Mittwoch, 23.05.2012



Lexikon Suche


Gardelegen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Hansestadt Gardelegen
Gardelegen
Deutschlandkarte, Position der Hansestadt Gardelegen hervorgehoben
52.52638888888911.392543Koordinaten: 52° 32′ N, 11° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Gardelegen Stadt
Höhe: 43 m ü. NN
Fläche: 68 km²
Einwohner: 11.436 (30. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 03907
Kfz-Kennzeichen: SAW
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 135
Adresse der Hansestadtverwaltung: Rudolf-Breitscheid-Str. 3
39638 Gardelegen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Konrad Fuchs (SPD)
Lage der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden

Die Hansestadt Gardelegen ist eine Stadt im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt liegt in der südwestlichen Altmark zwischen Berlin und Hannover, nördlich von Magdeburg.

Stadtgliederung

Als Ortsteile der Stadt sind ausgewiesen:

Als Wohnplätze der Stadt sind ausgewiesen:

  • Isenschnibbe
  • Lindenthal
  • Waldschnibbe

Klima

Klimadiagramm von Gardelegen[1]

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Gardelegen beträgt 8,5 °C, die jährlichen Niederschläge 563 Millimeter.

Geschichte

Gardelegen um 1650
Burg Gardelegen

Auf das Jahr 1190 datiert die erste Erwähnung Gardelegens als Sitz des Heinricus comes de Gardelege in einer Urkunde Heinrichs VI. 1196 wurde Gardelegen als Burg und fester Platz (siehe auch Burg Gardelegen) erwähnt. Die Verleihung des Braurechtes erfolgte 1314. Seit damals wird in Gardelegen das Garleybier gebraut. Garley ist damit der weltweit älteste durchgehend bis heute genutzte Markenname. 1316 erwarb die Stadt das Schulzenamt und damit die „Hohe Gerichtsbarkeit“. Gardelegen trat 1353 dem Altmärkischen Städtebund und 1358 der Hanse bei. Im Jahr 1488 kam es zu einem Bierziesestreit mit dem Kurfürsten. 1553 war der Bau der Stadtbefestigung mit Magdeburger, Stendaler und Salzwedeler Tor abgeschlossen.

In den Jahren 1658, 1667 und 1685 zerstörten Stadtbrände große Teile Gardelegens. 1715 erhielt Gardelegen eine brandenburgisch-preußische Garnison. Nach Bildung des Kreises Gardelegen mit 144 Dörfern wurde Gardelegen 1816 Kreisstadt.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges starben am 15. März 1945 52 Menschen bei einem Angriff der 8. US Air Force auf die Bahnanlagen von Gardelegen. Die Nicolaikirche und andere Gebäude wurden zerstört. Am 13. April 1945 fand ein grausamer Massenmord in der Nähe Gardelegens statt: in der Isenschnibber Feldscheune ermordete die SS 1016 KZ-Häftlinge. Einen Tag später wurde die Stadt kampflos der US-Armee übergeben. Im Sommer 1945 zogen die Amerikaner vereinbarungsgemäß aus dem von ihnen besetzten Teil der Sowjetischen Besatzungszone ab. Truppen der Roten Armee rückten in Gardelegen ein.

1952 wurde Gardelegen Kreisstadt im Bezirk Magdeburg. Am 10. März 1964 schoss die sowjetische Flugabwehr in der Nähe der Stadt ein US-Aufklärungsflugzeug des Typs RB-66 ab. Der Besatzung warf man Spionage vor.[2] Gardelegen verlor den Kreisstadtstatus am 1. Juli 1994 und ist seitdem kreisangehörige Stadt des Altmarkkreises Salzwedel. Seit dem 28. Mai 2008 trägt die Stadt den Namenszusatz Hansestadt.

Politik

Rathaus von Gardelegen
Rathaus (Detail)

Wappen

Blasonierung: „Gespalten in Silber; vorn am Spalt ein goldenen bewehrter roter Adler, hinten auf grünem Boden wachsend drei an grünen Stangen empor rankende grüne Hopfenranken mit Dolden und Blättern.“

Die Farben der Stadt sind Rot - Silber (Weiß) - Grün.

Die ältesten bekannten Siegel stammen aus den Jahren 1309 und 1327 und zeigen bereits neben dem halben brandenburgischen Adler fünf Gerten, die offensichtlich schon Hopfenstangen darstellen sollten, da das Gewerbe der Bierbrauer schon zu Beginn des 14.Jahrhunderts in Gardelegen verbreitet war. Alle späteren Siegel und Wappen zeigen deutlich Hopfenstangen mit Blättern und Blüten, wobei es bald vier, bald drei Stangen sind. Heute sind es drei, was auch der Darstellung des am Stendaler Tor angebrachten, in Stein gehauenen Wappens von 1553 entspricht.

Flagge

Die Flagge der Stadt ist rot-weiß-grün (1:1:1) gestreift (Querformat Streifen waagerecht, Längsform Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.

Städtepartnerschaften

Gardelegen unterhält Partnerschaften zu folgenden Städten:

Wirtschaft

Tourismus und Naherholung sind wichtige Wirtschaftsfaktoren.

Die Stadt ist Wohnsitz für viele Pendler, die in Firmen der umliegenden Städte Salzwedel und Stendal arbeiten. Zu den größten Firmen in Gardelegen zählen die Eldisy GmbH, Wipag Nord GmbH & Co. KG, AKT Altmärker Kunststofftechnik GmbH sowie die IFA Antriebstechnik GmbH.

Verkehrsanbindung

In Gardelegen kreuzen sich die B71 Magdeburg - Salzwedel - Uelzen und die B188 Wolfsburg - Stendal - Rathenow.

Außerdem führt die Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin durch den Ort. Vom Bahnhof Gardelegen verkehren stündlich Regionalbahnen in Richtung Oebisfelde - Wolfsburg - Braunschweig und Stendal - (Rathenow). Durch Buslinien sind u.a. Haldensleben, Magdeburg und Salzwedel direkt erreichbar.

Ein Flugplatz mit Status "Sonderlandeplatz" liegt westlich der Stadt und wird vom Fliegerklub Gardelegen betrieben (EDOC, N52°31,66'/E11°21,25', Info: 122,850 MHz, RWY: 550m Gras 08/26, PPR: 03907-739691).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Roland in Gardelegen
Nicolaikirche

Sehenswürdigkeiten

Veranstaltungen

  • Hansefest
  • Heideblütenfest
  • Altmärker Kriminalfestival
  • Tag des offenen Denkmals
  • Kneipennacht
  • Summer Pearl

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibber Feldscheune bei Gardelegen

Mordopfer

Siehe Hauptartikel Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibber Feldscheune

Am 13. April 1945 wurden in der etwas außerhalb der Stadt gelegegenen Isenschnibber Feldscheune 1016 KZ-Häftlinge ermordet. An der Bewachung und Ermordung waren KZ-Wachmannschaften, Luftwaffensoldaten und Angehörigen des Reichsarbeitsdienst beteiligt. Der Hauptverantwortliche für den Massenmord war der NSDAP-Kreisleiter Gerhard Thiele, der zwar 1946 in der SBZ in Abwesenheit verurteilt wurde, aber in der späteren Bundesrepublik untertauchen konnte und 1994 als "unbescholtener Bürger" unter den Namen "Gerhard Lindemann" in der Nähe von Bochum starb.

Bildergalerie

Sport

Die Stadt war einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung. Des Weiteren bieten die Vereine der Stadt verschiedene Sportmöglichkeiten, zum Beispiel Basketball, Tennis, Fußball, Rhythmische Sportgymnastik, Radball, Leichtathletik, Tischtennis, Volleyball und Schach. Der örtliche "Fliegerklub Gardelegen" betreibt Segel- und Motorflug sowie die dazugehörige Ausbildung.

Literatur

  • Diana Gring: Die Todesmärsche und das Massaker von Gardelegen. NS-Verbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkrieges, Stadtmuseum Gardelegen, Gardelegen 1993 (Schriftenreihe des Stadtmuseums Gardelegen, Heft 1).
  • Peter Flick: Gardelegen in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1997, ISBN 90-288-5293-X.

Quellen


Weblinks

Commons Commons: Gardelegen – Bilder, Videos und Audiodateien
da:Gardelegen

en:Gardelegen eo:Gardelegen it:Gardelegen nds:Gardelegen nl:Gardelegen pl:Gardelegen pt:Gardelegen ro:Gardelegen ru:Гарделеген vo:Gardelegen