Mittwoch, 23.05.2012



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Frohburg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Frohburg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Frohburg
Frohburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Frohburg hervorgehoben
51.05611111111112.555176Koordinaten: 51° 3′ N, 12° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Leipzig
Landkreis: Leipzig
Höhe: 176 m ü. NN
Fläche: 108,06 km²
Einwohner: 11.195 (30. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 04654, 04643, 04651
Vorwahlen: 034348, 034341, 034345
Kfz-Kennzeichen: L
Gemeindeschlüssel: 14 7 29 140
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 13
04654 Frohburg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Wolfgang Hiensch (BuW)

Frohburg ist eine Kleinstadt im Landkreis Leipzig, Freistaat Sachsen an der Grenze zu Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Verkehr

Geographie

Frohburg liegt etwa in der Mitte zwischen Leipzig und Chemnitz am Übergang der Leipziger Tieflandsbucht zum Sächsischen Burgen- und Heideland, ca. 35 km südlich von Leipzig und 10 km südlich von Borna. Durch Frohburg fließt das Flüsschen Wyhra und durch einige Ortsteile die Bäche "Eula" und "Kleine Eula".

Stadtgliederung

Ortsaufteilung der Stadt Frohburg
Lage Frohburgs im Landkreis Leipzig

Die Ortsteile von Frohburg sind Stadt Frohburg, Alt-Ottenhain, Benndorf, Bubendorf, Elbisbach, Eschefeld, Flößberg, Frankenhain, Frauendorf, Greifenhain, Hopfgarten, Nenkersdorf, Ottenhain, Prießnitz, Roda, Schönau, Streitwald, Tautenhain und Trebishain.

Nachbargemeinden

Angrenzende Städte und Gemeinden sind Geithain, Kohren-Sahlis, Windischleuba, Fockendorf, Borna, Kitzscher und Bad Lausick.

Verkehr

Durch Frohburg verläuft die B 95. Südlich von Frohburg kreuzen sich die B 7 und die B 95. Auch die Bahnstrecke Leipzig-Neukieritzsch–Chemnitz führt durch die Stadt. Frohburg erhält einen direkten Anschluss an die im Bau befindliche Autobahn A 72. Durch den Ortsteil Flößberg führt die B 176, durch die Ortsteile Hopfgarten und Tautenhain die Bahnstrecke Leipzig – Geithain (– Chemnitz) mit je einem Haltepunkt.

Eingliederung der ehemals eigenständigen Gemeinde Eulatal

Am 6. April 2009 stoppte die 6. Kammer des Leipziger Verwaltungsgerichtes mit sofortiger Wirkung den Vollzug der Eingliederung der bis 31. Dezember 2008 selbständigen Gemeinde Eulatal in die Stadt Frohburg. Die Stadt Frohburg und der Landkreis Leipzig erhoben Beschwerde gegen diese Entscheidung. Offen ist bislang, ob die Beschwerde gegen die Entscheidung Erfolg hat und die Eingliederung Bestand hat, oder die Eingliederung rückgängig gemacht werden muss, also die Selbständigkeit von Eulatal im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Frohburg wiederhergestellt werden muss. Dies hätte dann tiefgreifende Folgen für die angeschobenen Investitionen in der eingegliederten Gemeinde. Mittlerweile hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht Bautzen den Vollzug des Beschlusses des Verwaltungsgerichtes Leipzig aufgehoben. Demnach ist die Eingliederung derzeit wirksam zustande gekommen.


Zur Chronologie:

August 2008: Eulatals Gemeinderat beauftragt Bürgermeister Karsten Richter mehrheitlich, Verhandlungen über die Eingemeindung mit Frohburg zu führen.

September/Oktober 2008: Einige Eulataler sammeln Unterschriften. Ziel ist ein Bürgerentscheid zur Zukunft der Gemeinde. Die Initiatoren übergeben schließlich Listen mit über 400 Unterschriften. Der Entwurf der Eingliederungsvereinbarung liegt öffentlich aus; Einwohnerversammlungen finden dazu in den Ortsteilen statt.

4. November 2008: Eulatals Gemeinderat lehnt das Bürgerbegehren ab und stimmt für die Eingemeindung nach Frohburg.

13. November 2008: Der Frohburger Stadtrat stimmt der Eingliederungsvereinbarung zu.

14. November 2008: Die Initiatoren des Bürgerbegehrens kündigen an, die Begründung der Ablehnung anzufechten.

19. Dezember 2008: Das Landratsamt übergibt den Bescheid zur Genehmigung der Eingliederungsvereinbarung an die Bürgermeister beider Kommunen. Tags zuvor hatte das Sächsische Ministerium des Inneren seine Zustimmung erteilt.

30. Dezember 2008: Die Initiatoren des Bürgerbegehrens legen 502 neue Unterschriften vor.

5. Februar 2009: Der Frohburger Stadtrat erklärt das zweite Bürgerbegehren einstimmig für unzulässig.

März/April 2009: Drei Eulataler Bürger, die Initiatoren des Bürgerbegehrens, reichen Klage beim Verwaltungsgericht Leipzig ein – gegen den Landkreis und die Stadt Frohburg als Rechtsnachfolger der Gemeinde Eulatal.

6. April 2009: Das Gericht stoppt die Eingliederung.

28.April 2009: Das Sächsische Oberverwaltungsgericht entscheidet, das der Vollzug des Beschlusses des Verwaltungsgerichtes Leipzig aufgehoben wird. Demnach ist die Eingliederung wirksam zustande gekommen.

Geschichte

Kirche
Schloss
Mittelschule
Ehem. Amtsgericht

Erstmals erwähnt wurde die gleichnamige Schutzburg Ende des 10. Jahrhunderts. Erst in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wird Frohburg auch als Siedlung und 1233 als Stadt urkundlich erwähnt. Die Stadt verfügt aber über keinerlei Stadtrechte und wird vom Grundherrn regiert. Erst 1831 erhält Frohburg durch die neue sächsische Verfassung die Stadtrechte und drei Jahre später wird der erste Bürgermeister gewählt.

Von dem Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzenden wirtschaftlichen Rückgang erholte sich die Stadt erst durch die im Jahr 1883 erfolgte Gründung einer Kattundruckerei und den beginnenden Braunkohlenabbau nördlich der Stadt.

Am 1. Januar 2008 wurde mit der Gemeinde Eulatal die Verwaltungsgemeinschaft Frohburg gegründet, die mit dem Beitritt der Gemeinde Eulatal nach Frohburg ein Jahr später wieder aufgelöst wurde.

Räumliche Entwicklung des Stadtgebietes

Im Jahr 1973 wurde Streitwald und 1995 Greifenhain Ortsteil von Frohburg. Im Jahr 1997 kamen Benndorf und Bubendorf hinzu, sowie am 1. Januar 1999 dann Eschefeld, Frauendorf, Roda, Nenkersdorf und Schönau. Am 1. Januar 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Eulatal mit seinen Ortsteilen Alt-Ottenhain, Elbisbach, Flößberg, Frankenhain, Hopfgarten, Ottenhain, Prießnitz, Tautenhain und Trebishain nach Frohburg eingemeindet, das Stadtgebiet vergrößerte sich dadurch von 60,74 km² auf 108,06 km².

Namensherkunft

Der Name Frohburg soll nicht mit ahd. frō für Herr verknüpft werden, da fast alle mittelalterlichen feudalen Burgen Herrenburgen waren und damit keine Einzelanlage gekennzeichnet werden konnte – auch nicht: frōne =„Herrendienst“, dann müsste in der Überlieferung ein „n“ auftauchen - Ableitung froh, fröhlich, etwa die Burg, die froh stimmte oder auf der ein fröhliches Ritterleben herrschte; nach Ermessen der Namensforscher Prof. Eichler/ Prof. Walther = zeitgemäße Eindeutschung aus dem frz. nach der Kreuzzugszeit „Freudenberg“, „Starkenberg“

Mit Albertus de Vroburc (Albrecht I., Burggraf von Altenburg) ist Frohburg 1198 immer noch vergleichsweise zeitig erstmals schriftlich geworden.

Der Name hat nichts damit zu tun, dass durchreisende Kaufleute froh waren, wenn sie den Ort erreicht hatten und keine Übergriffe durch Raubritter mehr zu fürchten hatten. Allerdings gibt es laut Erzählungen diese Herleitung für den Namen Himmelreich, das Gebiet jenseits der Bahnlinie.

Bevölkerungsstatistik

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2008)

  • 1. Stadt Frohburg (4.123)
  • 2. Prießnitz (759)
  • 3. Flößberg (689)
  • 4. Greifenhain (676)
  • 5. Frankenhain (614)
  • 6. Eschefeld (558)
  • 7. Tautenhain (467)
  • 8. Benndorf (462)
  • 9. Roda (395)
  • 10. Frauendorf (351)
  • 11. Hopfgarten (321)
  • 12. Streitwald (315)
  • 13. Nenkersdorf (289)
  • 14. Elbisbach (276)
  • 15. Schönau (255)
  • 16. Bubendorf (200)
  • 17. Trebishain (160)
  • 18. Ottenhain (108)
  • 19. Alt-Ottenhain (16)

Gedenkstätten

  • Gedenkstein an der Bahnhofstraße/Kreuzung B95 für alle Opfer des Faschismus
  • Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges auf dem Alten Friedhof mit Keramik-Grabplatten von Kurt Feuerriegel
  • Ein Friedhof (im Volksmund „Judenfriedhof“ genannt) an einem Waldweg, hinter der Waldsiedlung von der Straße nach Beucha abbiegend, erinnert an die 150 KZ-Häftlinge des Außenlagers „Fortuna GmbH“ des KZ Flossenbürg.

Sehenswürdigkeiten

Centauren- Brunnen auf dem Marktplatz
Töpfermädchen am alten Sportplatz
  • Töpfermädchen (1936 von Kurt Feuerriegel)
  • Postmeilensäule
  • Kentaurenbrunnen (1899)
  • Kirche „St. Michaelis“ in Frohburg (1233 erbaut)
  • Kirche Greifenhain
  • Rathaus aus dem Jahr 1887
  • Fachwerkhaus „Alte Farbe“ von 1682
  • Naturschutzgebiet Eschefelder Teiche
  • Romanische Saalkirche in Eschefeld, mit spätgotischem Schnitzaltar um 1510
  • Schloss Frohburg
  • große romanische Saalkirche, Marienkirche Nenkersdorf, 1187 geweiht, ehem. Wallfahrtskirche
  • Naturfreibad
  • spätgotische Kreuzkirche (um 1500) in Prießnitz (1616 im Stil der niederländischen Spätrenaissance umgebaut).
  • Schloss in Prießnitz aus dem Jahr 1605/1606
  • Rathaus Prießnitz (Im Jahr 1712 errichtetes Umgebindehaus )
  • Bockwindmühle im Ortsteil Schönau
Bauernrathaus in Prießnitz
  • ursprüngliche romanische Kirche in Oberfrankenhain später spätgotisch umgebaut (mit Schnitzaltar, Kreuzigungsgruppe und Sakramentsnische).
  • Pfarrhaus (um 1726 erbaut) in Oberfrankenhain
  • Barockkirche Elbisbach
  • dreigeschossiges Herrenhaus mit dem Walmdach in Hopfgarten
  • Kirche Tautenhain mit Bildern von Conrad Felixmüller


Bildungseinrichtungen

  • Grundschule Frohburg
  • Grundschule Frankenhain
  • Mittelschule "Maxim Gorki"

Persönlichkeiten

Otto-Nuschke-Denkmal

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Ernst Julius Vesper, Erforscher der Borna-Krankheit der Pferde; geb. 1866 in Reinsberg bei Freiberg, gest. 1956 in Frohburg (60 Jahre Tierarzt in Frohburg und Umgebung)
  • Kurt Feuerriegel (1880–1961), einer der bedeutendsten Kunstkeramiker des 20. Jahrhunderts in Sachsen

Sport

Frohburg ist bei Motorsportfreunden bekannt durch die jährlich stattfindenden Rennveranstaltungen. Seit 1960 finden Straßenrennen auf dem Frohburger Dreieck statt, seit 1962 auch Moto-Cross-Läufe auf der Strecke Am Kaplanberg.

Freizeit

In Frohburg und Umgebung bieten sich zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Frohburg selbst besitzt ein sehr schönes Naturbad in einem ehemaligen Steinbruch. Nördlich von Frohburg bieten sich Bademöglichkeiten in dem aus einem ehemaligen Braunkohlentagebau im Dreieck Bubendorf-Nenkersdorf-Neukirchen entstandenen Harthsee. Im Westen grenzt an den Ortsteil Eschefeld das zu Thüringen gehörige Erholungsgebiet Pahna mit Badesee und Campingplatz. Der Ortsteil Streitwald ist ein geeigneter Ausgangspunkt für ausgedehnte Wanderungen durch den Stöckigt zu den Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten des Kohrener Landes mit Sommerrodelbahn, Minigolf-Anlage und „Irrgarten der Sinne“ am Lindenvorwerk. Natur- und Vogelfreunde kommen im Naturschutzgebiet „Eschefelder Teiche“ auf ihre Kosten.

Für junge Leute dürfte die Großdiskothek „Cult“, die in den Produktionsräumen der ehemeligen Braunkohlenfabrik Neukirchen nördlich von Frohburg entstand, von Interesse sein. Das „Cult“ ist der traurige Rest des ehemals sehr beliebten „Tiffany“, in welchen unter anderem DJs wie Tom Novy, Paul van Dyk, Dr. Motte, Westbam oder Hooligan auftraten.

Partnergemeinden

  • Uetze (Landkreis Hannover in Niedersachsen)
  • Schalkstetten (Ortsteil der Gemeinde Amstetten im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg)

Literatur

P. Arnold: Geschichte der Parochie Frohburg. Verlag B. Geißler, 1905

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung

Weblinks

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