Meinestadt.de - Gernsheim - 23.05.2012
Lexikon - meinestadt.de
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Groß-Gerau | |
| Höhe: | 89 m ü. NN | |
| Fläche: | 40,11 km² | |
| Einwohner: | 9589 (30. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 239 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 64579 | |
| Vorwahl: | 06258 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GG | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 33 004 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Stadthausplatz 1 64579 Gernsheim |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rudolf Müller (CDU) | |
Gernsheim ist eine Stadt im hessischen Kreis Groß-Gerau und liegt am Rhein.
Inhaltsverzeichnis |
Gernsheim liegt südwestlich der Stadt Darmstadt, direkt am östlichen Rheinufer, südlich des Altrheins bei Stockstadt am Rhein im Rhein-Main-Gebiet. Landschaftlich zählt es zum Hessischen Ried.
Gernsheim grenzt im Norden an die Gemeinde Biebesheim und die Stadt Riedstadt (alle Landkreis Groß-Gerau), im Osten an die Stadt Pfungstadt und die Gemeinden Bickenbach und Alsbach-Hähnlein (alle Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Süden an die Stadt Bensheim und die Gemeinden Einhausen und Groß-Rohrheim (alle Kreis Bergstraße), sowie im Westen an die Gemeinde Hamm (Landkreis Alzey-Worms).
Gernsheim besteht aus den Stadtteilen Allmendfeld, Gernsheim und Klein-Rohrheim.
Vorläufer der heutigen Stadt Gernsheim war ein römisches Kastell aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert. Ein 1972 in der Siegfriedstraße ausgegrabener Säulenstumpf stammt noch aus dieser Zeit. Das Kastell wurde spätestens im 3. Jahrhundert verlassen, als die Römer das rechte Rheinufer aufgaben.
Nach der Völkerwanderung wurde Gernsheim ein fränkischer Königshof (Ersterwähnung 852 in einer Urkunde Ludwig des Deutschen). 908 gelangte dieser in den Besitz des Klosters Lorsch (Erwähnung im Lorscher Codex) und 1232 unter die Herrschaft von Kurmainz, die bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 währte. So erklärt es sich, dass das Mainzer Rad heute im Wappen einer hessischen Stadt erscheint. Stadtrecht bekam Gernsheim 1356 mit einer Urkunde Karls IV.; es wurde befestigt und erhielt ein Wasserschloss als kurfürstliche Residenz.
Um 1425 wurde Peter Schöffer, Mitarbeiter Johannes Gutenbergs bei der Erfindung des Buchdrucks, in Gernsheim geboren. Die Stadt Gernsheim, die ihm 1836 auf dem heute nach ihm benannten Platz ein steinernes Denkmal setzte (gehauen von Johann Baptist Scholl aus Darmstadt), feiert den 1503 in Mainz verstorbenen Drucker als größten Sohn der Stadt und nennt sich heute offiziell Schöfferstadt.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Gernsheim durch die Schweden geplündert. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde es durch die Truppen Generals Ezéchiel de Mélac 1689 in Brand gesetzt.
1803 kam Gernsheim im Zuge der Zerschlagung des kurfürstlichen Territoriums der Mainzer Erzbischöfe zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (ab 1815 Großherzogtum Hessen). Im 19. Jahrhundert wurde die Stadtbefestigung geschleift, die Vorstadt erweitert, die Stadt an die Rheinschifffahrt und eine Eisenbahnlinie angeschlossen, und erste Industrieanlagen entstanden.
Am 26. März 1945 wurde Gernsheim bei einem amerikanischen Artillerie-Angriff zu 40 % zerstört.
Der Wiederaufbau in den 1950er Jahren ging rasch vonstatten, und Gernsheim nahm eine große Zahl von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten auf, deren Nachfahren heute noch im Städtischen Museum eine "Ostdeutsche Heimatstube" unterhalten.
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 54,2 | 17 | 49,3 | 15 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 25,8 | 8 | 30,8 | 10 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 7,4 | 2 | 8,7 | 3 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 5,7 | 2 | 3,7 | 1 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft e.V. | 6,9 | 2 | 7,6 | 2 |
| Gesamt | 100 | 31 | 100 | 31 | |
| Wahlbeteiligung in % | 44,8 | 52,3 | |||
Die Bausubstanz des Ortskerns ist heterogen, was sich durch die Kriegszerstörungen erklärt; es dominiert Putz mit Flachdächern. Einzelne historische Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert haben sich in der Magdalenenstraße und in den benachbarten Straßenzügen erhalten, beispielsweise das Haus Zur Krone (Nr. 37) mit entsprechendem Emblem und Inschrift, der Komplex Nr. 64-68 sowie ein Langbau am Peter-Schöffer-Platz (1711) mit Torbogen von 1560 und Sonnenuhr von 1790 (Haus Nr. 71).
Durch die Riedlandschaft am Rhein mit Weiden und Schilf führt der Rheinradweg.
Der Gernsheimer Stadtwald ist ebenfalls beliebt bei Radfahrern und Joggern; es werden auch naturkundliche Wanderungen organisiert. Der lokale Natur- und Vogelschutzverein hat hier seinen Standort.
1996 wurde ein 18-Loch-Golfplatz auf dem Gelände des aufgegebenen Bruchhofs gebaut; er gehört seit 2006 zum Verbundsystem der Golfanlagen Weiland.
Einer der bekanntesten Gernsheimer Sportvereine ist die Tanzsportgemeinschaft Blau-Silber, die im Bereich des Garde- und Schautanzsport zu Deutschlands erfolgreichsten Vereinen zählt. Die TSG Blau-Silber ist mehrfacher Hessen-, Deutscher- und Europameister. Das Land Hessen zeichnete den Verein im Jahr 2003 für seine „beispielhafte Vereinsarbeit“ mit dem Förderpreis des Landessportbundes aus, dem so genannten Heinz-Lindner-Preis.
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