Mittwoch, 23.05.2012



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Garding

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Garding
Garding
Deutschlandkarte, Position der Stadt Garding hervorgehoben
54.3305555555568.78055555555562Koordinaten: 54° 20′ N, 8° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Eiderstedt
Höhe: 2 m ü. NN
Fläche: 3,06 km²
Einwohner: 2666 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 871 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25836
Vorwahl: 04862
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 036
Adresse der Amtsverwaltung: Welter Str. 1
25836 Garding
Webpräsenz:
Bürgermeister: Ranjet Biermann (CDU)
Lage der Stadt Garding im Kreis Nordfriesland
Karte

Der Luftkurort Garding befindet sich im Kreis Nordfriesland, Schleswig-Holstein (Deutschland), in der Mitte der Halbinsel Eiderstedt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Verkehr

Bahnhof Garding

Der Ort liegt auf einem Geestrücken (Düne) im Zentrum der Halbinsel Eiderstedt. Die Stadt ist der wirtschaftliche Mittelpunkt der Landschaft und liegt mit eigenem Haltepunkt an der Bahnstrecke Husum–Bad St. Peter-Ording sowie direkt an der B 202.

Geschichte

Garding existierte wahrscheinlich schon vor der Kirchgründung im Jahre 1109 mit ähnlichem Namen. Der Ort selbst wurde um 1187 in einer Urkunde des Lundener Erzbischofs erstmals namentlich genannt und 1231 erwähnt das Waldemar-Erdbuch Giaethningheret, die (Gardingharde). 1300 wurde der Ort als Gherdinghe erwähnt, außerdem tauchten die Schreibweisen Gerdingen (1438) und Gardingk (1509) auf. Diese unterschiedlichen Schreibweisen können auch mit der Entwicklung der Umgangssprache in Garding und auf Eiderstedt zusammenhängen.

Seit 1575 gibt es einen Wochenmarkt, der bis heute jeden Dienstag abgehalten wird.

Das Stadtrecht erhielt Garding am 12. Oktober 1590, etwa zur selben Zeit wie Husum (1603) und Tönning (1590).

Jahrhunderte lang besaß Garding einen Hafen (um 1912 zugeschüttet; die Norderbootfahrt ist ein letzter Zeuge), der das Stadtbild prägte und das Wirtschaftsleben bestimmte. Als Hafenstadt hatte Garding nach Fertigstellung der Norder- und Süderbootfahrt (um 1612) über die Häfen Katingsiel und Tönning fast bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Handelsverbindungen nach England und anderen Ländern. Von 1867 bis 1959 war Garding Sitz eines Amtsgerichts.

Stadtbild

Die Altstadt ist um die Kirche herum gruppiert, auf die die Straßen sternförmig zulaufen. Die St. Christians-/St. Batholomäus-Kirche befindet sich in Gardings Ortsmitte auf einer elf Meter hohen Warft, der höchsten Erhebung Eiderstedts. Der Kirchturm ist noch heute der höchste Punkt Eiderstedts und diente lange als Seezeichen. Mit ihrem gotischen Orgelprospekt von 1512 enthält sie den ältesten Orgelprospekt Nordeuropas.[1] Das ehemals gotische hohe, spitze Dach tauschte die Kirche bei einer Renovierung 1854 gegen ein besser in die Landschaft passendes und vor allem weniger windanfälliges, niedrigeres Dach aus.

Die Kirche geht auf die 1117 errichtete einschiffige, kreuzförmige Backsteinkirche St. Christian zurück.[2] Sie war ursprünglich den Heiligen Maria Magdalena, Christian und Bartholomäus geweiht. Die Kirche wurde im Zeitraum von 1483 bis 1488 zu einer zweischiffigen gotischen Hallenkirche umgebaut [3], wobei ein Schiff den männlichen und ein Schiff den weiblichen Gottesdienstbesuchern dienen sollte. Nachdem Hermann Tast 1524 noch auf dem Marktplatz die erste Reformationspredigt Eiderstedts gehalten hatte, setzte sich die Reformation durch Christian III. von Dänemark bis 1527 in der Region durch.

Sichtbar ist dies in der Kirche an der zerschlagenen Altarplatte mit der Aufschrift Hic sunt reliquiae reconditae (Hier sind die Reliquien aufbewahrt) 1563 baute die Gemeinde eine Kanzel. Die älteste Kanzel Eiderstedts wurde mit ihrem sechseckigen Grundriss zum Vorbild fast aller anderen Kanzeln im Lande. Das älteste Uhrwerk Schleswig-Holsteins war früher mit einem Uhrschlagmännchen und einer St-Georgs-Figur, die mit einem Drachen kämpft, verbunden. Der dreiflügelige Gemäldealtar, das „Hauptwerk des Manierismus in Schleswig-Holstein“[1], schuf der niederländisch-tönninger Maler Marten van Achten, der später Hofmaler am Schloss Gottorf wurde.

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Am Platz neben der Kirche befinden sich das Theodor-Mommsen-Museum, sowie das „Alte Rathaus“. Das Gebäude ließ Johann Ingwersen 1825 erbauen. Ingwersen war der letzte Staller Eiderstedts, ein dänischer Beamter, der sowohl die administrativen Geschäfte, das Steuerwesen aber auch die Judikative in seiner Person vereinigte und im Namen des Herzogtums ausübte. Ingwersen lebte in dem Haus bis 1885, sieben Jahre später kaufte es die Stadt Garding und richtete dort ihr Rathaus ein. Mittlerweile steht es auch in dieser Funktion leer, weil der Sitz des Bürgermeisters in das Amt Eiderstedt in die Welter Straße verlegt wurde. Das Rathaus soll in ein Kulturzentrum umgebaut werden.[4]

Politik

Seit der Kommunalwahl 2008 hat die CDU acht Sitze, die SPD fünf, die Wählergemeinschaft WI80 zwei und der SSW zwei Sitze in der 17-köpfigen Stadtvertretung.

Wappen

Blasonierung: „In Blau, unten begleitet von einem goldenen Abendmahlskelch, das golden nimbierte silberne Gotteslamm, mit dem rechten Vorderfuß die geschulterte Siegesfahne haltend: An goldener, oben in ein Kreuz auslaufender Stange ein silbernes, in zwei Zipfel endendes Banner mit rotem, durchgehendem Kreuz.“[5]

Veranstaltungen

Die Musikantenbörse findet als kulturelles Highlight der Region Westküste an insgesamt acht Dienstagabenden im Juli und August statt. Innerhalb der Konzertreihe "Musik in den Kirchen Eiderstedts" finden während der Sommermonate in der St. Christian-Kirche im Zentrum Gardings laufend Konzerte (Klassik und Jazz) auswärtiger Musiker statt. Im "Alten Stallerhaus" stellt die Künstlergruppe "Kunstklima" permanent in wechselnden Ausstellungen Arbeiten ihrer Mitglieder vor.

Persönlichkeiten

Literatur

  • „400 Jahre Stadt Garding, Blick in die Geschichte“, Verlag H. Lühr & Dircks, 1990, ISBN 3-921416-51-5

Quellen

  1. ab Michael Reiter: „Kirchen am Meer“, Kiel 2000, S. 43
  2. „Kunsttopographie Schleswig Holstein“, Neumünster 1969, S. 215 ff
  3. Richard Haupt: „Die Bau-und Kunstdenkmäler in der Provinz Schleswig-Holstein“, Heide 1924, S. 671 ff
  4. Leader+ Projektantrag
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

Weblinks

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