugblätter verteilt, die die Geseker Bevölkerung aufrufen, keinen Handel mit Juden zu betreiben[10].
Während der Novemberpogrome 1938 kommt es auch in Geseke in der Nacht vom 9. zum 10. November zu Ausschreitungen gegenüber den jüdischen Familien, die in Geseke leben. Die örtliche SS nimmt in der Folge diese, wie vielerorts auch, in „Schutzhaft“ und bringt sie in der Geseker Synagoge unter[10].
In den folgenden Jahren verlassen die wenigen in Geseke lebenden Juden entweder die Stadt oder werden in Konzentrationslager gebracht.
1935 wird bedingt durch die in dieser Zeit starke Glorifizierung von Kriegsgefallenen das Kriegerehrenmal am Rosenteich eingeweiht.
Blieb Geseke bisher lange von Angriffen verschont, fordern in den Jahren 1944-45 mehrere schwere Bombenangriffe unter anderem auf einen voll besetzten Flüchtlingszug im Geseker Bahnhof über 130 Todesopfer. Am 1. April 1945 wird die Stadt schließlich von Amerikanern besetzt.
Nach dem Krieg steigt die Einwohnerzahl durch den Zustrom von Flüchtlingen von 7.341 Einwohnern im Jahre 1938 auf 9.728 Einwohner im Jahre 1946. In den Jahren 1948-1952 entsteht die Siedlung „Auf den Strickern“ im Westen der Stadt um den weiter steigenden Einwohnerzahlen gerecht zu werden. Das Bevölkerungswachstum macht auch eine weitere katholische Gemeinde in der Stadt nötig und so erfolgt 1954 die Grundsteinlegung der katholischen Marienkirche im Süden der Stadt. Die Einweihung der Kirche erfolgt am 17. November 1957.
Aufgrund des in den sechziger Jahren immer weiter anwachsenden Individualverkehrs wird die Südumgehung der B1 um die Innenstadt gebaut, um den engen Hellweg mit seiner historischen Gebäudesubstanz von Durchgangsverkehr zu entlasten. Die Umgehung wird 1965 eingeweiht.
1968 gewinnt die Gesekerin Ingrid Becker (jetzt Ingrid Mickler-Becker) bei den Olympischen Spielen in Mexiko die Goldmedaille im Fünfkampf.
| 1974 | Die Stadt Geseke hat zum 31. Dezember 13.239 Einwohner. |
| 1975 | Im Zuge der Gebietsreform wird das Amt Störmede mit den Ortschaften Störmede, Ehringhausen, Ermsinghausen, Eringerfeld, Bönninghausen, Mönninghausen und Langeneicke mit der Stadt Geseke verbunden und dem neugebildeten Kreis Soest zugeordnet. Am 1. Januar hat die Gesamtstadt 19.940 Einwohner. |
| 1978 | Am 5. Mai unterzeichnen die Städte Loos in Frankreich und Geseke eine Städtepartnerschaft.
Die Freundschaftsurkunde hat nachstehenden Wortlaut:
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| 1983 | Am 25. Juni unterzeichnet Geseke nach über dreihundert Jahren nach dem Untergang der Hanse zusammen mit neunzehn anderen ehemaligen Hansestädten die Gründungsurkunde des Westfälischen Hansebundes. |
| 1985 | In Paris werden Loos und Geseke mit dem Friedenspreis für deutsch-französische Freundschaft ausgezeichnet.
In der südlichen Feldmark werden bei Ausgrabungen Grundmauern der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wüstung Elsinghausen freigelegt. Wissenschaftler stufen dies als einen Fund von überregionaler Bedeutung ein. |
| 1994 | Verleihung des Bundespreises (Bronzemedaille) für vorbildliche Integration von Aussiedlern an die Stadt Geseke.
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Geseke feiert ihr hundertjähriges Bestehen mit einem großen Fest. |
| 1996 | 22. September: Der gebürtige Geseker Prof. Dr. Reinhard Marx wird mit 43 Jahren im Dom zu Paderborn zum Weihbischof geweiht. Er ist damit der jüngste Bischof Deutschlands. Nach Bischof Johannes Ymminck (1469 - 1493) und Meinwerk Kaup (1733 - 1745) ist er der dritte Geseker, dem dieses hohe Amt anvertraut wird. |
| 1998 | Die Einwohnerzahl Gesekes (einschließlich der Stadtteile) überschreitet erstmals die Grenze von 20.000 Einwohnern. Im Jahre 1998 sind 20.097 Einwohner in Geseke registriert. |
| 2002 | 1. April: Prof. Dr. Reinhard Marx wird im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes im Hohen Dom zu Trier als neuer Bischof des Bistums Trier eingeführt. Mehrere tausend Gläubige, darunter über zweihundert Gesekerinnen und Geseker wohnen diesem außergewöhnlichen Ereignis bei. Es erfüllt große Teile der Geseker Bevölkerung mit Freude und Stolz, dass mit Prof. Dr. Marx ein gebürtiger Geseker als jüngster deutscher Bischof die älteste Diözese Deutschlands leitet. |
| 2008 | 2. Februar: Prof. Dr. Reinhard Marx wird Erzbischof von München und Freising. |
Geseke besitzt mit dem Hellweg-Museum ein Heimatmuseum im Haus Dickmann, einem mittelalterlichen Dielenhaus in 4-Ständerbauweise am Hellweg, Gesekes wichtigster Straße im Mittelalter. Neben einer geologischen und vorgeschichtlichen Sammlung verfügt das Hellweg Museum über eine sehenswerte volkskundliche Sammlung. Neben den obligatorischen Exponaten eines Heimatmuseums (Schlösser der Stadttore, Stadtansichten, etc.) und der erwähnten volkskundlichen Sammlung ist insbesondere die einzigartige Sammlung mittelalterlicher Fibeln erwähnenswert.
Im Stadtteil Eringerfeld befindet sich das Internationale Museum für textile Volkskunst. Das Museum zeigt Exponate textiler Volkskunst aus der ganzen Welt. Es werden vornehmlich Exponate aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert gezeigt.
Bis 1984 gab es auf dem Hellweg ein Kino in Geseke. Seitdem muss für Kinobesuche auf Lippstadt oder Paderborn ausgewichen werden. Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Bemühungen dieses Kino zu reaktivieren (der Kinosaal existiert noch in seinem ursprünglichen Zustand), dieses war aber bisher nicht erfolgreich.
Die Aula des Gymnasium Antonianums wird für größere musikalische Veranstaltungen und Theateraufführungen (wie z.B. der Neujahrsempfang) genutzt. Durchgeführt werden die meisten Veranstaltungen in der Aula durch den Kulturverein der Stadt.
In der Innenstadt um den Geseker Teich, dem Haus Toholte und der Kirche St. Cyriakus gibt es eine kleine Parkanlage.
Geseke besitzt insgesamt sechs Friedhöfe, jeweils einen in der Kernstadt an der Delbrücker Straße, in Ehringhausen, Störmede, Langeneicke, Mönninghausen. An der Ehringhauser Straße befindet sich ein jüdischer Friedhof, der allerdings nicht mehr für Bestattungen genutzt wird.
Die Geseker Landfrauen geben seit 1982 das „Geseker Hexenkochbuch“ mit handgeschriebenen regionalen Kochrezepten heraus. Dieses Ringbuch mit handgeschriebenen Rezepten war eine der ersten Sammlungen mit erprobten Rezepten von Landfrauen. Mehr als 800.000 Exemplare wurden von diesem „Klassiker“ bereits verkauft. Der Erlös geht an die Lebenshilfe Lippstadt, die geistig und körperlich behinderte Menschen betreut.
Die wichtigste Verkehrsanbindung erhält Geseke durch die B 1, die die Stadt von Westen nach Osten durchzieht. Die B1 ist inzwischen im Stadtgebiet zurückgebaut, alle Kreuzungen sind durch Kreisverkehre ersetzt worden. Weiterhin besitzt Geseke im Süden der Stadt eine Anbindung an die A 44 von Dortmund nach Kassel (AS Geseke). Über relativ gut ausgebaute Landstraßen ist Geseke u.a. mit der Nachbarstadt Lippstadt verbunden.
Die Stadt verfügt über zwei Stadtbuslinien (Linie 692 und 695) und Regionalbuslinien nach Lippstadt (Linie R63), Paderborn (Linie 493) und Büren (Linie 465). Daneben gibt es noch vier nur im Schülerverkehr betriebene Buslinien (Linien 691, 693, 694 und 540). Die Stadtbuslinie 692 ist in Mönninghausen mit der Regionallinie R64 nach Lippstadt verknüpft. Betreiber der Linien sind Busverkehr Ostwestfalen (BVO) und Ruhr-Sieg (BRS).
Das Busangebot der regelmäßig verkehrenden Linien deckt jedoch nicht das gesamte Stadtgebiet ab. Teilweise müssen lange Fußwege in Kauf genommen werden, um eine Haltestelle zu erreichen. Aufgrund von Mittelkürzungen musste zudem das Fahrangebot der erst von einigen Jahren eingerichteten Stadtbuslinie 695 gekürzt werden.
Bis 2002 war der zentrale Treffpunkt der Bahnhofsvorplatz. Aufgrund beengter Verhältnisse auf diesem ist westlich des Bahnhofsgebäudes ein neuer, heller, mit viel Glas gestalteter Busbahnhof auf dem Gelände der ehemaligen Güterabfertigung entstanden, der allerdings etwas überdimensioniert ist.
Der Bahnhof Geseke liegt an der Bahnstrecke Hamm–Warburg. Er wird im Halbstundentakt von der Regionalbahn RB 89 Ems-Börde-Bahn (Münster–Hamm–Paderborn–Warburg) bedient. Ein weiterer Haltepunkt befindet sich im Stadtteil Ehringhausen.
Auf der 1900 eröffneten, ehemals nach Büren verlaufenden Bahnstrecke Geseke-Büren wurde der Personenverkehr 1952 eingestellt. Sie ist heute weitestgehend stillgelegt und führt nur noch zu den im Süden der Stadt liegenden Zementwerken und wird als Industriegleis von der WLE, der EGP und der WAB genutzt.
Im Zuge des Neubaus eines Busbahnhofs wurde 2002 das gesamte Bahnhofsareal neu gestaltet und mit großzügigen, überdachten Fahrradständern und Pendlerparkplätzen ausgestattet. Behindertengerecht ist zurzeit nur der Zugang zu Gleis 1 ausgebaut. Seit Anfang 2007 steht zudem eine Radstation in der ehemaligen Gepäckannahme zur Verfügung. Als einer der wenigen kleinen Bahnhöfe besitzt der Bahnhof auch noch einen Fahrkartenschalter. Seit 2007 befindet sich im Hauptgebäude ein größerer gastronomischer Betrieb mit Musikbistro, Kneipe und Cafe, der Ollywood genannt wird.
Zuständig für die Organisation des Schienenverkehrs in der Region ist der Zweckverband SPNV Ruhr-Lippe.
Der Flughafen Paderborn/Lippstadt liegt rund 10 Kilometer südlich der Stadt und etwa 2 Kilometer vom Ortsteil Ahden der Stadt Büren entfernt. Angeboten werden verschiedene inländische Ziele, wie Frankfurt am Main, Stuttgart, München, aber auch ausländische Ziele wie London, Manchester, Bournemouth, Zürich und Wien. Darüber hinaus starten viele Chartermaschinen in südliche Urlaubsziele.
Der Flughafen ist direkt über die B 1 und einem ausgeschilderten Flughafenzubringer sowie von der A 44 über die Abfahrt Büren erreichbar. Eine direkte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr besitzt der Flughafen nur von Paderborn und Büren aus (Schnellbuslinie 400). Von Geseke aus kann der Flughafen per Bus über einen vertakteten Umstieg in Büren erreicht werden.
Durch das Gebiet der Stadt Geseke verlaufen die Fernradwege R6 (Dämmerwald bei Wesel nach Willebadessen) und R 47 (Dümmersee nach Bad Laasphe) sowie die Themenrouten Hellweg-Route und Zabel-Fernroute, benannt nach dem international erfolgreichen Radrennfahrer Erik Zabel. Geseke ist in das landesweite Radverkehrsnetz NRW integriert, das alle Städte und Gemeinden des Landes mit einer einheitlichen Wegweisung verbindet.
Auf örtlicher Ebene kann das gesamte Gebiet der Stadt Geseke durch mehrere ausgeschilderte Rundwege erfahren werden. Das Gelände und das Gebäude des Geseker Bahnhofs bieten sichere und geschützte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder in ausreichender Zahl.
Wichtige ansässige Unternehmen sind
Insgesamt sind in Geseke eher mittelständische Unternehmen zu finden. Ansiedlungen von größeren Unternehmen, wie z.B. ein Hella- oder BMW-Werk auf dem Areal zwischen Geseke und Salzkotten sind in der Vergangenheit gescheitert.
Bis 1974 erschien in Geseke die Geseker Zeitung als eigenständige Zeitung, seit der Übernahme durch den Patrioten gibt es für Geseke nur noch einen Regionalteil im Patrioten, wobei die Redaktion nach wie vor in Geseke sitzt. Bei der Übernahme wurde allerdings vereinbart, dass der Name „Geseker Zeitung“ bestehen bleibt. Dadurch erscheint der Patriot im Stadtgebiet von Geseke unter dem Namen „Geseker Zeitung“.
Weiterhin erscheinen in Geseke die werbefinanzierten Wochenblätter Neue Regionale und aus Lippstadt der Wochentip.
Ehrenbürger der Stadt Geseke[11]
Ehrenringträger der Stadt Geseke[11]
Ehrennadelträger der Stadt Geseke[11]
Bönninghausen | Ehringhausen | Eringerfeld | Ermsinghausen | Geseke | Langeneicke | Mönninghausen | Störmede
Anröchte | Bad Sassendorf | Ense | Erwitte | Geseke | Lippetal | Lippstadt | Möhnesee | Rüthen | Soest | Warstein | Welver | Werl | Wickede (Ruhr)
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